Schalldose Parlophon
Schellackfloh, So Nov 01 2015, 07:30
Guten Morgen an alle.
Bin gerade mit der Restaurierung eines Standgrammophons fertiggeworden.Hersteller ist
für mich leider nicht ersichtlich, vermutlich ein kleiner unbekannter Händler.
Ich habe nun eine Frage zu der dazugehörigen Schalldose.
Trotz Tausch der Gummdichtungen und grober Justierung scheppert sie bei elektrisch
aufgenommenen Platten vor allem in lauten Passagen recht heftig.
Ich vermute,dass sie einfach nicht für modernere Platten geeignet ist,oderdie Einstellung
noch nicht optimal ist.
Kennt vielleicht jemand diese Dose und deren ungefähren Herstellungszeitraum?
Ein Foto hab ich angehängt.Bitte entschuldigt die schlechte Qualität. ..
Vielen Dank schon mal für die Mühe.
MfG,
Schellackfloh.

Re:
Schalldose Parlophon
Formiggini, So Nov 01 2015, 09:51
Hallo,
diese Bauform (Dose) wurde von Lindström recht lange bis etwa 1926/27 hergestellt. Je nachdem bei welchen Marken (Geräten) sie verwendet wurde dann mit dem Schriftzug "Parlophon", "Odeon" usw. Es war aber auch Handelsware. Ohne Schriftzug (teilweise nur mit Namen wie "Luxus") wurde die Dose auch von kleineren Firmen als Ware zugekauft. Diese kleineren Firmen stellten zwar Grammophone her, produzierten aber selber nicht die Metallwaren. Hier wurde dann von der Lindström zugekauft - teils versehen mit eigenen Schriftzügen.
Es war quasi die "Feld, Wald und Wiesen" Schalldose für einfachere Geräte bis hin zur "Mittelklasse" - entsprechend taucht sie auch heute noch häufiger auf.
Tatsächlich war sie aber für akustisch aufgenommene Platten konzipiert und wurde nach 1926/27 durch "bessere" Modelle ersetzt. Du könntest versuchen den Druck der Federn etwas zu verändern. Vielleicht wird das scheppern dann etwas besser. Letztendlich ist sie aber nicht für elektrisch aufgenommene Schallplatten. Spätestens an den Stellen wo es scheppert, leidet die Platte sehr, bzw. werden die Rillen sehr stark abgenutzt.
Je nach Modell des Grammophons solltest du dir vielleicht eine andere Schalldose für "neuere" Platten zulegen. Dies machte man ja schon früher als die elektrisch aufgenommenen Platten auf den Markt kamen: Viele verpassten mit einer moderneren Dose ihrem Grammophon ein "Update".
Grüße
Re:
Schalldose Parlophon
bluenote, So Nov 01 2015, 11:49
..ich kann Formigginis Ausführungen nur zustimmen, daher ergänzend folgende Anmerkung; diese Dosen mit unzähligen Hersteller-Logos versehen, kamen spätestens nach dem ersten Weltkrieg oder gar schon in den Kriegsjahren auf dem Markt. Bei Einführung dürfte also die klangliche Konkurrenz von Exibition & Co (Brunswickdose 1918, war in Europa noch nicht erhältlich), Victor, HMV No.2 auch erst um 1917) sich in sehr engem Rahmen belaufen haben, wenn überhaupt. Zumal die von Dir abgebildete Schalldose einen deutlich volleren Klang, sicher auch schon etwas größeren Frequenzbereich als o.g. Exibition-Dose aufweist. Also so schlecht ist sie für akustische Platten nicht. Die Dose, mit ihrem dicken Aluminiumkorpus wurde nicht nur beispielsweise mit "Luxus" bezeichnet und geprägt, sondern auch in einer solchen Variante hergestellt. Bei Lindströms war dann dieser Alu-Körper Schwarz lackiert, am Rand in den Lack Parlophon- oder Odeon-Luxus eingeprägt. Der Nadelträger bestand dann auch aus Messingguss. Ob