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Foren > Künstler > Entwicklung des Tonfilms - Filme und Film Stars auf Platte > Entwicklung des Tonfilm
Chronophon und Elgéphone von Léon Gaumont
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Starkton
Mo Sep 10 2012, 16:29 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Am 7. November 1902 zeigte Léon Gaumont in Paris einen Tonfilm mit Hilfe eines Projektors und einem daran gekoppelten und damit synchronisierten Grammophon. Er kam dabei Oskar Messter zuvor, der an einer ähnlichen Erfindung arbeitete und seine ersten Ton-Bilder am 29. August 1903 im Berliner Apollo-Theater vorstellte.

Beide Erfinder patentieren ihr System und verbanden sich zu einer Interessengemeinschaft der sie den Namen Gaumont-Messter Chronophon-Biophon gaben. Gaumont lieferte seine Tonfilme nicht nach Deutschland, und Messter überließ Gaumont den französischen Markt. In England traten sie jedoch, zumindest zeitweise, gemeinsamen auf. Ein weltumspannender Konzern, wie er Messter vorschwebte, kam allerdings nicht zustande.

Hier sieht man wie das Chronophon hinter der Leinwand positioniert war:



Das ist das Firmenzeichen der Société Léon Gaumont & Cie., Paris


Im Jahr 1911 kaufte Gaumont das Pariser Hippodrome, einen Kinosaal für 5000 Zuschauer, und gab ihm den Namen Gaumont Palace.



Am 29. März 1906 meldete die Société Léon Gaumont & Cie. den Namen Elgéphone als Warenzeichen in Deutschland an. Dabei handelte es sich um ein Starkton-Grammophon welches mit einem komprimiertem Gasgemisch die von der Schallplatte übertragenen Töne verstärkte. Der Gasdurchfluss konnte gesteuert und damit die Lautstärke verändert werden. Beim Konkurrenzprodukt Auxetophon der Gramophone Company war das nicht möglich.

Gaumont eröffnete Ende 1906 unter dem Firmennamen Léon Gaumont & Co. in Berlin, SW., Friedrichstraße 46, eine Filiale. Spezialität war das Elgéphone, die angeblich "lauteste Starktonmaschine von hervorragendster Wirkung und größter Natürlichkeit in der Wiedergabe." Bei einem Preis von 3600 Mark und einem Kampfgewicht von 100 kg war der Absatzmarkt allerdings begrenzt.

Hier sieht man das Elgéphone in einer zeitgenössischen Aufnahme zusammen mit einem Filmprojektor.




Zum Glück hat mindestens ein Elgéphone die Zeit überdauert.




Gaumont hatte nicht nur das teure Elgéphone sondern auch das Chronophon Model C für die Tonfilmbegleitung im Angebot. Beim Model C sind zwei Type IV Grammophone der Victor Talking Machine Co. verbaut.




Gaumont bezog seine Filmplatten wie Messter unter anderem von der Gramophone Co. Die paar Gaumont Special Records die ich von der Gramophone Co. kenne, sind alle in den Jahren 1905 und 1906 in London aufgenommen und auch in den regulären Katalog übertragen worden. Ob sie ein Sonderetikett wie bei Messter tragen ist mir unbekannt.

Ich habe nur eine einzige von der Gaumont Co. als Filmplatte verwendete Aufnahme. Die 25 cm Platte ist einseitig und belegt, dass reguläre Pressungen einfach mit einem Gaumont-Label überklebt wurden. Interessant ist hier die eingetragene Film- oder Plattennummer "X 8/9," sowie der Hinweise für den Vorführer, dass der Film offenbar beim ersten zu hörenden Ton zu starten ist.

Durch die Zonophon-Katalognummer und Grammophon-Matrizennummer (X 42451, mx. 8539b) ist die Platte schnell zu identifizieren. Sie wurde am 20. Juli 1906 von Fred William Gaisberg in London aufgenommen. Ursprünglich erschien sie unter der Katalognummer G.C. 3-2813 mit Grammophon-Label. Diese Zonophon-Label Platte trägt eine römische "II", welche die zweite Pressmatrize bezeichnet, nach der Katalognummer.

Das eigentlich besondere ist der Interpret dieser Schallplatte mit dem Titel Wait till the work comes round, Arthur Gilbert. Gilbert war seit 1906 Regisseur der Chronophon Filme und hat, unbestätigten Angaben zufolge, zumindest in zwei Filmen selbst mitgespielt. Einer entstand vor dieser Tonaufnahme und kommt deshalb nicht in Frage, der andere, von März 1908, We Close at Two on Thursday, könnte passen.


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Grammophonteam
Mo Sep 10 2012, 18:21
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2068
Ähnlich wie bei Messter haben sich von Gaumont einige Phonoscènen erhalten.

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Sehr interessant auch dieser Filmausschnitt, hier wurde gefilmt (c. 1905) wie eine Phonoscène gedreht wird.





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Das Patent von LEON GAUMONT.

Patentnummer: 759693
Eingetragen: 17. Dez. 1902
Ausgestellt: 10. Mai 1904

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Grüße
Yannick

[ Bearbeitet So Jun 17 2018, 08:43 ]
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Musikmeister
Di Sep 11 2012, 22:07
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 913
Besteht hier ein Zusammenhang mit der Deutschen Chronophon-Gesellschaft m.b.H.?
Die Werbung wurde in einer Zeitschrift aus Juni 1908 gefunden.


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Starkton
Di Sep 11 2012, 22:21
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Musikmeister schrieb ...

Besteht hier ein Zusammenhang mit der Deutschen Chronophon-Gesellschaft m.b.H.?

Nein, Gaumont und Messter hatten lediglich versäumt sich den Namen Chronophon in Deutschland schützen zu lassen. Die Deutsche Chronophon-Gesellschaft m.b.H. hat ihn dann am Tag ihrer Gründung am 13. Juli 1907 selbst als Warenzeichen angemeldet.

Die beiden Darmstädter Kaufleute die hinter der Chronophon G.m.b.H. standen, Ludwig Müller und Harry Mörser, hatten mit Gaumont nichts zu tun.
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Musikmeister
Di Sep 11 2012, 22:31
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 913
@Starkton: Vielen Dank für die Info!

Die Darmstädter Kaufleute haben sich scheinbar den Namen auch nicht schützen lassen, denn in einem Plattenkatalog von 1930 fand ich folgenden Stempel. Kannst du dazu was sagen?

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Starkton
Di Sep 11 2012, 22:44
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Schöner Fund! Die Darmstädter Chronophon G.m.b.H. verschwand nach wenigen Jahren wieder von der Bildfläche und mit ihr auch das Warenzeichen.

[ Bearbeitet Di Sep 11 2012, 22:45 ]
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_-_-_
Mi Sep 12 2012, 08:21
Dabei seit: Do Mai 12 2011, 09:46
Einträge: 268
Starkton schrieb ...

Schöner Fund! Die Darmstädter Chronophon G.m.b.H. verschwand nach wenigen Jahren wieder von der Bildfläche und mit ihr auch das Warenzeichen.

Ist ja kein Wunder, wenn man seine Grammophone verschenkt.
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