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Foren > Grammophone > Schalldosen
Reparatur einer Grammophon Schalldose - Instandsetzung Grammophon
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Formiggini
Sa Feb 26 2011, 15:41 Druck Ansicht


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Schalldosen fürs Grammophon benötigen fast immer eine kleine Überholung wenn sich der Tonabnehmer noch im "Fundstatus" befindet.
Oft scheppern oder klirren sie, wenn sich Kleinteile gelöst haben. Meistens sind die Gummidichtungen, die die Membrane lagern ausgehärtet. Diese müssen dann ersetzt werden.
Hier "zerlegen" wir eine "Gilbert Tonreflektor" Schalldose, gebaut um 1926.



Bei dieser Dose ist der Nadelträger auf kleinen Spitzen gelagert, die von zwei Federn gehalten werden. Dies ist ein typischer Aufbau vieler Dosen.
Wenn der Klang bei eurer Dose scheppert oder einfach etwas blechern klingt, hilft es schon oft viel, die kleinen Schrauben die auf die Federn drücken etwas nachzuziehen.

Prinzipiell ist der Aufbau von Grammophon Dosen fast immer gleich:



Der Nadelträger ist in irgendeiner Form beweglich gelagert(a). Ein kleiner Hebel(b) überträgt die Schallschwingungen. Dieser Hebel ist an einer Stelle (c) mit der Membrane (d) verbunden.
Diese Membrane wird zwischen zwei Gummischläuchen/Dichtungen (e & e) gelagert.

Der Nadelträger kann auch anders gelagert sein, z.B. seitlich mit kleinen Schrauben. Dies macht bei der Instandsetzung aber keinen Unterschied.



Zunächst lösen wir auf der Rückseite die kleine Schraube die die Membrane mit dem Nadelträger verbindet. Es ist hilfreich sich hierfür ein kleines Schraubenzieherset wie es Optiker und Uhrenmacher verwenden zu kaufen.



Diese Schraube ist sehr klein, leicht geht sie verloren, Ersatz wird kaum möglich!
Führt Arbeiten an der Schalldose am besten in einer größeren Schüssel oder über einem Suppenteller durch, so finden sich Kleinteile besser, falls sie doch herunterfallen!

Die Schraube ist meistens auf der Vorderseite mit Wachs oder Schellack befestigt.



Mit einem kleinen Lötkolben oder einem heißen Nagel lässt sich das Wachs lösen. Schellack ist Alkohollöslich. Mit etwas Spiritus eingeweicht, löst sich auch eine Schellackverbindung.
Wenn der Nadelträger von der Membrane gelöst ist, werden die kleinen Schrauben entfernt, die die zwei Federn halten.






Der Nadelträger lässt sich nun abheben.



Nun wird die vordere Abdeckung gelöst. Bei manchen Schalldosen kann sich diese Schraubverbindung auch auf der Rückseite befinden!





Bei dieser Dose ist noch eine zweite Abdeckung aus Perlmutt über der Membrane, die meisten Dosen haben eine solche zweite Abdeckung nicht! Wird diese entfernt, kommt darunter die Membrane mit der ersten Gummidichtung zum Vorschein.



Hier ist die Dichtung ausgehärtet und geschrumpft, die Membrane liegt nicht mehr Luftdicht in der Dose. Außerdem kann sie seitliche Bewegungen ausführen. All dies verschlechtert den Klang sehr und schadet der Platte!

Nun wird VORSICHTIG die Membrane abgenommen. Hier ist es eine aus dünnem Aluminium, ältere Dosen haben eine Membrane aus dünnen, meist durchscheinendem Glimmer.
Häufig sind diese Glimmerscheiben in der Mitte ausgerissen.



Zwei kleine, runde Papierscheiben werden mit Sekundenkleber von beiden Seiten über die ausgerissene Stelle geklebt. Durch diese Versteifung kann ein kleines Loch gebohrt werden durch das später wieder die kleine Schraube gesteckt wird. Risse in einer Glimmermembrane lassen sich ebenfalls mit Sekundenkleber fixieren.



Unter der Membrane liegt nun die zweite, ausgehärtete Dichtung.



Diese Dichtungen gibt es im Internet in verschiedenen Stärken zu kaufen.
Verwendet ihr welche aus Naturgummi, sollten diese Dichtungen alle paar Jahre ausgewechselt werden, da sie wieder aushärten. Es gibt allerdings auch Dichtungen aus Silikon, mit diesen sind eure Schalldosen für die nächsten 100 Jahre "fit"!
Die neue Dichtung wird eingelegt und in der entsprechenden Länge zugeschnitten.



Die beiden Dichtungen müssen sich bündig berühren, der kleinste Luftspalt zwischen ihnen verschlechtert später die Wiedergabe!
Die neue Dichtung wird nun mit etwas Vaseline eingerieben, dadurch schließen sich später auch die kleinsten Undichtigkeiten.



