Lyrophon
gramofan, So Feb 05 2012, 15:59







Re: Lyrophon
Aristodemo, Do Feb 09 2012, 18:29

Die LYROPHON-WERKE, Berlin, Glitschiner Strasse 91 werden im Jahre 1904 von Opernsänger Adolf Lieban gegründet und stellte neben Sprechmaschinen die LYROPHON Platte und die GLORIA-Walze(und oder -Platte?) her.Im Jahre 1906 tätigt sie die einzigen Aufnahmen von Francisco de Andrade (eine davon wird später von PARLOPHON übernommen).Mehrheitlich von GRÜNBAUM & THOMAS gehalten wird sie 1913 von LINDSTRÖM übernommen.

P.S.: LYROPHON war der Name von LINDSTRÖMS erster Plattensprechmaschine !





Re: Lyrophon
Grammophonteam, Mi Jun 27 2012, 20:18

c. 1907/8

MxNr.: ?


Re: Lyrophon
, Sa Jun 08 2013, 22:01

weitere Varianten...kann die jemand datieren bitte?





Re: Lyrophon
Formiggini, Do Sep 25 2014, 14:03

Der Firmengründer Adolf Lieban (* 5. Juli 1867 in Eibenschütz; † 15. April 1924 in Berlin) schied 1906 aus dem Vorstand der Lyrophonwerke aus. Bis Anfang der zwanziger Jahre war er dann in Berlin vor allem als Betreiber verschiedener Kabaretts aktiv.



29. Oktober 1906

Re: Lyrophon
Formiggini, Do Sep 25 2014, 19:09

Die Lyrophonwerke hatten drei "Vorläufer".

Im Februar 1901 gründet der Sänger Adolf Lieban die A. Lieban & Company, Friedrichsgracht 58, Berlin. Unter dieser Firma werden zunächst Walzen und Phonographen hergestellt. Anfang 1903 die Plattenmarke Arion-Records, ab 1904 auch die Lieban-Schallplatte.

Dezember 1904



Am vermutlich 4. oder 5. Januar 1905 wird die Lyrophon G.m.b.H. (Geschäftsführer Martin Schulvater) ins Handelsregister eingetragen.

6. Januar 1905


Am 21. Januar 1905 vereinigen sich die Lyrophon G.m.b.H., die A. Lieban & Company und die Handelsgesellschaft Sandahl & Lehmann zu Lyrophonwerke Adolf Lieban & Co G.m.b.H, Geschäftsführer: Martin Schulvater.







PZ 1905, 6 Jhg., No 11, S. 232



BT, 25. Oktober 1905


1906 tritt Adolf Lieban für eine unbestimmte Dauer aus dem Vorstand aus. Als die Firma 1915 endgültig aufgelöst wird, ist Adolf Lieban wieder geführt.


Berliner Tageblatt, 15. März 1915

c. Anfang 1913

Bildquelle: gramofononline.hu



1907



Übertrag aus diesem Beitrag Link - Hier klicken von Starkton:

Im Jahr 1899 gründete der Opernsänger Adolf Lieban in Berlin zusammen mit seiner Frau Margarete Lieban-Groß und dem Kaufmann Hermann Eisner die "A. Lieban & Compagnie, Anstalt für künstlerisch besungene und bespielte Phonographenwalzen, Phonographen jeder Construction."

Diese Firma machte noch im selben Jahr Rechtsgeschichte. Sie verkaufte "Original Lieban-Walzen," welche umgehend von der Konkurrenz (Continental-Phonographen-Fabrik Költzow & Russ) auf Kopierphonographen dupliziert und ebenfalls als Originale vermarktet wurden. Lieban verklagte die Konkurrenz erfolgreich auf Unterlassung und gewann den ersten mir bekannten Urheberrechtsprozess für Tonträger durch Urteil vom 7. November 1899 am Berliner Landgericht.

Im Prozessbericht ist auch von "Original St.-Walzen" die Rede welche Lieban verkaufte und die ebenfalls dupliziert wurden. Ich stehe auf dem Schlauch, welcher Berliner Sänger, oder welche Sängerin könnte hinter "St." stecken?

Ein interessanter Nachtrag noch: Költzow & Russ haben sich am 13. März 1899 das Wortzeichen "Lyrophon" eintragen lassen.


Re: Lyrophon
berauscht, Fr Sep 26 2014, 18:07

Am 5. Juni 1913 verstarb der Geschäftsführer der Lyrophonwerke GmbH, Martin Schulvater, im Alter von 48 Jahren in Berlin. Dieses Ereignis war vermutlich der Anlass für den Verkauf der Firma an die Lindström AG.



Re: Lyrophon
Formiggini, Fr Sep 26 2014, 21:05

Vier Monate nach Schulvaters Tod mischte sich die Lindström ein:


27. Oktober 1913


Die tatsächliche Übernahme kostete die Lindström 500.000.- M. (in Geschäftsanteilen).



Re: Lyrophon
WalterSchwanzer, Sa Feb 07 2015, 13:46

Liebe Schellackfreunde

Wie kann man bei Lyrophon das Erscheinungsjahr, bzw. Aufnahmedatum feststellen?

Übrigens der Andreas Hofer Marsch auf Lyrophon ist nicht von Blon, sondern von Philipp Fahrbach, sen

Mit musikalischen Grüßen Walter





Re: Lyrophon
Starkton, So Feb 08 2015, 18:31

WalterSchwanzer schrieb ...

