Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Odeon89, Do Aug 11 2011, 18:07
Hallo zusammen,
sehr interessant finde ich die "Frühgeschichte" der Schellackplatte, d.h. die Zeit von ca. 1890 bis 1910. Die Phonographenwalzen hatten bis ungefähr 1907/1908 noch die Oberhand und wurden erst dann zunehmend von den Schallplatten verdrängt. Daher sind Platten aus jenen Jahren eher selten.
Die Aufnahmen wurden zum Teil unter regelrecht abenteuerlichen Bedingungen gemacht (bei Operngrößen der Zeit auch gerne mal in deren eigenem Wohnzimmer!) die Ton- und Pressqualität der Platten ist dementsprechend meist nicht sonderlich hoch. Trotzdem finde ich diese Platten, neben der Tanzmusik der 20er bis 40er Jahre hochinterressant!
Welches ist eure älteste Platte?
Ich mache hier mal den Anfang: "Gramophone Record" 40470, Aufnahme Ende 1902 oder Anfang 1903, Durchmesser 17,5 cm, einseitige Pressung.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
snookerbee, Do Aug 11 2011, 20:35
Meine älteste Platte ist schon in einem anderen Thread abgebildet, deshalb hier als Ergänzung nur der Link:
Es handelt sich um eine Platte der britischen Firma Columbia-Rena von 1911. Also ist das gute Stük immerhin schon 100 Jahre alt und noch hervorragend erhalten.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Formiggini, Do Aug 11 2011, 21:45
"Meine älteste" dürfte auch so um 1902 aufgenommen worden sein...
Kaiser Franz Garde Grenadier Regt. Kgl. Kapellmeister Becker Berlin
Gramophone & Typewriter Record 40475/3173
[center]
Die Rückseite dieser 17cm Platte ziert auch hier der schreibende Engel
Die Klangqualität ist für 1902/03 nicht schlecht
Bei diesen frühen Platten findet man häufig noch eine Ansage, wie es auf Walzenüblich war. Diese Platte wurde bei 71 U/M überspielt - aber wohl immer noch zu schnell...
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
krammofoon, Do Aug 11 2011, 21:51
Servus :-)
das sind meine ältesten Platten...... Daten dazu kann ich aber nicht liefern; evtl. mal, wenn ich das was da in den Spiegeln und den Labeln steht, in diesem Leben mal zu entziffern lerne ;-) Evtl. kann ja jemand trotzdem "ein Alter rauslesen".
Gruss Georg
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Formiggini, Do Aug 11 2011, 22:00
Die Homocord & Homophon kannst du einfach anhand dieses threads bestimmen Link - Hier klicken
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Formiggini, Do Aug 11 2011, 22:06
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
berauscht, Fr Aug 12 2011, 17:00
Meine ältesten Platten:
Ist 26/V.99 das Aufnahmedatum? (26. Mai 1899)?
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Odeon89, Fr Aug 12 2011, 18:51
@berauscht: Das sind ja zwei grandiose Platten! Besonders die zweite! Alfred Grünfeld war einer der bekanntesten wiener Pianisten des späten 19. Jahrhunderts! Ich wusste gar nicht, dass er schon so früh Aufnahmen gemacht hat! Tolle Platte!
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Odeon89, Fr Aug 12 2011, 20:57
Danke, Uli für den Vergleich der Verkaufszahlen von Phonographen und Grammophonen in Deutschland!
Da hab ich mit 1907 geirrt... Dieses Jahr bezog sich auf den US-amerikanischen Markt. Dort spielten Phonographen ja noch viel länger als bei uns eine bedeutende Rolle.
Viele Grüße Kai
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Mareko, Fr Aug 12 2011, 21:17
Wirklich beeindruckend, was ihr hier vorstellt *toll bei den Platten von "berauscht" komm' ich kaum mehr aus dem Staunen 'raus ... grandios! Besten Dank und viele Grüsse Mark Meine vermutlich älteste Platte ist eine einseitig bespielte HMV 'Disque pour Grammophone' von ca. 1905, 'Geraldine Farrar and Louise Homer' als 'Duetto del Fiori' in 'Madame Butterfly (Puccini)'. (Die gemachten Aufnahmen kann ich aufgrund techn. Probleme momentan nicht auf meinen Laptop hochladen ).
