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Foren > Grammophone > Schalldosen
Welche Schalldose soll ich kaufen?
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Formiggini
Do Sep 08 2011, 10:01 Druck Ansicht
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Es taucht immer mal wieder die Frage auf, zu welcher Grammophondose (Tonabnehmer) man greifen soll, um seine Platten nicht zu sehr zu verschleißen.

Dies kann auch der Fall sein, wenn ein neuerworbenes Grammophon keine Tondose mehr hat.

Da vorallem elektrisch aufgenommene Platten gehört werden, ist es wichtig zu einer Dose zu greifen, die auch schon für solch "moderne" Platten gebaut wurde.

Zwei wichtige Merkmale:
1. Eine Membrane aus Aluminium, nicht aus durchsichtigem Glimmer.
2. Eine möglichst leichtgängige, seitliche befestigung des Nadelarmes.

Um die Wahl der Schalldose etwas zu erleichtern, folgen hier mal einige Beispiele von verschiedenen Dosen, die diese Ansprüche erfüllen.
Die Bilder stammen alle aus Aktionen eines bekannten Internethauses ;)

(Die Preise für die gezeigten Dosen bewegen sich in einem Rahmen von 25.- bis 200 € )
















Keinesfalls zu der letzten, unten gezeigten Dose greifen - sie stammt aus Neuproduktion für nachgebaute Grammophone aus Asien. Das gezeigte Modell ist sehr schlecht gebaut, und schadet den Platten stark!



[ Bearbeitet Sa Jan 20 2018, 16:45 ]
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Odeon89
Do Sep 08 2011, 21:53
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 323
Hallo Uli,

eine gute Übersicht, aber mit einem Punkt bezüglich der Schalldosen für elektrisch aufgenommene Plattem bin ich nicht ganz einverstanden:

1. Eine Membrane aus Aluminium, nicht aus durchsichtigem Glimmer.


Es gab doch noch Ende der 30er hochwertige Schalldosen mit Glimmermembran (z. B. Electrola/HMV, Modell 4, bzw. 4A). Diese sind ja allein aufgrund ihrer Herstellungszeit ausdrücklich für elektrisch aufgenommene Platten konzipiert worden und haben einen hervorragenden Klang. Dass diese Schalldosen die Platten stärker abnutzen als eine Schalldose mit Alu-Membran, ist mir bisher noch nicht aufgefallen.

Ich habe auch mal in einem Katalog der Deutschen Grammophon von 1929 gelesen, dass die teuersten Plattenspieler-Modelle mit zwei unterschiedlichen Schalldosen verkauft wurden, eine mit Glimmermembran und eine mit Aluminiummembran. Die "Glimmer-Schalldose" wurde damit beworben, dass sie vorzüglich für Aufnahmen klassischer Musik, besonders für Gesangs- und Instrumentalaufnahmen geeignet sei, da hier "sämtliche feine Nuancen der Musik" zur Geltung gelängen. Die "Alu-Schalldose" hingegen sei besonders für Marsch- und Tanzmusik empfehlenswert...

Glimmerschalldosen waren im Allgemeinen auch teurer als Schalldosen mit Metallmembran.

Viele Grüße
Kai
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Formiggini
Fr Sep 09 2011, 08:30
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Von den rein klanglichen Eigenschaften gebe ich dir vollkommen recht - die späten Glimmerdosen haben ebenfalls einen sehr guten Klang.

Interessant ist, das die HMV/Victor No4 bereits 1915 (!) fertig entwickelt bei der Victor "in der Schublade" lag, aber erst mit den elektrischen Platten zusammen auf den Markt kam.
Woran lag dies?
Victor & HMV mussten für die höherwertigen Orthophonic und HMV No5a/b ebenfalls Lizenzgebühren an Western Electric bezahlen - dort wurden diese nämlich entwickelt.

Die No4 Dosen waren aber Eigenentwicklungen, und damit Lizenzfrei. Somit hatten die Firmen natürlich ein berechtigtes Interesse, diese auch zu vermarkten.

Nun kann aber eine Schalldose nicht für alle Aufnahmen gleich gut klingen. Jede Dose/Membrane hat gewisse Eigenresonanzen - die eine mehr, die andere weniger.
Je nachdem, wo diese Resonanzen liegen, "schmeicheln" sie dem einen Instrument auf der Platte mehr oder weniger.

Wie du schon geschrieben hast, eine gute Glimmerdose gibt vorallem Gesangs, aber auch z.B. Violinensoli besser wieder. Dies liegt eben an den Eigenresonanzen der verwendeten Materialien.

Es gab vorallem in England "Grammophile", die für jeweils eine bestimme Instrumentalplatte (Gesang, Klavier, Violine usw.) je eine bestimmte Dose hatten.
Auch gab es Spezialisten, die Schalldosen für jeweils ein bestimmtes Instrument "Feinabstimmten".

Hier ein Beispiel (aus einem englischen Forum "geklaut"
Link - Hier klicken einer Schalldose, die speziell für Klavieraufnahmen entwickelt wurde.




Interessant bei der obigen Dose, ist die "eingekerbte" Nadelschraube. Das abgetragene Material reduziert die Masse der Schraube, und damit die Masse/das Gewicht des zu bewegenden Materials bei der Abspielung.
Je weniger Masse bewegt werden muss, umso besser werden Höhen wiedergegeben, auch der Plattenverschleiß reduziert sich.

