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Vorverstärkungsequipment mit einstellbaren Kennlinien für Anfänger
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Oistrakowitsch
Sa Jan 13 2024, 16:43 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Do Jul 04 2019, 19:24
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 22
Hallo Zusammen!

Ich beschäftige mich jetzt schon ne Weile mit der korrekten Entzerrung unserer Platten, beim Digitalisieren mit Audacity läuft das auch ohne Probleme. Probleme gibt's aber beim einfachen Hören über die Anlage. Bisher gebe ich das Signal einfach unverstärkt an den Receiver, stelle die Bässe nach Gehör hoch und drehe dann fast ganz auf, das Ergebnis ist immerhin besser als RIAA-Verstärkung. Für einen Verstärker mit einstellbaren Entzerrkurven reicht das Budget aber nicht, wie ich das mitbekommen habe wäre die wohl günstigste und trotzdem qualitativ zufriedenstellende Option ein Aikido Phono 78. Ich sehe aber nicht ein 400€, also fast den Wert meines ganzen restlichen Setups, für einen Verstärker auszugeben, der nur eine so begrenzte Auswahl an Kurven bietet (korrekte Telefunken/Ultraphon-Entzerrung etwa ist nicht möglich).

Daher meine Frage: Was kennt ihr so an kostengünstigen und studentenfreundlichen Lösungen? Ich habe schon öfter von Lösungen zum Selberbauen gelesen, ich habe aber weder das Equipment, noch die Zeit oder Lust mich in die Thematik rund um Schaltbilder, Löten etc. einzulesen. Daher bitte nur Lösungen "von der Stange". Solltet ihr aber alte Lösungen vom Gebrauchtmarkt kennen bitte auch kundtun!

Eine Lösung die mir momentan vorschwebt wäre die Entzerrung mit Equalizer, wovon ich auch öfter gelesen habe. Mit einem 31-Band EQ könnte käme man den alten Kurven schon ziemlich nah, dann muss man zwar oft umstellen, für mich als Klassik-Sammler ist das aber kein allzu großes Problem. Eine Gesamtaufnahme eigentlich verwendet schließlich eh nur eine Kurve, etwa eine Stunde problemlose und korrekte Entzerrung wäre mir also garantiert. Was mir dann fehlt ist aber ein Gerät, das mir das Ausgangssignal linear vorverstärkt, da weiß ich aber auch gar nicht, wonach ich suchen soll. Im Sinn hätte ich eine Verstärkung um die 40db, da ich aus meiner Ausgangsspannung von 2,7mV gerne 150mV machen würde, den Grund dafür kann ich vielleicht demnächst, wenn alles klappt, in einem neuen Beitrag erläutern. Einen Hama-RIAA-Vorverstärker (PA506) mit 40db Verstärkung hätte ich auch übrig, könnte man da die Entzerrung auf einfachste Art und Weise umgehen und einen linearen Verstärker daraus basteln?

Ich freue mich schon auf euren Input!
Grüße,
David

PS:
Mein Setup:

Plattenspieler: Pioneer PLX-500
System: Audio Technica AT-VM95 SP (krude aber brauchbar auf Mono geschaltet)
Vorverstärker: (noch) keiner
Verstärker: Teufel KB 42 CD-Receiver
Lautsprecher: Teufel Ultima 20 MK3
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autoreverser
So Jan 14 2024, 14:09
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 05 2024, 15:21
Wohnort: Melsungen
Beiträge: 4
Hi David,

auch ich bin gerade dabei, einen Teil meiner Sammlung aufzunehmen.

Mein Grundanspruch ist, die Aufnahme so unverfälscht wie möglich zu machen.
In der Vergangenheit wurden im Zuge der CD-Ausbreitung endlos auch endlos viele Schellacks digitalisiert und tonnenweise auf CD-Samplern wieder veröffentlicht. Ich habe ausdrücklich kein Supergehör, leider höre ich trotzdem bei fast allen dieser "Wiederveröffentlichungen" heraus, daß es einfachste mp3- Dateien sind, häufig wurde dann die Aufnahme noch durch Lawinen von De-Noisern, Equalizern etc. gejagt, am Ende ist jeglicher klanglicher Flair und Originalität dahin.

Interressanterweise waren die besten Aufnahmen, die ich 1:1 gemacht habe, solche auf Band, bzw. Cassette, ist aber m.E. suboptimal, weil ich dann wieder auf ein Medium zurückgreife, für daß ich zwar Hardware habe, für mich selbst brauche ich die Aufnahmen aber nicht, sind eigentlich ausschließlich für andere (ich hab' ja die Originalscheiben), also doch digital.
Entschieden habe ich mich letzten Endes für Dateien im wav-Format und mir dafür ein Tascam DR-05 gekauft, das hat nämlich "Line In" und Teil kostet je nach Anbieter im Netz kaum mehr als € 100,- .

Das Ding ist prima und gleichzeitig die einzige Ergänzung zu meiner normalen Anlage, ich kann entweder das Teil über USB als Audio-Interface nutzen, oder die Speicherkarte direkt in mein Laptop stopfen, die Aufnahmen direkt speichern, versenden oder was weiss ich...

Also wenn Du einen Verstärker mit "Tape Out" oder "Line Out" hast, einfach ein Kabel Stereoklinke 2x RCA Cinch auf 2,5mm Stereo-Klinke auf diesen (da gibts bestimmt auch andere, gleichwertige Recorder für'n schmalen Taler !) und der Drops ist gelutscht.

Wenn du magst, schick' mir eine PN und ich kann Dir ein Aufnahmebeispiel zukommen lassen,

Gruß Conrad
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autoreverser
So Jan 14 2024, 14:14
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 05 2024, 15:21
Wohnort: Melsungen
Beiträge: 4
...hab'sch fast vergessen:

Voraussetzung für eine gute Aufnahme ist auch eine richtig gereinigte Platte, ich mache das mit einer OkkiNokki, Reinigungsflüssigkeit lauwarmes Wasser mit etwas Spüli, bei stärker verschmutzten Scheiben evtl. Vorbehandlung mit etwas speziellem Fettlöser (z.B. Ofenreiniger), aber VORSICHT: Niemals mit Alkohol (außer Du trinkst den selbst...) und die Flüssigkeit danach direkt absaugen / abtrocknen...
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