Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
, Di Jun 16 2015, 15:36

Hallo zusammen,

habe mal mitbekommen, daß es möglich ist, Platten sehr schonend mit Holznadeln abzuspielen. Da ich entdeckt habe, daß meine Exhibition eine Dreiecksaufnahme hat, habe ich nun folgende Fragen:
-Bringt es wirklich Vorteile?
-Wie ist die Qualität?
-Wo bekommt man passende Nadeln her?

LG

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
alang, Di Jun 16 2015, 17:26

Es gab mehrere Arten von sogenannten Fiber Needles, die verbreitetsten waren Bambusnadeln und Kaktusdorn-Nadeln. Problem is meist die mangelnde Haerte der Nadeln. Auf neuwertigen Schellacks funktionieren sie recht gut, aber auf abgenutzten Platten machen sie es meist nicht mal durch eine Seite. Die Nadeln koennen/muessen regelmaessig nachgeschaerft werden. Bei mir war das praktisch nach jedem Spiel, was mir bald zu laestig wurde.Originale und auch neu nachgemachte Bambusnadeln kann man auf eBay kaufen, oder hier ist eine Anleitung zum Selbermachen: Link - Hier klicken

Andreas

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
, Di Jun 16 2015, 18:01

Ich versuche alle meine Platten ab jetzt durch selbst gezüchtete Kaktus Nadeln zu spielen...die passen überall rein und sind schön leise.

Und einen Vorteil haben alle diese Nadeln: auch wenn man sie mit dem Grammophon abspielt schaden sie keiner Platte! Das is gerade super für jemanden der seine Platten mit dem Grammo spielt

Ich kann die nur nur nur empfehlen!

LG

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Formiggini, Di Jun 16 2015, 18:41

Hallo,

meine Erfahrung mit den Bambusnadeln decken sich mit denen von Alang. Wurden die Platten mal mit Stahlnadeln abgespielt, nutzen die Bambusnadeln sehr schnell ab. Insgesamt ist der Ton etwas leiser mit weniger Höhen. Auch das Rauschen ist weniger.

Diese nicht-metallischen Nadeln (z.B. auch diese: Link - Hier klicken ) sind toll um doch mal eine seltene und/oder teure Platte auf dem Grammophon abzuspielen; ansonsten blieb ich bei leisen oder mittellauten Stahlnadeln.

Grüße

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Saftladen, Di Jun 16 2015, 19:43

Hallo,
ich spiele nur mit Kaktus, auch auf schon etwas "ausgelutschten" Platten. Eine Plattenseite halten die durchaus durch.
Als Vorteil ergibt sich ein ein sehr geringer bis nicht vorhandener Plattenverschleiß und der Ton ist,
meiner Meinung nach, deutlich besser, da das Nadelgeräusch quasi nicht vorhanden ist. Wenn man die Nadel etwas kürzer schneidet, ist sie schon fast so laut wie eine mittellaute Stahlnadel.
Als Quelle habe ich mal für neun Euro einen Schwiegermuttersitz gekauft und damit ist Kaktus wohl auch nur geringfügig teurer als Stahl.
Beste Grüße


Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
gramofan, Di Jun 16 2015, 21:55

Saftladen schrieb ...

Als Quelle habe ich mal für neun Euro einen Schwiegermuttersitz gekauft und damit ist Kaktus wohl auch nur geringfügig teurer als Stahl.


Dumme Frage von einem Nicht-Floristen: Wachsen die Stacheln nach - d.h. kann man in regelmäßigen Abständen ernten?

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
HMVfan, Di Jun 16 2015, 22:11

Ich habe lange damit experimentiert und bin inzwischen auf etwas anderes Umgestiegen:

Wer Yucca-Palmen im Garten hat wird festgestellt haben, daß die Spitzen der Blätter oft austrocken und knüppelhart werden.
Schneidet man diese ab und bearbeitet das Stumpfe Ende so, daß es in die Nadelaufnahme passt, erfüllen sie die gleichen
Ansprüche wie die Kaktusnadeln, sind aber einfacher zu züchten.

