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Grammophone in BildernGrammophongalerie


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Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > LABELKUNDE - Internationale Labels > Labels G-H
Exotische Aufnahmen der Gramophone & Typewriter Ltd. (Dezember 1900 - November 1907)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Starkton
Fr Dez 14 2012, 14:03 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Diese Platte hat William Sinkler Darby am 8. Februar 1902 in Baku, Azarbaidschan aufgenommen. Ein Männerduett, laut Aufnahmebuch Ovanes(t) und Munak, wobei Ovanes eigentlich ein armenischer Vorname ist, singt auf azarbaidschanisch begleitet von einer Musikkapelle.

Die Platte wurde etwa 1903 in Riga gepresst.

Besonders interessant ist der grüne Aufkleber auf dem Label. Er gehört zum Musikgeschäft G. Ignatij Indrzhishek in Baku. Das zeigt dass die Platte tatsächlich am Aufnahmeort verkauft wurde. Indrzhishek war ein bedeutender Händler für Musikinstrumente und Noten mit zwei Filialen in Kiew und Baku. Hier ist sein Portrait.


Henry Ignatievich, wie er sich später nannte, kam 1903 auf den Gedanken zusätzlich Grammophone und Schallplatten in seinen Läden anzubieten. Meine Schallplatte ist also ein ganz frühes Beispiel für den neuen Geschäftszweig.

Ignatievich ist auch dadurch bekannt, dass er mit seinem Berliner Geschäftspartner Ernst Hesse im Jahr 1909 die "International Extra Record" Gesellschaft mit einer Pressfabrik in Kiew und einer Filiale in St. Petersburg gründete sowie selbst Schallplatten unter diesem Namen aufnahm und pressen ließ. Nach einem Brand, bei dem die Pressmatrizen zerstört wurden, verlor Hesse das geschäftliche Interesse und kehrte nach Berlin zurück.

Ignatievich machte jedoch weiter und hatte ab 1912 großen Erfolg mit Schallplatten unter dem neuen Namen "Extraphone."






Plattenhülle des Musikgeschäfts G. I. Indrzhishek mit den Adressen in Kiew und Baku.

[ Bearbeitet Do Aug 28 2014, 17:04 ]
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HGN
Fr Dez 14 2012, 19:27
Dabei seit: Fr Dez 30 2011, 13:30
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Einträge: 110
Hallo Starkton

Super.

Die Musikjäger waren auch in Albanien. Das erste Mal Favorite in 1904. Hier eine 1930 Aufnahme auf Victor von A. D. Lawrence von Gramco in Tirana aufgenommen. Im Haus eines reichen Geschäftsmannes namens Kinja wurden 90 Platten von 20 gruppen aufgenommen.

Hier klicken

Gruss
HGN
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HGN
Fr Dez 14 2012, 21:15
Dabei seit: Fr Dez 30 2011, 13:30
Wohnort: Hellerup bei Kopenhagen
Einträge: 110
Hallo

Hier ein Bild aus dem albanischen Film "Gjeneral Gramafoni" von 1978.
Die Handling ist in etwa 1935 4 Jahre bevor der italienischen Besatzung Albaniens verlegt.




Interessierte - Grammophone und ein Plattengeschäft tauchen mehrmals auf - finden den Film hier:
Link - Hier klicken
Gruss
HGN

[ Bearbeitet Mo Feb 26 2018, 18:26 ]
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Starkton
Sa Dez 15 2012, 08:39
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Einträge: 1927
HGN schrieb ...

Die Musikjäger waren auch in Albanien. Das erste Mal Favorite in 1904. Hier eine 1930 Aufnahme auf Victor von A. D. Lawrence von Gramco in Tirana aufgenommen. Im Haus eines reichen Geschäftsmannes namens Kinja wurden 90 Platten von 20 gruppen aufgenommen.

Danke für den Tipp! Habe ich mir gleich angehört.

Im Internet steht ein Text dazu (auf Englisch): Link - Hier klicken

Dort wird behauptet dass die Gramophone Co. bereits 1906 in Albanien gewesen wäre. Keine dieser angeblichen Aufnahmen ist jemals aufgetaucht und ich zweifle sehr, dass es diese Expedition gegeben hat. Die ersten Aufnahmen der Gramophone Co. in albanischer Sprache welche ich identifizieren konnte entstanden im März 1909, jedoch in Thessaloniki. Kann gut sein dass es noch bis 1930 dauerte bis ein Aufnahmeingenieur dieser Firma in Albanien auftauchte.

PS: Habe mich getäuscht. Max Hampe war Mitte 1908 für die Gramophone Co. in Albanien, siehe unten.

[ Bearbeitet So Dez 16 2012, 22:52 ]
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veritas
Sa Dez 15 2012, 09:18
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
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Einträge: 461
Eine wirklich sehr ungewöhnliche Platte, zumal sie ja wirklich aus der Pionierzeit ethnischer Feldaufnahmen stammt. Und das Cover wertet die Sache noch einmal weiter auf.

