Deutsche Grammophon
Formiggini, Do Aug 18 2011, 08:47

Ich würde die Diskussion gerne von YT hier weiterführen....

Gelegentlich findet man Platten der Grammophon mit dem bekannten "Trademark" Label, aber ohne den Hund Nipper, der so angestrengt der Stimme seines Herren lauscht.


Die Platte selber ist von 1923.
Es findet sich auf dem Etikett
noch diese Ammre - Marke





Die deutsche Grammophon war ja bis 1914 eigentlich eine englische Firma (Praktisch wohl etwas komplizierter..)
Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges, ging die Marke als "Feindvermögen" an die Polyphonwerke.
Die "neue" deutsche Grammophon hatte nun nicht mehr die Bildrechte an dem bekannten "Nipper" Logo - zumindest nicht im Ausland.
Für Exporte wurde später das "Polydor" Label mit dem "Trichter-Ohr-Männchen" gegründet.





Kann es sein, das es sich bei dem Label ohne Nipper um das Vorgänger Logo der Polydor handelt, nachdem im Ausland das Nipper Label nicht mehr verwendet werden durfte?

Re: Deutsche Grammophon
Odeon89, Do Aug 18 2011, 11:55

Hallo Uli,

ich kann deiner These, dass diese Platten für den Export gedacht waren, nur zustimmen.

Hier noch zwei weitere dieser Platten:
Das erste Etikett unterstützt diese Annahme, sie ist in die Niederlande exportiert worden. Die zweite Platte zeigt, dass es diese Export-Serie auch in den höhreren Preisklassen (Rosa-Etikett) gab:







Re: Deutsche Grammophon
Rundfunkonkel, Do Aug 18 2011, 13:56

Hallo,

ich weiss zwar nicht wo Nipper abgeblieben ist (vielleicht Gassi?), aber zur Verstrickung der Grammophon-Markenrechte habe ich vielleicht etwas beizusteuern.

Nachdem nun die Deutschte Grammophon (DG) auf dem deutschen Markt, und die Gramophone in den weiteren Ländern existierte, wollte man naürlich auch in den jeweils anderen Ländern seine Platten absetzen. Um die Firmennamen abzugrenzen, wurden daher die Gramophone Platten in Deutschland unter Electrola, und die DG Platten im Ausland unter Polydor vermarktet. Ab wann das so war weiss ich allerdings (noch) nicht.

Re: Deutsche Grammophon
Formiggini, Fr Aug 19 2011, 13:23

Die Electrola (also die englische HMV = Die Stimme seines Herren) führte 1925 das elektrische Aufnahmeverfahren ein.

In Deutschland durfte die HMV wiederrum das Nipper Logo nicht verwenden, da hier die deutsche Grammophon das Recht darauf hatte.
Also wurde für den deutschen Markt das Electrola Label aufgelegt, tatsächlich ja aber die englische Grammophon = HMV.
Das Electrola Label startete, meines Wissens nach im April 1926 in Deutschland.

Im Januar 1926 gab die deutsche Grammophon für den schwedischen Markt noch das Polyphon Label als Auslandsmarke heraus, im April 1926 gab es dann aber auch schon das Polydor Label als Auslandsmarke.

Möglicherweise fällt die "Gründung" des Polydor Labels zusammen mit der Markteinführung der Electrola Platten im Frühjahr 1926.

Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Di Jan 31 2012, 17:28

Emil Berliner meldete seine Erfindung eines Abspielgerätes für plattenförmige Tonträger am 26.September 1887 in Washington U.S.A.zum Patent an.
Am 8.Oktober 1895 gründete er in Philadelphia die BERLINER GRAMMOPHONE COMPANY.Drei Jahre später, am 6.Dezember1898 gründet er mit seinem Bruder Joseph in Hannover,seiner Geburtsstadt, die DEUTSCHE GRAMMOPHON GESELLSCHAFT.
Sein Bruder Joseph Berliner hatte in seiner Telephonfabrik in der Kniestrasse 18 schon Wochen vorher die ersten Versuche
zum Pressen von Schallplatten unternommen.Der gewählte Firmenname unterscheidet sich deutlich von der THE GRAMOPHONE COMPANY, London , die Barry Owen als Beauftragter Emil Berliners im Dezember 1897 als Personenhandelsgesellschaft ins Leben rief.Diese konstituierte sich am 25.August 1899 als Kapitalgesellschaft unter dem Namen THE GRAMOPHONE COMPANY LIMITED, Kapitalstoch von 150.000 Pfund Sterling.Zunächst gab es eine Funktionsaufteilung.Die Englische Gesellschaft tätigte die Aufnahmenin Hannover wurden die Aufnahmen gepresst.Der Geschäftsumfang wächst schnell, und fordert Änderungen.Am 27.Juni 1900(So steht es auf den Namens-Aktien) wird die Gesellschaft in eine AG umgewandelt und verlegt ihren Sitz nach Berlin(Kapital 1 MIllion Goldmark).THE GRAMOPHONE COMPANY erwirbt kurze Zeit später alle ihre Aktien, im Gegenzug erhält Joseph Berliner Anteile an der englischen Muttergesellschaft. Diese firmiert seit dem 10.Dezember 1900 als THE GRAMOPHONE & TIPEWRITER LIMITED. Ein Vorstandsmitglied fürchtete das Grammophon könnte nur eine kurzlebige Modeerscheinung sein, man solle deshalb als zweites Standbein die Schreibmaschinenproduktion aufnehmen.Diese verlegt 1911 ihren Sitz nach Hayes, bei London und nimmt in der Folge ihren alten Namen THE GRAMMOPHONE COMPANY wieder an.
1902 wird die Presserei an die Podbielskistrasse verlegt und in diesem Zuge stark vergrößert.In Berlin werden Studio und Plattenlager eingerichtet.Bis dahin bezog die Firma Grammophone und Zonophone aus den U.S.A..Den Vertrieb der Zonophone übernahm auch die INTERNATIONAL ZONOPHONE COMPANY Berlin O. 17, Mühlenstrasse 17. Diese Gesellschaft belieferte die Herren Grossisten während die DGG den Einzelhandel belieferte. Direktor beider Gesellschaften war bis
1918 Leo B. Cohn der sich 1916 in Curt umbenennen lies. Während des ersten Weltkrieges kommt es zur Stillegung der INTERNATIONAL ZONOPHONE COMPANY.Die DEUTSCHE GRAMMOPHON als direkte Kriegsfolge unter Feindvermögensverwaltung gestellt,
wird als beschlagnahmtes Feindvermögen am 24.April 1917 an die POLYPHON MUSIKWERKE AG, Leipzig-Wahren veräussert.

