Puck Lyraphone
alang, Mo Sep 10 2012, 01:16
HERSTELLER: vermutlich Fritz Puppel (Rixdorf-Berlin), Biedermann & Czarnikow (Berlin, ab 1905: Triumphon Co. mb.H.) oder Albert Schön (Berlin).
MODELL: Puck Lyraphone
SERIENNUMMER: N/A
JAHR: ca. 1903-1911
DAMALIGER PREIS: Sehr billig, oft als Werbegeschenk vergeben
GEHAEUSE: Offener Phonograph auf Gusseisenbasis in Leierform
PLATTENFORMAT: Standard 2 Minuten Walze
TRICHTER: Blechtrichter, vernickelt (Replikat)
MOTOR: Offener Einfedermotor mit Schnurantrieb.
SCHALLDOSE: Tiefenschrift, vernickelt (Replikat)
INTERESSANTE DETAILS:
Puck Phonographen waren ein interessantes Phaenomen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie wurden in Massenproduktion extrem billig hergestellt und oftmals mit dem Kauf mehrerer Walzen kostenlos mitgegeben. Der Hintergedanke war, dass der Kunde bald mit der geringen Tonqualitaet nicht nehr zufrieden sein wuerde und dann spaeter einen "richtigen" Phonographen kaufen wuerde. Pucks wurden meist von der Firma George Carette Co hergestellt und dann unter vielen anderen Labels weiter vertrieben. Es war immer ein simpler Uhrwerksmotor mit Fliehkraftregler der dann mittels einer einfachen Schnur die Walze antrieb. Die Schalldose war direkt am Horn befestigt und das Horn sass einfach auf einem Metallstab. Die Basis war meist aus Gusseisen und war in vielen dekorativen Formen verfuegbar. Ausser der Leierform gab es eine Sirene, einen Loewenkopf (Lions Head), eine Harfenspieler (Harpist), eine stilisierte Schriftrolle (Scroll), und warscheinlich noch andere. Als "Luxusversion" gab es den sogenannten Kastenpuck, wo dieselbe Mechanik auf einer vernickelten oder bemalten Grundplatte mit verschiedenen Motiven auf einem Holzgehaeuse montiert war.
Mein Puck war leider schon sehr verrostet als ich ihn bekam. Es war zwar noch etwas von der wunderschoenen originalen Goldverziehrug zu sehen, aber die Lackierung auf der Oberseite war leider so beschaedigt, dass ich die Basis komplett restaurieren musste. Der Motor und Fliehkraftregler war trotz Rost noch funktionsfaehig, musste also nur entrostet, gesaeubert und geschmiert werden. Die Mandrell (?) welche die Walze aufnimmt hatte einen Sprung, welcher sich aber mit Epoxy reparieren liess. Das "Schutzblech" (string guard), an welchem der Spanner fuer den Schnurantrieb befestigt ist, war an mehreren Stellen gebrochen und musste repariert werden. Horn und Schalldose haben gefehlt. Zum Glueck macht Jean Paul Agnard in Canada sehr gute Replikateile fuer Pucks.
Trotz der simplen Konstruktion hat der Puck eine erstaunliche Lautstaerke. Der winzige Federmotor spielt eine 2 Minuten Walze problemlos durch. Hier ein paar Bilder von vorher und nachher:




Re:
Puck Lyraphone
Starkton, Mo Sep 10 2012, 08:58
Da hast du ja ein wirkliches Schmuckstück aus dem stark korrodierten "Wrack" gemacht. Und einen würdigen Platz hat es auch. Sehr hübsches Arrangement! Ist das ein Walzenschrank?
Neben Carette gab es noch viele andere deutsche Anbieter. Der Puck war für einige Jahre praktisch das Rückgrat der hiesigen Phonographenindustrie. Der kleine Start/Stopphebel am Federhaus ist markant und wurde 1903/4 eingeführt. So etwas habe ich z.B. an Lyra-Phonographen von Fritz Puppel und Biedermann & Czarnikow gesehen. Genaueres kann ich leider nicht sagen weil der originale Trichter und die Schalldose fehlen.
Schau doch mal auf der Unterseite der gegossenen Bodenplatte nach. Dort müsste, wenn der Hersteller tatsächlich Carette ist, das Firmenzeichen "G.C. & Co." zu finden sein.
Re:
Puck Lyraphone
GrammophonTeam, Mo Sep 10 2012, 09:12
Firmenlogo
George
Carette &
Co.,
Nürnberg

