Harmona
krammofoon, Sa Nov 12 2011, 17:05

Servus :-)

folgende Platte hat mich heute erreicht:




Es ist eine Schellackplatte (was ich daher weiß, dass die zweite, welche dabei war, in 1000 Fetzen ist), allerdings halt mit 33 1/3 U/min, so wie Normalrillen.

Kann mir jemand mit mehr Infos zum Label an sich dienen, bzw. ob das irgendwie der Übergang von Schellack zu Vinyl war. Dass man mit 33 Umdrehungen mehr Titel drauf bekommt ist schon klar, aber interessant - für mich zumindest :-) - ist es allemal.

Gruss
Georg


Re: Harmona
Odeon89, Sa Nov 12 2011, 17:40

interessant finde ich, dass man auf dem Label "D.R.G.M." lesen kann, also "Deutsches Reichsgebrauchsmuster", die Platte aber eigentlich aus der Zeit nach 1945 stammen müsste.

Re: Harmona
Formiggini, Sa Nov 12 2011, 17:56

Ausserdem findet sich die Information Normal Saphir, was ja nur bedeuten kann, das hier noch mit dem alten, breiteren Rillenstandard aus der Schellackzeit geschnitten wurde.

Was auch erklären würde, warum auf eine 25cm (?) Platte bei 33 Umdrehungen nur zwei Titel per Seite passen.

Re: Harmona
krammofoon, Sa Nov 12 2011, 19:38

Servus :-)

zu D. R. G. M.: ja, das ist mir auch aufgefallen, denn die Musik ist definitiv 50er Jahre.
zum Durchmesser: es sind 250 mm. Im ersten Moment dachte ich an plattenmäßig etwas, was dem von mir eröffneten TEMPO-Miniplay-Thread ähnelt, aber die Unterschiede sind doch zu auffällig, wenn auch eine weitere Variante davon, wie man mehrere Titel auf eine 25er Schellack bekommt. Die Titel sind übrigens voll ausgespielt und nicht nur Teile eines Titels.

Gruss
Georg

Re: Harmona
krammofoon, Sa Nov 12 2011, 19:41

Achso..... noch was......
"Longplastic" ließe phonetisch für mich auf Vinyl oder einen sonstigen Kunststoff schließen; es ist aber definitiv Schellack (Struktur, Gewicht - ist sogar IMHO etwas schwerer als eine normale 25er Schellackplatte, was aber sicher an den 4 statt 2 Titeln liegt *ggg*; nee, ist wirklich minimal schwerer, so wie natürlich der Bruchstücke der 2. Platte, welche man ja unschwer als Schellack identifizieren kann.

Gruss
Georg

Re: Harmona
stompy_de_luxe, Sa Mär 03 2012, 07:44

Harmona-Longplastics wurden von 1952 bis 1954 hergestellt. Sie tauchen in Österreich in sehr großen Mengen auf, aber der Verkaufserfolg war aus guten Gründen nur von kurzer Dauer: Die Kombination Normalrillen plus (wenn auch noch so hochwertigem) Schellackmaterial sorgt bei 33 U/min unweigerlich für erhöhtes Grundrauschen. Die gleichzeitig aufkommenden, rauscharmen und unzerbrechlichen Vinyl-Mikrorillenplatten anderer Hersteller wurden daher schnell zu einer ernsten Konkurrenz für das halbherzige Harmona-Longplastic-Konzept, das mit Plastikpressmaterial eigentlich gar nichts zu tun hatte. Und jetzt kommt's: zu allem Überfluss waren ALLE Tracks auf diesen zu langsam rotierenden Schellackplatten auch noch DUBBINGS (!) von zuvor aufgenommenen, konventionellen österreichischen Harmona 78er-Platten ...

Re: Harmona
stompy_de_luxe, Sa Mär 03 2012, 08:24





Re: Harmona
stompy_de_luxe, Sa Mär 03 2012, 08:25





Re: Harmona
stompy_de_luxe, Sa Mär 03 2012, 08:56





Re: Harmona
krammofoon, So Mär 04 2012, 15:55

Servus :-)







Gruss
Georg

Re: Harmona
stompy_de_luxe, So Mär 04 2012, 20:56





Von einer Verbindung Philips-Harmona weiß ich nichts. Allgemein bekannt ist hingegen, dass Harmona um 1949 als eigenes Label aus einer Unterserie der Österreichischen Elite Special-/Turicaphone hervorgegangen ist (siehe Bild). Übrigens neigte Harmona offenbar insgesamt zu übertreibungen: dort "Platte der Zukunft", hier "3D" (was wiederum Stereoklang suggeriert). Die Platten der Harmona "3D-Serie" sind zwar sowohl aufnahmetechnisch als auch hinsichtlich der Pressqualität ganz auf der Höhe ihrer Zeit, aber mit einem echtem 3D-Hörerlebnis können sie natürlich nicht aufwarten ... Auf Harmona 3D findet man großteils Österreichische Coverversionen von amerikanischen Hits der Mittfünfziger.

Re: Harmona
berauscht, Sa Jan 05 2013, 17:32




Eine Platte mit Regina-Matrizen.

Re: Harmona
WalterSchwanzer, Fr Jan 05 2018, 17:40

Harmona ist vermutlich ein Label von Elite-Special
Ich habe einige orange Labels mit Blasorchester



Re: Harmona
WalterSchwanzer, Mo Jun 18 2018, 00:32

und jetzt ein rotes Eitikett






Re: Harmona
DGAG, Mo Jun 18 2018, 06:59

Die 17000er Serie von Harmona wurde ab 1947 von der Austrophon-Schallplatten Studio G.m.b.H. in Wien herausgebracht. Das Label Harmona wurde später selbstständig, siehe oben den Beitrag von @stompy_de_luxe, und übernahm einige dieser Aufnahmen in ihre 16000er Serie.

Re: Harmona
berauscht, Di Jun 19 2018, 16:50

WalterSchwanzer schrieb ...

Harmona ist vermutlich ein Label von Elite-Special


Das Gegenteil ist der Fall.