Re: Deutsche Grammophon
krammofoon, Di Jan 31 2012, 17:33

Servus :-)

@ Aristodemo und @ Admins:

ich bin ja halt immer mal gerne und dauerhaft am Staunen und mich am Freuen, besonders über Deine, Aristodemos, Kurzfassungen der Firmengeschichte(n) :-)

Könnte man nicht mal einen Thread aufmachen, in dem diese "Kurzvarianten" gesammelt werden?

Der Übersicht und des Nachschlagens halber, gerade für Noobs wie mich, wäre das doch viel einfacher zu handlen. So muss ich immer wieder jeden Thread suchen, um zur gewünschten Position zu kommen. Ich denke, dass das andere Mitglieder hier genau so sehen.
Bzw. lasse ich mich auch gerne davon überzeugen, warum man das gerade nicht so machen sollte/kann.

Gruss
Georg

Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Di Jan 31 2012, 18:00

Die POLYPHON MUSIKWERKE AG nennt sich nunmehr POLYPHON-WERKE AG und verlegt wenig später ihren Sitz nach Berlin. Die Fabrik in Wahren spezialisiert sich auf den Apparatebau, die Fabrik in Hannover auf die Schallplattenherstellung.Das Ende des Weltkrieges bringt den Verlust der Nutzungsbefugniss für das Markenzeichen DIE STIMME SEINES HERRN im gesammten Ausland(Aussnahme Schweden?).Falsch dagegen ist die immer wieder geäusserte Meinung dies hätte auch das von der englischen Mutter er- und gestellte Repertoires betroffen.Ende 1925 führt die DGG ihr eigenes elektrisches Aufnahmeverfahren ein.
Tochtergesellschaften entstehen 1919 in Wien, 1920 in Kopenhagen, 1921 in Stockholm,1929 in Paris und 1928in Japan.
Tagesleistung der Fabrikation in Hannover 1929 83.000 Schallplatten.
Die weltwirtschaftskriese führt trotz Vorsorge (1932 Verschmelzung der POLYPHONWERKE mit der DGG) zu einem so schweren Rückschlag das es 1937 zu einer Liquidation der Aktiengesellschaft und mit Vertrag vom 18.Juni 1937 zur Neugründung als G.m.b.H. kam. Die Anteile am Stammkapital übernahm TELEFUNKEN.Der daraufhin einsetzende Aufschwung wurde duch den Kriegsausbruch bald wieder gebremst.1941 erwarb die SIEMENS & HALSKE AG sämmtliche Anteile der DG und übertrug sie AEG.Zeitgleich Einführung der SIEMENS-SPEZIAL-EXPERIMENTALSCHALLPLATTE, mit großem Reklameaufwand beworben, eigentlich ein alter Hut.Bei TELEFUNKEN war die Versilberung der Aufnahmewachse längst üblich.Edison verwante ein gleiches Verfahren(mit Gold) für seine GOLDGUSSWALZEN.1942 erscheint eine Gesammtaufnahme der "Matthäuspassion" deren Matritzen mit einem Blockade brechenden U-Boot nach Japan gebracht werden.
Die DG galt politisch als nicht sehr zuverlässig , es soll Hausdurchsuchungen durch die Gestpo und Beschlagnahme von Schallplatten gegeben haben.Gebäude und Fabriken in Hannover und Berlin werden in den Kriegsjahren 1943/45 schwer beschädigt. In Hannover bleibt zwar das Matritzenlager erhalten, doch verbrennen sämmtliche dazugehörenden
Karteikarten.
Nach dem Krieg werden in Zeitungsanzeigen z.B. Platten der Artur Nikisch Aufnahmen gesucht , um die Matritzen zu identifizieren.
Am 15.November 1957 wird der Sitz der Gesellschaft nach Hamburg verlegt.Zum 1.Januar 1970 wird die DG in Polygramm GmbH umbenannt.

Re: Deutsche Grammophon
gramofan, Mi Feb 01 2012, 16:40

Bleibt noch zu ergänzen, dass die amerikanische Victor ELETROLA 1926 als selbsändige deutsche Tochtergesellschaft gründete, um nach der Zwangspause zwischen 1917 und 1925 nunmehr wieder einen eigenen Vetrieb für die amerikanischen Aufnahmen in Deutschland zu besitzen. Den Namen Grammophon und das HMV-Logo konnte man in Deutschland aus den o.g. Gründen nicht nutzen. In der Tat veröffentlichte Electrola anfangs erst mal nur Victor-Matritzen, bevor man an den Aufbau eines eigenen deutschen Repertoirs ging.

Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Mo Feb 13 2012, 22:51







1) GRAMMOPHON Luxus
2) GRAMMOPHON, Wien, Dezember 1905

Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Mo Feb 13 2012, 22:58






Sonderkopplung für die Wehrmacht.


Re: Deutsche Grammophon
Formiggini, Di Feb 14 2012, 13:06







Interessant das so spät noch parallel das alte Trademark mit dem Schreibendem Engel verwendet wurde.



Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Do Mär 08 2012, 11:21

Weiß jemand etwas über die zeitliche Abfolge (Jahreszahlen) der unterschiedlichen Label:
Concert Record "Gramophone"
Gramophone Monarch Record
Gramophone-Record
Künstler Schallplatte "Grammophon"
Schallplatte "Grammophon"
Grammophon (Von wann bis wann wurde dieses Label eingesetzt?)

Danke sehr
_-_-_

Re: Deutsche Grammophon
gramofan, Do Mär 08 2012, 11:29

Wenn's nur so ungeähr sein braucht, hier mal auf die Schnelle:
Concert Record Gramophone: ca. 1905 - 1914
Gramophone Monarch: ca. 1910 - 1914
Schallplatte Grammophon: ca. 1924 - 1926
Grammophon: ca. 1927 - 1943

Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Do Mär 08 2012, 11:38

Danke, das hilft schon mal.
Über genauere Angaben wäre ich natürlich trotzdem erfreut. ;)

gramofan schrieb ...

Grammophon: ca. 1927 - 1943


Nicht 1945?