Re:
Puck Lyraphone
grammofar, Mo Sep 10 2012, 09:19
Nettes Gerät, sehr schöne Optik und einwandfrei gelungen!
Geräte von Carette aus Nürnberg haben auch oft nur eine einfache Buchstabenfolge mit Schlagbuchstaben auf dem Gehäuse. Hatte selbst mal ein Trichtergrammo mit G.C.Co N. unter dem Plattenteller.
Das Logo habe ich bei Geräten bisher nie gesehen :)
Re:
Puck Lyraphone
Starkton, Mo Sep 10 2012, 10:18
So kann man sich den vollständigen Lyra-Phonographen vorstellen wie er um 1906 herum ausgesehen haben könnte. Es ist also auch ein Blumentrichter möglich. Man beachte den Start/Stopphebel.
Leider habe ich keine näheren Angaben zu diesem Gerät. Die Abbildung stammt aus der Zeitschrift
Hillandale News, No. 222, Sommer 1998, Seite 66.

Re:
Puck Lyraphone
GrammophonTeam, Mo Sep 10 2012, 10:46
Der Franzose George Carette gründete 1886 in Nürnberg eine Firma für "optische, mechanische und elektrische Spielwaren". Diese belieferte zunächst die Spielzeugfirma
Bing (welche später selbst Grammophone herstellte Link - Hier klicken und Link - Hier klicken ), Spielwaren wie Uhrwerkautos, Dampfmaschinen, Schiffe und Flugobjekte, Laternae Magicae, Kinematographen wurden bei Carette ab etwa 1905 produziert.
Zu Beginn des Krieges (1914) musste Carette trotz seiner Ehe mit einer deutschen das Land verlassen. Er starb 1954 in Frankreich.
Die Spielwarenfirma wurde 1917 aufgelöst.
Carette unterhielt Niederlassungen in verschiedenen europäischen Städten, entsprechend waren seine Kataloge international ausgelegt.
Neben Phonographen stellte die Firma auch Trichter und Tisch Grammophone her.
Katalog 1911 (in Auszügen)
Re:
Puck Lyraphone
Starkton, Mo Sep 10 2012, 11:30
Eine tolle Auflistung von Typen! Vielen Dank dafür.
Man sieht (etwas undeutlich) dass Carette den Start/Stopphebel ganz anders angeordnet hat als es der Puck von Andreas zeigt. Nämlich nicht am Federhaus sondern an der angegossenen Stütze mit Achslager des Fliehkraftreglers.
Der übrigens per Gebrauchsmuster geschützte Start/Stopphebel wirkt bei den Geräten von Carette direkt auf die Scheibe des Fliehkraftreglers.
Re:
Puck Lyraphone
alang, Mo Sep 10 2012, 16:15
Vielen Dank fuer die netten Kommentare und die vielen zusaetzlichen Informationen. Man findet leider nicht viele Informationen ueber Pucks im Internet.
@Starkton: Der Schrank ist ein "Sheet Music Cabinet", leider kein Walzenschrank. Es war als Victrola Cabinet auf Craigslist gelistet, ist aber vom Format her eindeutig mehr fuer Notenblaetter gedacht. Leider kein Herzog...
Andreas
Re:
Puck Lyraphone
alang, Di Sep 11 2012, 16:42
Also ich hab jetzt nochmal genau von allen Seiten nachgeschaut, bei meinem Puck keinerlei Herstellerbezeichnung drauf. Also scheinbar nicht Carette. Weiss jemand welche Firma diesen Start-Stop Hebel am Federgehaeuse bewnutzt hat?
Interessant ist auch der "Puck Phonograph for recording and reproducing". Der muesste ja demnach auch eine Art Antriebschraube (feedscrew) haben, um den Aufnahmekopf zu bewegen. Ich wusste gar nicht, dass es sowas beim Puck auch gab. Hat jemand so ein Geraet schon mal gesehen oder hat vielleicht gar ein Foto?
@Grammophonteam: Hast Du Bilder vom Rest von dem Katalog vielleicht auch? Der wuerde mich sehr interessieren. Ich hab alles moegliche aus USA, aber nichts aus Deutschland.
Danke
Andreas
Re:
Puck Lyraphone
_-_-_, Di Sep 11 2012, 19:47
^^^^
Grammophonteam schrieb ...
Re:
Puck Lyraphone
alang, Di Sep 11 2012, 21:01
Sorry, hab den Link ganz uebersehen *achja Meine Augen sind auch nicht mehr das was sie mal waren...
Danke
Andreas
Re:
Puck Lyraphone
GrammophonTeam, Di Sep 11 2012, 21:15
Zu deiner Frage ob der "Recording Puck" eine Förderschiene/Förderschnecke (Feedscrew) hat, in größerer Auflösung kann man diese besser sehen:

