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Foren > Künstler > Refrainsänger
Theo Lucas
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Formiggini
Sa Aug 20 2011, 10:01 Druck Ansicht
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759



Über diesen ausgezeichneten "Flüster-Tenor", der anscheinend nur für die VOX aufnahm, ist leider kaum etwas bekannt.


Theo Lucas
c. September/Oktober 1928

VOX 3683/2882-1G


.



Lucas machte häufig Aufnahmen mit dem Formiggini Orchester, ob er auch "live" mit ihm in der Eldorado Bar auftrat, lässt sich nur mutmaßen.

Zumindest taucht in seiner Einspielung von "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn" eine sog. "schwule Strophe" auf, die sich auf die Eldorado Bar bezieht:

"In der Eldorado-Bar
saß ein Herr mit blondem Haar.
Ein Fräulein sprach: "Sind Sie am Sonntag allein?"
Da lachte der Blonde und sagte: "Huch! Nein!
Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh'n,
sofern die Winde weh'n..."




Was wissen wir über Lucas - leider nur sehr wenig...

Auch die Berliner Adressbücher geben nur wenig über ihn her:

Erster Eintrag 1925:




Diese Adresse wiederholt sich bis 1928.
Von 1929 - 1933 gibt es keine Einträge zu Lucas. Nur 1934 taucht er in dem Adressbuch nochmal auf:

Lucas, Theo, Opernsänger, Siegliz, Schildhornstr. 17

Danach verlieren sich seine Spuren.

Vermutlich hatte Lucas seinen Wohnsitz nicht dauerhaft in Berlin.
Auffällig ist, das er eigentlich nur während seiner Aufnahmetätigkeit bei der VOX in dem Adressbuch geführt wird. Als die VOX 1929 ihre Produktion einstellte, "verschwand" Lucas auch wieder aus den Adressbüchern.

Hat oder kennt jemand Aufnahmen mit Lucas nach seiner Tätigkeit bei der VOX, oder kann jemand noch Material zu Lucas beisteuern?


Gruß Formiggini


[ Bearbeitet Fr Jan 29 2016, 18:18 ]
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Webseite
berauscht
Di Mär 20 2012, 17:53
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Theo Lucas hat auch einige Aufnahmen für Kalliope gemacht.

September 1928
Theo Lucas, Tenor Flüsteraufnahme
Am Flügel: Karl Rockstroh
K 1256
-Wunderful Girl
-Geh' nicht wieder fort
K 1257
-Ich küsse Ihre Hand, Madame
-Ramona

Jannuar 1929
Theo Lucas, Tenor [Klavierbegleitung: Alfred Strasser]
K 1278
-Wenn der weiße Flieder wieder blüht
-In einer kleinen Konditorei
K 1279
-Vier Worte möcht' ich dir heut' sagen
-Kathinka aus Prag

Juni 1929
Theo Lucas, Tenor
Am Schwechten Flügel: Karl Rockstroh
K 1406
-Es gibt eine Frau, die dich niemals vergisst
-Nimm' diesen Strauß Vergißmeinnicht
K 1407
-Süß sind die Frauen
-Ohne Tränen gibts keine Liebe

März/April 1930
Theo Lucas, Tenor
Am Schwechten Flügel: Karl Rockstroh
K 1540
-Der treue Husar
-Am Sonntag will mein süßer mit mir segeln geh'n
K 1541
-Ich hab' kein Auto, ich hab' kein Rittergut
-Bin kein Hauptmann, bin kein hohes Tier




[ Bearbeitet Mo Mär 26 2012, 10:57 ]
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joha
Mi Okt 03 2012, 19:45
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Hallo Zusammen,
hier ein Bild von Theo Lucas-Tenor
Rundfunksänger/Platteneinspielungen





Gruss joha

[ Bearbeitet Mi Okt 03 2012, 19:46 ]
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berauscht
Mi Nov 07 2012, 13:36
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Im Jahr 1924 spielte Theo Lucas am Berliner Residenz-Theater in dem Stück "Gaunerliebchen" mit. (Musik und Gesangstexte von Willy Rosen)



