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Foren > Grammophone > Koffergeräte und Spielzeuggrammophon
HMV Kolonialmodell 118
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Hedensö
Di Aug 11 2015, 09:46 Druck Ansicht

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
HERSTELLER: The gramophone company of India, Dum Dum Calcutta
MODELL: 118
SERIENNUMMER:
JAHR: 1936-1941
DAMALIGER PREIS:
GEHÄUSE: Teak-Holz
PLATTENTELLER: 25 cm
TRICHTER: Zinkblech
MOTOR: HMV No. 32
SCHALLDOSE: HMV No. 5B

INTERESSANTE DETAILS: Das HMV Modell 118 war ausschließlich in Indien erhältlich. Das auffällige ist die Öfnung auf der langen Seite, anstatt wie bspw. beim Modell 112 oder 114 auf der kurzen Seite.

Wie bei den indischen Modellen gängig, wurde hier für das Gehäuse Teak-Holz verwendet und farblich auf Mahagoni getrimmt. Auffällig sind die abgeschrägten Gehäuseseiten des Deckels sowie die sog. "black bandings" auf dem Gehäuse, wie sie auch bspw. bei den indischen Koffermodellen 94, 99, 102 und 114 zu finden sind.

Zur Instandsetzung:

Das Gerät ist selten! Daher nahm ich es in Kauf das Gerät neu aufzubauen. Wie man sich vorstellen kann, musten alle externen verchromten Anbauteile neu beschafft werden.
Wie auf dem Foto zu sehen ist, wurde das Gehäuse von außen (mehrfach überstrichten, auch innen (schwarz) - der Originale Zustand ist nicht mal ansatzweise zu erkennen. Fotos des Modells, die ich über die Jahre gesammelt habe, haben mir geholfen, das Gerät so wieder herzustellen, wie es aussehen soll. Trotz intensiver Versuche meines Restaurators die innen verwendete schwarze Farbe mit Meeresschaum (wohl sehr teuer aber gut) herunter zu polieren, funktionierte nicht so zufriedenstellend, sodass der Lack komplett gerunter musste.




Zudem war der Deckel hinten (wohl durch zu weites öffnen) ausgebrochen. Das war unfachmännisch verleimt worden und musste wieder gelöst, ordentlich verleimt und zudem gestiftet werden, um die Stabilität wieder herzustellen.

Das beizen ist vglw. leicht. Die Arbeit beginnt dannmit der Füllung der Poren, denn die Oberfläche sollte "high polished" sein. Es folgten zig Arbeitsgänge mit Schnellschleifgrundierung auf NC-Basis sowie Zwischenschleifgänge.

Obwohl ich das Modell wegen der kastigen Form erst garnicht mochte, finde ich es nunmehr doch recht ansprechend.



Hier der Link zum ausführlichen Artikel: Link - Hier klicken



[ Bearbeitet Fr Jan 15 2016, 20:40 ]
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Fehlmann1960
Di Aug 11 2015, 10:14
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 357
Wirklich tolle Restaurierung!! Was mir besonders gefällt ist das dunklere Fries auf dem Gehäuse. Gratulation!
Gruss Thomas
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alang
Di Aug 11 2015, 14:02
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 605
Sauber gemacht, gratuliere! Ich finde Holzkoffer generell sehr geschmackvoll, besonders diesen mit den schwarzen Akzenten. Normale Portables mit Stoffbezug finde ich wieder langweilig. Ich nehme an, dass Du das Decal auch erneuern musstest? Nochmals Gratulation zu diesem tollen Geraet.
Andreas

[ Bearbeitet Sa Jan 13 2018, 16:41 ]
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Hedensö
Di Aug 11 2015, 15:35

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Danke für´s Feedback!

Ja, das Decal musste ich erneuern, da es im Abbeizprozess (insbesondere der Schriftzug) nicht zu retten war. Ich habe eines aus Lima genommen und den Schriftzug angepasst - exakt so, wie das Original-Decal war: also "Hayes, Middlesex" abgeschnitten und den Text unter dem Rahmen zentriert.

In Summe ist das die sauberere Lösung anstatt rings um das Decal abzubeizen und zu versuchen, den Farbton anzupassen und den Übergang unsichtbar hinzubekommen. Habe noch nie gesehen, dass das jemand so hinbekommen hat, dass es nicht auffällt...

Viele Grüße

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Starkton
Di Aug 11 2015, 16:59
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Glückwunsch! Das Ergebnis ist in sich sehr geschlossen und rund. Da alle Flächen neu lackiert wurden kann das Gerät überall gleichmäßig altern. Sehr gut und absolut empfehlenswert ist der durchgehende und fachgerechte Einsatz von zeittypischen Methoden.

Ich habe Meerschaumpulver früher als Bindemittel und für Kompressen benutzt. Ich gehe deshalb davon aus, dass der Restaurator damit nicht polieren, sondern den Lack mit Hilfe von Kompressen ablösen wollte. Meerschaum (Sepiolith) sollte man heute nicht mehr verwenden, da es als lungenschädigend und krebserzeugend eingestuft wurde. Dies als Tipp für Deinen Restaurator: Besser Zellulosefasern nehmen.

