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Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > LABELKUNDE - Deutschsprachige Labels und Firmengeschichte > Labels E-F
ELWE-Concert-Record
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
bavariola
Do Jul 25 2013, 23:45 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Jan 12 2013, 00:38
Einträge: 137
Hallo miteinander!

Ich habe vor ein paar Tagen ein wenig umsortiert, und dabei ist dieses Kuriosum, das ich vor wenigstens zehn Jahren einmal vom Flohmarkt mitgebracht hatte, wieder an die Oberflaeche gekommen: Elwe-Concert-Record. Ich hatte sie einzig und allein des sonderbaren Etikettes wegen gekauft (obwohl ich eigentlich kein Etiketten-Sammler bin), jedenfalls ist sie in musikalischer Hinsicht zu nichts zu gebrauchen (daher wohl auch der vorzuegliche Zustand...)



Die Platte bzw. deren Etikett weist mehrere Besonderheiten auf: a) Das Etikett ist aus zwei Teilen zusammengesetzt, naemlich aus der schwarz-goldenen Schablone einerseits, in der das Textfeld fuer den Titel ausgestanzt ist, und aus einem daruntergelegten Textzettel andererseits. b) Beides zusammen wiederum wurde nun aber nicht wie ueblich in die Plattenpresse gelegt, sondern bildet gemeinsam ein Ueberklebe-Etikett. Uebrigens glaube ich nicht, dass das Textfeld, das von der Schablone freigegeben wird, Bestandteil des ueberklebten Etikettes ist, sondern dass es tatsaechlich ein separater Textzettel ist, der zusammen mit der Schablone angebracht wurde, weil man, Lichtreflexe bei der Spiegelung im Lampenlicht ausnutzend, im Bereich des Schablonen-Ausschnittes die Konturen eines weiteren Zettels erkennen kann. c) "Tested of goot qual." beeinhaltet dann auch noch einen kleinen Rechtschreibfehler...

Zwar wuesste ich nur zu gerne, was sich darunter befindet, aber ich werde mich hueten, irgendwo zu kratzen, zu pulen oder abzuloesen; man muß ja froh sein, dass dieses Gebilde unbeschaedigt ist.

Ich spekuliere ungern, deute aber dennoch den Markennamen ELWE als Akronym vom Typ Haribo (Hans Riegel Bonn), denn ich nehme an, dass dieses Wort aus den Initialen des Haendlers gebildet ist, dessen Aufkleber sich auf der Platte befindet, und dass dies seine Hausmarke war. "WE" für W von Windisch waere naheliegend, "EL" für L beim Vornamen waere noch aufzuklaeren.

Eine Parallele zu ELWE ist OTWIN (Otto Windisch); eine Firma in Markneukirchen, die sich mit Musikalien wie Lauten und Mandolinen, Lautsprechern und Magnettonabnehmern befasste. Ich nehme an, dass, zumal auf Grund des sehr verwandten Sachzusammenhanges, ELWE und OTWIN miteinander verwandt sind, woraus ich wiederum ableite, dass meine Deutung des Markennamens ELWE nicht ganz falsch sein kann.

Hinweis 1: Das Markenzeichen (Lyra mit Zirkel, von einer Schlange umgeben) kommt auch als Ueberkleber auf Isiphon-Concert-Record (schwarz) vor, wobei das Isiphon-Emblem passend ueberklebt wurde. Hinweis 2: Auf der anderen Seite ist eine Lizenzmarke aufgeklebt, die ich neben dem Etikett der gezeigten Seite abgebildet habe, denn es gibt ja Spezialisten, die auch aus einer Lizenzmarke einiges herauslesen koennen. Ich wollte, da Haendler-Aufkleber und Lizenzmarke zusammen nennenswerte Teile der Etikettengestaltung verdecken, lieber die gezeigte Seite scannen.

Die Platte wurde augenscheinlich mit Artiphon-Matrizen gepresst, wie man an der technischen Ausfuehrung der Ausschaltrille sowie an Typographie und Systematik der Matrizennummern gut erkennen kann. Ich habe das Etikett bewusst mit einem gewissen Umgriff eingescannt, damit das erkennbar ist.

Discographische Angaben zur anderen Seite dieser Platte: Matrizennummer 613 beziehungsweise C1E beziehungsweise H 25 5 23 (vgl. hierzu die Eintraege im Thread: Deutschsprachige Labels und Firmengeschichte > Labels A-B > Artiphon (Hermann Eisner-Werke).