Danke sehr
_-_-_

Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Do Mär 08 2012, 12:29

Concert und Monarch geben zunächst die Plattengröße resp. Spieldauer an.
Record Grammophone = 17 cm verwendet bis ca. 1906
Concert Record Grammophone = 25 cm ab 1902
Monarch Record Grammophone = 30 cm ab 1904
Der Hund erscheint auf den Platten 1909, auf den Hüllen schon etwas früher zusammen mit dem Schreibenden Engel.
Die Preise ergeben sich aus der Farbe des Labels..Grün..Schwarz..Rot..Hellgrün..Rosa..Weiß, beim Schreibenden Engel.
Grün...Schwarz...Violett..Rot...Rosa..Gelb...Weiß (Creme) bei den frühen Hunden.Um 1914 gibt es dann noch ein hellgelbes Etikett für populäres Musikgut.
Nach dem Weltkrieg kommt ein blaues Lable hinzu für Gesangsaufnahmen (noch mit akustischen Aufnahmen,später elektrische)
In der Übergangsphase akustisch/elektrisch kommt kurze Zeit ein etwas feiner gedrucktes farbiges Lable zum Einsatz, das wird 1927 durch das Lable mit Golddruck ersetzt(gegen 1908/09 taucht für kurze Zeit der Engel und auch der Hund in Golddruck auf). 1930 gibt es geringfügige Änderungen, Blau Etikett wir in Schwarz Etikett übernommen, Braun Etikett wird als preiswerte Platte eingeführt.Nachden das ehrwürdige "red seal" zu Beginn der elektrischen Aufnahmen eingestellt wird(etwa gegen 1927)taucht es in günstigerer Preisklasse zu Beginn der 30er Jahre wieder auf.Ende der 30er Jahre wird der bereits auf Hüllen und Katalogen eingeführte stilisierte Hund auch für die Labels verwendet.1939 der Hund mit Sternen,1940/41 der Hund mit den Dreiecken.Anfang der 40er Einführung der Serie Meisterklasse und 1943 Siemens Spezial.
Die zu Ende der Akustischen Aufnahmen eingeführte Künstlerplatte, verwendet für wertvolle akustische Aufnahmen, d.h. nicht nur für Carusoplatten läuft mit besserem Schellackmaterial noch eine Zeit lang in der elektrischen Ära.Dann wird bei höherem Verkaufspreis für Caruso ein hellgrün Etikett eingeführt.Akustische Platten erscheinen übrigens ab 1934 nicht mehr im Katalog (Ausnahme Caruso), sondern können nur noch nach Anfrage bezogen werden("soweit noch vorhanden" was immer das auch bedeuten mag..).



Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Do Mär 08 2012, 14:27

Gramophone Record Red Seal = 17 cm. c. Mai 1902-1904[?]
Gramophone Record = 17 cm. c. Mai 1902-1907
Gramophone Concert Record = 25 cm. November 1901-1909.
Gramophone Monarch Record = 30 cm. 1903-1909
Concert Record "Gramophone" = 25 cm. 1910-1914
Monarch Record "Gramophone" = 30 cm. 1910-1914
Schallplatte "Grammophon" = 25 cm + 30 cm. 1914-1915
Schallplatte "Grammophon" mit zusätzlicher Angabe der Bestellnummer = 25 cm + 30 cm. Ab 1915

Mein Sammelgebiet hört mit dem Beginn des 1. Weltkriegs auf, deshalb habe ich weiter keine Angaben.

Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Fr Mär 09 2012, 16:53

Danke für Eure Erleuterungen (Trotz Diskrepanz )

Noch mal zum Label "Grammophon". Dieser Name wurde von 1927 bis 1945 verwendet? Liege ich da richtig?
Es geht mir rein um Namensunterschiede, nicht um Designunterschiede.

Vielen Dank nochmal.

Re: Deutsche Grammophon
Limania, Sa Mai 26 2012, 19:46

Diese 30cm Platte hat eine sehr lange Auslaufrille.





Re: Deutsche Grammophon
Rundfunkonkel, Sa Mai 26 2012, 22:10

Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden "gute" Musikstücke gerne auf den großen 30 cm Platten aufgenommen (obwohl sie nur im äusseren Bereich bespielt sind), weil im äusseren Bereich durch die höherere Relativgeschwindigkeit der Rille ein besseres Aufnahmeergebnis erzielt wird.


Re: Deutsche Grammophon
Grammophonteam, Mi Jun 27 2012, 22:23

Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder


Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Mi Jun 27 2012, 22:49

Werbung aus 1901 mit Nipper, gute 2 Jahre nach Ankauf des berühmten Gemäldes von Francis Barraud.




Re: Deutsche Grammophon
Barnabás, So Jul 08 2012, 18:22

Hallo alle zusammen,
Wer von Euch kann mir eine Frage beantworten?
Ich Suche die Titel, Kapellen und die Mat.Nr. der Grammophon/Polydor Scheiben

47 962 - 47 963 und 47 964.
Dies müßten Aufnahmen aus dem Jahr 1946 sein.

Gruss

Re: Deutsche Grammophon
Rundfunkonkel, Mo Sep 10 2012, 09:53

Neulich fand ich folgende Platte:





Diese fiel mir beim Kauf nicht mal besonders auf. Erst daheim las ich, dass sie von innen nach aussen abgespielt wird. Und seltsam finde ich, dass keine Bestellnummer zu finden ist (ganz zu schweigen vom fehlenden "Mech- Copt. 193x"). Weiss wer vielleicht mehr darüber?

Grüße

RFO

Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Mo Sep 10 2012, 19:55

@RFO: Das ist keine Industrieschallplatte. Zeitlich einzuordnen ist sie frühestens Sommer 1939. Was steht im Spiegel vor der eigentlichen Matrizennummer?
Im Katalog ist der Titel nicht gelistet. Scheinbar gibt es auch gleich mehrere dieser Platten in einer Serie ("1" neben Mittelloch). Bei Innenstart müßte man ja an RRG denken.

Re: Deutsche Grammophon
Rundfunkonkel, Mo Sep 10 2012, 20:16

Danke, Musikmeister. Hatte die RRG auch schon im Verdacht, würde mich freuen wenn es ein Teil eines Berichtes wär. Vor der Matrizennummer steht "H II B.", auf beiden Seiten.

Nachtrag: danke auch für die folgende Antwort!



Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Mo Sep 10 2012, 20:45

Der Silcherbund und Otto Ebel von Sosen kommen aus Hannover.
Otto Ebel von Sosen war seit den 20er Jahren Kapellmeister des Nebensenders Hannover der NORAG.

Re: Deutsche Grammophon
Calle, Mo Sep 10 2012, 21:53

@Rundfunkonkel: toll, daß man so eine Platte noch finden kann (auf einem Flohmarkt ????)

Re: Deutsche Grammophon
, Di Sep 11 2012, 15:38

Was mich etwas wundert, ist das gedruckte Etikett in Qualität und Aufmachung gleich den Klassikplatten der Grammophon ab cirka 1940/41.

Es muß also doch irgendwie lohnend gewesen sein, ein richtiges Etikett für diese Auflage drucken zu lassen.

Gruß, Nils

Nachtrag: Vielleicht doch eine kleine, private Auflage der Rundfunkmatrize?
Meines Wissens war die Mindestabnahme für private Aufnahmen 200 Stück.

Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Di Sep 11 2012, 17:01

Das geänderte neue Label erscheint bereits im Neuerscheinungsheft Mai 1939 (siehe Bildvergleich mit dem Heft des Vormonates April 1939 noch mit "altem" Design).
Da die BIEM-Faksimile fehlt und somit wohl keine Lizenzgebühren fällig waren, ist die Pressung evtl. für Lehr- bzw. Schulungszwecke hergestellt worden (siehe Bildvergleich mit einer Grammophon-Platte der Reichspropagandaleitung Rundfunk aus dem Jahre 1938 ebenfalls ohne Bestellnummer).






