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Lubo D´Orio und sein Grammophon
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Barnabás
Wed Dec 05 2012, 21:22pm Print View
Joined: Wed Jul 04 2012, 20:37pm
Posts: 651
Hallo Leute,
heute möchte ich Euch ein schönes Foto von Lubo D´Orio zeigen.

D´Orio gründete 1945 sein erstes Orchester, mit dem er für die Besatzungssoldaten in Deutschland spielte. Musikalisch fand sich das D´Orio Orchester in den 40ern zwischen Glenn Miller und Count Basie ein.
Nach einem erfolgreichen Vertragsabschluß beim NWDR, konnte D´Orio einen Plattenvertrag bei der Electrola unterschreiben.

Gruss B.

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Limania
Wed Dec 05 2012, 21:45pm

Joined: Mon May 21 2012, 15:14pm
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Rückseitig ist der Slow Fox 'Temptation'
ORA 6069


LG Limania
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snookerbee
Thu Dec 06 2012, 00:18am
"Urgestein"

Joined: Fri Apr 15 2011, 20:12pm
Posts: 1681




Berlin, 31.1.1957

Fehlerhafte Matrizennummer auf dem Etikett, 11316 im Wachs.

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snookerbee
Thu Dec 06 2012, 00:23am
"Urgestein"

Joined: Fri Apr 15 2011, 20:12pm
Posts: 1681

Die Daten zur Electrola-Platte EG 7334:

Sentimental Journey - Berlin, 13. Juni 1947
Temptation - Berlin, 27. Juni 1947
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snookerbee
Sat Dec 08 2012, 01:01am
"Urgestein"

Joined: Fri Apr 15 2011, 20:12pm
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[ Edited Thu Dec 13 2012, 09:26am ]
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Willi-H-411
Sat Dec 08 2012, 09:19am
Joined: Wed Oct 12 2011, 11:42am
Location: Ruhrpott
Posts: 1296
Der Plattenspieler auf dem Foto sieht ja schon ungemein modern aus. Könnte vom Stil her durchaus in jüngere Zeiten passen. Weiß vielleicht jemand, was das für ein Modell war/ist?

VG Willi
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jitterbug
Fri Mar 29 2013, 12:56pm
Joined: Wed Mar 27 2013, 16:49pm
Location: Berlin
Posts: 407
Zur Biographie: Lubo d'Orio kam aus Sofia als ausgebildeter Klarinettist mit seinem Bruder Vesco d'Orio (Cellist) bereits 1931 nach Berlin, in der Hoffnung, bei den Berliner Philharmonikern eine Anstellung zu finden.

Jedoch erfolgte 1935 zum Broterwerd ein erstes Engagement bei Bernhard Etté, gefolgt von Juan Llossas, dann ein festes Engagement bei Eugen Wolff, wo er auch häufiger als Solist zu hören ist (z. B. "Hofkonzert in Hinterhaus" (= "Orgen Grinder's Swing") auf ODEON O-31123 vom 24.2.1937.

Zeitgleich taucht er ab 1936 im Orchester Fritz Weber auf.

Während des Krieges ab 1940 feierte er bereits mit eigener Band große Erfolge im "Café Uhlandeck", mit von der Partie als Geiger der junge Helmuth Zacharias, am Klavier des öfteren Bully Buhlan. Dazu kamen Auftritte in der "Melodie" am Kurfürstendamm/Ecke Wilmersdorfer Straße.

Selbst nach Bombenschaden wurde im Keller des "Uhlandeck" noch im Winter 1944 weiter Musik gemacht!

Gleich nach dem Krieg konnte Lubo d'Orio als Bulgare am Berliner Rundfunk arbeiten und spielte in allen einschlägigen Berliner Ballsälen, die den Krieg überstanden hatten.

Tragischerseise hat er in den 70er Jahren "bei seinen eigenen Beerdigungen" (sagt der Sohn Stephan d'Orio) gespielt: 1975 spielte die Band beim letzten Abend in "Walterchen's Ballhaus" am Bülowbogen, bevor das Gebäude abgerissen wurde.
Das Gleiche passierte mit dem 1979 abgerissenen "Ballhaus Resi" in der Hasenheide (Kreuzberg), das 1951 aus dem alten "Orpheum"hervorgegangen war.

Sehr interessant ist eine Anekdote aus dem Juni 1947: Am Hochbahnhof Hallesches Tor waren Swingklänge zu hören, woraufhin die neugierigen Berliner den Tönen bis in die Ruine der Heiligkreuzkirche am Blücherplatz folgten: Dort war die Bigband von Lubo d'orio im Chorraum aufgebaut, auf dem ehemaligen Altar stand ein Mikrophon, eine mobile Aufnahmeeinheit der ELECTROLA ließ Glenn-Miller-Titel einspielen... So konnten die Swingkids life dabeisein, als ihre geliebte Musik erstmalig nach dem Krieg wieder auf ELECTROLA-Schallplatte aufgenommen wurde!

(s. auch: "Swingtime in Deutschland", S.119 f., Transit-Verlag Berlin 2012)

1983 verstarb Lubo d'Orio 79 jährig in Berlin.

wuthe, http://www.swingtime.de
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jitterbug
Fri Mar 29 2013, 13:12pm
Joined: Wed Mar 27 2013, 16:49pm
Location: Berlin
Posts: 407
An Willi:

Der Plattenspieler sieht aus wie das Standard-Brotkasten-Modell von ELECTROLA, das noch 1938 auf den Markt kam (s. auch ELECTROLA Jahreskatalog 1939 mit Farbbild). Es handelt sich in diesem Fall um den Schrank mit untergebautem Plattenfach, der als "Modell 189" vor dem Krieg für RM 235,- zu haben war.

Das Radio ist das "Imperial Staßfurt" Modell I60GWK, das nach dem Krieg baugleich mit neuer Scala als "RFT" weiter auf dem Markt war.

Gruß, Stephan

wuthe, http://www.swingtime.de

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Grammo-Klaus
Wed Apr 26 2023, 21:14pm
Joined: Mon Jan 27 2014, 11:46am
Location: Im sonnigen Westfalenland
Posts: 577
Ja, der Lubo D´Orio machte schon echt guten Swing auf Electrola-Platten. Komischerweise finde ich seine Platten immer in extrem schlechtem Zustand. Hat das vielleicht mit der Produktion der Schellacks kurz nach dem Krieg zu tun, Thema Materialknappheit, nachlassende Pressqualität o.ä. ? Oder bin ich dem D´Orio-Fluch verfallen.
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