Es wäre sicher interessant herauszufinden, ob die bekannten G&T-Geräte dort auch verkauft wurden und wie die Preise taxiert waren. Ich denke mal, die Kosten für ein Grammophon müssen, verglichen mit den dortigen Einkommensverhältnissen, geradezu astronomisch gewesen sein.
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HGN
So Dez 16 2012, 17:32
Dabei seit: Fr Dez 30 2011, 13:30
Wohnort: Hellerup bei Kopenhagen
Einträge: 110
@ Starkton

In dem vom dir angegebenen englischen Text wird auch angegeben, dass die Firma Favorite 1904 in Albanien war. Platten werden als verloren angegeben.

Ich habe das folgende in dem indischen! The Record News von 1994 gefunden. Favorite scheint eine aktive Firma gewesen zu sein. Jedenfalls waren sie (gemäss TRN) in Sommer 1905 in Griechenland und der Tyrkei. Albanien wäre deshalb möglich?! Albanien war schon immer ein "Durchgangsland".





Gruss
HGN
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joha
So Dez 16 2012, 20:01
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Hallo Zusammen,
ob sie exotisch ist kann ich nicht sagen.





Matr.V*104209V A 4522r
Matr.V*104208M A 4521r
Ljubljana volkstümliche Musik

Gruss joha
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Starkton
So Dez 16 2012, 22:08
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
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HGN schrieb ...

@ Starkton

In dem vom dir angegebenen englischen Text wird auch angegeben, dass die Firma Favorite 1904 in Albanien war. Platten werden als verloren angegeben.

Ich habe das folgende in dem indischen! The Record News von 1994 gefunden. Favorite scheint eine aktive Firma gewesen zu sein. Jedenfalls waren sie (gemäss TRN) in Sommer 1905 in Griechenland und der Tyrkei. Albanien wäre deshalb möglich?! Albanien war schon immer ein "Durchgangsland".

The Record News ist eine sehr interessante Publikation der rührigen Society of Indian Record Collectors. In der Ausgabe von 2002 habe ich einen längeren Artikel zu Edisons indischem Phonographenpatentantrag von 1878 geschrieben, welcher sich in meiner Sammlung befindet: Link - Hier klicken

Die Schallplattenfirma "Favorite" hatte nach ihrer Gründung im August 1904 zuerst in Deutschland und danach in Frankreich Aufnahmen gemacht. Bereits ein Jahr später besaß sie in Kairo einen Vertreter für Ägypten und den Sudan und in ihrem Repertoire sollen schon 600 orientalische Aufnahmen gewesen sein. Fleißig, fleißig ...

Ob sich darunter auch albanische Aufnahmen befunden haben kann momentan weder belegt noch widerlegt werden. Ich habe jedenfalls noch keinen Hinweis darauf gefunden.
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Starkton
So Dez 16 2012, 22:20
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
joha schrieb ...

Hallo Zusammen,
ob sie exotisch ist kann ich nicht sagen.
...
Ljubljana volkstümliche Musik

Gruss joha

Diese Aufnahmen von Max Hampe für die Gramophone Company im Frühjahr 1908 in Ljubljana sind auf jeden Fall exotisch genug. Hampe hatte im April 1908 etwas über 100 Aufnahmen in Sarajevo gemacht, und ist dann nach Ljubljana, und schließlich über Wien nach Zürich weiter gereist.

Nachtrag:
Ich stelle gerade fest dass Hampe im Anschluss an Ljubljana in Shkodra, Nordalbanien war. Hmm, also muss es schon im Jahr 1908 albanische Aufnahmen gegeben haben. Bevor er in Wien ankam hat Max Hampe auch in Montenegro noch einige Aufnahmen gemacht. Die dürften ebenfalls unauffindbar sein!

[ Bearbeitet So Dez 16 2012, 22:49 ]
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Aristodemo
So Dez 16 2012, 22:31
Dabei seit: Sa Jan 21 2012, 01:07
Einträge: 425
In der Monarchie war Ljublijana noch Laibach !
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Starkton
So Dez 16 2012, 22:41
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Aristodemo schrieb ...

In der Monarchie war Ljublijana noch Laibach !

Für die Slowenen jedoch schon damals nicht, siehe Plattenlabel.
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Aristodemo
Mo Dez 17 2012, 09:42
Dabei seit: Sa Jan 21 2012, 01:07
Einträge: 425
Dann bitte den tread auf slowenisch.
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Starkton
Mo Dez 17 2012, 12:31
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Ich hätte besser schreiben sollen: "Für die Einheimischen schon damals nicht." Denen (fast alle waren slowenischstämmig) war es nämlich ziemlich egal ob die fernen Vertreter der k. u. k. Monarchie noch die deutsche Ableitung von "Ljub-" (Laibach) verwendeten. Die Gramophone Co. handelte britisch pragmatisch: sie druckte den zu dieser Zeit bei den Einwohnern gebräuchlichen Städtenamen ab.
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