Inton
berauscht, Sa Sep 17 2011, 19:55



Die INTON-PLatten stammen von der Firma Internationale Tonschrift GmbH aus Ehrenfriedersdorf im Erzgebirge, wo sie ab 1931 hergestellt wurden. Der Preis einer 25cm Platte betrug 1,60 RM.

Die Internationale Tonschrift GmbH, Ehrenfriedersdorf (Sachsen) wurde 1931 von August Kybarth, Thalheim gegründet. Kybarth war auch Geschäfstführer der Firma. Die Fabrik in Ehrenfriedersdorf hatte ein Produktionskapazität von 3000 Platten pro Arbeitsschicht.
Zweiter Kopf der Firma war Herr Fritz Dargatz aus Berlin-Weißensee. Dargatz war Betriebsleiter und Aufnahmetechniker in der Berliner Niederlassung der Firma in Berlin SO 36 (Kreuzberg), Wiener Straße 36 a.

"Obengenannte Herren haben aus den Ersparnissen ihrer eigenen Verdienste sich genanntes Unternehmen eingerichtet und die Leitung dieser Firma selbst übernommen. ...Die Herstellung der Aufnahmen sowie die Überwachung der Fabrikation wird von den Inhabern selbst ausgeführt. Wir wollen dem Händler eine erstklassige Ware liefern, die ihm die Möglichkeit gibt, unsere Platten ohne Beanstandungen an das Publikum leicht und billig zu verkaufen. Wir glauben, mit dieser Geschäftstaktik den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Infolge unser Branchenkentnisse bringen wir ein Repertoire heraus, das wirklich gut verkäuflich ist. ... Unsere Schallplatten werden aus dem besten Schellackmaterial hergestellt, welches jahrzehntelang als erstklassige Qualitätsmasse der Schallplattenindustrie Verwendung findet und erlauben uns zu behaupten, daß unser Preßmaterial dem der besten Qualitätsplatte nicht nachsteht. ...
Ferner sind wir ehrlich genug, indem wir offen bekennen, daß wir keine Großkapitalisten sind, sondern ein Unternehmen geschaffen haben, in welchem wir intensive Arbeit leisten wollen und sind fest davon überzeugt, das unsere Schallplatten von Publikum verlangt werden."

Re: Inton
Grammophonteam, Mi Feb 08 2012, 14:55

von Gast

Auch hier weiß ich nicht mehr, als die Platte hergibt.




Re: Inton
snookerbee, Di Mär 20 2012, 23:58

Das war das selbe Werk in dem nach 1945 die ersten Platten von "Tempo" und "Lied der Zeit" gepresst wurden.

Link - Hier klicken

Re: Inton
berauscht, Mi Mär 21 2012, 18:07

Herr Kybarth war (wohl zumindest bis Ende 1930) Direktor des Clausophonwerks in Thalheim, aber dazu später mehr in einem neuen Thread.

Re: Inton
berauscht, Do Mai 10 2012, 20:11

Die Internationale Tonschrift GmbH, Ehrenfriedersdorf (Sachsen) wurde 1931 von August Kybarth, Thalheim gegründet. Kybarth war auch Geschäfstführer der Firma. Die Fabrik in Ehrenfriedersdorf hatte ein Produktionskapazität von 3000 Platten pro Arbeitsschicht.
Zweiter Kopf der Firma war Herr Fritz Dargatz aus Berlin-Weißensee. Dargatz war Betriebsleiter und Aufnahmetechniker in der Berliner Niederlassung der Firma in Berlin SO 36 (Kreuzberg), Wiener Straße 36 a.

"Obengenannte Herren haben aus den Ersparnissen ihrer eigenen Verdienste sich genanntes Unternehmen eingerichtet und die Leitung dieser Firma selbst übernommen. ...Die Herstellung der Aufnahmen sowie die Überwachung der Fabrikation wird von den Inhabern selbst ausgeführt. Wir wollen dem Händler eine erstklassige Ware liefern, die ihm die Möglichkeit gibt, unsere Platten ohne Beanstandungen an das Publikum leicht und billig zu verkaufen. Wir glauben, mit dieser Geschäftstaktik den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Infolge unser Branchenkentnisse bringen wir ein Repertoire heraus, das wirklich gut verkäuflich ist. ... Unsere Schallplatten werden aus dem besten Schellackmaterial hergestellt, welches jahrzehntelang als erstklassige Qualitätsmasse der Schallplattenindustrie Verwendung findet und erlauben uns zu behaupten, daß unser Preßmaterial dem der besten Qualitätsplatte nicht nachsteht. ...
Ferner sind wir ehrlich genug, indem wir offen bekennen, daß wir keine Großkapitalisten sind, sondern ein Unternehmen geschaffen haben, in welchem wir intensive Arbeit leisten wollen und sind fest davon überzeugt, das unsere Schallplatten von Publikum verlangt werden."