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Rundfunkonkel, Di Jun 16 2015, 22:21

Mich würde reizen, mal Fischgräten auszuprobieren. Bambus samt passender Schere lag meinem Bausatz-Grammophon in Plastik aus einem japanischer Serie für Erwachsene bei, lange hält die Spitze auch bei mir nie.

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
krammofoon, Di Jun 16 2015, 22:23

Servus :-)

Ich habe heute abend mal mit verschiedenen Bambusnadeln experimentiert und muss sagen, dass die meisten noch nicht mal eine Plattenseite durchhielten.

Ich habe verschiedene Spitzen angeschliffen und auch Längen probiert.

Ggf. war meine Auswahl an Grundmaterialien aber auch nicht wirklich geeignet, zumal es sich um verschiedene Piekser aus unserem BM-Sortiment handelte.

Die Tage probiere ich das noch mit Buchenholzstäbchen.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass der Klang wirklich einmalig weich und Nebengeräuscharm wird. Von pianissimo bis forte war alles - je nach Anschliff - drin.
Was ich auch in Betracht ziehen werde, ist, die Spitzen mal etwas mit Feuer auszuhärten.

Gruss
Georg

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Saftladen, Di Jun 16 2015, 22:29

gramofan schrieb ...

Saftladen schrieb ...

Als Quelle habe ich mal für neun Euro einen Schwiegermuttersitz gekauft und damit ist Kaktus wohl auch nur geringfügig teurer als Stahl.


Dumme Frage von einem Nicht-Floristen: Wachsen die Stacheln nach - d.h. kann man in regelmäßigen Abständen ernten?


Theoretisch wachsen sie nach aber ... naja das dauert ein wenig. Wenn man alle Stacheln abgeschnitten hat, muss man sich wohl einen Zweit-Kaktus anlegen. Vielleicht wachsen am ersten dann schnell genug wieder neue.




Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
, Fr Jun 19 2015, 20:24

Vielleicht kling ich jetzt etwas euphorisch:
verrichten die Nadeln den Platten keinen Schaden egal was man mit denen anstellt?

z.b
1 wenn man sie mit einem Crapophon abspielt *kotz
2 wenn die schalldose unglaublich schwer ist
3 der winkel der Schalldose zu kurz ist
und und und?
Sind sie wirklich "Perfekt"?

Grüße


Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
HMVfan, Sa Jun 20 2015, 12:57

Das käme auf einen Versuch an, auf jeden Fall sind sie sehr Plattenschonend, da sie viel weicher als die Platte sind.

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
, Sa Jun 20 2015, 13:22

Hi HMVFan
ich spiele dabei auf meine Sonja 2 Dose an (was aber auch bei anderen ähnlich sein kann).Ich kann aber wohl kaum eine Platte 100 mal abspielen um sie zu testen....das wird wohl schwierig....kann noch jemand helfen?

Gruß

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Formiggini, Sa Jun 20 2015, 14:09

Hallo,

Sind sie wirklich "Perfekt"?


Nein

Unter "Idealbedingungen" hält eine Bambusnadel max. 3 bis 5 Plattenseiten durch, bevor sie nach geschärft werden muss. Idealbedingungen bedeutet auch, die Platte hat kaum bis nie eine Stahlnadel gesehen. Bambusnadeln sind keine Dauernadeln!

In England waren diese deutlich verbreiteter als bei uns. Um mit einer Bambusnadel gute Ergebnisse zu erzielen (also reine Wiedergabe bevor man sie schärfen muss) sollte die Wiedergabeseite, also das Grammophon, möglichst "perfekt" sein. Sprich, ideale Geometrie von Schalldose und Tonarm, ein ausreichend großes (langes) Trichtersystem, neue Platten, starker Motor, leichtere Schalldose usw. Unter den von dir beschriebenen Umständen, würde eine Bambusnadel keine 1/2 Seite durchhalten...

