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Foren > Grammophone > Standgeräte
Edison Disc Phonograph
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Charleston1966
Mo Feb 18 2013, 17:55 Druck Ansicht
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 378
Liebe Sammlerkollegen,

heute möchte ich Euch meinen Edison Diamond Disc Phonographen vorstellen.

HERSTELLER: Edison Industries West Orange New Jersey
MODELL: A 100
SERIENNUMMER: SM 8704
JAHR: 1915-1918
DAMALIGER PREIS: ?
GEHÄUSE: No: 9 Eiche mit Schellack überzogen, offene Plattenablage
PLATTENTELLER: 12" Grünes Flies
TRICHTER: Metallinnentrichter mit Lautstärkeregelung über Bowdenzug
MOTOR: Federantrieb, mit automatischer Tellerbremse
SCHALLDOSE: Edison Diamond Disc Normalplay Reproducer

INTERESSANTE DETAILS: Adapterschalldose für Seitenschrift und Pathé Tiefenschriftplatten

Das Gerät hat einen sehr schönen Klang (auch mit Nicht-Edison-Platten), ist sehr laufruhig. Mit einmaligem Aufziehen zieht das Gerät 2-3 Plattenseiten ohne Probleme durch.

Innenansicht mit Schalltrichter und Federlaufwerk (könnte mal wieder geputzt werden):



Typenschild mit Modell- und Seriennummer:



Gerät in Action:



Mit Adapter für "Normale" Seitenschriftplatten und Stahlnadeln:



Mit Adapterschalldose für Pathéplatten eingestellt, Vorausgesetzt ein Pathésaphir:



Schachtel mit Betriebsanleitung für Adapterschalldose:




Unter dem Plattenteller befindet sich noch eine Einfüllöffnung für ÖL, welches doch großzügig einegfüllt werden sollte. Auf dem Gerät hinten links ist der Geschwindigkeitsfeinregler. Der Tonarm wird mittels Spindel (Gewindestange) weitergeführt. Die Lautstärkeregelung übernimmt der kleine grüne Ball welcher mit einem Bowdenzug in die Trichteröffnung gedrückt wird. Auf dem vorletzten Bild ist die Abschaltautomatik zu sehen welche das Gerät am Plattenende abschaltet. Schallplatten mit Centerstart können aufgrund des Tonarmvortriebs nicht abgespielt werden. Das genaue Baujahr ist leider nirgends vermerkt, allerdings ist aus verschiedenen Quellen u.a. Wikipedia zu erfahren, daß das Gerät nur zwischen 1915 und 1918 gebaut wurde. Das Gehäuse No. 9 war auch mit geschlossener Plattenablage zu haben. Das Gerät ist soweit ich es erkennen kann im Originalzustand und unverbastelt.

Freue mich schon auf ergänzende Info´s.

LG
Karlheinz
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Limania
Mo Feb 18 2013, 19:34
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1114
Hallo,

ein superschönes Gerät hast du da, meinen Glückwunsch
Vor allem die Möglichkeit auch andere Schalldosen zu benutzen, finde ich toll.

LG Limania
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alang
Di Feb 19 2013, 02:12
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
Gratuliere zu Deinem Edison A-100. Dieses Modell wuerde mir auch gefallen. Hier ein paar zusaetzliche Informationen aus dem Buch "The Edison Disc Phonographs and the Diamond Discs" von George Frow:
Das Modell A-100 wurde gegen Ende 1915 vorgestellt und bis etwa August 1918 produziert, wurde aber bis 1921 weiter vermarktet. Es war erhaeltlich in Mahagoni oder auch in Eiche (golden, weathered oder fumed). Anfangs wurde es unter dem Namen "The New Standard" gefuehrt, aber bereits ab Februar 1915 in "The Moderne" umbenannt. Der Gehaeusestil soll auf "Louis XVI" basieren. Es gab extra passende Plattenalben zu kaufen.
Der Preis war Anfangs $100, ging dann in mehreren Stufen bis auf $120 im Herbst 1918. In UK lag der Preis 1921 bei £50.
Das Modell A-100 war bereits seit Ende 1912 in Entwicklung und war das erste Modell mit dem neuen "Type B" Motor, der von ein bis drei Federn erweitert werden konnte und auch bei allen folgenden Diamond Disc Machinen eingesetzt wurde. Verzoegert wurde die Einfuehrung als ein grosses Feuer Ende 1914 einen Grossteil der Edison Fabrik zerstoerte.