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
berauscht, Sa Aug 13 2011, 12:31
Die Platten habe ich vor zwei, drei Jahren mal auf dem Flohmarkt gefunden. Als der Verkäufer sagte:"Die kleinen ein Euro", hab ich sie dann mitgenommen.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Formiggini, Sa Aug 13 2011, 13:36
Bei einem Aufnahmedatum von 1899 hätte ich aber noch versucht den Preis runter zu handeln - schließlich ist die Aufnahmequalität ja nicht die beste... *grins
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
gramofan, Sa Okt 08 2011, 18:04
Zum Thema älteste Platte hier mal ein Versuch mit E. Berliner's Gramophone 40093. Leider fehlt mir Katalog-Material für die genaue Datierung. Ich schätze aber, dass man damit knapp vor die Jahhundertwende kommt. Auf der Rückseite noch spärliche Reste des einst aufgeklebten Textzettels und mittels Matritze bezeichnet "REPRODUCED IN HANNOVER". Man sieht also schön, dass von Hannover aus in der Frühzeit der Grammophon-Gesellschaften der europäische Markt (vor allem England) mit Platten versorgt wurde. <div class='spacer'></div>
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Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, So Okt 09 2011, 12:36
Hier ist meine älteste Platte, die allerdings nur noch als Druck existiert, von dem ich allerdings ein "Original" habe. Emile Berliner spricht selbst darauf. Es handelt sich um eine frühe Trickaufnahme, gemacht am 14. Dezember 1889 für öffentliche Vorführungen in Berlin. Ich habe diesen Druck vor über zwanzig Jahren in einer Fachzeitschrift von Januar 1890 entdeckt. Aufgrund der guten Abbildungsqualität machte ich mir sofort Gedanken wie man die Platte wieder hörbar machen könnte. Leider gab es damals noch kein bekanntes Verfahren.
Patrick Feaster aus den USA hat dann aufgrund meiner Anregung vor ein paar Jahren für diese Platte eine Technik entwickelt mit dem man einen Papierdruck hörbar machen kann. Es war irre spannend die Platte, und damit Berliners Stimme, zum ersten Mal nach 120 Jahren wieder zu hören. Das Zinkoriginal selbst ist leider verschollen und wurde damals sicherlich zusammen mit anderen Druckplatten von der Druckerei zum Altmetall gegeben.
Berliner dreht im zweiten Teil der Aufnahme (Buchstaben von A bis Z) die Kurbel des Aufnahmegrammophons immer schneller. Beim Abspielen mit gleichmäßiger Geschwindigkeit von 50 Umdrehungen pro Minute, siehe "R 50" auf dem Label, spricht er den ersten Teil, das heißt die Zahlen, noch ganz normal, wird dann aber immer langsamer, bis er bald gar nicht mehr verständlich ist.
Kein Wunder dass Emile Berliner die Platte anschließend für Werbezwecke geopfert hat. Das Original aus Zink mit eingeätzter Schallrille wurde dabei, wie schon oben erwähnt, als Druckplatte für eine Abbildung verwendet.
Ihr könnt die Platte, die ich zur besseren Lesbarkeit spiegelverkehrt abgebildet habe, hier mit verschiedenen Abspielgeschwindigkeiten anhören: Link - Hier klicken
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Odeon89, So Okt 09 2011, 13:32
Absolut faszinierend!!! Diese Platte ist ein wirklich bedeutendes Zeitdokument.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
snookerbee, So Okt 09 2011, 13:46
@Starkton: Habe ich das richtig verstanden? Von dieser Matrize wurde galvanisch eine Druckplatte hergestellt? Wurde die Aufnahme eigentlich auch in Schellack gepresst? Tolle Sache jedenfalls, wenn man bedenkt, wie das wieder hörbar gemacht wurde. Vielen Dank für den interessanten Beitrag.
Grüße Claus
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, So Okt 09 2011, 15:13
Nein, die Zinkschallplatte selbst war die Druckplatte. Die Abbildung in der Zeitschrift die ich euch zeigte ist ein so genannter "Negativdruck". Den hat Patrick für mich hörbar gemacht.