Die Firma Meltrope stellte in England spezielle Schalldosen für nichtmetallische Nadeln her. Ebenso EMG und Expert. Heute alles teure Stücke. Vereinfacht: Je schlechter und billiger das Grammophon, je weniger Freude an Holz oder Bambusnadeln.

Grüße

PS: Heutige, historische Bambusnadeln aus Altbeständen (NOS) haben im laufe der Jahrzehnte fast immer zu viel Luftfeuchtigkeit gezogen. Dadurch halten sie auch nicht mehr solange durch. Sie müssen gut getrocknet werden oder in Paraffin ausgekocht werden. Danach möglichst trocken und vor Luftfeuchtigkeit geschützt aufbewahren. Die Hersteller empfohlen damals die Schallplatte vor dem Spiel mit einer Bambusnadeln mit Kerzenwachs abzureiben. Dadurch heilten die Nadeln auch länger. Sollte man heute besser nicht mehr machen...

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
, Sa Jun 20 2015, 14:39

Oh sie "können" bis zu 5 Plattenseiten halten? Das wusste ich noch nicht! Ich hab die jedes mal gewechselt...aber Schaden tun sie der Platte dennoch nicht?

Gruß

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Formiggini, Sa Jun 20 2015, 14:44

Direkt schaden, nein. Man hat halt den Abrieb des Material in den Rillen. Bei Stahlnadeln aber auch. Einzig: Das damalig führende, englische Fachmagazin Gramophone wies darauf hin, dass Parlophone eine Zeit lang eine Plattenmischung verwendete, die sich nicht mit den Bambusnadeln vertrug. Dazu hab ich aber keine weiteren Unterlagen.

Grüße

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
, Sa Jun 20 2015, 14:53

Vielen Dank Uli da hat man ja die "fast" perfekte Methode zum abspielen einer Platte auf einem Grammo gefunden


Grüße

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Formiggini, Sa Jun 20 2015, 15:21













Auch: Grammophonnadeln aus Holz?

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Bruno1902, Mo Feb 16 2026, 22:07

Angeregt, unter anderem von diesem Thema hier im Forum, habe ich mich an die Anfertigung von Bambusnadeln gegeben, da mich die Nadeln in den Youtube Videos vom Klang her überzeugt haben, ebenso wie die BCN, die ich inzwischen ausschließlich benutze.

Das mit dem Einreiben der Platten mit Kerzenwachs habe ich nirgends gefunden. Allerdings wurde, und wird auch heute noch, bei den BCN die Verwendung von Ibota Wachs empfohlen. Bei EMG hieß das dann wohl dry lubricant. Dieser Ibota Wachs ist ein Bestandteil des Schellacks, wenn ich es richtig verstanden habe und wird in der japanischen Klingenherstellung als Mittel zur Verringerung der Reibung beim Schärfen der Klingen benutzt.
Auf einem einfachen Saphirtonabnehmer ist keine negative Beeinflussung zu hören. Allerdings habe ich hierzu noch keine Videos machen können.
Zur Funktion des Ibota wachses in Verbindung mit abgenutzten Platten und BCN gibt es einige Videos auf Youtube.

Bei Interesse über den Klang der Bambusnadeln bzw BCN kann gern mal auf IG oder Youtube reingehört werden
Es gibt hier auch einen Vergleich von Stahl, Bambus und BCN auf zwei verschiedenen Geräten.

Link - Hier klicken

Link - Hier klicken

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Nicoletta, So Feb 22 2026, 21:46

Halt jemand ein Link Grammophonnadeln aus Bambus und Kaktus zum kaufen?

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
DGAG, Mo Feb 23 2026, 02:08

Durch den starken Abrieb der eigentlich harten Bambusnadel am Steinmehl des Plattenmaterials sammelt sich viel faseriges Zeug am Boden der Plattenrille. Das klebt dort noch besser, wenn Wachs bzw. "Balsam" dazu kommt, um die Platte schön glänzend zu machen. Die Rille wird auf diese Weise nach und nach mit gut anhaftendem "Schmutz" gefüllt. Ganz schlecht für Abtastsaphire, an denen der Dreck dann klebt.