Gruss
Andreas
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Charleston1966
Di Feb 19 2013, 17:54
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 378
Andreas, für die zusätzlichen Info´s.

LG
Karlheinz
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Odeon89
Mi Feb 27 2013, 20:07
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 281
Wurden die Edison Disc-Modelle eigentlich jemals in Deutschland verkauft? Phonographen und Walzen wurden ja mindestens bis 1914 hier verkauft. Ich erinnere mich, daß ich vor Jahren mal eine französische Annonce aus der Mitte der 20er Jahre gesehen habe, die einen Edison Disc-Phonographen bewarb.
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Willi-H-411
Do Feb 28 2013, 11:00
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1364
Auch von mir Gratulation zu diesem schönen Gerät. Es ist zwar nicht "multitaskinfähig", aber doch "multisystemfähig". Klasse.

VG Willi
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Charleston1966
Do Feb 28 2013, 20:13
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 378
Leider hat es keine "Gangschaltung" für die Longplaying Records, aber von denen sind ja auch nur ein paar gemacht worden, so das sich eine Umrüstung kaum lohnt, zumal ich auch keine davon habe. Auf YT gibt's ja ein Filmchen in dem so ein Gerät vorgestellt wird.

LG Karlheinz
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Charleston1966
Do Feb 28 2013, 20:18
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 378
Hallo Odeon, ich weiss nicht ob diese Geräte in Deutschland zu kaufen waren, mein ist von einer Sammlerbörse, von einem Niederländischen Händler / Sammler (Guido Severiens).

[ Bearbeitet Do Feb 28 2013, 20:53 ]
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veritas
Di Mär 05 2013, 12:49
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 452
Das A100 ist ein wirklich gutes Modell, das macht auf jeden Fall viel Spaß. Ich habe nur das kleine B19, aber das Ding ist auch wuchtig genug. Daß die Diamond Disc-Geräte in Deutschland erhältlich waren halte ich einerseits wg. des ersten Weltkriegs auch für eher unwahrscheinlich. Nach England wurden aber eine ganze Reihe dieser Maschinen aus den USA importiert und gelangten evtl. später auch nach Deutschland.

Die Edison-LPs würde ich aber nicht akustisch abspielen, selbst wenn ich ein Gerät dafür hätte. Die Platten sind haarig teuer und schon das Rumpeln der Antriebsfeder kann den Diamanten hüpfen lassen, was dann ganz schnell einen Rillenschaden hinterläßt. Deshalb sind die wenigsten dieser Scheiben heute noch frei von Fehlern.

Mal so zum Vergleich: Eine 2-Minuten-Walze hat eine Rillendichte von 100 Windungen pro Inch, eine 4-Min-Walze schon 200, Vinyl bis zu 260 Windungen und eine Edison-LP ist mit 400 Windungen pro Inch geschnitten. Laut George Frow (britischer Autor der wohl wichtigsten Bücher zu Edison-Geräten) war der elliptische Diamant für die LP-Schalldosen derart schwierig herzustellen, daß schon die Produktion eine Ausschußquote von 60% hatte.

Interessant ist aber, daß diese LPs wohl im Deutschland der Weimarer Republik für eine (mit Sicherheit nicht lange) Zeit als Import verkauft wurden. Vor einigen Jahren hatte ich eine 10"-LP in der Hand mit dem Etikett eines Berliner Geschäfts für Edison-Geräte. Eine kleine und sicher sehr exklusive Käufergruppe wird es also auch in Deutschland gegeben haben. Nennenswerte Umsätze wurden da aber mit Sicherheit nicht gemacht.

Gut, daß Du eine Schalldose mit Standardgewicht hast und nicht die sauschwere Edisonic oder gar den Dance Reproducer. Damit kann man sich die Platten schön schnell runterschrubben.