Da die Platte wie ich schrieb - und wie ihr auch hören konntet - nicht gelungen war, wurde davon keine Pressmatrize galvanisch hergestellt.
Die ersten kommerziellen Pressungen dieser im Durchmesser nur etwa 12 Zentimeter kleinen Berliner Platten wurden übrigens mit Hilfe der Pressmatrizen nicht auf Schellackmasse sondern auf Zelluloid und, etwas später, Hartgummi gemacht.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
krammofoon, So Okt 09 2011, 15:28
Servus :-)
auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum :-) Absolut faszinierende Platte. Hab´s mir grad auf archive.org angehört. Regelrecht "Stimmen aus der Vergangenheit".... wenn das der Emil wüsste, was wir hier gerade als Thread haben *gg*. Hätte er sich sicher auch nicht träumen lassen, dass da 120, 125 Jahre später sich mal jemand dafür noch interessiert. Faszinierende Vorstellung.
Gruss Georg
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
snookerbee, So Okt 09 2011, 18:10
@Starkton: Danke für die weiterführende Erklärung. Jetzt hab' ich's begriffen. Ich brauche manchmal etwas länger...
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, So Okt 09 2011, 18:51
@snookerbee: Kein Problem ;)
Ich gebe meine Informationen gerne weiter, deshalb bin ich ja Mitglied geworden.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Rundfunkonkel, So Okt 09 2011, 22:13
Hallo Starkton,
das sind ja faszinierende Dinge, die Du uns da vorgestellt hast. Auch von mir vielen Dank! Und mit der Software muss ich mich mal beschäftigen, ich hab da plötzlich so seltsame Gedanken :).
Meine vermutlich älteste Platte ist diese hier:
Gruß
Rundfunkonkel
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Willi-H-411, Do Okt 13 2011, 08:46
Starkton schrieb ...
Nein, die Zinkschallplatte selbst war die Druckplatte.
Hallo zusammen!
Ich bin neu hier und habe gleich eine Frage zu der obigen Aussage:
Meinst du damit, daß von dieser Zinkschallplatte direkt die Schellacks gepreßt wurden? Falls ja, dann stimmt das nicht. Denn diese Zinkschallplatte war ja ein "Positiv". Um die Schellacks pressen zu können, mußte zunächst ein "Negativ", also ein "Stempel" angefertigt werden, bei dem die Rillen dann qasi "Berge" waren. Von diesem ersten "Stempel" wurden jedoch zunächst einmal weitere "Positive" hergestellt und von denen weitere "Stempel", mit denen dann endlich die Schellacks gepreßt wurden.
In diesen Youtub-Videos wird der gesamte Herstellungsprozess sehr schön wiedergegeben:
Meine zwei ältesten Schellacks sind glaube ich so von um 1910. Auf der einen spielt eine Bauernkapelle auf, auf der anderen sind zwei Duette aus Gounods "Faust". Bilder folgen noch.
VG Willi
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, Do Okt 13 2011, 11:24
Hallo Willi,
willkommen im Forum - ich bin ja auch noch neu hier.
Zu Deiner Anmerkung: In diesem Fall wurde die abspielbare Originalaufnahme, das heißt die geätzte Zinkschallplatte, als Druckplatte verwendet um damit direkt auf Papier zu drucken. Es entstand ein so genannter "Negativdruck" einer Schallplatte den ich Euch zur besseren Lesbarkeit in gespiegelter Form gezeigt habe. Dieser Negativdruck diente als Illustration eines Beitrages über das Grammophon in der Berliner Wochenzeitschrift Prometheus von Januar 1890.
Das Verfahren, von dem Zinkoriginal einen Pressstempel galvanisch zu erzeugen, erdachte und perfektionierte erst Mitte 1890 der Erfinder Louis Rosenthal aus Frankfurt am Main im Auftrag von Emile Berliner.