dieses zur preiswerteren Variante (Rand des grauen Alukorpus mit reifenähnlichem Profil) dann auch eine klangliche Veränderung, also nicht nur ästhetische, zur Folge hat, wäre noch zu eruieren.... Doch jetzt zum praktischen Teil. Die Montage: lege zuerst einen Gummiring in die Dose. Darauf dann die Glimmermembran. Dann den Messingring (der die Gummidichtungen abschließt, auf den Alukorpus auflegen) Schraube den Nadelträger (Schrauben mit Federn) gleichmäßig fest an den Korpus, willst Du sicher gehen, zähle die Umdrehungen der Schrauben. So, dass dieser gerade und gleichmäßig befestigt ist. Immer nur so fest schrauben, wie nötig, zu starker Druck geht zu Lasten des Klanges! Während Du beide Schrauben anziehst wird der Teil des Nadelträgers mit der Öffnung für die Verbindungsschraube zur Membran auf diese "kippen", also diese berühren. Jetzt Schraube rein und Membran befestigen. Dann den zweiten Gummi auf die Membran legen und den Messingring mit den 4 Schrauben fest anziehen. Nun aber die kleine Schraube zur Befestigung der Membran wieder herausschrauben. Den Nadelträger an den Schrauben mit den Federn wieder lockern, so, dass ein kleiner Zwischenraum zw. Träger und Membran an dieser Stelle entsteht. Wenn Du es das erste mal machst, ist ein kleines Stück Seidenpapier nun hilfreich. Du legst es auf die Perforation in der Membran, schraubst nun wieder gleichmäßig, mit Gefühl :-) den Nadelträger so fest, dass diese geradeso, ganz sachte - ohne Druck!! - die Membran, bzw. das Seidenpapier berührt, erleichternd geht das auch visuell mit einer Lupe. Jetzt muß der Widerstand beim Papier ganz leicht fühlbar sein, wenn Du es herausziehst. Notfalls eben mehrfach probieren, bis Du das Gefühl dafür hast. Ist das ok, Membran wieder festschrauben. Die Platte, mit welcher Du die Membran testest, vorher auf einem anderen Gerät anhören, nicht das sie so schlecht aufgenommen und/oder abgespielt ist, dass die Membran "zu Unrecht" verdächtigt wird. Nachdem die vorherigen Maßnahmen dazu dienten, Spannungen bei der Montage der unterschiedlichen Bauteile zu vermeiden, zu minimieren, kann u.U. jetzt noch eine Feinabstimmung nötig werden. Diese wird dann mit den Schrauben, durch die der Nadelträger an der Dose befestigt ist, vorgenommen. Das heißt wenn es bei der Wiedergabe klirrt oder scheppert, mußt Du Dir erstens die Ausgangsposition der Schrauben merken (Zifferblatt im Kopf hilft) und nun mit ca Achteldrehungen in Uhrzeigerrichtung beginnen. Nicht beide Schraunen gleichzeitig, immer nur eine drehen, dann wieder Test. Wenn Du das Gefühl hast, es wird besser dann noch mal 'ne Drehung. Ich weiß, dieser Teil ist total diffus....aber das geht eben nicht so viel anders, als beim Klavierstimmer. Es sind Erfahrungswerte, learning by doing!! Nach jedem Dreh wieder Test mit der Platte....Wenn die Bewegung nichts gebracht hat, natürlich Schraube wieder in Ausgangsposition stellen, an der anderen probieren. Solltest Du den Überblick verlieren, dann die Schraube an der Membran nochmal abschrauben....Seidenpapier ....etc.... Sicher ist, diese Schalldose hat natürlich nicht den Frequenzbereich kugelgelagerter Spitzenerzeugnisse der elektrischen Ära. Aber eine saubere Wiedergabe "ohne Nebengeräusche "

ist auch bei elektrisch aufg. Platten damit durchaus möglich. Viel Erfolg!!