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berauscht
Mi Jan 30 2013, 17:29
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Ich hab noch eine Adresse gefunden:
1931 wohnte Theo Lucas Berlin-Schöneberg, Salzburger Straße 16, Telefon G1 Stephan 4095
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Grammophonteam
So Jan 24 2016, 14:48
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2068
Theo Lucas Juni 1928 in der Lehar Operette "Frühlingsmädel"

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Konezni
So Jan 24 2016, 16:42
Dabei seit: Do Aug 20 2015, 18:23
Wohnort: Berlin
Einträge: 108
Die frühesten mir bekannten Platten hat Lucas 1923 für die DGG gemacht: drei Duette aus Willi Knauers Musikalischer Komödie DIE LUXUSFRAU. Ob er mit der Aufführung an den Kammerspielen des Deutschen Theaters zu tun hatte, weiß ich leider nicht. Im Jahr darauf setzte er die Aufnahmetätigkeit bei der selben Firma mit Tagesschlagern fort. Da nannte er sich noch "Theodor". 1927 wechselte er zu Vox - hier nun als "Theo"; am 16. 08. 1928 absolvierte er eine Sitzung bei Electrola, um hernach etliche Male zu Vox zurückzukehren. Nach deren Konkurs findet man ihn dann bei Kalliope.
Eine einzige Kristall-Seite ist mir bekannt: C 282 "Bei dem Lindenwirt in der Drosselgass'" (C. Kromer/W. Weiß) 1660 B. Hierbei handelt es sich womöglich um die Umnummerierung einer unveröffentlichten Vox-Matrize.
Aufgrund seiner kölschen Karnevalsschlager würde ich eine rheinische Herkunft vermuten...
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Formiggini
Fr Jan 29 2016, 17:58
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Danke! Der Tipp mit den Karnevalsschlagern und der möglichen rheinischen Herkunft war genau ausschlaggebend, um in eine andere Richtung zu suchen - mit Erfolg. Theo Lucas dürfte um 1890 geboren worden sein - Eine der letzten Aufnahmen entstand möglicherweise 1956. Eine Bühnenkarriere von über 45 Jahren...!


Über die Deutschen Bühnenjahrbücher lassen sich die frühen Stationen seiner Karriere ganz gut nachvollziehen. Erstmals findet man ihn im Jahrbuch 1911. Nur mit einem * gekennzeichnet, bedeutete dies, dass sein Spielort unbekannt war. Setzt man als "Berufsanfänger" so um die 20 Jahre an Alter an, ergibt sich ein ungefähres Geburtsjahr um 1890.

Spielorte:
1911 & 1912: unbekannt
1913: Davos


1914: Hannover
1915: Neustrelitz
1916: Königsberg
1917 - 1919: ? Militär?
1920: Berlin

Lucas wird wohl spätestens Ende 1919 in Berlin gewesen sein. Der Stummfilm Dämmernde Nächte, mit Zensurprüfung im Dezember 1919, nennt erstmals einen Schauspieler Theo Lucas. Es sollen noch weitere Filmrollen folgen. Während seiner gesamten Karriere wird immer wieder sein schauspielerisches und komödiantisches Talent erwähnt und gelobt - Für seinen Gesangs dagegen gab es häufig Kritik. Im Frühjahr 1920 tritt Theo Lucas im Walhalla - Theater in Berlin mit der Lehar Operette "Der Rastelbinder" auf. Auch hier zielt die Kritik im Berliner Tageblatt in diese Richtung:

...Sympathisch und flott im Spiel, weniger gut im Gesang Theo Lucas...
2.4.1920





Es folgen drei weitere Filme, die einen Theo Lucas als Schauspieler nennen: Vergiftetes Blut (1920/21), Tabea, stehe auf! (1922), Sie und die Drei (1922). 1923 dann die ersten Aufnahmen für die Grammophon, später für die VOX.


