Automatic translation in English

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾


Grammophone in BildernGrammophongalerie


International Gramophone Board
Participate?

Foren

Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > LABELKUNDE - Deutschsprachige Labels und Firmengeschichte
Zu Besuch bei der Favorite Schallplatte (1908)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Grammophonteam
Sa Apr 18 2015, 21:30 Druck Ansicht
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2068
Die Fabrik der Favorite - Gesellschaft


Eine der besteingerichteten deutschen Schallplatten- Fabriken ist ohne Frage die der Favorite - Gesellschaft in Linden bei Hannover. Ein anschauliches Bild der vielseitigen Betriebe, welche erforderlich sind, um eine scheinbar so einfache Sache wie eine Schallplatte herzustellen, geben unsere nebenstehenden Abbildungen.

Teil des Bureaus



Die Fabrik hat sich aus kleinen Anfängen heraus immer grösser entwickelt, und jetzt sind die Gebäude so sehr, bis auf den letzten Quadratmeter Raum, ausgenutzt, dass eine weitere Vergrösserung unbedingt einen Anbau erforderlich machen würde.

Direktion



Blick in das Lager



Wie die Gesamtansicht zeigt, ist die Fabrik ganz im freien Felde gelegen, da, wo die letzten Häuser der Großstadt stehen. Die Lage ist malerisch am Ufer der Leine, an dessen jenseitigem Ufer der berühmte Herrenhäuser - Park beginnt.


Gesamtansicht von jenseits der Leine




Ausser der schwarzen Plattenmasse, die hier nicht zusammengesetzt wird, umfasst die Fabrikation alle Stadien der Entwicklung einer Schallplatte, anfangend mit der Aufnahme vor dem Trichter bis zum Verpacken der fertigen Platten.

Bei der Aufnahme
Regiment 73, Kapellm. Gebhardt; Sänger Rittmann




Wenn wir den Entwicklungsgang verfolgen, so finden wir folgende Arbeiten hauptsächlich hervortreten: Gießen der Wachsplatten, Drehen und Schleifen der Wachsplatten, Aufnehmen der phonographisehen Schrift, Graphitieren der Wachsplatte. So kommt sie in das galvanoplastische Kupferbad, wo sie‘ unter Beobachtung ganz besonderer Sorgfalt etwa 12 Stunden bleibt, bis der Kupferniederschlag eine genügend dicke Platte geworden ist. Nach diesem ersten „Shell“ wird erst eine Probepressung gemacht, und wenn diese die Prüfung bestanden, werden. (Positive) Plattenmatrizen und danach wieder (negative) Pressmatrizen hergestellt. Diese werden vernickelt und poliert und dann auf eine kräftige Metallunterlage gelötet, eine Arbeit, die eine ganz besondere Kunstfertigkeit verlangt. Das Pressen geschieht durch etwa 40 hydraulische Pressen, die durch eine besondere Heissdampfleitung warm gehalten werden, während die Masse auf ebenfalls geheizten eisernen Tischen warm gehalten wird. Die Etiketten werden bei dieser Arbeit gleich mit aufgepresst. Jetzt werden noch die Ränder abgedreht und poliert, und nun gelangen die fertigen Platten entweder in das Lager oder direkt zur Verpackung.


Platten - Sortiererinnen & Schleiferei



Versand



Die Fabrikationseinrichtungen der Favorite sind ganz besonders bemerkenswert wegen der sehr präzisen Organisation, die eine absolute Kontrolle sowohl der fabrizierten Quantitäten als auch der Qualität der Erzeugnisse gewährleistet.

Platten - Revision



So sind z. B. alle Etiketten durch besondere gelochte Zeichen nummeriert, so dass keine Platte die Fabrik verlassen kann, welche. nicht in den Büchern verzeichnet ist.


Teile der Matrizen Fabrikation




Presserei


PZ 1908, No. 50, S. 1561











[ Bearbeitet Sa Apr 18 2015, 22:14 ]
Nach oben
Willi-H-411
Mo Apr 20 2015, 10:57
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1362
Interessanter Artikel, der einen sehr gut in die damalige Zeit zurückversetzt. Bei dem Bild "Versand" bekomme ich jedoch leichtes Herzrasen, wenn ich mir das Regal rechts oben anschaue. Das macht den Eindruck, als könne es jeden Moment herunterkrachen.

Was ich allerdings schade finde, ist, daß die in dem Buch nur Übersichtsfotos und keine Detailaufnahmen gezeigt haben.

Auch interessant: Selbst 1908 hat man sich in Deutschland bereits in der Werbung englischer Schlagworte bedient - "double face"

VG Willi

Nach oben
 

Forum:     Nach oben