Auch nach mehrmaligem Abspielen mit Stahlnadel kommen immer noch "Würste" aus diesem fasrigen Material aus der Rille. Die ganze Schallplatte ist dann damit verschmutzt und muss gereinigt werden.

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Nicoletta, Mo Feb 23 2026, 03:29

Hmmm. Eigentlich hatte ich nicht vor eine Wissenschaft daraus zu machen. Sondern Platte auflegen, Kurbeln, Nadel mit Schallkopf aufsetzen, am Lied und meinem Bastelprojekt erfreuen, absetzen, Nadel wegwerfen, Platte in Hülle packen, Koffer zuklappen, kurz drüber streichen und anschließend schlafen gehen. Und ja, ich will kurbeln. Das mag verrückt klingen ich finde es aber beruhigend. Natürlich könnte ich auch Yoga-Übungen vor dem Schlafengehen machen, aber ich entschied mich fürs Grammophon.

Daher würde ich mich einfach nur über einen Bestelllink für schonende Nadeln freuen die meine Platten langsamer verschleißen lassen, damit ich nicht jedes Jahr zig Platten nachkaufen muss.

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Ph0n0, Mo Feb 23 2026, 20:35

Hallo Nicoletta,

du könntest es einmal mit kostenlosen Nadeln (Dornen) vom Feuerdorn oder Weißdorn versuchen. Die müssen aber erst durchtrocknen, bevor sie verwendet werden können. Sonst halten sie noch nicht einmal eine Plattenseite durch. Außerdem dürfen sie nicht zu dünn sein (sonst viel zu leise), nicht zu dick (passen nicht in den Nadelhalter) und sie müssen eine gewisse Länge haben, damit sie aus dem Nadehalter herausschauen. Versuch macht kluch!

Viele Grüße, Stephan

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
gramofan, Mo Feb 23 2026, 22:34

Nicoletta schrieb ...

Daher würde ich mich einfach nur über einen Bestelllink für schonende Nadeln freuen die meine Platten langsamer verschleißen lassen, damit ich nicht jedes Jahr zig Platten nachkaufen muss.

Einen aktuellen Anbieter von Bambusnadeln kenne ich nicht, aber mit einem Teppichmesser lassen sich aus Bambusstäben, die man im Bau- oder Gartenmarkt bekommt, Bambusnadeln selbst machen: Stab in ca. 2-3 cm breite Abschnitte zersägen und dann aus dem Rand in Faserrichtung Stäbchen mit dreieckigem Grundriss schneiden. Habe damit ganz brauchbare Ergebnisse erzielt (bin aber aus Bequemlichkeit dann doch wieder auf Stahlnadeln zurückgekommen).

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Bruno1902, Di Feb 24 2026, 13:31

DGAG schrieb ...

Durch den starken Abrieb der eigentlich harten Bambusnadel am Steinmehl des Plattenmaterials sammelt sich viel faseriges Zeug am Boden der Plattenrille. Das klebt dort noch besser, wenn Wachs bzw. "Balsam" dazu kommt, um die Platte schön glänzend zu machen. Die Rille wird auf diese Weise nach und nach mit gut anhaftendem "Schmutz" gefüllt. Ganz schlecht für Abtastsaphire, an denen der Dreck dann klebt.

Auch nach mehrmaligem Abspielen mit Stahlnadel kommen immer noch "Würste" aus diesem fasrigen Material aus der Rille. Die ganze Schallplatte ist dann damit verschmutzt und muss gereinigt werden.



@DGAG
Mich würde interessieren, welcher Wachs und welche Art Balsam da benutzt wurde. Insbesondere, aus welchem Grunde? Um der Platte, wie erwähnt, Glanz zu verpassen?