Grüße
Re:
Puck Lyraphone
alang, Di Sep 11 2012, 22:01
Danke fuer das groessere Bild. Das waere mal ein Fund, der mich interessieren wuerde :-)
Andreas
Re:
Puck Lyraphone
Starkton, Di Sep 11 2012, 22:37
alang schrieb ...
Weiss jemand welche Firma diesen Start-Stop Hebel am Federgehaeuse bewnutzt hat?
Wie ich oben schon schrieb, Fritz Puppel (Rixdorf-Berlin), Biedermann & Czarnikow (Berlin, ab 1905: Triumphon Co. mb.H.) und auch noch Albert Schön (Berlin). Für genauere Angaben fehlt mir der originale Trichter bzw. speziell die Verbindung der Haltestange mit dem Trichter.
Den Motor mit dem Hebelchen haben sicherlich die Gebrüder Junghans aus Schramberg gebaut. Dein Gerät gehörte zu den billigsten Lyra-Phonographen auf dem Markt und hat mit geradem Trichter (so wie du ihn ergänzt hast) 4 bis 5 Mark gekostet, also etwa 1 US$. Da konnten die Amerikaner nicht mehr mithalten.
Re:
Puck Lyraphone
alang, Mi Sep 12 2012, 20:20
@Starkton: Wow, ich bin immer wieder begeistert wie viel Detailwissen Du und auch andere hier im Forum haben. Vielen Dank.
Was mich erstaunt ist, dass Carette oder wer auch immer zuerst mit der Puck oder Leier-Idee rausgekommen ist nicht per Patentstreit verhindert hat, dass andere das Design kopieren. Schliesslich hatte Carette scheinbar alle verschiedenen Designs im Katalog: Leier, Nymphe, Loewenkopf, etc. Aehnlich wie Victor/HMV, Columbia und Edison sich per Patentanwalt ihren Markt gesichert haben.
Nochmals vielen Dank
Andreas
Re:
Puck Lyraphone
Starkton, Mi Sep 12 2012, 21:14
alang schrieb ...
Was mich erstaunt ist, dass Carette oder wer auch immer zuerst mit der Puck oder Leier-Idee rausgekommen ist nicht per Patentstreit verhindert hat, dass andere das Design kopieren.
Wilhelm Bahre, der den
Puck seit 1897 in Lizenz von Gianni Bettini baute,
Puck als Wortzeichen eintragen ließ und für etwa 25 Mark in Stückzahlen von etwa 70 Exemplaren pro Monat als
Familienphonograph verkaufte, setzte sich mit einer Vielzahl von Prozessen gegen Nachahmer unter den Berliner Werkstätten zur Wehr. Hat ihm aber nichts genützt, obwohl Bettini den
Puck in Deutschland patentieren ließ. Aus welchem Grund auch immer wurde nur die Patentgebühr für das erste Jahr gezahlt. Vermutlich war allen Beteiligten die Aussichtslosigkeit ihres Versuchs, Konkurrenten abzuhalten, klar geworden.
alang schrieb ...
Aehnlich wie Victor/HMV, Columbia und Edison sich per Patentanwalt ihren Markt gesichert haben.
Es ist das Schöne an der deutschen Phonographenindustrie seit 1890, dass sie eben nicht wie in den USA durch drei Monopolisten und deren Patentanwälte kontrolliert wurde. Die Vielgestaltigkeit die sich daraus entwickelte lässt die Monokultur über dem Großen Teich ganz schön alt aussehen.
Naturgemäß wurden lange nicht die Stückzahlen wie in den USA verkauft, deshalb sind viele eigenständige deutsche Konstruktionen von Phonographen und Grammophonen bis 1910 nur noch als Patentzeichnungen oder Abbildungen in zeitgenössischen Printmedien nachzuweisen.
Re:
Puck Lyraphone
alang, Mi Sep 12 2012, 22:08
Ah, da ist also die Verbindung zu Bettini, die ich bisher auch nicht verstanden hatte. Also schon seit 1897 wurden Puck's gebaut...
Ich stimme absolut zu, dass die Vielfalt und Kreativitaet der deutschen und europaeischen Maschinen faszinierend ist im Vergleich zu vor allem Victor und Edison. Nachteil ist fuer den Sammler, dass es schwierig ist korrekte Ersatzteile zu finden.
Andreas
Re:
Puck Lyraphone
Starkton, Mi Sep 12 2012, 22:26
Grammophonteam schrieb ...
Zu deiner Frage ob der "Recording Puck" eine Förderschiene/Förderschnecke (Feedscrew) hat,
Feedscrew ist am besten mit
Leitspindel zu übersetzen.
Re:
Puck Lyraphone
Starkton, Mi Sep 12 2012, 22:46
Hier ist übrigens das angesprochene deutsche Bettini Patent mit einigen interessanten Details wie dem langen schmalen Tonarm, im Patent "Verbindungsstück für ein Hörrohr." Ursprünglich sollte das Gerät nicht nur für die Wiedergabe, sondern auch für die Aufnahme geeignet sein.
Die typischen Merkmale des
Puck werden in den Zeichnungen sehr deutlich. Einiges wurde in der Produktion jedoch weggelassen, z.B. die Feder welche den Trichter und damit die Schalldose auf die Walze presst.
Die halbkugelförmigen Füße des Bettini-Modells waren in der Höhe nicht verstellbar. Da die Feder zur Erhöhung des Anpressdrucks beim
Puck fehlte, lag die Schalldose nur noch (relativ!) leicht auf der Walze auf. Sie wurde alleine durch die Flanken der Tonrille geführt, da die Leitspindel aus Kostengründen wegfiel.
Stand die Walze jedoch schief, rutschte die Schalldose sehr leicht ab. Ein Mangel, den die deutschen Hersteller sicher sehr schnell erkannten und deshalb einen in der Höhe verstellbare Fuß konstruierten. Damit konnte der Walzenkonus des
Puck horizontal ausgerichtet werden und die Schalldose rutschte nicht mehr ab.
Nach 1900 war bei einigen Modellen sogar eine kleine Libelle am Walzenkonus angebracht um kontrollieren zu können ob er horizontal steht.
In Design und Funktion war das Ding einfach genial. Es musste einfach zum Mega-Erfolg werden und Millionen wurden wohl davon gebaut.