Re: Deutsche Grammophon
Rundfunkonkel, Di Sep 11 2012, 17:11

Danke auch hier wieder für die weiteren Infos und Anregungen. Mir kommt der Rillenverlauf von innen nach außen etwas komisch vor für Privat-Kopien. Wäre es evtl. eine Möglichkeit, dass diese Platte etwas mit einer (KDF-)Reiseveranstaltung zu tun hat? Entweder als Geschenk für "höhere" Gäste, oder zwecks Vorführung während des Reisestartes. Letzteres würde ausschließen, da die Platte für mich noch sehr gut klingt.

Frage an die Admins: wäre eine Einbindung der ganzen Platte (hier im Thread) nach Vorabkontrolle im MTB möglich?

Re: Deutsche Grammophon
, Di Sep 11 2012, 17:27

Hallo Musikmeister,

die Theorie der Kleinauflage für bestimmmte Zwecke halte ich auch für sehr gut möglich.

Ich erinnere mich an ein Album mit 5-6 Platten "Tänze der Welt" von 1936.
Das war laut Inschrift im Album speziell für Hitlerjugend-Gruppenleiter konzipiert.
Das Album wurde in den 50er Jahren nochmal aufgelegt, dann eben nur noch für "Jugendgruppenleiter".
Es handelte sich um Telefunkenaufnahmen mit dem Philharmonischen Orchester Berlin.

Ähnliches ist vorstellbar für Chöre etc.
Die Nummer "1" würde auch für ein kleines Album sprechen.

Die Rundfunkaufnahme mit Innenstart könnte einfach aus Kostengründen genommen worden sein.
Es sind ja immerhin einige Mitwirkende.

Vielleicht bekommen wir es noch heraus.

Gruß, Nils

Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Di Sep 11 2012, 17:45

@Nils: sehr gut möglich. Genaueres raus zu bekommen wohl eher schwierig *puh

@RFO: KdF-Platten gab es eher über die Telefunken-Spezialabteilung. Ich könnte mir einen Einsatz der Platte an Schulen vorstellen, ähnlich der auch auf Grammophon erschienenen Platten für das Heimatwerk Sachsen (mein Exemplar finde ich zur Zeit nicht..). Mehr Infos Link - Hier klicken

Re: Deutsche Grammophon
Grammophonteam, Do Sep 13 2012, 06:46


http://archive.org/details/Weserbergland

Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Do Sep 13 2012, 12:29

@Musikmeister,die Sache mit den KDF-Schallplatten kann ich bestätigen.TELEFUNKEN Abteilung Spezialaufnahmen produzierte z.B. eine Serie "Unsere Weihnachtslieder" für Kraft durch Freude.
Grüße

Re: Deutsche Grammophon
RF-Musiker, Do Sep 13 2012, 16:57

Im Prinzip war ja von innen nach außen technisch besser. Kann es sein, dass es sich um Aufnahmen handelt, die ursprünglich für den Rundfunk gedacht waren?

Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Fr Feb 15 2013, 16:59

Noch mal eine Frage zum Label: Schallplatte "Grammophon"




Hier ist eine Platte dieses Labels mit der Angabe Hergestellt von der Österr. Grammophon-Gesellschaft m.b.H., Aussig a. E. H.

Außerdem singt ein k.& k. Kammersänger

Das passt mit dieser Aussage irgendwie nicht zusammen:
gramofan schrieb ...

Schallplatte Grammophon: ca. 1924 - 1926


Hat jemand genauere Angaben, wann dieses Label verwendet wurde?

Danke
_-_-_

Re: Deutsche Grammophon
berauscht, Fr Feb 15 2013, 17:31

@ _-_-_
Das passt schon. Gramofans Datiereung bezieht sich auf die 20000er Bestellnummern-Serie mit grünem Etikett.
Die von Dir gezeigte Platte mit schwarzem Etikett ist eine Vorkriegsausgabe (WK I.).


Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Fr Feb 15 2013, 19:26

_-_-_ schrieb ...

Hat jemand genauere Angaben, wann dieses Label verwendet wurde?

Die Aufnahme ist von 1908. Gepresst wurde die Platte zwischen 1912 und 1918 in Aussig.

(PS: Ich muss mich korrigieren. Die Platte wurde zwischen 1914 und 1915 gepresst. Erklärung siehe unten.)

Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Fr Feb 15 2013, 21:09

berauscht schrieb ...

@ _-_-_
Das passt schon. Gramofans Datiereung bezieht sich auf die 20000er Bestellnummern-Serie mit grünem Etikett.
Die von Dir gezeigte Platte mit schwarzem Etikett ist eine Vorkriegsausgabe (WK I.).



Ah, OK, Jetzt verstehe ich.

Mir geht's aber nicht um die Etikettenfarbe sondern um den Namen: Schallplatte "Grammophon"

Weiß jemand genaueres oder hat Quellen von wann bis wann dieser Name genutzt wurde?

Danke und Gruß
_-_-_


PS: @ Starkton
Danke für die Datierung. Heißt das, die Österreichische Grammophon GmbH bestand nur von 1912 bis 1918?

Re: Deutsche Grammophon
berauscht, Fr Feb 15 2013, 21:27

Das Schallplatte "Grammophon"-Etikett verschwand m. E. mit der Einführung von Polyfar. Aufnahmen in der 20000er Bestellnummern-Serie, die als solche gekennzeichnet sind, sind alle auf Grammophon-Etikett erschienen. Die letzten Schallplatte "Grammophon"-Etiketten sind wohl von ca. 1927.

Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Fr Feb 15 2013, 23:04

_-_-_ schrieb ...

Danke für die Datierung. Heißt das, die Österreichische Grammophon GmbH bestand nur von 1912 bis 1918?

Die Österreichische Grammophon-GmbH gibt es seit 1908, die Pressfabrik in Aussig allerdings erst seit 1910.

Muss mich korrigieren. Der Labeltyp (Schallplatte "Grammophon") taucht erst 1914 auf und das Label ändert sich erneut durch Auftauchen der Bestellnummer im Jahr 1915.

Deine Platte ist also zwischen 1914 und 1915 gepresst.


Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Sa Feb 16 2013, 09:27

Super, dann kann man schon mal grob eingrenzen das Label mit dem Namen: Schallplatte "Grammophon" wurde verwendet zwischen:
1914 und ca. 1927

Vielen Dank an euch.

Falls jemand noch interessante Dokumente zu dem Thema hat und diese zeigen möchte, würde ich mich sehr freuen.

Gruß
_-_-_

Re: Deutsche Grammophon
Limania, Sa Feb 16 2013, 10:11





Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Sa Feb 16 2013, 11:55

Danke Limiana

Da stellt sich mir doch gleich die Frage was G.P.D.P.C. bedeutet? Wahrscheinlich irgendwas mit "Domaine Public"?