Zur Beachtung: Ich habe bisher darauf verzichtet, meine Bilddateien mit einem Wasserzeichen zu schuetzen, denn dadurch werden sie in aesthetischer Hinsicht unansehnlich bis unbrauchbar, und ich wuerde auch weiterhin gerne so verfahren. Umso mehr bitte ich die werten Leser/Nutzer, sollten sie beabsichtigen, meine Bilddateien weiterzuverwenden (gleichgueltig ob gewerblich oder nicht), zuvor mit mir Ruecksprache zu nehmen (PN), zumal ich, sollte ich erstmalig meine Arbeiten an anderer Stelle (Dissertation, Chronik, Fachbuch oder was auch immer) wiederfinden, augenblicklich die unschoene Wasserzeichen-Methode verwenden oder - was wahrscheinlicher ist - meine Arbeit konsequent ganz einstellen wuerde, und das ginge dann zu Lasten aller. Ich bitte um Verstaendnis und Beachtung. Vielen Dank!

Beste Gruesse an alle!

[ Bearbeitet Fr Jul 26 2013, 22:06 ]
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Musikmeister
Fr Jul 26 2013, 17:25
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 938
Sehr schönes und seltenes Etikett. Vielen Dank fürs Zeigen!
In Markneukirchen war ja auch die Trommelfabrik des Herrn Ernst Leberecht Fischer ansässig, die heute noch unter dem Namen Lefima (Leberecht Fischer Markneukirchen) firmiert.
Ich könnte mir folgendes vorstellen:

EL = L = Ernst Leberecht Fischer
WE = W = Otto Windisch

= ELWE-Concert-Record

Die Listennummer 30 der Ammre-Marke bestätigt eindeutig, dass hier Matrizen von Artiphon gepresst wurden.
Interessant auch die Abbildung des Ouroboros mit der Lyra und dem Winkelmesser(?).
Was das wohl bedeuten mag?
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bavariola
Sa Jul 27 2013, 18:58
Dabei seit: Sa Jan 12 2013, 00:38
Einträge: 137
Hallo miteinander!

Heute muss ich mich doch glatt einmal selber zitieren, denn eine der zuvor gemachten Aussagen war im Detail nicht ganz richtig:

bavariola schrieb ...

Das Markenzeichen (Lyra mit Zirkel, von einer Schlange umgeben) kommt auch als Ueberkleber auf Isiphon-Concert-Record (schwarz) vor, wobei das Isiphon-Emblem passend ueberklebt wurde.

Ich habe mittlerweile die besagte mit einem Windisch-Ueberkleber ausgestattete Isiphon-Platte herausgesucht und festgestellt, dass es, anders als oben angegeben, nicht dasselbe Emblem ist wie auf ELWE, sondern ein anderes, das, wenn es auch an das Zunftzeichen der Zimmerer erinnert, dennoch insgesamt eine aehnliche Anmutung hat. Das Ganze ist hier zu sehen:



Den runden Ueberkleber scheint sich Herr Windisch mit einem Gummistempel selbst hergestellt zu haben. Ausserdem hat er den Namen ISIPHON beidseitig gezielt mit seinem Haendler-Aufkleber ueberklebt und so insgesamt fuer ein Erscheinungsbild gesorgt, das seiner Hausmarke immerhin so leidlich aehnelte. Er scheint so seine eigenen Methoden gehabt zu haben, dieser Herr Windisch, und gewiss hat er gezielt bei Isiphon zugekauft, weil sich die Etiketten recht gut umarbeiten liessen.

Auf diesem Haendler-Aufkleber sieht man auch, dass Herr Windisch einen Vornamen hatte, der mit L anfaengt. Wenn wir auch noch nicht wissen, wie er vollstaendig hiess, so duerfte damit der Name ELWE dennoch erklaert sein.

Beste Gruesse an alle!
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Starkton
Sa Jul 27 2013, 21:50
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
bavariola schrieb ...

Auf diesem Haendler-Aufkleber sieht man auch, dass Herr Windisch einen Vornamen hatte, der mit L anfaengt. Wenn wir auch noch nicht wissen, wie er vollstaendig hiess, so duerfte damit der Name ELWE dennoch erklaert sein.

Musikhaus Ludwig Windisch, (Inh. Ludw. Windisch), Sprechapparatefabrikat. u. -handel, Plauensche Str. 13. Quelle: Link - Hier klicken
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bavariola
Sa Jul 27 2013, 22:51
Dabei seit: Sa Jan 12 2013, 00:38
Einträge: 137
Hallo Starkton,

besten Dank fuer die Antwort. "Ludwig" als Vorname hatte ja geradezu in der Luft gelegen, aber gewusst haben wir es nicht. Jetzt ist die Sache aufgeklaert, und bezueglich der Entstehung und Bedeutung des Markennamens "ELWE-Concert-Record" gibt es keine Zweifel mehr.

Besten Gruesse!
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