Wie kann man bei Lyrophon das Erscheinungsjahr, bzw. Aufnahmedatum feststellen?

Leider zumeist recht ungenau über die Aufnahmeserie im jeweiligen Land und die Labelausführung. Mit +/-1910 liegt man bei beiden Platten in etwa richtig.

Re: Lyrophon
Formiggini, So Feb 08 2015, 19:28

Zumindest bei der Wiener etwas eher.

Die Lyrophon machte zwischen 1906 bis 1908 recht viele Aufnahmen im Ausland und anderen Städten. Zu erkennen jeweils an den Buchstaben vor der Nummer (entweder auf dem Etikett oder im Spiegel).

Diese konnte ich bis jetzt finden:
W = Wien
S = Salzburg
M = München
U = Ungarn / Budapest
B = Brünn
H = Holland

1909 eröffnete die Lyrophon ein eigenes Werk in Wien. Von diesem Wiener Zweig gemachte Aufnahmen trugen keine Buchstaben mehr. Das Werk in Wien wurde noch geführt als die Lyrophon in Deutschland längst an die Lindström gegangen war.




In anderen Discographien werden Aufnahmen des k.u.k. Infant.- Regt. No. 51 (teils mit Ragtime-Aufnahmen) und dem Buchstaben W um 1907 datiert.

Grüße

Re: Lyrophon
berauscht, So Feb 08 2015, 20:07

Der Wiener Generalvertrieb der Lyrophonwerke wurde am 16. Oktober 1908 gegründet. Im Jahr 1940 bestand die Firma immer noch.

Re: Lyrophon
Starkton, Mo Feb 09 2015, 11:35

Bei W. 329 handelt es sich um eine Platte aus der zweiten Wiener Aufnahmeserie. Das Label ist nicht so früh. Könnte also nach der obigen Info von 1907 oder 1908 sein.

Sind beide Platten eigentlich einseitig? Das hätte ich gleich fragen sollen.

Re: Lyrophon
Grammophonteam, Mo Apr 06 2015, 19:06

Hinter den Kulissen





PZ 1906, 7. Jhg, No. 50, S. 1076


Re: Lyrophon
Grammophonteam, Mi Sep 02 2015, 12:38

Die Continental-Phonographen-Fabrik, Költzow & Russ ließ sich den Namen Lyrophon für Walzen, Phonographen etc. bereits am 13. März 1899 eintragen.



Re: Lyrophon
Fehlmann1960, Mi Sep 02 2015, 13:09

Hier noch eine Werbung des Lyrophon Labels aus Wiener Zeitung von 1908.




Gruss Thomas

Re: Lyrophon
WalterSchwanzer, Mi Nov 18 2015, 00:44

Hallo Stephan (Starkton)

Rückseite von der Platte W.329
Lyrophon W. 330 "Brucker Lager-Marsch" (K.k.inf.-Regt. "Frhr. v. Probszt" Nr.51, Wien)

Rückseite von der Platte B.2773
Lyrophon B.2772 "Za sto tu nebudem"-Pochod se zpevem (Sokolska hudba Hermannova, Praze)

Re: Lyrophon
WalterSchwanzer, Fr Dez 18 2015, 22:22

hier eine ungarische Platte



Re: Lyrophon
WalterSchwanzer, So Jul 03 2016, 20:38

noch eine ungarische Platte:

Franzstädter Kinder, Marsch (Ferencváros Budapester Stadtteil)
Lyrophon-Orchester, Budapest
Lyrophon 15258

Rückseite:
Di Buda-Örser, Marsch (Stadt mittlerer Größe am westlichen Stadtrand von Budapest)
Lyrophon-Orchester, Budapest
Lyrophon 15257





Re: Lyrophon
WalterSchwanzer, So Jun 17 2018, 23:51

Starkton schrieb ...

Bei W. 329 handelt es sich um eine Platte aus der zweiten Wiener Aufnahmeserie. Das Label ist nicht so früh. Könnte also nach der obigen Info von 1907 oder 1908 sein.

Sind beide Platten eigentlich einseitig? Das hätte ich gleich fragen sollen.


Rückseite von W. 329 ist W.330
Brucker Lager-Marsch von J. N. Kral

Rückseite B. 2773 ist B.2772
Za sto tu nebudem (Pochod se zpevem) von Hauf



Re: Lyrophon
WalterSchwanzer, Di Feb 19 2019, 13:03

vielleicht eine russische Lyrophon?



Re: Lyrophon
DGAG, Mi Feb 20 2019, 08:54

Ja, Rss steht für Russland. Die Aufnahme stammt also aus dem russischen Repertoire. Allerdings kann man schon anhand der Aufschrift - und auch an der Labelgestaltung - erkennen, dass diese Pressung für den deutschen Markt bestimmt war.

Re: Lyrophon
PONOPHON, Mi Feb 20 2019, 15:47

Zu Lyrophon kann ich auch noch ein Lable beitragen:


Und hier noch ein handkolorierter Stich (ca. 25x 20 cm) der bei mir im Esszimmer hinter Glas hängt.
Er war leider sehr schwierig zu fotografieren, nur mit ganz wenig Licht weil das Glas sonst so spiegelt.
Man kennt das Motiv ja, aber meist ist rechts oben das A. Lieban Schild abgeschnitten, sodass man nicht sieht welches Studio er eigentlich darstellt.