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Schallplattenkauf in schweren Jahren
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Autor Eintrag
Odeon89
Do Sep 29 2011, 01:13
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Mär 22 2011, 12:19
Beiträge: 338
Hallo zusammen,

durch Zufall habe ich bei einer Recherche im Internet endlich ein Bild eines Grau-Labels von Telefunken gefunden, das anscheinend noch aus Kriegstagen stammt. Damit wäre zwar noch nicht endgültig bewiesen, dass es vor Kriegsende schon Grau-Etikett-Platten der Telefunken gab, aber es ist zumindest mal ein Indiz dafür. *grins

[ Bearbeitet Fr Apr 07 2017, 18:44 ]
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berauscht
Do Sep 29 2011, 12:51
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1966
Ich habe einmal gelesen, daß diese Grau-Etikett-Platten während des Krieges in Prag bei Ultraphon gepresst worden sind.
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krammofoon
Do Sep 29 2011, 17:31
Schellack-Gnadenhof
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Jun 27 2011, 20:47
Beiträge: 1214
Servus :-)

eine Grau-Etikett habe ich im Fundus.....:
Bestell-Nr.: A 10762 - A-Seite = O, Donna Juanita - B-Seite = Tschiou, Tschiou

Im Spiegel stehen: A-Seite = handschriftlich Lu.-La. so wie (Dreieckssymbol)35539
B-Seite = das Selbe, nur alternativ die 35540.

Kann mir nun wer sagen, aus welchem Jahr die Platte stammt?

Gruss
Georg

P. S.: @ Admins.... das mit der 700er Auflösung stimmt wohl nicht mehr. Meine Bilder haben 700 x 525 px und sehen gestaucht, bzw. gezerrt aus; egal in welcher Auflösung.

Den Rest erkennt man auf dem Bild.






[ Bearbeitet So Apr 01 2012, 17:35 ]
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Herold38
Do Sep 29 2011, 18:21
Gast
Hallo Krammofoon, obige Scheibe gehört schon zu den Nachkriegsplatten. Auf Odeon wurde "O Donna Juanita" am 6. Mai 1949 aufgenommen. Also stammt diese Platte auch aus dieser Zeit.

[ Bearbeitet Di Jun 26 2012, 19:33 ]
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krammofoon
Do Sep 29 2011, 19:23
Schellack-Gnadenhof
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Jun 27 2011, 20:47
Beiträge: 1214
Servus :-)

danke mein wandelndes Schellack-Lexikon *gg*.
Glatt um 4 Jahre verhauen. Hätte ja sein können......

Gruss
Georg

[ Bearbeitet So Apr 01 2012, 17:35 ]
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snookerbee
Sa Nov 05 2011, 11:28
"Urgestein"

⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Apr 15 2011, 20:12
Beiträge: 1677

Eine Frage in die Runde:

Gibt es eigentlich eine empfehlensswerte Buchpublikation oder wissenschaftliche Arbeit zum Thema "Tanzmusik und Jazz 1933 bis 1945" ?

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Gast
Sa Nov 05 2011, 12:06
Gast
Ein guter tip dazu !

Die Dissertation zum Doktorgrad von Axel Jockwer

"Unterhaltungsmusik im Dritten Reich "

Universität Konstanz 2004

Eine wahrhaft umfangreiche und detaillierte Zusammenfassung mit ebenso interessanten Quellenangaben.

Die Arbeit ist im Internet verfügbar ! (Google bemühen)

Einzig die Kosten für den Ausdruck fallen an. 630 Seiten.

Aber das kann ich wirklich jedem Interessierten empfehlen.
Allein die Quellen sind für uns so wichtig, weil sich nur so "Dichtung und Wahrheit" trennen lässt.

Gruß, Nils




[ Bearbeitet So Feb 25 2018, 08:14 ]
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gramofan
Sa Nov 05 2011, 14:09
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1169
Wenn es schon fertig gedruckt sein darf, noch empfehlenswert:
Christain Kellersmann: Jazz in Deutschland 1933 - 1945, Menden 1990,
Bernd Polster (Hrsg.): Swing Heil! Jazz im Nationalsozialismus, Berlin 1989
Michael H. Kater: Different Drummers - Jazz in the Culture of Nazi Germany, New York 1992.
Alle drei Bücher haben ihren Schwerpunkt im Bereich Tanzmusik (auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt).
Und ganz lesenswert die Erinnerungen eines Zeitzeugen:
Gunter Lust: The Flat Foot Flogee, treudeutsch, treudeutsch, Hamburg 1992.
Von Horst Winter und Teddy Stauffer gibt's Autobiographien. Weniger bekannt ist die von Hans Werner Kleve, der in den letzten Kriegsjahren in Berlin ein Orchester leitetet (aber keine Platten mehr aufnehmen konnte).
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snookerbee
Sa Nov 05 2011, 14:34
"Urgestein"

⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Apr 15 2011, 20:12
Beiträge: 1677
@Gast & gramofan:

Herzlichen Dank für die Lektüre. Die Empfehlungen sind mal wieder ein Grund, in die Bibliothek zu gehen.

LG
Claus

[ Bearbeitet So Feb 25 2018, 08:16 ]
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Aristodemo
Fr Feb 03 2012, 10:55
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 21 2012, 01:07
Beiträge: 426
Hallo, erlaube mir noch ein paar Anmerkungen zu obigem Tread....

