unbekanntes Tischgrammophon
GerhardS, Sa Okt 18 2025, 16:46

Hallo Foristi,

ich bin auf dem Gebiet ein wenig unbewandert und neu, aber dank der groben Informationen des Crapophon-Forums habe ich zumindest keine größeren Crapophon-Merkmale entdecken können.
Vermutlich eines der noname-Werke, die über Metallwarenhändler oder ähnliches verkauft wurden.
Den Antrieb habe ich noch nicht ausgebaut und nachsehen können, woher diese kommt.
Aber vielleicht kann jemand mit den Bildern schon mal etwas anfangen und mir sagen, um was es sich hier handelt?

























Re: unbekanntes Tischgrammophon
Orthophonix, Sa Okt 18 2025, 22:44

Hallo GerhardS
ein Crapophone ist es sicher nicht, die haben meistens einen glänzenden Messingtrichter etc. - obwohl es inzwischen auch Koffer-Crapophones gibt...
Dein Gerät ist ein Tischmodell, die sind meistens klanglich recht gut, aber bei Sammlern eher unbeliebt und daher meistens günstig zu haben. Wenn man aber gern so eins haben will, ist das natürlich durchaus ein Vorteil!
Vermutlich hast Du Recht mit den Eisenwarenhändlern, eine eindeutige Konnotation zu einem bekannteren Hersteller habe ich hier nicht. Es gab in der Vorkriegszeit auch eine grosse Zahl von kleinen Firmen, die aus zusammengekauften verfügbaren Teilen Grammophone gebaut haben. Aber ich finde, es ist ein schönes Gerät, mit seinen abgerundeten Ecken und dem "Lautsprecher" mit Stoff und Art-Deco Dekoration. Wenn man es ordentlich putzt (feucht, nicht nass, mit Wasser und evtl. etwas milder Seife) und anschliessend mit wachshaltiger Möbelpolitur behadelt, sollte es recht gut aussehen. Interessant ist ja auch die Rückseite der Schalldose. Ist das Gummi im Marmor-Look? Oder eine zusätzliche Schallkammer?

Re: unbekanntes Tischgrammophon
GerhardS, So Okt 19 2025, 10:40

Danke für die Rückmeldung.
Die Rückseite der Schalldose scheint Holz zu sein, oder ein Kunststoff - es ist zumindest hart, somit kein Gummi.
In meinem Hauptforum (Dual-Board) hat mir ein Forumsuser den Namen Herfeld & Comp. genannt, aber soweit ich herausfinden konnte war das ein Musikinstrumentenhändler und dann war es ja nur ein Vertriebshändler.

Das Gehäuse ist in einem recht guten Zustand, keine Macken oder Beschädigungen. Die Fugenverbindung in der hinteren rechten Ecke ist locker, da werde ich das Gehäuse vorsichtig öffnen und leimen. Sonst habe ich mir überlegt, das ich versuche den Staub aus den Poren zu waschen (ja, mit einem feuchten Lappen, nicht nass, damit sich keine Faser aufstellen) und dann zu wachsen. Gerade das offenporige gefällt mir äußerst gut. Auch die Stoffe unter dem Plattenteller und die Bespannung vor dem Schalltrichter sind noch in Ordnung, was mir viel Arbeit erspart. Auch der Plattenteller hat noch einen guten Samtbezug, der wohl so bleiben kann und nur etwas aufgehübscht wird.
Ja und dann bin ich auf die Mechanik des Motors gespannt. Was mich wundert ist, dass mein Grammophon keine Geschwindigkeitseinstellung hat. Nur die Tellerbremse.
Auf jeden Fall ein spannendes und spaßiges Projekt.????