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Foren > Grammophone > Reparatur
Rettung beschädigter, sich ablösender Decals - hier Electrola
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Hedensö
Mi Mai 07 2014, 20:01 Druck Ansicht

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Hallo zusammen,

in den 30er Jahren nahm es Electrola wohl nicht so ernst bei der Verwendung und Verarbeitung von Decals. Bereits bei zwei Geräten (Electrola Modell 98 und 99) hatte ich es, dass sich das Decal auf der Deckelinnenseite löste und beschädigt war, da es keine Schutzschicht besaß bzw. nicht überlackiert war. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis es unwiederbringlich zerstört ist.

Bei einem aktuellen Instandsetzungsprojekt (Electrola 99 in blau) habe ich mal fotografisch verfolgt, wie sich die Beschaffenheit des Decals während bzw. mit der Bearbeitung verändert hat.

Bei den ersten beiden Bildern sieht man noch gut, wie lose die Decalteile sind. Ich bin wie folgt vorgegangen:

- Fehlender Decalteile im Trichterinnern gefunden!
- Decal mit Decal-Softer von Revell (Modellbauhandel oder Amazon) satt eingestrichen.
- Die fehlenden bzw. losen Einzelteile puzzleartig zugeordnet und psotioniert und
- in mehreren Arbeitsdurchgängen mit dem Decal-Softer überstrichen, bis das Decal gänzlich anhaftete...

Ich denke, das Ergebnis ist überraschender Weise sehr zufriedenstellend! Ich kann den Decal-Softer dafür absolut empfehlen. Ich wüsste auch nicht, wie man das sonst hätte so hinbekommen sollen. Diese positive Erfahrung wollte ich hier gerne teilen!










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Nostalphon
Mi Mai 07 2014, 20:16
Dabei seit: So Apr 06 2014, 08:02
Wohnort: Landkreis Ludwigsburg, Württ.
Einträge: 156
Saubere Arbeit!!! Klasse!

Vielen Dank für den wertvollen Tipp
und der schönen Bebilderung dieses Vortrags

LG
Nostalphon

[ Bearbeitet Mi Mai 07 2014, 20:17 ]
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Starkton
Mi Mai 07 2014, 22:18
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Ich will nur zu bedenken geben, dass der in Decal Soft enthaltene Weichmacher ausdampft. Das Decal wird also immer spröder werden und schließlich "abkrümeln." Kenne ich noch aus dem Modellbau.

Es würde mich sehr interessieren, welchen Klebstoff die Grammophon Gesellschaft um 1900 verwendete. Ich nehme an es war ein Leim. Sofern die Decals nicht mechanisch beschädigt wurden, sind sie bis heute im guten Zustand geblieben.
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Hedensö
Do Mai 08 2014, 08:15

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Starkton schrieb ...

Ich will nur zu bedenken geben, dass der in Decal Soft enthaltene Weichmacher ausdampft. Das Decal wird also immer spröder werden und schließlich "abkrümeln." Kenne ich noch aus dem Modellbau.

Es würde mich sehr interessieren, welchen Klebstoff die Grammophon Gesellschaft um 1900 verwendete. Ich nehme an es war ein Leim. Sofern die Decals nicht mechanisch beschädigt wurden, sind sie bis heute im guten Zustand geblieben.


Der Decalsofter ist ja extra dafür da. Kaputter und schlechter als vorher kann es wohl nicht werden. Ich überlege noch, ob ich zusätzlich mit einem Acryl-Klarlack drüber gehen sollte, damit es besser geschützt ist. Sie wird das zumindest im professionellen Modellbau auch empfohlen.