Re:
Schalldose Parlophon
Starkton, So Nov 01 2015, 13:47
Gute Beschreibung @bluenote. Ohne korrekte Einstellung der Federn des Nadelträgers kann die Schalldose gar nicht klingen. Die Schrauben sollten dabei nur so fest wie gerade nötig angezogen sein, damit der Nadelträger beweglich bleibt und die Nadel den Seitenauslenkungen der Rille optimal folgen kann. Es ist zudem noch darauf zu achten, dass die Nadel, von vorne gesehen, senkrecht in der Rille steht.
Wegen des "deutlich volleren" Klanges dieser Schalldose erhebe ich jedoch Einspruch. Eine korrekt justierte Exhibition Schalldose kann hier locker mithalten.
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Mo Nov 02 2015, 08:03
Hallo zusammen.
Vielen Dank für die Tips zu meiner Schalldose.
Ich werde das Stück nun nochmal zerlegen und alles neu justieren.
Werde dann vom Ergebnis berichten.
MfG,
Schellackfloh
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Di Nov 03 2015, 08:09
Hallo liebe Forumsmitglieder.
Habe gestern einige Zeit mit dem Abstimmen der Dose verbracht.
Leider nur mit mäßigem Erfolg.
Ich konnte irgendwie nur wenige bis keine Unterschiede beim justieren der Nadelhalterschrschrauben
feststellen.
Mit akustisch aufgenommenen Platten spielt die Schalldose für mein Empfinden recht
gut.Nur bei elektrisch aufgenommenenen ist sie schnell übersteuert und zerrt.
Ich werde nun noch versuchen,die Dichtungen mit Vaseline besser abzudichten,das
habe ich noch nicht gemacht.
Kann das zerren eventuell auch am Tonarm liegen?
Es ist ein sehr einfacher Schwanenhalsarm, der sehr mangelhaft gelagert ist (kein Kugellager).
Ausserdem ist er wohl etwas zu kurz,denn die Nadel erreicht nicht den Antriebsdorn,wenn ich
die Schalldose nach innen führe.
MfG,
Florian
Re:
Schalldose Parlophon
Formiggini, Di Nov 03 2015, 08:57
Hallo,
die Schalldose "dichter" zu machen, hat mit den Verzerrungen nichts zu tun. Undichtigkeiten führen nur zu etwas weniger Bässen - und dies auch nur dann, wenn der Trichter, von der Größe her, in der Lage ist diese wiederzugeben. Dass kannst du dir also sparen... ;)
Eine schlechte Geometrie des Tonarms hat aber definitiv Einfluss darauf, ob bei lauten Stellen die Wiedergabe verzerrt.
Grüße
PS: Wenn du mit "leisen" Nadeln abspielst, sollte es bei den elektrischen Platten auch weniger Probleme geben.
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Di Nov 03 2015, 09:16
Hallo.
Also bei Klassik spielt die Dose nun recht gut,sogar die Pauken grollen recht laut,also
die Basswiedergabe hat sich deutlich verbessert.
Allerdings nur bei Platten aus den Ende 20ern.
Tanzmusik aus den 30er Jahren, oder später, klingt übel.
Teilweise wird sogar bei lauten Passagen das Laufwerk hörbar abgebremst,
was den Platten sicher nicht gut tut.....
Ich gehe also mal davon aus,dass dies Schalldose einfach nicht für modernere Platten
geeignet ist
Welche Schalldose wäre denn am besten geeignet?
Wahrscheinlich eher eine aus den 30ern mit Alumembran?
Vielen Dank schonmal für eure Unterstützung.
Nachtrag:Ich verwende nur leise Nadeln,nur bei sehr alten Aufnahmen mittellaute.
MfG,
Florian
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Di Nov 03 2015, 09:58
Hallo zusammen.
Es lässt mir ja immer noch keine Ruhe...
Habe jetzt die Schalldose eines neueren Koffergrammophone aufgesetzt.
