Automatic translation in English

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾


Grammophone in BildernGrammophongalerie


International Gramophone Board
Participate?

Foren

Foren > Künstler > Orchesterleiter und Musiker
Orchester Teddy Seidler - wer weiß etwas dazu?
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
gramofan
Do Aug 22 2013, 10:11 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 1011
Diese Selbstaufnahmeplatte fand ich vor einiger Zeit in einem Trödelladen. Das Material erinnert stark an die bekannten Decelith-Platten. Deshalb nehme ich an, dass es sich um ein Einzelstück, vielleicht nach heutiger Diktion eine Promo-Platte, handelt.
Das Orchester Teddy Seidler ist mir bislang völlig unbekannt. Dem Stempel auf der Platte kann man entnehmen, dass es in Dresden ansässig war. Zwar ist auch noch eine Adresse angegeben, die sich aber wegen der schlechten Papierqulität nicht recht lesen lässt (??? weg 18).
In dem Buch Freie Töne: Die Jazzszene in der DDR (S. 24 li. Sp.) wird das Orchester immerhin als ( in der ersten Nachkriegsgzeit) in Dresden existierend erwähnt, aber ohne irgendwelche Einzelheiten. Dazu passt, dass es sich um zwei amerikanische Titel handelt, die Aufnahmen also wohl gemacht wurden, bevor die SED Ende der 40er Jahre versuchte die Musik des Klassenfeindes zurückzudrängen.
Kann irgend ein Mitglied nähere Angaben machen?







[ Bearbeitet Do Aug 22 2013, 10:15 ]
Nach oben
snookerbee
Do Aug 22 2013, 12:14
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1801

Bei der Adresse könnte es sich um den Bischofsweg 18 handeln. Laut Stadtwiki Dresden lag das Hauptpostamt N6 in der Königsbrücker Straße und der Bischofsweg ist dort eine Querstraße. 2008 befand sich Streetview zufolge das Büro eines Lebensmittellieferservice im Bischofsweg 18. Das Haus ist ein schöner Altbau.

Zu Teddy Seidler weiß ich leider nichts.

Nach oben
joha
Do Aug 22 2013, 13:08
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Hier hast du ein seltenes Stück erworben,eine Schallfolie aus Dresden, das Orchester spielte ab 1946 in Dresden in den noch vorhandenen Tanzgaststätten die den Luftangriff überstanden hatten.
Das Kurhaus Bülau,die Kellerbar des Hotel s Exelsior am Hauptbahnhof,
wovon meine Mutter noch schwärmte,dort stand nur noch ein Flügel des renomierten Hotels und man musste über Trümmerberge steigen um bis dahin zu gelangen.
Das Exelsior wurde noch bis 1970 als Bauarbeiterunterkunft für den Neubau der Prager Strasse benutzt,und dann abgerissen.
Dieses Orchester spielte nicht sehr lange bis ca.1947,die Kulturkommission war mit der amerikanischen Spielweise nicht einverstanden. Kurt Hohenberger und sein Orchester war ebenfalls zu diesem Zeitpunkt sehr oft in Dresden, er spielte bis mitte der 50iger Jahre, auch ihn traf der Bannstrahl der Kulturverantwortlichen ,da diese Orchester ein amerikanisches Flair in den Osten brachte, was man nicht wollte.

Zur selben Zeit etablierten sich in Dresden das Tanzorchester Schwarz-Weiß was vom Rundfunk der DDR unterstüzt wurde ,sowie das bekannte Tanzochester des jungen Günther Hörig was später als die Dresdener Tanzsinfoniker berühmt wurde.

Tanzorte die damals in zerstörten Dresden noch vorhanden waren,lagen meist in unzerstörten Stadteilen, dazu gehören

Kurhaus Bülau,Parkhotel Weißer Hirsch,(Kakadu Bar) Z-bleibt Z Zschertnitz,Gambrinus Bar,später kamen auch HO und Konsumgaststätten dazu sowie Kulturhäuser.