Im vorliegenden Fall ist es aus meiner Sicht einfach so, dass die Schiebebilder schlecht auf der Oberfläche hafteten. Durch Alterung werden diese dann spröde und beginnen zu reissen und sich zu lösen.
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Aristodemo
Do Mai 08 2014, 18:14
Dabei seit: Sa Jan 21 2012, 01:07
Einträge: 425
Anbringen von Abziehbildern, 1937
"Diejenigen Fabriken die noch ein Abziehbild verwenden legen diese Bilder mit A n l e g e l a c k an, indem sie die für das Abziehbild bestimmte Fläche zuerst mit Anlegelack bestreichen, den Lack dann anziehen lassen und darauf das Abziehbild auflegen. Dieses wird von der Mitte nach den Rändern angedrückt damit Luftblasen entfernt werden.
Nach dem Abziehen des Bildes wird der auf diesem befindliche Schleim gut abgewaschen und das Bild vorsichtig mit einem Lappen abgetrocknet. Der von dem Abziehbild nicht bedeckte Anlegelack wird mit Halböl oder Terpentinersatz, auch in Verbindung mit Wasser, mit einem reinen weichen Lappen abgewaschen. Das Abziehbild mit Klarlack (meist auf Ölbasis) überzogen."
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Hedensö
Do Mai 08 2014, 18:29

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
@Aristodemo: Danke für den interessanten Beitrag!

Ich denke mal, dass Anlegelack so etwas ähnliches ist, wie der Weichmacher. Wie sollen sonst die Luftbläschen weggehen bzw. wie legt sich sonst das Abziehbild über die Fläche ohne helle/neblige Stellen. Das sind ja so die typischen Probleme beim Verwenden von Wasserschiebebildern/Decals.

Auch der Überzug mit Klarlack ist auch heute noch verbreitet, um das Decal mit einer dünnen Schutzschicht zu überziehen.
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Aristodemo
Do Mai 08 2014, 18:46
Dabei seit: Sa Jan 21 2012, 01:07
Einträge: 425
Anlegelack würde ich für ein Anlegeöl (Mixtion) mit größerem Anteil von Lackharz halten.Es wird ja zwischen Anlegeöl und Klarlack unterschieden.
Jedenfalls handelt es sich um etwas langöliges von dem das Bild fixiert wird und das dann langsam aushärtet (siehe auch Ölvergoldung)
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Starkton
Do Mai 08 2014, 19:53
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Vielen Dank für den Hinweis. Ein typisches Anlegeöl ist Leinöl, welches nach dem Trocknen fest wird. Es enthält keine chemischen Zusätze und ist deshalb sehr beständig. Das könnte auch schon im Jahr 1900 für Decals verwendet worden sein.
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Hedensö
Do Mai 08 2014, 20:57

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Was übrigens wohl auch funktioniert, ist das weich machen mit Essigwasser! Ist vielleicht auch eine weniger aggressive Variante als die heutigen chemischen Weichmacher...
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Aristodemo
Sa Mai 10 2014, 15:36
Dabei seit: Sa Jan 21 2012, 01:07
Einträge: 425
Abziehbilder,Anbringen 1912
Vor dem Abziehen wird das Abziehbild auf knappstes Format beschnitten, die Abzugstelle auf der Fläche in genügender Ausdehnung mit wasserhellem Lack lackiert, und wenn er noch ein wenig klebt, wird das Abziehbild, das vorher durch ein Wasserbad gezogen wurde, aufgelegt und faltenfrei an gerollt oder angequetscht. Nach weiteren Benetzen und Weichen löst sich die Papierunterlage los und lässt sich Abziehen. Der Leim oder Dextrinschleim ist mit weichem Schwamm restlos abzuwaschen, damit nach Erhärten die Lackschicht nicht zerreißt. Vorsichtshalber sind Abziehbilder noch zu lackieren.
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Hedensö
Sa Mai 10 2014, 15:41

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903

Hier ist der andere erwähnte Fall - ein Decal bei einem Electrola 98! Leider hatte ich da den Decal-Softer noch nicht und zur damaligen Zeit auch keine andere Fixierungsidee.



Euren Ausführungen nach hat Electrola "den Dreh" offensichtlich nicht so ganz raus gehabt...
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