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Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > LABELKUNDE - Deutschsprachige Labels und Firmengeschichte > Labels K-L
Lukraphon
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
berauscht
So Jan 05 2014, 22:19 Druck Ansicht
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1370
Lukraphon

war ein Etikett des Spezial Radiohauses "Lukra", Berlin SW 68, Friedrichstraße 208, Telefon A2 4923, Inhaber Moritz Lewin.

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_-_-_
Mo Jan 06 2014, 09:59
Dabei seit: Do Mai 12 2011, 09:46
Einträge: 267
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Lesenswert: Quelle: Vortrag: „Schwarzhörer – Klingende Vielfalt auf Schellacks“, Tagung der Gesellschaft für Historische Tonträger, Wien-Hietzing, 10.05.2003

In der Berliner Friedrichstraße, also im Hauptgeschäftsviertel, betrieb Moritz Lewin über sein “Radio-Haus” das “Lukraphon”-Label. Er war ein liberaler Berliner Geschäftsmann. Viele Sänger und Instrumentalisten des Jüdischen Kulturbundes in Berlin nahmen Platten für Lukraphon auf, das – wenngleich nicht formell als solches ausgewiesen – das Kulturbund-Label war. Es veröffentlichte hauptsächlich Klassik, Tanzmusik und Folklore.
Moritz Lewin, ein typisch deutscher Geschäftsmann, wurde 1885 in Berlin geboren. 1920 gründete er die Firma Lukra, er handelte mit Radios und Schallplatten. Er war der Ansicht, Hitler würde sich nicht lange halten und startete – nach der Machtübernahme durch die Nazis – seine eigene Schallplattenfirma Lukraphon. Erste Aufnahmen fanden 1935 statt. Schon wenige Monate später erfolgte die Verordnung, dass jüdische Interpreten zwar weiterhin Platten aufnehmen dürften, jedoch nur jüdisches Repertoire. Im September 1935 wurden die berüchtigten Nürnberger Gesetze „zum Schutze deutschen Blutes“ erlassen.
Ab 1935 druckte Lewin auch Labels in englischer Sprache für Exportzwecke, und 1936 erweiterte er sein Repertoire um osteuropäisches Material, zionistische Aufnahmen und palästinensische Volkslieder– als Angebot für Emigranten nach Palästina. Im Lauf des Jahres 1936 untersagte ein neuer Erlass dann jegliche Aufnahmen durch jüdische Interpreten. Nach den Olympischen Spielen von 1936 existierte das Lukraphon-Label zwar weiterhin, durfte aber nur noch – zumeist kantorale - Aufnahmen anderer Firmen wiederveröffentlichen. (Interessant, dass Aufnahmen aus dem Berlin der Zwanziger Jahre jetzt mit Hinweisen wie „London“, „Sofia“ oder „New York“ versehen wurden – der jeweiligen neuen Heimat emigrierter Künstler).

Das Repertoire der Firma Lukraphon deckte viele Bereiche ab – von deutschsprachigem Kabarett über Arien bis zu avantgardistischen Orchesteraufführungen. Paula Lindberg etwa, geboren 1897 in Bayern, war eine wunderbare Altistin. Von 1933 bis 1938 war sie Mitglied des jüdischen Kulturbundes in Berlin. Lindberg überlebte den Holocaust im niederländischen Untergrund, sie starb im Alter von 102 Jahren in Amsterdam.

Eine weitere wichtige Einspielung ist eine Orchesteraufführung, die von Joseph Rodenstock dirigiert wurde. Er wurde 1885 in Krakau, Galizien, geboren. Schon als Elfjähriger ging er als Pianist auf Tournee. Von 1912 bis 1920 lebte er in Wien, danach in Deutschland. Von 1933 bis 1936 gehörte er dem Kulturbund-Orchester in Berlin an. Anschließend emigrierte er nach Japan, wo er von 1936 bis 1946 lebte. 1947 siedelte er in die USA über, kehrte aber 1958 nach Deutschland zurück – bis 1960 war er Dirigent der Kölner Oper. 1985 starb er in New York. Er dirigierte für Lukraphon den „Jüdischen Tanz“ (aus „Uriel Acosta“), geschrieben vom Neutöner Karol Rathaus. Dies ist die erste Einspielung dieser Musik, sie wurde nur wenige Tage nach der Uraufführung im März 1935 aufgenommen.

Die letzte Anzeige, die Moritz Lewin in einer Zeitung schaltete, datiert vom Dezember 1936. Sein Geschäft schloss 1937, dem Jahr, in dem er nach Italien und anschließend in die USA emigrierte. Lewin starb 1969 verarmt in New York.