Schallplatten wurden schon im 1. Weltkrieg als "zum täglichen Bedarf gehörend" angesehen, ODEON hat z.B.bis 1917 Platten aufgenommen, xxB 6321 - 6399, Be 1800 - 1850.
Die wohl letzte deutsche Aufnahme(im ". Weltkrieg) wurde von ODEON am 16.Januar 1945 mit Kurt Stieler, Violine getätigt, Herbert Ernst Groh nahm noch "Resignation" und Tango Arigane" auf (Be 13535/13536).
Zur Bereitung von Schellackmasse gehört IMMER ein gewisses Quantum Altmaterial, dieses soll sich positiv auf das Pressmaterial auswirken.
Die Abgabe von Altmaterial wurde 1942 eingeführt, anfangs eine, später zwei Platten. Zu Ende des Krieges musste sogar ein Kuvert abgegeben werden, wenn nicht sogar Illustrierten-Kunstbeilagen von Kriegsberichterstattern zu Plattenhüllen verarbeitet wurden.
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Gast
So Apr 01 2012, 16:08
Gast
Hier habe ich noch einen interessanten Nachtrag.

Dies ist eine relativ späte Tempoplatte. Aufgenommen im Juni 1944 (nach den inzwischen gesicherten Erkenntnissen, daß leider alle Datumsangaben in der Lange-Diskographie für die späten Kriegsjahre ab 1942/43 eindeutig falsch sind).
Leider haben diese falschen Angaben von Horst H. Lange über die Jahre in vielen Publikationen oder CD/LP-Booklets Einzug gehalten.




Der bekannte Schlager aus der Endzeit des Krieges wurde also im Sommer 1944 vrkauft.

Diese und etliche andere sehr interessante Platten kommen aus dem Nachlaß des von mir öfter zitierten Zeitzeugen.
Er kaufte sich praktisch jeden Monat einige Schlagerplatten, er wußte auch bis zuletzt fast immer so etwa wo und wann gekauft und erkannte jede Plattenseite nach zwei Takten...

Der Zwangsumtausch war ihm natürlich nicht gelegen, weil er jede Platte sehr pfleglich behandelte.
Er zahlte halt die 50 Reichspfennig mehr pro Platte, die fällig wurden, wenn man keine Altplatten beim Neukauf abgeben konnte.
Sehr sympathisch ! :-)

Nachtrag:
das "Musik-u. Radiohaus Friedrich Görz" (Nauener Str., heute Friedrich-Ebert-Str., rechts neben dem geschlossenen Kino Melodie) war der bekannteste Plattenladen in Potsdam mit zeitweiligen Filialen in Babelsberg und Berlin-Steglitz

[ Bearbeitet So Apr 01 2012, 16:20 ]
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snookerbee
So Apr 01 2012, 18:11
"Urgestein"

⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Apr 15 2011, 20:12
Beiträge: 1677

Danke für die Info. Damit kann ich nun eindeutig sagen, daß ich auch im Besitz einer der ganz späten Tempo-Scheiben bin. Diese Aufnahme ist übrigens auch auf späteren Amiga-Pressungen verwendet worden.
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Calle
Mo Apr 02 2012, 00:19
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Apr 18 2011, 10:57
Wohnort: Emmerich am Rhein
Beiträge: 292
Hallo Nils !
ist der Zeitzeuge neulich verstorben ? Dies, da Du am 25. Juni letzten Jahres schrieb "Ich habe das große Glück, noch einen lebendigen Zeitzeugen zu haben, dessen Hobby Schallplatten waren und der sich viele Platten in den Jahren 1932 - 1945 kaufte. Die Platten existieren zum Glück größtenteils bis heute."

Wäre wirklich schade...; der konnte Dir bestimmt vieles (aus 1. Hand) erzählen über unser Hobby !

Mfg
Calle
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Gast
Mo Apr 02 2012, 03:26
Gast
Hallo Calle,

ja, leider, der alte Herr ist im Dezember im stolzen Alter von 98 Jahren verstorben.

Gruß, Nils
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berauscht
Do Jun 14 2012, 15:06
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1966
Aus Schallplattenreklame der Jahre 1943/44:

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GrammophonTeam
Fr Jun 15 2012, 07:23
Seitenbetreiber

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: Köln
Beiträge: 1826
1941/42


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Gast
Fr Jun 15 2012, 09:34
Gast
Noch eine Anmerkung aus dem Buch von Stephan Wuthe "Swingtime in Deutschland".

Demnach mußte für Tempo-Platten KEIN Altmaterial abgegeben werden. Und das bei einem Verkaufspreis von nur 1,- RM.

Vielleicht war das neben dem Preis auch ein Baustein für den sehr gewachsenen Anteil der TEMPO in den Kriegsjahren.

Es sei auch nochmal erwähnt, daß es 0,50 RM extra kostete, wenn man keine Altplatten beim Kauf einer neuen abgeben konnte/wollte.

Gruß,Nils
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berauscht
Fr Jun 15 2012, 15:30
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1966
Möglicherweise hängt die große Verbreitung auch mit der Firmengröße zusammen, irgendwo hab ich mal gelesen, daß Tempo so klein war, daß sie keine Platten für den Export herstellen mussten, und deshalb die ganze Produktion im Reich verkauft wurde.

Allerdings gibt es ja auch die E4000 Bestellnummernserie, von dieser hab ich auch mal irgendwo gelesen, es sei eine Exportserie gewesen.

Wer weiß da was über die E4000er Serie?
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Gast
Fr Jun 15 2012, 15:58
Gast
Ja, die E Serie war tatsächlich für den Export gedacht, allerdings wurden sie auch innerhalb Deutschlands verkauft.

Österreich gehörte ja zum "Reich" in den Jahren und dort findet man sie ausgesprochen häufig auf Flohmärkten usw.

Wenn mich meine Erinnerung jetzt nicht täuscht, soll Tempo in den Kriegsjahren immerhin einen Anteil von 15% am Gesamtverkauf gehabt haben.

Gruß, Nils
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