Re: Inton
Aristodemo, Fr Mai 11 2012, 13:14

August Kybarth (1878-1945) ist seit etwa 1906 in der Schallplattenbranche tätig. Zusammen mit Albert Vogt baut er eine der ersten Schallplattenfabriken Russlands auf.Vogt kehrt im Jahre 1911 nach Deutschland zurück und gründet die Firma BEROLINA-Record (mit dem Berolina-Denkmal im Lable)
1925 beschäftigt sich Kybarth mit der unzerbrechlichen Schallplatte aus Pappe. das Pappmaterial liefert die Clemens Claus AG , Thalheim im Erzgebirge.
Da sich die Pappschallplatten als nicht resistent genug gegen Feuchtigkeitsschwankungen erweisen, sieht Walter Claus die Gelegenheit gekommen seiner Fabrik in Thalheim eine Abteilung Schallplattenfabrikation anzugliedern.(Weiter siehe Geschichte der CLAUSOPHON-Werke)
1937 wird die Abteilung Schallplatten der Clemens Claus AG entgültig eingestellt.
Albert Vogt der unter der Firma "PATRIA Schallplatten Albert Vogt" einen Musikalienhandel betreibt übernimmt von der Claus AG Markenrechte und das Aufnahmerepertoire. Er produziert weiter die PATRIA-Schallplatte und ist auch in den Nachkriegsjahren in der Branche tätig.
Kybarth ist 1931 aus der Clausophon AG ausgeschieden , im Gesellschaftervertrag der CLAUSOPHON G.M.B.H.vom 2.Mai 1931 erscheint als alleiniger Geschäftsführer Albert Vogt.
Kybarth geht nach Ehrenfriedersdorf um seine bereits bestehende (sic!) eigene Firma weiter zu betreiben.

Re: Inton
berauscht, Fr Mai 11 2012, 16:38

Ist die Schallplattenpressung in Thalheim möglicherweise Ende 1930 eingestellt worden? Ich habe eine kurze Nachricht gelesen, wonach zukunftig nur noch der Apparatebau in Thalheim stattfinden soll.
Hat dies möglicherweise etwas mit dem Ausscheiden von Kybarth zu tun?


Re: Inton
Aristodemo, Fr Mai 11 2012, 17:00

Geschäftsbericht für 1933:
"...Die Verluste beliefen sich im Jahr 1933 auf 78.428,89 RM"
Geschäftsbericht für 1934:
"Am 30.Juni 1934 ist unsere Tochtergesellschaft, die Clausophon GmbH, liquidiert worden.......Der Produktionszweig (Abteilung Schallplatten) wird im beschränkten Umfang weitergeführt.Der Verlust.....beträgt 1134,91 RM."
Ab dem 1.Juli 1934 wird in Thalheim nur noch Schallplattenmasse hergestellt, weiterhin werden noch Aufnahmen getätigt, wohl für die Marken PALLAS, PATRIA und NATIONALE TONPLATTE.Das Pressen der Platten wird eingestellt und die Pressen nach Indien veräussert.

Mit der Neustrukturierung 1931, mit Vertrag zwischen CLAUSOPHON, ULTRAPHON und ORCHESTROLA-VOCALION verliert die Clausophon GmbH das Recht die Marke CLAUSOPHON weiter zu führen !
Auch VOCALION-ORCHESTROLA verzichtet auf die Verwendung der Marke.
Anmeldung von Marke und Wortzeichen (PALLAS) am 15.6 bzw. 25.6. 1931

Re: Inton
Grammophonteam, Mi Feb 18 2015, 19:27




Durch die Übernahme der Clausophon durch Adler (1928) konnte sich der Geschäftsführer und Werkleiter der Clausophon August Kybarth ein finanzielles Polster sichern. Er erwarb in Ehrenfriedersdorf / Erzgebirge in der Annaberger Str. 36 ein Grundstück. Da vertraglich gebunden, gründete sein Sohn Artur Kybarth die „INTON - Internationale Tonschrift GmbH“. Offiziell war August Kybarth nur der Vermieter des Geländes und der Maschinen. Die Internationale Tonschrift GmbH wurde am 26. Juni 1930 mit einem Grundkapital von 55.000.- RM ins Handelsregister eingetragen.

In Ehrenfriedersdorf befand sich die Galvanoplastik, Schallplattenmassefertigung, Matrizenherstellung und das Presswerk mit vier Schallplattenpressen. Insgesamt waren in Ehrenfriedersdorf acht Personen im Betrieb beschäftigt. Das Aufnahmestudio war in Berlin SO 36, Wienerstr. 36a. Dieses leitete Fritz Dargartz, welcher ab November 1930 auch Gesellschafter der INTON war.

Eine Nebenmarke war das Label
RECORD


Der Händlerpreis betrug 0,90 RM, der Verkaufspreis zwischen 1,5 und 1,6 RM. Nach einer internen Kostenaufstellung vom Sommer 1931 betrugen jedoch die reinen Produktionskosten einer Platte bereits 1,11 RM. 1931 wurden Teile der Maschinen an die neu gegründete Tonographie in Berlin verkauft. Überwiegend wurden nun Lohnpressungen gefertigt sowie Schallplattenmasse an die Sonora in Schweden geliefert.

Artur Kybarth stellte im Januar 1934 Antrag zur Eröffnung des Konkursverfahrens. Dies wurde mangels Masse abgelehnt. Artur Kybarth erklärte daraufhin am 9. April 1934 die Internationale Tonschrift GmbH für aufgelöst und bestellte sich zum Liquidator. Am 18. Juni 1935 wurde die Firma aus dem Handelsregister gelöscht.

Quelle: Enrico Pigorsch, Schallplatten(kunst) aus dem Erzgebirge