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Nicoletta, Di Feb 24 2026, 13:56

Das mit dem Wachs kann ich mir auch gut vorstellen. Ich habe bei zwei Verkäufern Platten gekauft. Die einen waren sehr sauber (gereinigt), und je nach Zustand E-- bis V+ waren sie glänzend oder hatten mattere Stellen. Es sah eher nach natürlich gealtert je nach Handhabung aus. Bei dem anderen Händler waren sie auch gereinigt aber nicht so sauber (Fasern der Kartonverpackung blieben daran kleben) und sie hatten trotz der vielen Kratzer und kaputten Label eine Hochglanzoberfläche. Ich fragte mich da auch schon, ob da Wachs oder ähnliches im Einsatz war. Sie waren zwar nicht fettig aber unnatürlich glänzend.

Als mir mein Vater das mit der Rauschminimierung sagte und das er dafür Nitroverdünnung und Nähmaschinenöl nimmt. War einer meiner Gedanken das mehrere Händler nacharbeiten um die Platten besser verkaufen zu können.

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Rundfunkonkel, Di Feb 24 2026, 15:42

Es wird so viel Mist mittlerweile im Netz verbreitet - wenn jemand in einem Video zeigt, dass seine Platten besser spielen, wenn er diese mit einem (fettigen) Reibekuchen abreibt, und das dann vorführt - darf man das glauben?

Man kann Schellack in Spiritus auflösen, und damit Holzoberflächen streichen. Schellack an sich löst sich zwar nicht in Nitro auf. Aber: die Zusammensetzung des Plattenmaterials einer Platte entspricht nicht immer dem einer anderen. Was man da an Füllstoffen auswäscht, ist nicht vorauszusagen. Man hat nicht umsonst die elektrische Wiedergabe zur Verlängerung der Plattenlebensdauer und der Wiedergabegüte entwickelt, und stetig verbessert. Es gibt keine Voodoo-Wundermittel, mit denen kaputte Platten wieder wie neu werden. Selbst ein Laserplattenspieler, oder die Sammlung teurer diverser Nadelverrundungen kann das nicht wieder wettmachen.

Wir sind hier im Forum zusammengekommen, um das Gefühl für den Erhalt von historischem Material (sei es haptisch greifbar oder in Form von Aufzeichnungen) an andere weiterzugeben - dass es eben Freude macht, wenn so etwas funktionsfähig gemacht wurde. Und man es auch vorführen kann. Man kann sich auch über das Wie unterhalten. Wenn es aber um den zerstörerischen Dauerbetrieb geht, steht für mich der Erhalt über dem laut Grundgesetz verankertem Recht eines Jeden zur freien Entfaltung. Ja, man darf es... Für mich fühlt sich das so an, als ob jemand in einem Forum zur Möbelrestaurierung fragt, wie man die Brenndauer von Möbeln verlängern kann. Und das Holz würde so toll knacken, wenn es brennt... Menschen verwenden doch nicht umsonst ihre Lebenszeit, um Dinge und Wissen für die "nach uns" zu bewahren!!

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
DGAG, Di Feb 24 2026, 16:11

Bruno1902 schrieb ...

@DGAG
Mich würde interessieren, welcher Wachs und welche Art Balsam da benutzt wurde. Insbesondere, aus welchem Grunde? Um der Platte, wie erwähnt, Glanz zu verpassen?

Ich habe zu diesem Thema einen neuen Thread erstellt: Link - Hier klicken

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Almöhi, Di Feb 24 2026, 17:38

Rundfunkonkel schrieb ...

Für mich fühlt sich das so an, als ob jemand in einem Forum zur Möbelrestaurierung fragt, wie man die Brenndauer von Möbeln verlängern kann. Und das Holz würde so toll knacken, wenn es brennt... Menschen verwenden doch nicht umsonst ihre Lebenszeit, um Dinge und Wissen für die "nach uns" zu bewahren!!


Sehr schön formuliert; kann ich nur unterschreiben!