PS: Die Stimme von Louis Rosenthal ist, neben der von Emile Berliner, auf einem zweiten "Schalldruck" auf Papier, den Patrick Feaster ebenfalls hörbar gemacht hat. Entstanden ist dieser Schalldruck sogar noch früher, am 11. November 1889. Darauf ist unter anderem, auszugsweise vorgetragen von Emile Berliner, das erste Gedicht (Schillers Glocke) sowie das erste Lied (Reiters Morgenlied von Wilhelm Hauff) in deutscher Sprache das heute noch hörbar ist: Link - Hier klicken
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Willi-H-411, Do Okt 13 2011, 12:43
Hallo Starkton!
Ah, jetzt ist bei mir der Groschen gefallen. Das dauert bei mir, seit der Einführung des Euro, etwas länger, weil es ja nicht mehr soviele Groschen gibt. *grins
Ich hatte auch mal gelesen, daß man die ersten Schallaufzeichnungen, die auf rußgeschwärztes Papier gemacht worden sind, mittels Computerprogramm hörbar gemacht hat. Ich muß die Links mal raussuchen.
VG Willi
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Willi-H-411, Do Okt 13 2011, 16:05
So, jetzt hätte ich auch die Bilder zu meinen ältesten Schellacks:
Man sagte mir damals, sie wären von etwa 1910. Aber genaues weiß ich leider nicht.
VG Willi
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Limania, Sa Mai 26 2012, 20:00
Was für wundervolle Platten! Vor allem die mit dem schreibenden Engel. So was tolles hab ich leider nicht. Meine Älteste ist diese hier
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, So Mai 27 2012, 09:37
Hans Blädel nahm diese Platte im Jahr 1908 sehr wahrscheinlich in München auf. Das ist jedenfalls auf den Originalpressungen so vermerkt, die mit grünem Zonophonlabel und der Katalognummer X-22847 auf den Markt kamen. Dein Exemplar wurde einige Jahre später gepresst.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
, So Okt 14 2012, 12:39
Hallo Stephan, vielleicht steh ich ja auf der Leitung: Ihr habt eine Platte, welche nur auf einem Stück Papier abgebildet ist, hörbar gemacht???? Wie geht denn sowas? Nur allein durch die "lesbare" Abbildung der Rille? Das muß ich mal genauer wissen.
Mein Dank für die Möglichkeit, sich dieses Dokument anhören zu können. Ich habe mal versucht, die Geschwindigkeit beim Alphabet konstandt zu halten. So läßt sich das allerdings nicht speichern, aber interessant trotzdem.
Zu meiner ältesten Platte verweise ich auf diesen Link. Da bin ich ja an Deiner dicht dran
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
GrammophonTeam, So Okt 14 2012, 12:46
Eine nähere Erläuterung wie das funktioniert gibt es in diesem Link - Hier klicken Eintrag.
Viele Grüße
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Bertel, So Okt 21 2012, 20:47
Ich vermute mal, daß das meine älteste Platte ist:
Zonophone Record - International Zonophone Company X-24015: Sehnsucht nach den Bergen (German Duet) - X 24015 V x1680 X-24018: Buab vom Emmental (German Duet) - X 24018 VIII Gebrüder Stäubli, Zürich
Ich kenne weder das Alter der Platte noch habe ich jemals etwas anderes von diesen Interpreten gesehen.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, So Okt 21 2012, 21:47
Die Aufnahmen sind wirklich alt. Sie wurden unter der Nummer X-1680 bzw. X-1684 im August oder September 1902 von der International Zonophone Company in Zürich aufgenommen. Die Brüder Carl und Emil Stäubli sind bedeutende Interpreten von Schweizer Mundart.