Während der zwanziger Jahre tritt Lucas vor allem in Operetten auf; auch in Hamburg. Die Kritik fällt jedoch weiterhin häufig zwiespältig aus.

Die Sechseroperette
Neuaufführung in der Komischen Oper


Dieser etwas dünne Schwank hat nun zum drittenmal das Theater gewechselt, jetzt erscheint er in neuer Aufmachung in der Komischen Oper. Brommes leichte, flüssige Musik gefällt sehr und man kommt deshalb über den etwas dürftigen Inhalt hinweg.

Den grössten Erfolg hatte Theo Lucas, der witzig und originell war, nur dürfte man ihn nicht singen lassen, denn eine Stimme hat er nicht. Das Publikum amüsierte sich gut.
Berliner Volkszeitung, 9. Juni 1929


Den größten Erfolg hat Theo Lucas 1928 mit der Operette "Das Frühlingsmädel". Bei einer Neuinszenierung 1930 im Central - Theater führt er sogar Regie.


Zusammen mit Lilly Flohr (mit der Lucas bereits schon 1924 auftrat) gastiert "Das Frühlingsmädel" im August 1930 auch in der Stadtschauburg in Amsterdam.



Ab den frühen 1930er Jahren verlagert Theo Lucas seine Karriere und Lebensmittelpunkt wieder in seine vermutlich Rheinländische Heimat. Bereits 1927 war er im Kölner Rundfunk zu hören, 1935 hält er dort sogar die Bütten-Rede.


Zuvor wirkte er 1933 noch in dem, heute als Propaganda eingestuften, Kurzfilm Ein Kind ist vom Himmel gefallen mit.

Um 1936 wird Lucas Spielleiter im Düsseldorfer Schauspielhaus (Operettenhaus). 1939 folgt ein weiterer Filmauftritt in Schneider Wibbel. Anfang der 1940er Jahre tritt Lucas immer häufiger in den Niederlanden auf. Im Sommer 1942 wird er fest als 1. Operettenkomiker ans "Deutsche Theater in den Niederlanden" verpflichtet.




Deutsche Zeitung in den Niederlanden 1.8.1942
WIR STELLEN VOR

THEO LUCAS


Seiner rheinischen Willensstärke verdankt er den Sieg Über zahllose Schwierigkeiten, die das Leben seiner künstlerischen Laufbahn in den Weg stellte, die er aber im Bewusstsein seiner Bestimmung immer wieder zu überwinden wusste. Die kleine Schmiere war für ihn wie für so viele der Ausgangspunkt für den Sprung auf die weltbedeutenden Bretter des Theaters.


Über Hannover und Königsberg kommt er bald nach Berlin, das ihn nur noch einmal für eine längere Gastspielreise nach Amerika loslässt. Frühe Bekanntschaft mit dem Funk. Im Film ist Theo Lucas seit dem „Schneider Wibbel" kein Unbekannter mehr (Anm.: 1939). Jetzt wurde er als I. Operettenkomiker an das Deutsche Theater in den Niederlanden verpflichtet.


Die letzten, durch Zeitungen dokumentierten, Auftritte in den Niederlanden stammen vom Jahresende 1943.








Aufgrund der Quellenlage fand ich keine Spuren von Lucas nach 1945. Allerdings war er anscheinend wieder in seiner Heimat tätig. 1953 findet durch den Nordwestdeutschen Rundfunk Köln (WDR) eine Gesamtaufnahme der Straus-Operette "Die Teresina" statt. In der Besetzungsliste findet sich ein Theo Lucas.

Im März 1956 nimmt das Kölner Rundfunkorchester unter Franz Marszalek die Operette "Gasparone" (Millöcker) auf. Die Rolle des Galvazzi übernimmt ein gewisser Theo Lucas...
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Konezni
Do Feb 04 2016, 14:44
Dabei seit: Do Aug 20 2015, 18:23
Wohnort: Berlin
Einträge: 108
auf Artiphon singt er auch noch 1931...
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