Gruß
_-_-_

Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Di Feb 19 2013, 21:50

_-_-_ schrieb ...


Da stellt sich mir doch gleich die Frage was G.P.D.P.C. bedeutet? Wahrscheinlich irgendwas mit "Domaine Public"?



Dieses Faksimile bedeutet Grammophon Polydor Domaine Public Control und steht für lizenzfreie Kompositionen.
Es gibt hiervon verschiedene Versionen, bei denen sich jeweils die Anordnung der Buchstaben etwas ändert.

Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Mi Feb 20 2013, 13:38




GRAMMOPHON Musterplatte, 1914

Re: Deutsche Grammophon
Rundfunkonkel, Mi Feb 20 2013, 17:16

Danke für die Präsentation, dieses Label hätte ich für neuer eingeschätzt, auch wegen dem Namen Seider-Winkler.

Re: Deutsche Grammophon
Formiggini, Mi Feb 20 2013, 17:29

Seidler-Winkler wurde 1880 geboren.
Erste Plattenaufnahmen um 1903 bei der Grammophon.

Grüße

Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Mi Feb 20 2013, 18:12

Aristodemo`s Musterplatte (aufgenommen am 13.01.1914) ist regulär als Red Seal Neuaufnahme Rot-Etikett im Juli 1914 erschienen und kostete 9,50 Mk.
Vielleicht wurde die Musterplatte um 3 Mk. ermässigt doch noch im Handel verkauft?

Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Mi Feb 20 2013, 19:34

An diesem Tag war die Frau Gerhardt gut bei Stimme und hat eine ganze Menge aufgenommen. Schade, dass auf Deiner Platte nicht die unveröffentlichte Sapphische Ode ist:



Quelle: Link - Hier klicken

Re: Deutsche Grammophon
, Do Mär 07 2013, 00:45

Hier nochmal ein schwarzes Etikett. Auf dem Spiegel die Eintragung: Mechan.Copt.1931
Die Matritzen-Nummern sind 1112 u. 1113.
Kann das jemand zeitlich einordnen?


Entschuldigt den Blitz, es ist eine lausige Kamera. Oder ein lausiger Fotograf. Ohne Blitz sieht das Label irgendwie ocker aus :-(

Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Do Mär 07 2013, 09:42

Dieses Etikett, mit drei Sternen, wurde 1939/40 verwendet um dann vom Etikett mit Winkeln abgelöst zu werden.

Grüße Michael

Re: Deutsche Grammophon
, Do Mär 07 2013, 10:16

Ja, Michael, das hatte ich auf den vorherigen Seiten so auch schon gelesen - nur hat mich die Mechan.-Copt.-Jahreszahl verwirrt.

Also ist die Aufnahme von 1931 und diese Platte eine Nachpressung wohl ca. 1939? Habe ich das jetzt richtig voreinander?

Sorry, wenn man sich mit Dingen befasst, die einen fast 60 Jahre nicht interssiert haben, dauert es wohl manchmal etwas länger....



Re: Deutsche Grammophon
Aristodemo, Do Mär 07 2013, 10:32

Die Aufnahmen des klassischen Repertoires waren eine Investition in die Zukunft.Grammophon hatte wohl alle elektrischen Klassikaufnahmen (ohne die "unerwünschter" Künstler) bis Kriegsende im Katalog.
Ein interessantes Beispiel ist "Stille Nacht" mit Lotte Lehmann, akustisch aufgenommen 1925, steht noch im ODEON Katalog von 1937.

Re: Deutsche Grammophon
Limania, Do Aug 01 2013, 16:19

Hallo,

zwei mal Gramophone Monarch Record...

Wahnsinns- Arie
Gesang: Frieda Hempel

Katalog Nr.: 043159








Un bel di Vedremo (Madam Butterfly)
Gesang: Emmy Destinn

Katalog Nr.: 2-053052 M






LG Limania

Re: Deutsche Grammophon
, So Aug 04 2013, 10:07

Hier das "neue" Aufnahmestudio der Deutschen Grammophon.
Der Bericht stammt aus einer Rundfunkzeitschrift vom März 1939.





Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Sa Apr 12 2014, 15:53

Plattenalbum für 12 doppelseitige 25cm-Grammophonplatten um 1910, evtl noch früher.



Re: Deutsche Grammophon
berauscht, Di Mai 06 2014, 18:46

Ein weiterer Artikel zum neuen Studio der Deutschen Grammophon.


1. April 1939


Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Do Jun 12 2014, 21:44

siehe: Link - Hier klicken

Formiggini schrieb ...

Diesen Strang sollten wir besser nach "Deutsche Grammophon" auslagern. Die Besitzverhältnisse im ersten Weltkrieg sind recht verworren.
Im Dezember 1918 gab es keine offizielle "Deutsche Grammophon Aktien Gesellschaft" (wie im Bild von dir) mehr.


Es gab neben der Grammophon Spezialhaus GmbH weiterhin eine Deutsche Grammophon AG, beides nun als Tochtergesellschaften der Polyphonwerke AG.
Vorstand dieser Deutschen Grammophon AG bis ins Jahr 1921 waren die Herren Hugo Wünsch sowie Joseph Berliner. (Vgl. Sophie Fetthauer - Deutsche Grammophon, Seite 49)


Re: Deutsche Grammophon
Grammo-Klaus, Sa Jun 14 2014, 19:27

Hallo, ab wann und bis wann hat denn dieses Etikett existiert ???
Von diesen Pressungen besitze ich auch noch so einige, viele mit Enrico Caruso.
Künstler-Schallplatte Grammophon



Re: Deutsche Grammophon
gramofan, So Jun 15 2014, 18:40

Nur ganz grob: Zweite Hälfte 20er Jahre. Sicher gibt es ein paar Spezialisten, die es genauer sagen können.

Re: Deutsche Grammophon
joha, Fr Okt 17 2014, 16:55

Ich hab hier mal 2 Exemplare die ich euch mal zeigen möchte.
Gramophone Conzert Record
Matr.2-44309 3779r
Vali Paak und Heinrich Peer
Matr.2-44310 II 3780r
Vali Paak und Louise Obermaier
Berlin










Hier eine Dresdner Aufnahme es wirken mit
Minnie Nast,Riza Ebenschütz,Leon Rains,Hans Rüdiger alles Kgl. Sächsische Hofopernsänger/in
Matr.244439 5065r




aus dem Wildschütz
Erika Wedekind,Irene von Chavanne,Hans Rüdiger,Paul Trede kgl.sächs.Hofopernsänger/in
Matr.2-44440 5081r

Ich schätze sie auf 1914/15 genaues kann ich nicht dazu sagen.


