Kleine Schaltung für Kristall- bzw. Keramiksysteme
Willi-H-411, Fr Mai 03 2013, 13:20

Aufwändige und unter Umständen auch teure Digitalisierung mag zwar oftmals angebracht sein, aber wie schaut es denn aus, um "mal eben" eine Schellackplatte anhören zu können?

Hier bin ich, auch weiterhin, der Überzeugung, daß ein Plattenspieler mit Kristall- oder Keramiksystem die bessere Wahl ist. Nur hapert es hier meistens mit der Anpassung. Schließt man ein solches System an einen modernen "Line"-Eingang an, so fehlen die Bässe, und die Höhen sind zu stark.

Mittels einer kleinen Schaltung kann man hier abhelfen. Zunächst einmal das Schaltbild oder besser "Schaltbildchen":



Das Kristall- bzw. Keramiksystem wird zunächst einmal mit einem 1 Mega-Ohm Widerstand belastet. Dadurch kommt die nötige Basswiedergabe zustande. Da Schallplatten, auch Schellacks, mit einer konstanten Amplitude unterhalb von 250 bis 500 Hz geschnitten werden/wurden, bringt das Kristallsystem diese Frequenzen sauber rüber. Denn ein solches System reagiert lediglich auf die Stärke der Auslenkung (anders ein Magnetsystem, bei dem es darauf ankommt, wie schnell die Nadel hin- und herbewegt wird).

Bei den Höhen sieht es nun anders aus. Diese werden nämlich mit konstanter "Schnelle" geschnitten. Das bedeutet, daß mit zunehmender Höhe, die Amplitude geringer wird. Daher hat man bei einem Kristallsystem hier einen Abfall in der Lautstärke. Das wird bei dieser kleinen Schaltung dadurch ausgeglichen, daß ein Kondensator parallel zum Widerstand geschaltet wird. Hierdurch kommen auch die Höhen wieder zu ihrem Recht. Um das ganze auch regelbar zu machen, für Schellacks, bei denen die Höhen auch schon bei der Aufnahme angehoben wurden, ist dieser Kondensator über einen regelbaren Widerstand von 1 Mega-Ohm einzustellen. Hierdurch läßt sich die nötige Höhenanhebung einfach regeln.

Das ganze muß nun noch an einen linearen Vorverstärker angeschlossen werden und dann ab in den Line-Eingang. Man kann das aber auch an den Mikrofon-Eingang der Soundkarte anschließen. Ist zwar nur die zweite Wahl, aber es funktioniert schon recht ordentlich. Mit einem linearen Vorverstärker wäre es natürlich besser.

So sieht diese kleine Schaltung zur Zeit noch bei mir aus:



Das Weiße ist Papier, welches ich von der anderen Seite mit Alufolie beklebt habe, um Störstrahlungen fernzuhalten.

Klangbeispiele kommen demnächst in meinem Sender zum Hören.

VG Willi


Re: Kleine Schaltung für Kristall- bzw. Keramiksysteme
, Fr Mai 03 2013, 13:30

Noch ein Tip: die Drähte sollten sinnvollerweise so kurz wie möglich gehalten werden - ich meine z.B. die Anschlußdrähte der Widerstände/Komdensatoren.
Besonders jene an den "heißen" Enden, also dem Inneren des abgeschirmten Kabels.

Unnötig lange Drahtenden sind hier immer kleine Antennen für Brummstörungen.

Sonst gibt's nix zu meckern !

Gruß, Nils

Re: Kleine Schaltung für Kristall- bzw. Keramiksysteme
Willi-H-411, Fr Mai 03 2013, 14:27

Nils, du hast da natürlich Recht. Wenn ich das Teil mal "in richtig" baue, werde ich das auch so machen. Trotzdem ist es erstaunlich brummfrei. Allerding auch nur mit dem "Alumantel" ringsum.

VG Willi


Re: Kleine Schaltung für Kristall- bzw. Keramiksysteme
Rundfunkonkel, Di Mai 07 2013, 09:58

Hast Du noch eine "echtes" Mono-Keramiksystem herumliegen? Mach mal Vergleiche zum gebrückten Stereo-Abtaster. Das Thema hatten wir ja schon mal in einem Thread bzw. Gespräch, dass sich die beiden Systemhälften gegenseitig beeinflussen und klanglich einfärben.

Re: Kleine Schaltung für Kristall- bzw. Keramiksysteme
Willi-H-411, Di Mai 07 2013, 12:36

Ich habe dieses: Link - Hier klicken

Aber die Gummi sind stärker verhärtet. Daher muß ich so ca. 10 Gramm Auflagegewicht nehmen.

Ich hatte jetzt aber mal bei dem CDS-660 das Gummi mit Ballistol eingesprüht, und ich meine, es wäre etwas weicher geworden. Nun war dieses Gummi auch sonst noch nicht "hart". Der Klang hat sich jedenfalls verbessert. Ich werde das irgendwann mal mit dem Telefunken-System ausprobieren. Nur wird das wohl noch was dauern.

VG Willi