Dies ging soweit problemlos ,da man den Anschlussstutzen einfach wechseln kann.
Ich war wirklich überrascht,ein deutlicher Unterschied.Die Bässe wurden noch besser
wiedergegeben,insgesamt ist der Klang natürlicher und lauter.
Ein leichtes zerren bei lauten Platten ist hier allerdings auch zu hören.
Dichtungen aus Gummi besitzt diese Dose schon nicht mehr,vielleicht kann ich hier
durch justieren noch etwas rausholen.
Vielleicht erwarte ich auch einfach zuviel von dem Gerät,es ist ja nun wirklich
kein Gerät der Oberklasse. ..
MfG,
Florian
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Di Nov 03 2015, 18:02
Hab die Dose nochmal ganz zerlegt und mir ist aufgefallen,dass ich vergessen habe die Glimmerscheibe
richtig zu säubern. Am Rand waren noch klebrige Reste von den alten Dichtungen.
Nach gründlicher Reinigung wieder zusammengebaut .
Nun ist ein deutlicher Unterschied hörbar.Allerdings nicht im positiven Sinne.
Bässe werden nun erstaunlich laut wiedergegeben,allerdings fehlen nun die Höhen....
Das ganze klingt nun etwas Bass und mittenlastig.
Hätte nicht gedacht,dass es diese Schalldosen so in sich haben.
Wenn ich nun an den Nadelträgerschrauben drehe wird es nur lauter oder leiser,ab die Wiedergabe
klingt weiterhin deutlich dumpfer als vorher.
Was mache ich nur falsch?
MfG,
Florian.
Re:
Schalldose Parlophon
Starkton, Di Nov 03 2015, 19:31
Poste doch bitte mal Bilder vom Tonarm und von der Art und Weise wie die Schalldose dort montiert ist. Bitte Fotos von vorn und von den Seiten.
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Di Nov 03 2015, 20:03
Hallo.
Mache morgen die Bilder.Für heute reicht mir dieser blöden Dose
MfG,
Florian
Re:
Schalldose Parlophon
bluenote, Mi Nov 04 2015, 09:21
@Schellackfloh: leider können wir ja die Dose weder hören noch sehen.
Trotzdem...wenn ich Dich richtig verstanden habe, liegst Du in einem Anspruch, dass jetzt einzelne Frequenzbereiche verzerrt sind, dominieren oder schwach weidergegeben werden, etwas falsch. Du erreichst mit dieser Dose nicht mehr und nicht weniger, als dass sie eine nromal erhaltene Platte - egal ob elektrisch oder akustsich - sauber wiedergibt. Natürlich spielen vorgenannte Parameter, wie z.B. Tonarm, Laufwerk, Radius, Winkel etc... dabei auch eine Rolle. Sollten aber alle Vorbedingungen erfüllt sein, die Dose richtig justiert sein, ist es trotzdem ein Unding sie mit (Victor Orthoph., Brunsw. Panatrope, HMV 5a/b, Sonja usw...) zu vergleichen, die 5-10 Jahre später unter ganz anderen Parametern entwickelt wurden. Was mich zusätzlich etwas verunsichert, dass Du mit der Wiedergabe von klass. Musik relativ zufrieden bist, mit U-Musik aber weniger. Ich nehme grundsätzlich klass. Platten, um Justierung und Klangqualität zu überprüfen, Verpackungsplatten, wie die von Erna Sack mit ihren extremen Kopftönen *bitte (viergestrichenes C!!), Rostia Serrano, Bässe ungarischer Tänze von Brahms und Liszt - ich hoffe hier kommt nichts von Sammlern geflogen

- machen sich da ganz gut. Klingt das ordentlich & sauber im Trichter, ist "die Kiste" in Ordnung
Re:
Schalldose Parlophon
bluenote, Mi Nov 04 2015, 09:41
@Starkton:

danke für die Blumen, aber ich verfolge u.a. auch Deine Beiträge sehr aufmerksam, da ich hier nur sporadisch und viel mehr interessiert als tätig bin. Exibition betreffend, ich vermute, es war ein indirekter Hinweis auf die vor Jahren erfolgte, sehr subtile Untersuchung von P. C. Edie, und schließe nicht aus, dass der Höreindruck u. U. positiver ist, als der messbare Frequenzbereich - eben wie z.B. bei Victor No 2. Gruß von und nach Berlin

Re:
Schalldose Parlophon
Starkton, Mi Nov 04 2015, 12:03
Wenn es nur nach dem gemessenen Frequenzbereich ginge würde die in dieser Hinsicht makellose CD einsam auf ihrem Sockel stehen und die Vinylplatte keine Renaissance erleben.