Gruss Joha

Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Fr Okt 17 2014, 19:22

Dier erste Platte (2-44309/2-44310) gehört zu einem Album mit 20 Aufnahmen auf 10 doppelseitigen Platten aus der Operette "Der Walzertraum" von Oscar Straus. Das Album zum Preis von 45 Mark wurde am Tage der Premiere, das heißt am 21. Dezember 1907, mit Besetzung des Monti-Ensembles vom Gärtnerplatz Theater in München auf den Markt gebracht. Aufnahmeort war jedoch Berlin, wie das Label richtig angibt.

Die zweite Platte (2-44439/2-44440) ist von 1908. Dresdener Aufnahmen sind was ganz Besonderes im Katalog der Deutschen Grammophon. Bei dieser Platte ist zudem bemerkenswert, dass darauf die einzigen Aufnahmen von Hans Rüdiger und der wunderbaren Irene von Chavanne zu finden sind.

Re: Deutsche Grammophon
joha, Fr Okt 17 2014, 19:43

Diese Platten sind nicht so mein Fall eher Schwemmgut,als Dresdner kennt man die Hofoper deshalb ist die Platte ja auch ein bissel Heimat von früher.
Danke für die Infos ich hab sie später geschätzt.
Gruss Joha

Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, So Nov 30 2014, 10:29

Mal wieder eine Frage zur zeitlichen Einordung:

Wann wurde vor dem 1. WK neben dem einseitigen "Katalog No" System das doppelseitige "Bestell No" System auf Concert Record “Gramophone” eingeführt?
z.B. Link - Hier klicken

Und wann wurden später auf "Grammophon" die einseitigen Katalog-Nummer nicht mehr auf dem Label angezeigt:
z.B. Link - Hier klicken
Und wann verschwand das Wort "Bestell-Nr" ganz vom Label?:
z.B. Link - Hier klicken
Ungefähr Anfang der 30er Jahre?

Vielen Dank im voraus
_-_-_

Re: Deutsche Grammophon
Starkton, So Nov 30 2014, 12:13

_-_-_ schrieb ...

Wann wurde vor dem 1. WK neben dem einseitigen "Katalog No" System das doppelseitige "Bestell No" System auf Concert Record “Gramophone” eingeführt?
z.B. Link - Hier klicken

Mai 1912. Übrigens auch auf den 30 cm Monarch Platten.

Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, So Nov 30 2014, 13:56

Starkton schrieb ...

_-_-_ schrieb ...

Wann wurde vor dem 1. WK neben dem einseitigen "Katalog No" System das doppelseitige "Bestell No" System auf Concert Record “Gramophone” eingeführt?
z.B. Link - Hier klicken

Mai 1912. Übrigens auch auf den 30 cm Monarch Platten.


Gilt das Datum nur für den deutschen Markt oder auch für die restlichen Länder der Gramophone Co. Ltd.?
Cat. No. z.B.: Link - Hier klicken

Besten Dank schon mal.


Re: Deutsche Grammophon
Starkton, So Nov 30 2014, 16:35

schrieb ...

Starkton schrieb ...

Mai 1912. Übrigens auch auf den 30 cm Monarch Platten.

Gilt das Datum nur für den deutschen Markt oder auch für die restlichen Länder der Gramophone Co. Ltd.?

Würde mich auch interessieren. Z.B. im englischen Katalog von 1919 steht nichts von Bestellnummern. Da fällt nur auf, dass Katalognummern nach einem anderen System eingeflossen sind.

In der Hauszeitschrift der DGAG "Die Stimme" sind die Neuaufnahmen von Mai 1912 erstmals auch mit Bestellnummern gelistet. Im deutschen Katalog doppelseitiger Platten von 1912/13 steht jedoch noch nichts von Bestellnummern. Danach klafft bei mir leider eine Lücke. Im Katalog von 1919 stehen sowohl Katalog- als auch Bestellnummern drin.

Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, So Nov 30 2014, 22:47

Im Katalog für deutsche Grammophon Grün-Etiketten aus Sommer 1915 sind auch Bestell- und Katalognummern gleichzeitig angegeben.

Warum trug 1912 die erste Platte mit Bestellnummer die Nummer 11562 ???
Hätte man es sich nicht einfacher machen können?

_-_-_ schrieb ...


1.) Und wann wurden später auf "Grammophon" die einseitigen Katalog-Nummer nicht mehr auf dem Label angezeigt:

2.) Und wann verschwand das Wort "Bestell-Nr" ganz vom Label?:



1.) Mitte 1930, wahrscheinlicher Zusammenhang mit dem Wegfall des Schriftzuges "Musica G.D." auf allen Grammophon-Etiketten (10 Jahre Teilhabe eines französischen Verlegers aus Paris nach dem Weltkriege.)

2.) Anfang 1932, die Infos auf den Etiketten über die jeweiligen Rechteinhaber "wanderten" dafür von 6 auf 9 Uhr.



Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Mo Dez 01 2014, 07:57

Musikmeister schrieb ...

Warum trug 1912 die erste Platte mit Bestellnummer die Nummer 11562 ???
Hätte man es sich nicht einfacher machen können?

Man muss bedenken, dass nicht nur Neuaufnahmen Bestellnummern erhielten. Ausserdem hatte die Grammophon Gesellschaft bestimmt schon einige Monate vorher das System intern umgestellt und ihren Händlern bekannt gemacht. Im Mai 1912, als das neue Bestellsystem dann öffentlich bekannt wurde, war man eben schon bei 11562 angelangt.

Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Mo Dez 01 2014, 17:32

Musikmeister schrieb ...

Im Katalog für deutsche Grammophon Grün-Etiketten aus Sommer 1915 sind auch Bestell- und Katalognummern gleichzeitig angegeben.

Warum trug 1912 die erste Platte mit Bestellnummer die Nummer 11562 ???
Hätte man es sich nicht einfacher machen können?

_-_-_ schrieb ...


1.) Und wann wurden später auf "Grammophon" die einseitigen Katalog-Nummer nicht mehr auf dem Label angezeigt:

2.) Und wann verschwand das Wort "Bestell-Nr" ganz vom Label?:



1.) Mitte 1930, wahrscheinlicher Zusammenhang mit dem Wegfall des Schriftzuges "Musica G.D." auf allen Grammophon-Etiketten (10 Jahre Teilhabe eines französischen Verlegers aus Paris nach dem Weltkriege.)

2.) Anfang 1932, die Infos auf den Etiketten über die jeweiligen Rechteinhaber "wanderten" dafür von 6 auf 9 Uhr.


Vielen Dank für die fundierten Infos.
Das heißt, Platten mit "Musica G.D." können nur nach dem 1. WK bis ca. 1930 enstanden sein?

Re: Deutsche Grammophon
Musikmeister, Mo Dez 01 2014, 20:17

_-_-_ schrieb ...

Das heißt, Platten mit "Musica G.D." können nur nach dem 1. WK bis ca. 1930 enstanden sein?