Die Membrane wird nun wieder aufgelegt. Sie darf an KEINER Stelle den Metallkörper der Dose berühren, dies führt später auch wieder zu einem klirrenden Ton.
Nun wird die obere Dichtung aufgelegt und zugeschnitten. Bei dieser Dose ist eine kleinere Dichtung nötig, leider fand ich bei keinem Händler eine in der passenden Stärke. Hier half eine weiche Silikonschnur aus dem Bastelgeschäft weiter—..



Nun werden wieder die Abdeckungen aufgelegt und verschraubt.



Der Nadelträger wird zum fixieren auf die kleinen, spitzen Erhöhungen auf der Schalldose aufgelegt.



Leider ist bei dieser Dose eine der zwei kleinen Federn gerissen - bis jetzt fand ich noch keinen passenden Ersatz. Möglicherweise funktionieren Federn aus einem Kugelschreiber die man sich auf die benötigte Länge zuschneidet.
Ich verwendete hier ein kleines Stück der Gummidichtung, die auch die Membrane hält - funktioniert gut!





Nun wird von der Rückseite der Dose wieder die kleine Schraube eingesetzt, die die Membrane mit dem Nadelträger verbindet - eine Pinzette ist hier eine große Hilfe!



Nachdem die Schraube wieder fest auf die Membrane aufgezogen wurde, muss diese Verbindung noch mit etwas Wachs gesichert werden.
Dies verhindert, dass sich das Schräubchen mit der Zeit lockern kann. Außerdem schließt das Wachs eventuelle Löcher.



Dass Wachs wird mit einem kleinen Lötkolben zum Schmelzen gebracht.
Habt ihr keinen Lötkolben, könnt ihr euch auch mit einem dicken Nagel und einer Kerzenflamme behelfen. Den Nagel (Mit einer Zange festhalten - wird heiß) über der Flamme gut erhitzen. Dann auf die Verbindung von Nadelträger und Membrane halten. Das Wachs soll gänzlich schmelzen!



Zum Schluss kommt noch das "Fein-Tuning": Die beiden Federn oder die seitliche Fixierung des Nadelträgers darf nur so weit angezogen werden, dass der Nadelträger gerade nicht mehr wackelt.

Wird der Nadelträger zu fest angezogen, verschlechtert dies die Basswiedergabe. Zieht man noch fester an, wird der Nadelträger zu "unbeweglich“ dadurch fügt ihr den Schellackplatten Schaden zu.

Am besten den Nadelträger leicht anziehen, dann kurz "probe hören“ stimmt der Klang noch nicht, wieder eine halbe Umdrehung und probe hören. So arbeitet ihr euch langsam zu dem Punkt, an dem der Klang am besten ist.

Es ist sehr wichtig, dass die Schalldose Luftdicht ist. Um dies zu überprüfen, pustet ihr leicht in den rückseitigen Anschlussstutzen- es darf keinerlei Luft entweichen!

Auch darf die vordere Abdeckung nicht zu fest angezogen werden. Drückt diese zu stark die Gummidichtungen zusammen, leidet darunter der Klang.
Die Dichtungen dürfen gerade so viel auf die Membrane drücken, dass alles Luftdicht ist. Ist die Membrane zu stark eingespannt, leidet darunter die Wiedergabe der Bässe. Auch hier könnt ihr durch experimentieren noch mehr aus eurer Schalldose "raus-holen".

Traut euch ruhig an diese Arbeiten “ sie sind gar nicht so schwer “ und Übung macht dem Meister—.. ;)





Von einem aufmerksamen Leser haben wir noch diese Tipps bekommen - Vielen Dank hierfür!

..."Leider ist bei dieser Dose eine der zwei kleinen Federn gerissen, bis jetzt fand ich noch keinen passenden Ersatz." ...

Mein Rat dazu:
Solche Federn lassen sich aus hartem Stahldraht leicht selbst herstellen:
Man nehme harten, ungebläuten Draht (z.B. Klaviersaitendraht oder siehe Drahtsortiment - Link zur Selva-Seite):

Link - Hier klicken

Solch ein Draht passender Stärke (meist liegt dieser zwischen 0,7 und 1,0 mm Durchmesser) wird eng um einen für den Innendurchmesser passenden Bolzen gewickelt (beides - Draht und Bolzen in einen Schraubstock einspannen, notfalls geht es auch mit Halten einer Flachzange) - dann den Draht mit einem kleinen Bolzenschneider an beiden Enden in der Länge passend abzwicken - fertig.

Passende Schrauben zu den Schalldosen sind bei Uhrmachern, die sich mit der Instandsetzung alter Taschenuhren und auch allgemein mit alten Uhren beschäftigen noch aufzutreiben.

Ach ja: Die kleine Membranschraube lässt sich leicht einfädeln, wenn man in den Schraubenschlitz etwas Bienenwachs gibt und dann die Schraube auf die Schraubenzieherklinge steckt (durch das Wachs wird sie dort leicht festgehalten...).


[ Bearbeitet Sa Jan 20 2018, 18:01 ]
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