Re:
Puck Lyraphone
alang, Do Sep 13 2012, 15:36
Super, vielen Dank. Sehr interessant.
Obwohl bei den "normalen" Pucks die Feder fuer hoeheren Anpressdruck fehlt, wird etwas aehnliches im 1911 Katalog fuer den "Recording Puck" erwaehnt: "...having a spring tension, preventing any jumping of the diaphragm from the record, and also the too rapid wearing of the record."
Nachdem dieses Geraet doppelt so teuer war wie ein normaler Puck hat es warscheinlich nicht viel Absatz gefunden.
Andreas
Re:
Puck Lyraphone
Starkton, So Jun 30 2013, 08:18
Hier ist eine Postkarte mit Werbeaufdruck, gelaufen am 25. Mai 1901, mit der Darstellung eines
Puck. Dass es eines der ersten Modelle ist erkennt man an der konischen Trichteröffnung. Nach 1900 haben Sprechmaschinen zumeist einen Trompetentrichter mit ausschwingendem Rand.
Auch die abgebildete Schalldose, gepresst aus Hartgummi, ist ein Merkmal früher
Pucks, wie sie seit 1897 in Deutschland hergestellt wurden. Diese Schalldose ist dem "Reproducer" der American Graphophone Co. nachgebildet, die damit bis 1897 ihre Phonographen auslieferte:
Link - Hier klicken Der Werbeaufdruck ist ein schöner Beleg für ein frühes Versandhaus für Phonographen und Walzen in einem Provinzstädtchen, damals Löwenberg in Schlesien, heute Lwówek Śląski in Polen. Verschickt hat sie Robert Brilke, vermutlich der Besitzer des Versandhauses. Wäre toll wenn man eine alte Fotopostkarte mit der Hausansicht finden würde.

