Automatic translation in English

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾


Grammophone in BildernGrammophongalerie


International Gramophone Board
Participate?

Foren

Foren > Grammophone > Koffergeräte und Spielzeuggrammophon
Anleitung zur Restauration eines Koffergrammophons (Electrola C106)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Klangwolke
Mo Mär 10 2014, 21:05 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Jan 04 2014, 13:54
Einträge: 228
Ich möchte euch am Beispiel dieses Electrola C106 die einzelnen Schritte zeigen und erläutern, wie ich meine Grammophone restauriere. Selbstverständlich handelt es sich hier um nur einen von unzähligen Wegen zum Erfolg zu kommen und ich möchte sicherlich nicht behaupten, daß dies der einzig richtige ist. Dieser Artikel sollte eher als Erfahrungsbericht, Gedankenanstoß und kleine Hilfestellung verstanden werden.
Also auf geht's!
Dies ist das Gerät im Zustand, wie ich es erworben habe. (Einige werden es vielleicht auf Grund des markanten Aufklebers noch von ebay her kennen *grins )





Als erstes zerlege ich das Koffergrammophon in möglichst alle Einzelteile und mache davon reichlich Photos, damit ich zum Schluß noch weiß, wo welcher Teil hin gehört.
Danach widme ich mich dem Koffer.
Kleine Macken kann man nach der Reinigung gut mit Schuhcreme kachieren. Größere Beschädigungen der Bespannung flicke ich aus. Dafür ist es sehr hilfreich, wenn man einen "Organspender" hat also einen irreperablen Koffer, aus dem man ruhigen Gewissens Stücke ausschneiden kann.
Dann schneide ich die Bespannung um die beschädigte Stelle herum so groß wie nötig aber so klein wie möglich aus, passe die Flicke an und klebe sie mit etwas Weißleim an. Austretenden, überschüssigen Leim gleich mit einem nassen Tuch wegwischen!









Wenn alle Schadstellen repariert sind, wird der Koffer gereinigt. Dafür ist eine milde Seifenlösung für gewöhnlich ausreichend. In diesem Fall verwendete ich einen mit Spiritus getränkten Lappen, um die Reste des Aufklebers entfernen zu können. -hat gut funktioniert und der Bespannung keinen Schaden zugefügt.
Nach dem Trocknen habe ich den gesamten Koffer mit schwarzer Wasserbeize satt eingelassen und nach einem weiteren Trocknungsvorgang reichlich schwarze Schuhcreme aufgetragen.







So sieht das Ganze dann aus...
Poliert wird der Koffer erst ganz zum Schluß, wenn das Gerät wieder gänzlich zusammengebaut ist. So hat die Creme genug Zeit einzuziehen und es macht nichts, wenn man während des Zusammenbaus Fingertapper hinterlässt.



Nun geht's an das Motorboard und all die Beschläge und Metallteile:









Der Rost und vor allem die Asselleichen zeigten mir, daß das Gerät wohl eher ein Keller- denn ein Dachbodenfund war!
Die meisten Teile habe ich lediglich mit Polierpaste bearbeitet. Für kleine und verwinkelte Teile hat sich der Auftrag mit einer Zahnbürste sehr bewährt und auch zum Auspolieren ist oft eine weiche Bürste vorteilhafter als ein weiches Tuch!






Die "Lackschäden" der schwarzen Beschläge wie das Schloß und die Kofferecken habe ich nicht ausgebessert, da meiner Meinung nach so der alte Flair besser erhalten bleibt. Diese Teile habe ich lediglich (wie abschließend alle Metallteile) mit einem, mit Waffenöl getränktem Brillenputztuch behandelt. Für das Schloß hat sich auch hier eine alte Zahnbürste bewährt!




Die doch sehr rostige Kurbel befreite ich mittels Elektrolyse von ihren Oxidationen (wird in einem anderen Thread dieses Forums sehr gut beschrieben) und polierte sie anschließend wie die anderen Metallteile.




Das Motorboard habe ich mit einem anfeuernden Öl (Baolin) eingelassen und danach mit Schellackpolitur aufgearbeitet. Auf ein gänzliches Abschleifen und neu Politieren habe ich verzichtet, um ebenfalls die Spuren der Zeit zu erhalten.


...und so kann ich schon einen Teil wieder zusammenbauen, um den Überblick zu wahren.




Nun zum Motor:
Warum er nicht funktionierte war schnell klar...


Zum Glück waren die Gewichte noch vorhanden und die passenden Federn habe ich in meinem Ersatzteillager gefunden. (Kann man aber auch käuflich erwerben)
Das Zerlegen, Reinigen und Schmieren des Motors werde ich hier nicht beschreiben, da dies auch schon ausführlichst in diesem Forum geschehen ist.
Ich beschränke mich hier auf ein paar Vorher- Nachher-Photos.








Bleibt nur noch der Plattenteller. Die Leimpatzer habe ich mit einem scharfen Messer entfernt und anschließend den Filz mit reichlich Wasser und einer Bürste gereinigt.










Nun alles zusammengebaut und den Koffer mit einer Bürste aufpoliert - FERTIG!
Ich glaube, das Ergebnis kann sich sehen lassen:









Nach oben
krammofoon
Mo Mär 10 2014, 21:21
Schellack-Gnadenhof
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 1186


Ohne Worte........ ganz, ganz große Klasse!

Gruss
Georg
Nach oben
Limania
Mo Mär 10 2014, 21:55
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1161
Der pure Wahnsinn!!
Gratulation zu dieser hervorragenden Arbeit


LG Limania
Nach oben
joha
Mo Mär 10 2014, 23:48
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Sehr schön dokumentiert,Klasse Arbeit
Gruss Jörg
Nach oben
alang
Mi Mär 12 2014, 01:55
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 580
Saubere Arbeit! Vielen Dank fuer die Dokumentation.

Andreas
Nach oben
Klangwolke
Sa Mär 15 2014, 06:47
Dabei seit: Sa Jan 04 2014, 13:54
Einträge: 228
Vielen Dank für die Blumen! Fühle mich sehr geschmeichelt.
Wolfgang
Nach oben
Nostalphon
Sa Apr 26 2014, 06:49
Dabei seit: So Apr 06 2014, 08:02
Wohnort: Landkreis Ludwigsburg, Württ.
Einträge: 156
Erstklassige Arbeit!!!
Chapeau!!!

Vielen Dank für die Präsentation!

LG
Nostalphon
Nach oben
Musikmeister
Sa Apr 26 2014, 21:27
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 951
Verkaufsangebote eines Händlers, Ende 1938:



[ Bearbeitet So Jan 24 2016, 00:34 ]
Nach oben
 

Forum:     Nach oben