Man muss das Gesamtpaket Schalldose/Tonarm/Trichter/Material/Verarbeitung/Justierung (= objektiv) sowie den subjektiven Höreindruck miteinbeziehen.
Re:
Schalldose Parlophon
bluenote, Mi Nov 04 2015, 16:53
...stimme in allem voll zu, letztendlich ist dann der subjektive Höreindruck des vor'm heimischen Trichter Sitzenden entscheidend. Zudem auch zu beachten ist, dass wir, anatomisch und von Mensch zu Mensch bedingt, Frequenzen und Klänge genauso unterschiedlich wahrnehmen, wie Farben, Gerüche usw.....
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Fr Nov 06 2015, 19:32
Hallo zusammen.
Sorry,für meine späte Antwort,hatte viel um die Ohren.
Zum Höreindruck.
Mir ist schon klar,dass ein Grammophon kein Hifi Gerät ist.
Ich bin nur verwundert,weil für mich persönlich die Schalldose von meinem Koffer
deutlich ausgewogener klingt.
Als Neuling in der Materie bin ich eben auch unsicher,ob die Justage nun einigermaßen
passt,ohne dass ich meine Platten zerschreddere.
Ich werde morgen Fotos vom Tonarm mit Dose einstellen,vielleicht liegt da ja auch noch was im Argen.
Trotz allem werde ich morgen in Rüdesheim mal nach einer anderen Schalldose,die eher
für elektrisch aufgenommenene Platten geeignet ist,schauen.
Prinzipbedingt scheint mir die Nadelnachgiebigkeit bei dieser einfachen Ausführung
schlechter zu sein als die seitlich spitzengelagrten.
MfG,
Florian
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Sa Nov 07 2015, 08:15
Guten Morgen.
Wie versprochen die Fotos von der installierten Schalldose

Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Sa Nov 07 2015, 08:17
Und noch mal...

Re:
Schalldose Parlophon
Starkton, Sa Nov 07 2015, 08:57
Auf dem letzten Foto meine ich zu erkennen, dass die Nadel nicht senkrecht in der Rille steht. Da steckt also noch ein wenig Verbesserungspotential drin.

Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Sa Nov 07 2015, 09:21
Stimmt.....
Da muss ich mir den Nadelhalter hochmal genau anschauen,die Dose selbst
scheint ja gerade zu stehen.