Diese Platte ist sicherlich im Seitenflügel des Hyginemuseums aufgenommen worden,dort befand sich der Sender Dresden sowie die Schneidetische und Gerätschaften die man damals hatte,im Saal des Museums wurden Konzerte sowie Veranstaltungen mitgeschnitten,auch der Saal der Lukas Kirche der noch vorhanden war ,war wegen seiner guten Akustik auch oft Ausweichstudio für Produktionen bekannt.
Ich habe auch einige dieser Platten von dem berühmten Mandolienen Orchester Kartofilax was in Dresden schon während des Krieges bekannt war, einige der Mitglieder konnte ich noch kennenlernen 2009 spielten die letzten ehemaligen Mitglieder im hohem Alter mit 84 noch einige Stücke ein.
Das Orchester hatte zu Spitzenzeiten 75 Mitglieder und hatte einen unverwechselbaren Klang. Diese 30cm Platten wurden als Schallfolien im Sender Dresden produziert,ich fand sie auf dem Flohmarkt, den anderen Teil besitzt der Sammlerkollege und Autor B.Rähnitz.
Gruss joha
Ps. Der Stempel auf dem Label kennzeichnet den Eigentümer,die Lableschrift ist identisch mit denen aus dem Rundfunk,zum Zeitpunkt der Aufnahmen gab es das Material nicht freiverkäuflich, nur bestimmte Stellen (Rundfunk) hatten das Rohmaterial zur Herstellung der Platten. Die Materialknappheit war bis Mitte der 50iger Jahre ein großes Thema.

[ Bearbeitet Do Aug 22 2013, 13:20 ]
Nach oben
gramofan
Do Aug 22 2013, 15:06
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 1011
Ich sag's ja immer, soviel Sachkenntnis auf einmal, findet man sonst nicht. Vormittags eine Frage gestellt und Mittags hat man schon wesentliche Hinweis! Herzlichen Dank! Das hätte man natürlich von Berlin aus sonst nie herausgefunden.
Nach oben
joha
Do Aug 22 2013, 18:02
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Zu der Platte wäre noch zu sagen,das sie ein Privatmitschnitt ist der keinen Sendevermerk im label trägt,so war es auch mit den meinigen,die Mitglieder des Kartofilax -Orchesters konnten sich an eine Plattenaufnahme nicht erinnern,später fanden nur Bandaufnahmen statt.
Die Seidler Platte könnte die einzigste sein,die gemacht worden ist aber nie kommerziell verwendet wurde.
Diese kleinen aber auch sehr gut spielenden Orchester nannte man auch Heimkehrerband,meistens waren es ehemalige Soldaten die in englischer oder amerikanischer Gefangenschaft waren ,daher die Titel kannten und sehr früh entlassen worden und sich so ihren Lebensunterhalt verdienten.
Leider ist über die sehr frühe Zeit nach dem Krieg kaum etwas über die Akteure bekannt.
Es gibt dazu kaum Nachweise in den Publikationen,es ist bekannt das es Zoo -Konzerte gab die vom Sender Dresden übertragen wurden,nach mehreren Säuberungsaktionen beim Sender wurden natürlich viele Dinge die man für westlich Dekadent einstufte vernichtet,
Die DDR brachte erst in den 60iger Jahren einiges zur Geschichte der Tanzorchester auf den Markt im Zusammenhang mit der AMIGA als VEB-Betrieb,aber was vorher war liegt im Dunkel bis heute.
Gruss joha
Nach oben
Grammophonteam
So Jul 05 2020, 17:56
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2106
Ein aufmerksamer Leser konnte folgende Aufnahme auf einer "Simton" Selbstschneideplatte aus Frankreich entdecken. Ob diese aus dem selbigen Zeitraum stammt wie die OHAGE-Schallplatte von @gramofan?




Fox-Potpourri
Piano-Solo
Teddy Seidler
(Jazz Concert Ensemble)


Nach oben
 

Forum:     Nach oben