[ Bearbeitet So Jun 03 2018, 07:12 ]
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Grammophonteam
Mo Jan 06 2014, 23:12
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2073


Lukraphon - Discographie

Quelle: Rainer Lotz Lukraphon Link - Hier klicken mit weiteren Angaben

615 ?

1935-04-25

Gerson Dora - Orchester Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka

Hochzeitsreise


1935-05-13

Rosen Willy. Vorgetragen von Willy Rosen - Musik. Begleitung: Sid Kay`s Fellows - Leitung: S. Petruschka

Negerbübchen


Tangolied


1935-05-13

Sid Kay`s Fellows - Leitung: S. Petruschka. Gesang: Ferris Gondosch

La Cucaracha [Carioca]

Foxtrot [Rumba]


Lukraphon 1114 A

584, -1

1935-02-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

Erstes jiddisches Volkslieder-Potpourri, 1.Teil [(a) Oifn Pripitschek/ (b) Bei mein rebbn is gewen a Geneive/ (c) Amol is gewen a Masse/ (d) Wenn der Rebbe lacht]

Jiddische Volkslieder


Lukraphon 1114 B

584-1

1935-02-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

Erstes jiddisches Volkslieder-Potpourri, 2.Teil [(a)Amol is gewen a klein Jiddele/ (b) A Briefele der Mammen/ (c) Hot Heschem Jisborach arupgeschikt a Hintele/ (d) Frägt die Welt a alte Kasche/ (e) As der Rebbe Abbimelech]

Jiddische Volkslieder

Traditionell


Lukraphon 1115 A

1935-02-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

Mah jafit [Wie schön bist du]


Tango


Lukraphon 1115 B

1935-02-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

Altira Awdi [Fürchte dich nicht]

Slowfox [Fox]


Lukraphon 1116 A

1935-02-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

Venezianische Serenade

Serenade


Lukraphon 1116 B

1935-02-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

Spanisches Ständchen

Serenade


Lukraphon 1123 B

614

1935-04-25

Gerson Dora - Orchester Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka

Die Welt ist klein geworden

Chanson


Lukraphon 1124 A

627

1935-05-13

Rosen Willy. Vorgetragen von Willy Rosen - Musik. Begleitung: Sid Kay`s Fellows - Leitung: S. Petruschka

Dort in Hawai [C' est Au Hawaii]

Tangolied


Lukraphon 1124 B

626

1935-05-13

Rosen Willy. Vorgetragen von Willy Rosen - Musik. Begleitung: Sid Kay`s Fellows - Leitung: S. Petruschka

Im Gasthof zur goldenen Schnecke

Walzerlied


Lukraphon 1125 A

607

1935-03-ca

Rosen Willy. Vorgetragen von Willy Rosen - Musik. Begleitung: Sid Kay`s Fellows - Leitung: S. Petruschka

Negerbübchen

Tangolied


1125 B

608

1935-03-ca

Rosen Willy. Vorgetragen von Willy Rosen - Musik. Begleitung: Sid Kay`s Fellows - Leitung: S. Petruschka

Wenn ich den Text nicht weiter kann

Foxtrot


Lukraphon 1126 A

610

1935-03-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: S. Petruschka. Gesang: Ferris Gondosch

La Cucaracha [Carioca]

Foxtrot [Rumba]


Lukraphon 1126 B

612

1935-03-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

Les Mots Que J' Adore

Tango chanté [Tango-Serenade]


Lukraphon 1127 A

616

1935-04-25

Gerson Dora - Orchester Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka

Niggun

Melodie


Lukraphon 1127 B

617

1935-04-25

Gerson Dora - Orchester Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka

Vorbei

Chanson


Lukraphon 1128 A

1935-03-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

Hochzeitsreise


Lukraphon 1128 B

1935-03-ca

Sid Kay`s Fellows - Leitung: Petruschka - Gesang: Ferris Gondosch (Gondic)

[Unbekannt]


Tango




Quelle: Rainer Lotz Lukraphon Link - Hier klicken mit weiteren Angaben


[ Bearbeitet So Jun 03 2018, 07:13 ]
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snookerbee
Di Jan 07 2014, 00:54
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1711
Forenkollege berauscht hat nun auf Nachfrage bei Rainer Lotz erfahren, dass Lukraphon-Aufnahmen von Otto Stahmann im Auftrag hergestellt wurden. Hier müsste noch geklärt werden, ob wirklich alle diese Aufnahmen aus dem Hause Stahmann stammen. Die Matrizen der Nummern 5xx ... 7xx passen jedenfalls zeitlich in die Stahmann-Liste im Wiki.
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