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Nicoletta, Di Feb 24 2026, 18:04

@Rundfunkonkel, wie hoch schätzt du das Durchschnittsalter hier? Ich schätze, es liegt deutlich über 50. Selbst in meiner Generation, die in den 80ern geboren ist, schwindet das Interesse. Dennoch können wir uns noch erinnern, wie wir vor einem Plattenspieler saßen und Märchen auf der drehenden Scheibe anhörten. Die Generation der 2000er kennt nur noch CDs und auch die gehören mittlerweile einer vergangenen Zeit an.

Was denkst du, wird also mit den meisten unberührten Sammlungen passieren, wenn mehr Liebhaber sterben als nachkommen? Ein Museum benötigt schließlich nicht zigmal die gleiche Platte im E- Zustand. Daher wird wohl das meiste entsorgt oder für wenig Geld verscherbelt. Ich habe es selbst erlebt: Die „tollen“ Zinnkrüge meines Opas mütterlicherseits wollten weder seine Kinder noch seine Enkelkinder. Das Gleiche galt für seine Überraschungseier. Die Zinnkrüge wurden dann zum Zinnpreis verkauft und die Figuren aus den Eiern landeten im Müll.

Wie will man positive Erinnerungen für nachfolgende Generationen schaffen, wenn sie nicht gelebt werden dürfen? Ich für meinen Teil freue mich darauf, mit meinen zukünftigen Enkelkindern einmal vor einem Koffer zu sitzen und die Kurbel zu drehen, damit man der Musik lauschen kann. Außerdem habe ich vor, mir Märchenplatten und Weihnachtsplatten zu besorgen. Und ja, diese werden auch bespielt werden.

Daher finde ich die Idee mit den Bambusnadeln klasse, und es scheint keine neue Erfindung zu sein. Ich habe heute auf eBay einen Bambusschneider aus dem Jahr 1917 gefunden.


Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
DGAG, Di Feb 24 2026, 18:08

Rundfunkonkel schrieb ...

Für mich fühlt sich das so an, als ob jemand in einem Forum zur Möbelrestaurierung fragt, wie man die Brenndauer von Möbeln verlängern kann.

Wobei dann im übertragenen Sinne eher die Frage im Raum steht, ob man das restaurierte Möbel im Alltag (ab)nutzen und schädlichem Raumklima und Tageslicht aussetzen darf oder, wie im klimatisierten Museum, nur im Halbdunklen anschauen, bzw. allenfalls mit Handschuhen berühren darf.

Sowohl für restaurierte Möbel als auch für Tonträger ist der "Gegner" ohnehin nicht derjenige, der sie nutzt, sondern derjenige, der sie vernachlässigt und deshalb jeden Tag massenhaft entsorgt.

Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
LoopingLoui, Mi Mär 25 2026, 16:37

Fiber Nadeln wurden bereits im Mai/Juni 1912 durch die Deutsche Grammophon eingeführt. Ihre Verbreitung scheitert damals und auch bei dem Versuch von Electrola dem deutschen Publikum diese Nadeln schmackhaft zu machen





Re: Abspielen mit Bambus oder ähmlichen Holzmaterialien
Brunswick1928, Do Mär 26 2026, 13:07

DGAG schrieb ...

Durch den starken Abrieb der eigentlich harten Bambusnadel am Steinmehl des Plattenmaterials sammelt sich viel faseriges Zeug am Boden der Plattenrille. Das klebt dort noch besser, wenn Wachs bzw. "Balsam" dazu kommt, um die Platte schön glänzend zu machen. Die Rille wird auf diese Weise nach und nach mit gut anhaftendem "Schmutz" gefüllt. Ganz schlecht für Abtastsaphire, an denen der Dreck dann klebt.


Ist bekannt, ob dasselbe Problem auch bei den in England bekannten "Burmese Colour Needles" (https://www.burmesecolourneedles.com) aus gehärteten Kaktusnadeln besteht?