Damit komm ich zu dem Punkt, an dem ich dir doch widersprechen muss

Eine Glimmerdose belastet die Platte mehr, als eine aus Aluminium (bzw. das damals verwendete Duraluminium).

Eine Glimmermembran hat eine höhere Masse (Gewicht), und ist unflexibler als eine Alumembran.
Dies sind aber mit zwei ganz wichtige Eigenschaften, die zum Verschleiß einer Platte beitragen.

Dies tritt (mit einer Glimmermembran) nicht so stark bei Aufnahmen hervor, die ein ausgewogenes Klangspektrum und nicht sehr heftige Bassauslenkungen haben.
Dies ist bei klassischen Gesangs oder Violinen aufnahmen nicht sehr häufig der Fall, weswegen man dem besseren Klang zugute den erhöhten Verschleiß in Kauf nahm.
Bei lauten, basslastigen Aufnahmen wie Tanzmusik oder Märschen tritt der Verschleiß jedoch stärker hervor.

Die Victor machte Ende der zwanziger Jahre Versuche, bei denen neuwertige Platten jeweils mit einer Orthophonic und einer No4 Dose 100mal abgespielt wurden.
Bei der Orthophonic soll, im Gegensatz zu der No4 Dose kein Plattenverschleiß erkennbar gewesen sein.
Wobei hier natürlich auch noch der Werbeeffekt zum tragen kommt - die Orthophonic war wesentlich teurer...

Es wäre Interessant, dieses Experiment heute mal zu widerholen, mir graut nur etwas davor, eine Platte 200mal zu hören...

Generell sind Dosen mit Alumembran, vorallem bei Tanzmusikplatten etwas schonender zu der Platte - darum ging es mir vorallem bei den oben gezeigten Tondosen.
Akustisch sind sie nicht der Weisheit letzter Schluß.

"Modernere" Glimmerdosen liefern teilweise sehr angenehme Tonqualitäten - es sollte nur darauf geachtet werden, das solche Glimmerdosen zum Einsatz kommen, die eben auch schon für elektrische Aufnahmen entwickelt wurden.

Dazu, als Orientierungshilfe nochmal einige Beispiele aus dem bekannten Internethaus:

Wichtig: Bei allen Glimmerdosen hängt ein gutes Klangbild und die Plattenschonung eng mit weichen Gummidichtungen der Membran zusammen. Sind diese nach Jahrzehnten ausgehärtet, kann die Dose nicht voll klingen, und der Plattenverschleiß erhöht sich erheblich!
Bei Glimmerdosen sind die alten Gummidichtungen, die die Membran halten zwingend gegen neue, weiche zu tauschen!






Vorsicht! Viele der No4 Dosen, egal welcher Firma, sind teilweise aus billigem Zinkguß hergestellt - Wenn dieses im laufe der Jahre spröde wurde, sind diese Dosen kaum noch zu öffen, und quasi nicht mehr zu reparieren!
Unbedingt vor dem Kauf auf, auch kleinste Risse auf der Rückseite achten, bzw. Bilder davon zeigen lassen. Selbst bei kleinsten Rissen - Finger weg!
Aber auch, wenn sich keine Risse zeigen, kann der Zinkguß gequollen sein, dann lassen sich die Schrauben zum öffnen der Dose nicht mehr bewegen. Ein "gutes" Exemplar zu erwischen ist Sache von Glück, bzw. langjähriger Erfahrung!








[ Bearbeitet Di Feb 28 2012, 14:59 ]
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Thommi1967
Mo Jan 11 2016, 10:57
Dabei seit: Mo Jan 11 2016, 05:46
Wohnort: Tostedt
Einträge: 12
Ich habe eine Juwel Elektro, wie oben abgebildet mit der inneren goldenen Scheibe und der entsprechenden Aufschrift. Interessant ist, dass der Klang sehr schön ist, aber eine Hilfsnadel verwendet werden muss, wenn man leise bzw. sehr leise Nadeln verwenden will. Die Hilfsnadel ist abgesägt, und wird vor die leise Nadel gespannt. Sonst hält die leise Spielnadel nämlich nicht. Weder die Nadelaufnahme noch die Schraube ist ausgeleiert. Ich glaube - auch vor dem Hintergrund meiner Altnadelbestände - dass die leisen Nadeln zu damaliger Zeit im Einspannbereich einfach dicker waren und deshalb passten. Bei der vorgestellten Notlösung muss darauf geachtet werden, dass die Abspielnadel genau in hinteren Eck sitzt, dort, wie sie auch ohne Hilfsnadel sitzen sollte, wenn es denn passen würde. Ein kurzer Check, ob die Nadellage stimmt - horizontal und vertikal - und schon kann es losgehen. Klangeinbußen sind nicht erkennbar. Mit etwas Übung ist die jeweils neue Nadel dann ebenfalls schnell gewechselt. Dies Problem betrifft aber meist nur Schalldosen, die eine eckige Nadel-Aufnahme haben und natürlich wenn leise bzw. besonders leise Nadeln verwendet werden sollen, die nun mal besonders dünn sind. Ab Mittellaut passt es dann schon wieder. Glimmermembran-Schalldosen bringen einen guten Klang, besonders wenn sie schon für elektrische Aufnahmen bestimmt sind.
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Schellackfloh
Mo Jan 11 2016, 12:23
Dabei seit: So Okt 18 2015, 15:41
Wohnort: Hungen
Einträge: 78
Vielen Dank für den informativen Beitrag

MfG,
Florian
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