Friktions Verstärkung und Frenophone
GrammophonTeam, Di Jul 03 2012, 20:13

Noch bevor das Auxetophon Link - Hier klicken erfunden wurde, gab es bereits zuvor für Walzen Phonographen eine Möglichkeit der Verstärkung - diese beruhte auf Reibungsenergie, sog. Friktionskräften.

Hier das Patent

Die meisten Bilder sind für eine höhere Auflösung anklickbar!





So sah das ganze aus:


Quelle: TMF Link - Hier klicken


Und nun der Columbia BC Phonograph mit dem Higham Amplifier in Funktion:



Doch wie arbeitet so ein mechanisch/akustischer Friktionsverstärker? Um die Funktion besser zu verstehen, wenden wir uns einer späteren Erfindung zu, dem

Frenophone
1923


"Ein Lautsprecher für Detektorempfänger"

"Das Unmögliche ist möglich geworden. Stellen Sie sich einen Lautsprecher vor, der, an den einfachsten Detektorapparat angeschlossen, ohne Röhrenverstärker, Batterien usw. die Rundfunkdarbietungen mit großer Klarheit und Lautstärke wiedergibt. Diese Bedingungen erfüllt das »Frenophone«, das von S. G. Brown von der 'S. G. Brown Ltd. of England' erfunden wurde.




Abb. 1 zeigt den Apparat, welcher mehr oder weniger an einen Edison-Phonographen alten Typs erinnert.



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Eine Ansicht der arbeitenden Teile dieses Lautsprechers zeigt Abb. 2, während die Wirkungsweise des »Frenophons« am besten durch Abb. 3 erläutert wird.






Ein gewöhnliches Brown-Telephon (A) mit einstellbarem Magnetsystem ist an einem Metallarm befestigt; derselbe ist drehbar um B angeordnet und durch ein Gegengewicht C ausbalanciert. An der Zunge D des Telephons ist eine Stahlnadel E angebracht, an deren unterem Ende sich ein Scheibchen F befindet, das auf seiner Unterseite mit einer dünnen Korkschicht überzogen ist.


Dieses schmale Scheibchen berührt direkt eine vollkommen eben geschliffene Glasplatte G, welche durch eine Achse mit einem Phonographenmotor verbunden ist und durch denselben in Umdrehung versetzt wird. Das Scheibchen F (Abb. 3) ist mit zwei Saiten H verbunden, welche einerseits mit der Mitte der Membran L des Lautsprechers in Verbindung stehen, andererseits an der Feder K zur Spannungsregulierung befestigt sind.


Die Wirkungsweise des Apparates ist nun folgende:

Durch das Gewicht des Telephons wird das mit Kork überzogene Stahlplättchen in Kontakt mit der sich drehenden Glasscheibe gebracht. Sobald der Detektorempfänger angeschlossen wird, schwingt die Zunge D des Telephons im Rhythmus der ankommenden Signale, was ein Auf- und Abwärtsbewegen des Plättchens F zur Folge hat. Der Druck der Nadel E mit dem Scheibchen F auf die rotierende Glasplatte kann durch das Gegengewicht C einreguliert werden.

Die ankommenden Zeichen bringen die Membran des Telephons und damit die Nadel E zum Schwingen. Dadurch wird ein Druck des Scheibchens F auf die rotierende Glasplatte ausgeübt. Da nun das ganze Telephonsystem drehbar um B angeordnet ist, wird dasselbe im Takte der Schwingungen auf und ab bewegt, welche Bewegung sich auf die Saiten H und damit auf die Membran L des Lautsprechers überträgt. Der Reibungskoeffizient von Kork gegen Glas ist ziemlich groß, und daraus erklärt sich die außerordentlich kräftige Wirkungsweise und Lautstärke dieses Lautsprechers. Durch leichtes Abreiben der Glasplatte mit Terpentinöl wird die Reibung und damit die Wirkung noch wesentlich erhöht. Die Umdrehungszahl der Glasplatte kann variiert werden, jedoch sind die Resultate zwischen 12–70 Umdrehungen pro Minute ziemlich dieselben.


Im ganzen arbeitet dieser Apparat sehr zufriedenstellend und sind dauernde Nachregulierungen nicht erforderlich." [Schenk in: Radio-Amateur 26 1924, 683f.]
Quelle: medienstimmen.de Link - Hier klicken


Aus einer pdf von radiomuseum.org noch dieser Artikel:
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