Ich habe meine DD-Schaldose mit einer Membran von Greg Bogantz getunt, die ich selbst noch etwas verändert habe. Man sieht die Veränderung am Gerät, dafür ist der Klang nach meinem Geschmack um Längen besser geworden.
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Webseite
alang
Di Mär 05 2013, 17:07
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
Ich habe 2 Diamond Disc Gereate, ein A-80 von 1913 und ein BC-34 von ca 1925. Bei beiden war die original Membran beschaedigt und musste erneuert werden. In einem habe ich eine Bogantz Membran, im anderen ein "True Tone Diaphragm". Das Bogantz hat einen guten Klang, aber das True Tone ist noch wesentlich besser. Damit habe ich zum ersten Mal verstanden, warum Edison Diamond Disk Qualitaet damals so gelobt wurde. Eine wunderbare Klarheit von Stimmen und Instrumenten, die ich von Schellacks nicht kenne.
Gruss
Andreas
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Charleston1966
Di Mär 05 2013, 22:16
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 378
Auch die elektrische Wiedergabe auf meinem Thorens ist ein wahrer Genuss da den platten kein Schleifmittel beigemischt ist sind sie extrem Rauscharm. Die Edison LP's könnte man ja dann fast mit einem normalen Diamant für Vinyls abspielen.

LG Karlheinz
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alang
Di Mär 05 2013, 22:51
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
Soviel ich weiss, braucht man dafuer ienen groesseren Diamanten, weil der normale Vinyl Diamant sonst in den Rillen herumhuepfen und dabei warscheinlich beschaedigt wuerde. Ausserdem muss man die Anschluesse veraendern, weil die Diamond Disks ja in Tiefenschrift aufgenommen wurden. Details werden auf dem amerikanischen Forum oefters diskutiert.
Gruss
Andreas
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veritas
Di Mär 05 2013, 23:03
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 452
Ich habe noch ein Truetone-Testexemplar hier, für das ich noch eine eigene Schalldose zusammenschrauben muß. Ja, gerade bei klassischen Aufnahmen hat diese Membran eine sehr schöne Weichheit. Bei elektrischen Platten ziehe ich aber doch den Bogantz-Mod vor. Wie gesagt, nicht die gelieferte Urform, sondern mit Veränderung. Aus Epoxydkleber setze ich einen ca. 8mm-Dom (flach) auf die Oberseite und härte den Zahnseide-Links ebenfalls mit Kleber. Damit ist alles weniger dämpfend und der Klang wesentlich kräftiger und nicht so distanziert wie die ursprüngliche Membran-Version.

Für ein paar Jahre hatte ich auch mal eine Columbia Viva-Tonal-Membran aus Alu drin, auch mit sehr schönem Klangbild. Ein Freund in NJ hat in seiner BC-34 eine Schalldose mit Edison Needle Type-Membran in Verwendung, klanglich auch sehr reizvoll. Ich bin aber irgendwie bei der veränderten Bogantz geblieben. Wenn ich beide Schalldosen irgendwann mal fertig habe mache ich mal einen akustischen Vergleich mit Mikrofon. Mal sehen was die Spektralansicht da so zeigt.

Die Qualität einer Edison-DD zeigt aber wirklich, was für ein krudes System die Wiedergabe von Schellackplatten eigentlich ist (Schleifmittel, Stahlnadel...).

Ein LP-Diamant scheint mit einer Edison-LP zu funktionieren, bin mir da aber noch nicht vollkommen sicher, daß es wirklich im Sinne der Rille ist. Der müßte eigentlich noch feiner sein.

Jetzt muß ich Schluß machen, gerade hat sich das Glück bei mir eingefunden und verlangt gekrault zu werden.
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Charleston1966
Mi Mär 06 2013, 21:47
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 378
Hallo, mit dem LP-Diamant habe ich mich wohl vertan, eine Vinyl LP hat glaube ich noch mehr Windungen per inch wie eine Edison LP. Ich habe einen 78er Spezialequalizer mit Umschaltung zwischen Tiefen- und Seitenschrift den ich nur für diesen Zweck einsetze.
Ok, jetzt will unser Gasttiger wieder raus.

LG
Karlheinz

[ Bearbeitet Mi Mär 06 2013, 21:49 ]
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