Ja. Den Schriftzug findet man auf Deutsche Grammophon/Polydor-, Polyphon-, Reneyphone- sowie Opera Disc Company-Platten jener Zeit.

Weitere Infos hier -> Link - Hier klicken

Re: Deutsche Grammophon
Graf_Phono, Do Dez 04 2014, 20:23

Starkton schrieb ...

Bei dieser Platte ist zudem bemerkenswert, dass darauf die einzigen Aufnahmen von Hans Rüdiger und der wunderbaren Irene von Chavanne zu finden sind.


Ein bisschen OT, was die Deutsche Grammophon angeht, aber: Hans Rüdiger und Irene von Chavanne haben 1913 auch als "Ensemble der Kgl. Dresdener Hofoper" für Parlophon aufgenommen; beide je fünf Titel, drei davon gemeinsam, einer hier: Hier klicken.

Nähere Informationen gibt es in der großartigen Parlophon-Diskographie von Christian Zwarg (PDF: Hier klicken), Hansfried Sieben hatte seinerzeit die Besetzung noch nicht verraten.

Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Fr Dez 05 2014, 10:03

Graf_Phono schrieb ...

Ein bisschen OT, was die Deutsche Grammophon angeht, aber: Hans Rüdiger und Irene von Chavanne haben 1913 auch als "Ensemble der Kgl. Dresdener Hofoper" für Parlophon aufgenommen; beide je fünf Titel, drei davon gemeinsam, einer hier: Hier klicken.

Vielen Dank für den Hinweis! Ich habe mir die Platte auf Deinem Kanal gerade angehört. Wirklich schön.

Es gibt eine weitere Grammophon-Aufnahme von Irene von Chavanne die ich "unterschlagen" habe: ein Duett mit Minnie Nast (PreDog 2-44437, mx. 5068r, Dresden 1908) Fang', mein süsses Herzenskindchen, komponiert von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Re: Deutsche Grammophon
Willi-H-411, Mo Dez 08 2014, 11:54

Gehe ich dann recht in der Annahme, daß diese Platte ebenfalls um 1908 aufgenommen und zwischen 1914 und 1915 gepreßt wurde:





VG Willi


Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Mo Dez 08 2014, 14:11

Vielen Dank, Willi, für diese Labels. Die zugrunde liegende Aufnahme ist nämlich von 1916, und das korrigiert meine Aussage von oben. Wieder was gelernt. Obwohl die Deutsche Grammophon das Bestellsystem bereits 1912 eingeführt hat taucht die entsprechende Nummer offenbar auf (allen?) Labels noch Jahre danach nicht auf.

Diese doppelseitige Platte hatte jedenfalls im Katalog von 1919 die Bestellnummer 68502, und zu einem anderen, mir nicht bekannten, Zeitpunkt die Nummer 62453.

Re: Deutsche Grammophon
Willi-H-411, Di Dez 16 2014, 17:33

Hier mal ein schönes gelbes Label, leider kann ich nicht entziffern, was da von Hand in die Matrize geschrieben wurde:



Die Aufnahme ist vom 17. März 1908, aber ich schätze mal, die Pressung ist jünger.

VG Willi


Re: Deutsche Grammophon
Fehlmann1960, Di Dez 16 2014, 22:45

Vermutlich steht auf der Matrize "Il Trovatore, Enrico Caruso.
Habe auch eine aus dieser Zeit und auf dieser steht der Titel und der Interpret. Ich habe ein Seidenpapier auf das Label gelegt und mit einem Bleistift eingeschwärzt. So bleibt das Geschriebene weiss und wird einigermassen leserlich. Bei mir hats geklappt.
Gruss Thomas

Re: Deutsche Grammophon
bavariola, Di Jan 06 2015, 01:23

Hallo werte Kollegen,

selten nur kaufe ich auf dem Flohmarkt eine Platte, nur weil mir das Etikett gefaellt, denn in musikalischer Hinsicht ist das oft Ballast. Hier habe ich neulich einmal eine Ausnahme gemacht - und die Sache mit dem Ballast ist, je laenger ich mich mit der Platte auseinadersetze - gar nicht mehr so gravierend:
Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder

Ein sehr aehnliches (aber nicht gleiches) Etikett wurde bereits von Mitglied Aristodemo vorgestellt ( Link - Hier klicken ). Doch dort sind die Titel- und Interpreten-Angaben wie ueblich eingedruckt, und im Unterschied dazu ist bei dem hier gezeigten Etikett dafuer ein Feld mit punktierter Linie reserviert, um selbige Eintragungen von Hand vorzunehmen.

Die Matrizennummer ist 2329c (Praegestempel im Spiegel an der Endrille) bzw. 2327c (handschriftlich unterm Etikett) - eine von beiden muss falsch sein. Die Rueckseite der Platte ist unbespielt und traegt das uebliche Markenzeichen "Schreibender Engel". Der Durchmesser der Platte ist mit 31,1 cm fast schon unanstaendig.

"Mensch, sieh dir die Bilder an" ist einerseits ein Kurzspielfilm bzw. Tonbild von 1908 ( Link - Hier klicken ) ( Link - Hier klicken ), andererseits ein Lied aus der Revue "Nacht von Berlin", und die scheint 1911 herausgekommen zu sein. Die Platte duerfte wohl auf die Revue zu beziehen sein, nicht auf das Tonbild, obwohl mich etwas stutzig macht, dass selbiges von der Firma Messters Projektions GmbH produziert wurde - hier wurde die Filmprojektion mit Schallplatten-Wiedergabe begleitet (uebrigens auch dies nachzulesen in unserem Forum: Link - Hier klicken ). Auch das waere ein Ansatzpunkt. Da ich ueber keine Matrizennummernliste der Grammophon-AG verfuege, kann ich das leider nicht praeziser aufklaeren.

Auf der Platte singt (besser: quiekt) eine Damen- und eine Herrenstimme mit Orchesterbegleitung, und es geht in dem Lied in der Tat darum, was man im Kino alles sehen kann, wie das vor sich geht (naemlich "mit Harmonium, Klavier und Grammophon") und was da sonst noch alles passieren kann ("... packste die Dame so, die Augen, die sind in Indien, die Hand ist an dem Po"). Nicht nur die Groesse der Platte ist unanastaendig...

Zur Beachtung: Ich habe bisher darauf verzichtet, meine Bilddateien mit einem Wasserzeichen zu schuetzen, denn dadurch werden sie in aesthetischer Hinsicht unansehnlich bis unbrauchbar, und ich wuerde auch weiterhin gerne so verfahren. Umso mehr bitte ich die werten Leser/Nutzer, sollten sie beabsichtigen, meine Bilddateien weiterzuverwenden (gleichgueltig ob gewerblich oder nicht), zuvor mit mir Ruecksprache zu nehmen (PN), zumal ich, sollte ich erstmalig meine Arbeiten an anderer Stelle (Dissertation, Chronik, Fachbuch oder was auch immer) wiederfinden, augenblicklich die unschoene Wasserzeichen-Methode verwenden oder - was wahrscheinlicher ist - meine Arbeit konsequent ganz einstellen wuerde, und das ginge dann zu Lasten aller. Ich bitte um Verstaendnis und Beachtung. Herzlichen Dank!