Danke für den Hinweis

Re:
Schalldose Parlophon
Rundfunkonkel, Sa Nov 07 2015, 10:10
Schon mal den Thread über Tonarme angesehen? Mittels der dort befindlichen Mess-Karte kannst Du - passend ausgedruckt - die Geometrie Deines Gerätes überprüfen, und danach entscheiden wie Du weiter vorgehst: grammophon-platten.de/page.php?528
Re:
Schalldose Parlophon
bluenote, Sa Nov 07 2015, 11:22
....klar, die Position des Nadelträgers ist alles andere als "optimal", möglich ist aber auch, dass das Teil ganz einfach verbogen ist, insbesondere bei dem Teil, das direkt mit der Membran verschraubt wird, ist das nicht so selten, und dann ein Ding der Unmöglichkeit, ein sauberes Klangergebnis zu erzielen. Es wirken Kräfte und Spannungen auf die Membran, die da nicht hingehören. Versuche noch mal folgendes: schraube das Ding auseinander. Lege einen Gummiring in den Körper der Schalldose. Dann schraubst Du die Membran noch an den losen Nadelträger. Dann den Nadelträger mit Schrauben, Federn an den Korpus. Alles schön gleichmäßig und vorsichtig, wie schon mal beschrieben. Während Du die beiden Schrauben anziehst, beobachte die Bewegung der Membran, wie sie den Gummiring berührt...auf ihm zum Liegen kommt. Ist das - ja näher sie ihm kommt -. gleichmäßig, ist das Ding in Ordnung, wenn nicht, ist es verbogen. Beispiel: wenn Du versuchst, Mittels beider Schrauben am Nadelträger die Membran in eine Position zu bringen, in der ca 1mm Abstand zwischen ihr und dem eingelegten Gummiring besteht, müsste eben dieser Abstand an jeder Stelle des äußeren Randes der Membran ungefähr(!) gleich sein. (exakt betrachtet zum Nadelträger hin bei 6 Uhr etwas weniger, bei 12 Uhr etwas mehr).
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, So Nov 08 2015, 08:24
Guten Morgen.
Danke für den Hinweis.Der Steg vom Nadelhalter ist in der Tat leicht verbogen.
Wenn ich die beiden Schrauben vorsichtig anziehe liegt die Membran zum einen schief
im Gehäuse,und die Membran liegt scheinbar zu früh auf dem Gummi auf.Das heisst der Nadelhalter
steht noch nicht exakt gerade.
Ich werde mal versuchen,das ganze vorsichtig zu richten.So wie es jetzt ist ,drückt dieser Steg
zu stark auf die Membran, wenn die schrauben leicht angezogen sind.So kann das ja
nicht gedacht sein.
Dann werde ich noch die Tonarm Geometrie mit der Schablone überprüfen und wieder
berichten.
Vielen Dank für die nette Unterstützung von euch.Für einen Anfänger ist das ganze doch erstmal
recht kompliziert.
MfG,
Florian
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, So Nov 08 2015, 12:51
Hallo zusammen.
Den Steg zwischen Nadelträger und Membran konnte ich inzwischen vorsichtig
soweit hinbiegen,dass die Nadel parallel zur Schalldose sitzt.
Der Klang ist schon deutlich besser,also klirrarmer geworden.Die
Membran scheint nun auch richtig zu sitzen.
Nur bei laut elektrisch aufgrnommenen Platten zerrt es leicht,was aber für diese
Dose normal ist denke ich.
Ich habe mich nun noch dem Tracking error winkel gewidmet und mit
der Schablone festgestellt,dass er am Aussenrand etwa 16 Grad,am
Innenrand etwa 6 Grad beträgt.
Konnte nun noch eine Dose mit Alumembran auftreiben,die allerdings
für den Tonarm zu gross im Durchmesser ist,d.h. sie sitz deutlich zu schräg.
Diese kann ich also leider nicht verwenden.
Aber kommt Zeit,kommt Schalldose.
Zumindest lerne ich durch diese Versuche einiges,vielen Dank
für die tolle Unterstützung.
MfG,
Florian
Re:
Schalldose Parlophon
Schellackfloh, Sa Dez 19 2015, 09:04
Guten Morgen.
Sorry,dass ich diesen Thread nochmal hervorhole.
Habe mir inzwischen eine andre Schalldose besorgt.Eine mit Alumembran und
vernünftiger Nadelhalterung.
Nachdem ich bei dieser die Dichtungen getauscht habe,bin ich hin und weg
vom Klang meines Grammophones.
Kaum Verzerrungen,eine enorme Lautstärke mit leisen Nadeln und ein schon fast
natürlicher Klang.
Danke nochmal für eure Unterstützung.
Nun ist schon das nächste Grammophon in Aussicht.
MfG,
Florian