Deine Platten sind Nachpressungen der Originale, und um 1906 herum hergestellt worden. Da war die International Zonophone schon länger Teil des Grammophon-Konzerns.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Géczy77, So Okt 21 2012, 22:05
Ich hab da auch mal eine meine ältesten Platten fotografiert. Vielleicht ist es ja meine Älteste. Jedenfalls die Einzige, die noch ohne Etikett ist:
Leider ist sie kaum noch abspielbar.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, So Okt 21 2012, 22:21
Diese Aufnahme der Victor Herbert's Band ist 1902 in New York aufgenommen worden. Das "C" vor der Katalognummer zeigt dass es sich hier um eine 23 cm (= 9 Zoll) Concert-Platte handelt.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Géczy77, So Okt 21 2012, 22:25
Japp, ich habs zwar nicht wirklich nachgemessen, aber man sieht es ihr an. ^^ Vielleicht komme ich demnächst mal dazu, sie zu überspielen.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Géczy77, So Okt 21 2012, 22:31
Ich habe gerade gesehen, daß diese Platte noch ein paar Monate älter ist (Aufnahme 12.12.1901) und noch kleiner als die Zonophone, nämlich 7 Zoll:
Ein sehr merkwürdiger Titel jedenfalls... ^^
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
stompy_de_luxe, So Okt 21 2012, 23:39
Hier einige der vermutlich ältesten Berliner-Scheiben meiner Sammlung:
Sousa's Band: Happy Days In Dixie (Aufnahmezeitpunkt Oktober 1897):
Metropolitan Orchestra: At A Georgia Campmeeting (Aufnahmezeitpunkt 17. Nov. 1897):
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
1965Ralf88, Di Okt 30 2012, 12:24
Ich bin mir zwar nicht sicher ,ob es meine älteste ist ,aber alt ist diese Platte.Es ist eine Monarch mit der Nr.043151.0.!Rückseitig mit sitzendem Engel,reproduced in Hannover Laut Etikett singt Frieda Hempel,,Grossh.Meckl.Kammersängerin,,die Arie der Rosine.Kleine Frage am Rande:ist diese Dame eine bekannte künstlerin aus der Zeit?
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
, Di Okt 30 2012, 15:04
Die Dame ist sehr bekannt. Frieda Hempel war eine der berühmtesten Koleratursopranistinen aus der Kaiserzeit. Sie war des Kaisers "Lerche". Trat in Amerika öfters zusammen mit Enrico Caruso auf, und gehört natürlich selbstverständlich zu den bekannten Größen aus der Zeit als die Plattenteller drehen lernten.
Der Engel übrigens sitzt zwar, aber was er tut ist noch viel wichtiger, er schreibt mit einer Feder die Töne als Rille auf die Platte. Daher wird er "schreibender Engel" genannt. Es war das erste Firmenlogo der Grammophon Gesellschaft und ist auf noch älteren Platten als deiner, vorne auf dem Etikett zu finden.
Die Pressung die du hier zeigst ist nach 1909 (Hundelogo. Das Aufnahmedatum ist der 06.10.1910, die zweite Aufnahmesitzung von ihr. Sie hat vermutlich an diesem Tag nur dieses eine Lied aufgenommen.
Gruß, Gerhard
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
GrammophonTeam, Di Okt 30 2012, 15:19
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
veritas, Di Okt 30 2012, 20:07
Im folgenden meine derzeit frühesten Exemplare:
Russell Hunting - Casey at the Telephone (April 1895)
Unbekannte Band - Semper Fidelis March (November 1896)
F. H. Weber - Es hat nicht sollen sein (April 1897)
Und da ich nicht einsehe, warum es nur um Platten gehen sollte, hier noch meine ältesten Walzen:
Von links nach rechts: North American Phonograph Co. 1891 Columbia Phonograph Co. 1893-94 Columbia Phonograph Co. 1894-95 US Phonograph Co. 1895-96
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
GrammophonTeam, Di Okt 30 2012, 20:16
Und da ich nicht einsehe, warum es nur um Platten gehen sollte...
Da hast du vollkommen Recht
Der Titel wurde entsprechend geändert.
Viele Grüße
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, Di Okt 30 2012, 23:28
veritas schrieb ...
Russell Hunting - Casey at the Telephone (April 1895)
Neid! Will haben! Aufnahmedatum ist "Nov[ember] 4/95"
schrieb ...
Von links nach rechts: North American Phonograph Co. 1891 Columbia Phonograph Co. 1893-94 Columbia Phonograph Co. 1894-95 US Phonograph Co. 1895-96
Großer Neid! Will erst recht haben!!