Beste Gruesse an alle!

Re: Deutsche Grammophon
_-_-_, Di Jan 06 2015, 06:58

bavariola schrieb ...

Auf der Platte singt (besser: quiekt) eine Damen- und eine Herrenstimme mit Orchesterbegleitung, [...]

    Performer: ELSE KUPFER, GUIDO THIELSCHER
    Head: o
    CatNum: 0944021
    Num: 2329c
    Date: 4-9-11
    Title: Die Nacht von Berlin: Mensch, sieh’ die Bilder an
    Composer: Holländer

Quelle: "0944021" hier eingeben Link - Hier klicken


Re: Deutsche Grammophon
bavariola, Mi Jan 07 2015, 23:15

Hallo _-_-_

besten Dank fuer die Vervollständigung - und vor allem fuer den Link. Auf der CHARM-Seite war ich sogar bereits, allerdings bin ich auf Umwegen dorthin gelangt und vielleicht deswegen kurz vor dem Ziel steckengeblieben. Noch wahrscheilicher ist allerdings ein Bedienungsfehler. Dabei ist die Sache ganz einfach. Ich habe den Link gespeichert, denn der wird gewiss noch oefter hilfreich sein.

Beste Gruesse,
bavariola.

Re: Deutsche Grammophon
Arto, Do Jan 08 2015, 10:52

Also, ich würde eine handschriftliche Matrizennummer mehr trauen als ein Stempel. Es sieht eindeutig aus, als ob es sich um 2327c handelt und eben nicht 2329c.

CHARM ist gut, hat aber "nur" (wir sind natürlich dafür sehr dankbar) die diskographischen Ergebnisse von Alan Kelly importiert, und zwar die Katalognummerverzeichnisse. Wenn man Kellys eigene Listen (als Word-Dateien auf CD gegen Entgelt erhältlich) verwendet, und zwar die "Suffix c" Seite 89, findet man für 2327c: Jacques Urlus, Fidelio: In des Lebens Frühlingstagen (Beethoven), aufgenommen am 2. September 1911. Im Gegensatz zu 2329c ist keine Plattennummer vorhanden, und dafür können es zwei Gründe geben: entweder kennt Kelly sie nicht, oder die Platte ist nie veröffentlicht worden. Im letzten Fall hättest Du eine echte Seltenheit. Aber "Auf der Platte singt (besser: quiekt) eine Damen- und eine Herrenstimme .... ", und dieses könnte auf fehlender Buchhaltung beim Deutschen Grammophon in Berlin deuten. Kelly hat ja seine Arbeit auf Aufnahmebücher und erschienene Platten gebaut. Aber, wenn alle beide Matrizen denselben Titel darstellen, muss der 2327c doch eine (frühere) Alternative sein. Man müsste also deine Probeplatte mit einer gewöhnlichen 30-cm-Ausgabe vergleichen.

Bestens,

Arto

Re: Deutsche Grammophon
Starkton, Do Jan 08 2015, 12:31

Interessanter Fall. Die vom Aufnahmeingenieur an die Gramophone Co. gesandte Liste muss an dieser Stelle ziemlich missverständlich gewesen sein. Laut der Auswertung von Kelly wurde der Nummernblock von 2325c bis 2334c nämlich zunächst übersprungen und erst wenige Tage später aufgefüllt.

Diese Musterplatte mit der (ersten) Matrizennummer 2327c zeigt, dass dem wohl nicht so war. Man müsste sie wirklich mal hören um die Interpreten zu identifizieren. Eventuell handelt es sich nämlich um ein Duett von Else Kupfer mit Josef Giampietro. Beide waren am 31. August 1911 im Studio. Das könnte passen.

Ob die Fidelio-Aufnahme von Jacques Urlus die (angeblich) nicht belegte Matrizennummer 2327c "geerbt" hat kann nur eine Untersuchung der Pressung zeigen. Eventuell zeigen sich da ja auch zwei verschiedene Nummern im Spiegel.


Re: Deutsche Grammophon
Arto, Do Jan 08 2015, 14:36

Starkton, herrlich! Auskünfte, die sich anscheinend wiedersprechen geben immer möglichkeit für neue Entwicklungen und Auslegungen. Und es zeigt, dass der sorgfältigste Diskograf von Dänemark, Jens Hansen, recht hat, wenn er keine Eintragungen macht, ohne die betreffenden Platten in der Hand gehabt und angehört hat. In seinen Originalnoten (nicht allgemein zugänglich) bringt er auch der Dauer bei 78 UpM.

Re: Deutsche Grammophon
monokel, So Feb 26 2017, 17:56

Hier mal eine Farbvariante die es ca. 20 Jahre vorher schon einmal gab.
Im Spiegel steht Mechan.Copt 1933





Willi-H-411 schrieb ...

Gehe ich dann recht in der Annahme, daß diese Platte ebenfalls um 1908 aufgenommen und zwischen 1914 und 1915 gepreßt wurde:





VG Willi




Re: Deutsche Grammophon
Polyfar41, Di Feb 28 2017, 17:03

Über die Etikettenfarbe wird ja normalerweise auch die Preisklasse von Schallplatten definiert. Zu Beginn der 30er Jahre hat man sich bei der DG auf nunmehr nur noch 7 Farben festgelegt. Hinzu kommt eine Kombination von 1-3 Buchstaben und fertig sind die Preisklassen, die sich nach Durchmesser, Repertoire und Wertstufe der beteiligten Künstler richten.
Beispiel Farbe violett:
die oben von Monokel abgebildete "Hochzeit des Figaro" von 1933 mit den Buchstaben "JM" kostete damals 4,50 RM (30cm-Platte).
Eine 25cm-Platte in violett mit dem Buchstaben "J" kostete 3,00 RM.
Die anderen festgelegten Zuordnungen waren C =braun, G/GM =grün, L/LM/LMe =schwarz, E/EM/EMe =rot, H/HM/HMe =dunkelrot und P/PM =hellgrün.
1 Buchstabe = 25cm-Platte, wenn 2. Buchstabe M = 30cm-Platte, wenn 3.Buchstabe
e = einseitige 30 cm-Platte.
Ausnahme: SKB war die Preisklasse einer Sonderserie mit Bayreuther Aufnahmen von 1936, die gemeinsam von DG und Telefunken für 5,00 RM pro 30cm-Platte verkauft wurden.
Bis 1943 hat man bei der DG dieses Farben- und Buchstabensystem beibehalten.
Gruß
Klaus