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Foren > Musik, Tanz, Theater und Tonfilm > Jazz, Swing und Ragtime
"Jazz-Band-Kapelle" Bernard Etté - 1922
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Formiggini
So Okt 14 2012, 13:18 Druck Ansicht
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Unser Mitglied Stompy hat auf seinem YT Kanal einen Titel aus Bernard Etté´s erster Aufnahmesitzung (noch vor seiner Zeit bei der VOX) zur Verfügung gestellt, verbunden mit einigen Fragen die wir hier gerne in den Raum stellen möchten.




Jazz-Band-Kapelle, Kapellmeister Bernard Etté vom Alten Boston-Club, Berlin: IM HOTEL ZUR GRÜNEN WIESE [ = JAZZGOSSEN]
Star Record 5860
Mx.-No.: 5860
Berlin, ca. Ende 1922 oder Anfang 1923 (lt. Bergmaier/Lotz März 1923)



.93


Bern(h)ard Ettés erste Aufnahmesitzung präsentiert eine Band, die sich stark von seinen späteren Besetzungen unterscheidet. Es dürfte sich um ein Quartett mit Violine (der Maestro höchstselbst), Klavier, Banjo und Perkussion handeln. In Klang, Stilistik und Jazz-Auffassung erinnern Ettés erste Platteneinspielungen damit stark an ähnliche frühe deutsche Jazzgruppen wie etwa Original Piccadilly Four, Diamond King's Jazzband oder Berolina Jazzband.

Wer kann genauere Angaben zu Besetzung, Aufnahmedatum und dem "Alten Boston-Club" machen? Besitzt jemand andere frühe Star-Platten von Etté?
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Webseite
Grammophonteam
So Okt 14 2012, 17:52
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Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
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In verschiedenen Tanzturnierzeitschriften findet sich (zusammengefasst) folgendes:

Der Berliner Boston Klub war einer der ersten Tanzsportclubs in Deutschland.
Der Name ist dem Tanz VALSE BOSTON entlehnt (ein langsamer amerikanischer Walzer).
Ebenfalls in den USA wurden die ersten Boston Club´s gegründet.

In London müht sich die "Keen Dancer's Society" um seine Verbreitung, sie nennt sich später ebenfalls Boston Club. Tanzlehrer beginnen etwa um 1907 mit dem Unterricht im Valse Boston

Der "Alte Boston-Club, Berlin" wurde 1911 gegründet (Eine Adresse ist uns nicht bekannt).
Dazu ein Zeitgenosse:

Wer im Berliner Boston-Club um eine Mitgliedschaft ersuchte,
musste hohe Hürden nehmen. Aufgenommen wurde nur, wer die Prüfung
der englischen Trainerinnen und die Ballotage (Abstimmung) erfolgreich
bestand. Die Mitgliedskarte des Boston-Clubs galt mit Recht als Legitimation
vorbildlichen Tanzens.


Am 10. Dezember 1912 veranstaltete der Boston-Club im Admiralspalast das erste deutsche Tanzturnier.

Der Klub existiert heute nicht mehr.

Auch Robert Gaden spielte im Boston Klub



Viele Grüße

[ Bearbeitet So Okt 14 2012, 17:54 ]
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Gast
So Okt 14 2012, 18:03
Gast
Und das, obwohl der langsame "Valse boston" auch international "english Waltz" genannt wird.

Kann nicht vielleicht doch die englische Hafenstadt "Boston" gemeint sein ?

Gruß, Nils
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Grammophonteam
So Okt 14 2012, 18:15
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Die Bezeichnung "english Waltz" kam wohl erst später auf, ursprünglich kommt diese Walzervariante aus den USA, z.B. als Quelle Wiki: Link - Hier klicken

Diese Herkunftsgeschichte findet sich auch in anderen Tanzsportpublikationen.

Das der Berliner Boston Klub eben nach dem Tanz benannt wurde, und mit der erste seiner Art in Deutschland war, wurde der Festschrift "Tanzspiel" des deutschen Tanzsportverbandes entnommen.

Viele Grüße
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Musikmeister
So Okt 14 2012, 20:05
Autor
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Wohnort: Hamburg
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Geschichte und Tanzanleitung zum Boston: Link - Hier klicken

Ich kann über diesen Club nichts weiter finden bzw. meine Vermutungen haben sich nicht bestätigt. Eventuell war der Club mehr ein elitärer Zusammenschluss als eine Art Tanzlokal mit fester Anschrift und dieser Club hat sich zu gegebenen Anlässen in andere Lokalitäten, wie z.B. dem Admirals-Palast, "eingemietet".
Wie gesagt: reine Vermutung meinerseits.
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Grammophonteam
Mo Jan 05 2015, 21:12
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Gang durch die Berliner Tanzklubs
(BZ am Mittag, 18. März 1923)

ALTER BOSTON - KLUB


Er gehört zu den elegantesten. Bisher tagte er daher auch im "Esplanade" - Hotel, jetzt residiert er im "Kaiserhof". Kapelle: Ette. Ette ist eine Neuheit in den Berliner Klubs. Viele sind geneigt ihn über Melzak zu stellen. In jedem Fall ist er ihm ebenbürtig. Der Stehgeiger spielt mit Temperament und Rhythmus. Der Klavierspieler erweckt den Eindruck, als ob er vier Hände habe. Ein virtuoser Banjospieler gibt die hellen und scharfen Akzente. Räume, die nur von größeren Tanzkapellen mit mindestens vier bis fünf Mann beherrscht werden können, erfüllt Ette mit seiner Tanzmusik mühelos, ohne daß er geräuschvoll und aufdringlich ist.

Vielen Dank an Konrad Nowakowski, Wien für diesen Fund!
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