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Grammophoniker, So Jul 28 2013, 23:02
Hallo zusamen, heute habe ich mal die Zeit gefunden, meine älteste Schallplatte herauszusuchen. Und hier ist sie:
Auf der Kappler Alm - E. Berliner´s Gramophone Gruß Stefan
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, Mo Jul 29 2013, 11:01
Grammophoniker schrieb ...
Auf der Kappler Alm - E. Berliner´s Gramophone
Diese Platte ist wirklich alt, aufgenommen am 21. Juni 1897. Der "Graus Mountain Choir" hat auch als Duett Tonaufnahmen gemacht. Ein namentlich bekanntes Mitglied ist Vroni [von] Eidner.
Über den "berühmten" Graus Chor konnte ich jetzt doch noch was herausfinden. Gründer war der Jodler Frank Graus, der Anfang 1900 auch die Nachfolgegruppe, die "Tyrolean Alpine Yodelers" zum Erfolg geführt hat.
Diese Schallplatte ist ein frühes Beispiel für die [internationale] Begeisterung für alpenländisches Liedgut. Etwa um diese Zeit, das heißt Ende des 19. Jahrhunderts, formierten sich im bayerischen Oberland die ersten Trachtenvereine.
Hier ist ein Link auf die namengebende Gemeinde Kappl in Tirol: Link - Hier klicken
Ist das der Text?
Auf diesem miserablen Bild sieht man die "Zigeunergeigerin" Isabel Graus, ein Mitglied der "Tyrolean Alpine Yodelers", von dem man immerhin eine Ahnung von der damaligen "Tracht", oder das, was man dafür hielt, bekommt. Man beachte den riesigen Hut!!
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
veritas, Mo Jul 29 2013, 11:44
Schöne Scheibe, wie war das nochmal mit den Berliner-Takes? War die Reihenfolge <nichts>-Z-Y-X oder <nichts>-X-Y-Z?
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Starkton, Mo Jul 29 2013, 11:58
Die vorgestellte Platte ist der erste Take: 3198 <nichts>. Die danach folgenden Takes sind wie folgt gereiht: Z-Y-X
Nur 3198 Z ist außer dem ersten Take bekannt, aufgenommen im Februar 1898.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
veritas, Mo Jul 29 2013, 12:12
Danke für die Info, ich hatte rechts neben dem Loch X-15-15 für einen Take-Hinweis gehalten, im Charosh-Buch aber nichts finden können. Aber das Datum steht ja wohl auch, schwer zu lesen, auf der linken Seite.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
Grammophoniker, Mo Jul 29 2013, 14:34
Hallo Starkton, vielen Dank für die interessanten Daten zu der Platte. Ja, der von dir abgebildete Text ist der auf der Platte vorgetragene (1. und 2. Strophe.) Leider ist die eingravierte Schrift sehr schlecht zu lesen. Das Labelfoto musste ich schon sehr stark bearbeiten, dass überhaupt Daten zu erkennen sind. Bei Gelegenheit lade ich die Platte mal auf meinen youtube-Kanal.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
, Mo Jul 29 2013, 14:59
Hallo alle miteinander! Dies ist meine älteste Schellackplatte. Sie stammt aus dem Jahre 1913. Sie hat schon ihre Kratzer. :( Gruß, Leon
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
jitterbug, Mo Jul 29 2013, 20:47
Als Swing- und Jazzsammler interessiert mich am meisten die Zeit ab ca. 1929, wobei allerdings auch die Geschichte der modernen Jazztänze für mich interessant ist.
So denke ich, die älteste Schallplatte in meiner Sammlung ist zugleich der älteste global erfolgreiche Jazztanz, der im Tanzsaal getanzt wurde (anders als Cakewalk, der in Europa in erster Linie ein Bühnentanz war!): Der TURKEY TROT, Vorläufer des TEXAS TOMMY und SHIMMY in einer Berliner Aufnahme vom August 1912.
Re: Frühzeit der Schallaufzeichnung - Eure ältesten Aufnahmen
krammofoon, Mo Jul 29 2013, 20:51
Servus :-)
hier hatten wir uns im MTB selig - glaube ich - mal auf 1901 geeinigt..... eine einseitige CLIMAX RECORD...
Wer sie hören will: im Schellack-Sender ist sie drin.