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TRITON Schallplatten GmbH mit TRIVA und GOLDPLATTE
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GrammophonTeam
Di Jan 06 2015, 20:05 Print View
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Diese kurzlebige Berliner Firma, welche wohl nur 1932 existierte, wurde vor allem durch die letzten Aufnahmen der Borchard Band unter Sammlern berühmt. Sie vertrieb die Labels TRIVA, TRITON und GOLDPLATTE.



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Bei den TRIVA und TRITON Platten bestand der Kern aus dünner Pappe. Die Tonspur war in das Trägermaterial aus einer Gelatine-artigen Substanz eingepresst. Möglicherweise auch wirklich nur bearbeitete Gelatine. Die Substanz quillt bei Feuchtigkeit, die meisten Platten sind unter dem Einfluss vieler Jahre der Lagerung ausgetrocknet und oft sehr rissig. Das Trägermaterial kann auch ab platzen. Oftmals sind solche Platten nicht mehr abzuspielen. Heute niemals auf dem Grammophon, wenn überhaupt nur mit einem modernen Leichttonabnehmer!

Der Verkaufspreis lag bei etwa 50 Pfennig, damit noch weit unter der Marke Brillant, dem damals günstigsten Anbieter von Schallplatten. Den Verkaufshüllen lagen spezielle Winkelnadeln bei. Diese sollte man bei den Platten der Triton bis zu 50mal verwendet gekonnt haben.

Bei der GOLDPLATTE bestand der Kern aus dünnem Metall oder Aluminium. Der Überzug war eingefärbt. Dadurch erwecken diese (damals Billigplatten) wirklich ein wenig den Eindruck aus "Gold" zu bestehen.



Vielen Dank an Helmut*s-plattenshop für die Bilder!



Die Firma TRITON taucht im Berliner Branchenbuch nur im Jahr 1932 auf.


TRITON Schallplatten GmbH, Berlin SW19
Kommandantenstr. 20 - 21


Im Adressteil (wegen der Drucklegung) um ein Jahr versetzt.


Interessant hier, in dem Gebäude befanden sich fast nur Papier oder Textil verarbeitende Betriebe.

Es ist unwahrscheinlich, dass eine kleine Firma von Billigplatten auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise selber ein eigenes Aufnahmestudio und/oder Presswerk unterhielt. Wer könnte die Schallplatten (in Auftrag) produziert haben? Aufschluss könnte die obige GOLDPLATTE liefern:






Der Name Joe London (Richard Forst/Forest) wurde eigentlich exklusiv von der jungen Firma Brillant (Otto Stahmann, später Tempo) verwendet. Die beiden Aufnahmen erschienen auch auf:
- Es war einmal ein Musikus Brillant 73 & Clangor 4249 (Matrize 3135)
- Sympathie, Sympathie... Brillant 76 & Tempo 1282 (Matrize 3142)

Möglich, es bestand eine Zusammenarbeit mit Brillant, möglicherweise machten diese die Aufnahmen und übernahmen die Pressung der Schallplatten. Andererseits findet sich (schwach) unter dem Label noch das Wort "Tono". Die "Tonographie GmbH" Link - Hier klicken übernahm vermutlich auch für Brillant immer wieder die eigentliche Aufnahme, Brillant dann die Pressung. Somit ist ein Zusammenhang von TRITON, Tono & Brillant sehr wahrscheinlich.

Als die Firma Ende 1932 oder Anfang 1933 in Konkurs (?) ging, wurden die Restbestände leider nicht abverkauft, sondern vernichtet. Somit fallen diese beiden Labels heute in die Kategorie Rarität.

[ Edited Di Feb 17 2015, 10:01 ]
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GrammophonTeam
Mi Jan 07 2015, 00:02
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Via Facebook diese beiden Seiten einer TRIVA Platte - vielen Dank an Herrn Hoffmann! Sicherlich finden sich, auch in euren Sammlungen noch weitere Platten der TRITON.

TRIVA, Bestellnummer 0512
Julian Tomsen & seine Solisten
Gesang: Paul Dorn








Aus dem Artikel Eric Borchard die Listung seiner Aufnahmen bei der Firma:

TRIVA 501 Bugle Call Rag


TRITON (Testplatte) Bugle Call Rag


TRIVA 501 The One-Man Band


TRIVA 502 Bagatelle


TRIVA 504 Some of these days


TRIVA 506 So küsst man nur in Barcelona


TRITON (Testplatte) Some of these days


TRITON (Testplatte) Mean Music


TRITON (Testplatte) All of me


TRITON (Testplatte) Mägdelein sei mein


TRITON (Testplatte) Maskenball im Gänsestall


TRITON (Testplatte) Hasta la vista


TRITON (Testplatte) My favorite band


TRITON (Testplatte) Georgia on my mind


TRITON (Testplatte) Ein Student geht vorbei


DIE GOLDPLATTE 114 Lo-Lo-Lotte



Bild: Klaus Krüger, Triatonisches Halali eines Jazzpioniers, FOX auf 78


[ Edited Mi Jan 07 2015, 17:56 ]
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GrammophonTeam
Mi Jan 07 2015, 17:58
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Vielen Dank an Herrn Rainer Lotz für dieses Label!




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Musikmeister
Mi Jan 07 2015, 20:07
Autor
Joined: So Aug 21 2011, 21:23
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Grammophonteam schrieb ...

Den Verkaufshüllen lagen spezielle Winkelnadeln bei. Diese sollte man bei den Platten der Triton bis zu 50mal verwendet gekonnt haben.


TRIVA-Plattenhülle -> Link - Hier klicken
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Arto
Mi Jan 07 2015, 20:36
Joined: Di Jan 07 2014, 01:33
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--- aber wie wurden die Platten vervielfältigt? Mir scheint es, dass es sich um lauter Mitschnitte geht. Denn solche Platten wurden auch als Tonfolien benutzt.
MfG

Arto
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berauscht
Fr Feb 13 2015, 10:34
"Urgestein" Autor/Moderator

Joined: Mi Jan 06 2010, 21:59
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In der Kommandantenstraße 18 befand sich die Clausophon GmbH.
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Formiggini
Sa Feb 14 2015, 15:00

Joined: Di Dez 28 2010, 19:20
Posts: 1579
--- aber wie wurden die Platten vervielfältigt?


Die Platten wurden gepresst. Die Erklärung findet sich in einem Patent aus den USA, erstmals eingereicht jedoch bereits 1931 in Berlin. Möglicherweise genau jenes Verfahren welches auch bei der Goldplatte / Triton verwendet wurde.


Sinngemäß aus dem Patent:
Die Aluminiumplatte (c) wird beidseitig mit einem Lack o.ä. (b) beschichtet. Bevor dieser ganz ausgehärtet ist, wird je eine dünne Schicht Celluloid (a) o. ä. aufgebracht. Dieses Paket wird nun in einem Wärmeofen auf 150 bis 170 °C erhitzt. Anschließend wird der (heiße) Rohling in die Presse gelegt.
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Arto
Sa Feb 14 2015, 17:37
Joined: Di Jan 07 2014, 01:33
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Sieht gut aus! Das Patent ist recht dürftig an Details, aber der Prägungsvorgang ist wahrscheinlich einfacher als bei Schellack-Material.

B.G. Arto
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GrammophonTeam
Di Nov 10 2015, 15:18
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1. Juli 1932



Konkurs Mai 1933



[ Edited Di Nov 10 2015, 22:28 ]
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