Re:
Puck Lyraphone
alang, So Jun 30 2013, 17:05
Tolles Zeitdokument.
Danke
Andreas
Re:
Puck Lyraphone
alang, Fr Nov 27 2015, 00:34
Anzeige aus "The People's Home Journal" von 1907. Hier wird der Puck als "Coronet Phonograph" angepriesen und kann mit einer Columbia Walzen fuer $2,50 gekauft werden. Zusaetzliche Columbia Walzen gibt's fuer $0,25. Man kann aber auch verschiedene Kombinationen von Zeitschriften Abos anstatt des Kaufpreises uebermitteln.

Re:
Puck Lyraphone
-Juergen-, Mi Dez 26 2018, 19:56
Hier auf die Schnelle ein Bild eines Puck der Berliner Elektromechanischen Werkstätten mit Grüßen

Re:
Puck Lyraphone
DGAG, Mi Dez 26 2018, 20:10
Welche Funktion hat denn die Stange welche vom Kegelradgetriebe angetrieben wird? Greift sie in eine Leitspindel ein?
Re:
Puck Lyraphone
-Juergen-, Mi Dez 26 2018, 20:58
Hallo Stephan,
die Spindel transportiert die Endabschaltung, die gleichzeitig eine Art Anschlag bildet.Das Zahnrad verschiebt die komplette Stange vom dickeren Ende des Mandrel zur anderen Seite.
Mit mp4 wäre das etwas einfacher zu veranschaulichen. Das angefügte Patent hilft da vielleicht.
Viele Grüße
Jürgen



Re:
Puck Lyraphone
DGAG, Do Dez 27 2018, 18:40
Hallo Jürgen,
vielen Dank für den Patenthinweis. Ich habe mir das Patent vom 1. Juni 1902 durchgelesen. Demnach ist Dein Puck tatsächlich für die Tonaufnahme geeignet. Die Leitspindel transportiert einen aufrecht stehenden Draht, siehe Pfeilmarkierung, auf den die Aufnahmeschalldose, fixiert in einer Gabel, gesteckt wird.
Bei der Vorrichtung handelt es sich also nicht nur um eine Endabschaltung oder einen Anschlag. Pucks mit Aufnahmefunktion sind extrem selten. Jetzt brauchst Du also "nur" noch die passende Aufnahmeschalldose samt Gabel.
LG
Stephan
Re:
Puck Lyraphone
-Juergen-, Do Dez 27 2018, 23:16
Hallo Stephan,
korrekt.
Aktuell fehlt eine Art Gabel die auf den Stift gesteckt werden kann und die Recpordereinheit führt.
Ist ähnlich wie bei den Skylarks.
Viele Grüße
Jürgen
Re:
Puck Lyraphone
-Juergen-, Mi Jan 02 2019, 20:48
Nachschlag aus der Ecke Fritz Puppel Model Orpheus mit Spindel und Option der Trichterführung



Re:
Puck Lyraphone
DGAG, Mo Jan 07 2019, 22:07
Das dürfte der Aufnahme-Puck von der Leipziger Frühjahrsmesse im März 1904 sein. Damit kann man auch, sofern der entsprechende Konus aufgeschoben ist, Salonwalzen abspielen bzw. aufnehmen - oder?
Wie wird denn die Trichterführung ausgekuppelt wenn man sie zum Abspielen der Walzen nicht benötigt?
Warum hat dieser sehr aufwendig gefertigter Puck zwei Bremshebel?
Re:
Puck Lyraphone
-Juergen-, Di Jan 08 2019, 09:55
Korrekt. Es ist der Orpheus B der 1904 zur Leipziger Messe vorgestellt/ beworben wurde. Das Gerät kann auch Salonwalzen tragen. Die Abstände passen und der Motor ist stärker als bei den herkömmlichen Pucks von z. B. Carette.
Das mit den beiden Hebeln ist mir allerdings auch ein Rätsel. Das Nachfolgemodel hat lediglich einen Bremshebel und auf dem Hebel eine Rg 431213 Kennzeichnung sowie die Pat. No 498304. Auf dem Orpheus ist keinerlei Kennzeichnung.
Beim Aufziehen der Feder dreht die Leitspindel rückwärts mit und positioniert die Schalldose auf den Startpunkt. Zum Freilauf wird die Schraube oben auf der Transportspirale mit der Hand etwas gelöst. Damit ist die Führung frei.