Konnte nachgewiesen werden welche Lackfarbe das "Tonarmfach" ursprünglich hatte? Es sieht ein wenig so aus als wäre es damals nicht überlackiert worden und könnte damit heller, oder zumindest andersfarbig als der Rest sein. Dieses Gerät aus einem anderen Thread legt das nahe. Link - Hier klicken


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Hedensö
Mi Aug 12 2015, 08:19

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Starkton schrieb ...

Konnte nachgewiesen werden welche Lackfarbe das "Tonarmfach" ursprünglich hatte? Es sieht ein wenig so aus als wäre es damals nicht überlackiert worden und könnte damit heller, oder zumindest andersfarbig als der Rest sein. Dieses Gerät aus einem anderen Thread legt das nahe.


Das Tonarmfach bzw. den Trichter habe ich so gelassen, wie er war. Da er "ausnahmsweise" nicht übermalt war und noch in Ordnung ist, konnte ich ihn so wie er war nach einer leichten Reinigung wieder einbauen.

Bei meinem Gerät ist die Innenseite schokobraun lackiert, was in Summe auch gut passt.




Das andere 118er von dem Fotos aus dem anderen Thread ist (auch) neu gebeizt und lackiert worden. Ich muss allerdings sagen, dass mein Mahagoni-Ton schon "grenzwertig" hell ist - eigentlich war das Gerät tendenziell eher noch dunkler gehalten. Der andere Koffer von dem Bild ist nochmal heller als meiner. Ferner ist natürlich - wie du ja bereits geschrieben hast - die Trichterfarbe hier etwas unpassend.

Unser Mitglied Fischer hatte mich damals mit einem Bremer-Sammler zusammen gebracht. Er hat ein Original 118er in factory condition. Er hat mir davon als Anhaltspunkt auch diverse Bilder gesendet. Darauf ist zu sehen, wie dunkel das Mahagoni dort war und wie "Ar***-glatt" die Oberfläche bzw. ide Politur ist.

Interessanterweise kommt dieses genannte 118er aus dem gleichen Laden in Calcutta, wie mein HMV 25, was anhand des Händler-Decals auf dem Gerät nachzuvollziehen ist. So klein ist manchmal die Welt!
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Starkton
Mi Aug 12 2015, 11:17
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Hedensö schrieb ...

Das Tonarmfach bzw. den Trichter habe ich so gelassen, wie er war. Da er "ausnahmsweise" nicht übermalt war und noch in Ordnung ist, konnte ich ihn so wie er war nach einer leichten Reinigung wieder einbauen.

Wunderbar. Man sollte so viel erhalten wie möglich. Die Belohnung war, dass Du das Gehäuse farblich darauf abstimmen konntest und das Ergebnis damit "echt" aussieht. Auf Deinen Fotos konnte ich nicht genau erkennen wie der Zustand ist.

schrieb ...

Das andere 118er von dem Fotos aus dem anderen Thread ist (auch) neu gebeizt und lackiert worden.

Aufgrund der Abschabungen und hellen Stellen an der Unterkante des anderen 118er dachte ich es wäre nicht neu gebeizt worden. Vielleicht ist die "Neufassung" aber auch vor längerer Zeit drauf gemacht worden was die Abnützungen erklären könnte.

schrieb ...

Er hat ein Original 118er in factory condition. Er hat mir davon als Anhaltspunkt auch diverse Bilder gesendet.

Das ist der Idealfall. Je nach Ausleuchtung können Bilder jedoch zu falschen Schlüssen führen, was Farbe und Glanzgrad angeht. Dein 118er sieht auf den Fotos bereits sehr dunkel aus. Dunkler würde ich es nicht machen, damit der spannende Kontrast mit den schwarzen Flächen nicht wegfällt. Kann natürlich sein, dass Dein Gerät bei anderer Beleuchtung viel heller wirkt.
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Hedensö
Mi Aug 12 2015, 12:09

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Starkton schrieb ...

Aufgrund der Abschabungen und hellen Stellen an der Unterkante des anderen 118er dachte ich es wäre nicht neu gebeizt worden. Vielleicht ist die "Neufassung" aber auch vor längerer Zeit drauf gemacht worden was die Abnützungen erklären könnte.



Ich tippe darauf, da es erstens recht gut im Zustand ist, vglw. hell gebeizt ist und auch das Decal neu aussieht.

Vielleicht wurde der Deckel auch mal neu gemacht. Was auffällig ist, ist die vom Furnier offensichtlich aus mehreren Stücken bestehende Innenseite des Deckels. Man sieht eine Linie (wo das Holz die Beize intensiver aufgenommen hat)... Das ist m.E. eher untypisch und bei meinem Modellen durchgängig anders, also aus einem Stück.
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Formiggini
Mi Aug 12 2015, 12:46


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1758
Gratulation zu diesem schönen Grammophon! Ich persönlich finde ja diese Kolonialmodelle deutlich interessanter als die üblichen verdächtigen bei HMV. Auch optisch heben sie sich wohltuend von der "breiten Masse" ab, die man sonst bei uns sieht.

Die Gehäuse- (bzw. Geräte) produktion begann in Dum Dum im Frühjahr 1929. Wie weit war den die Entwicklung der Geräte (Gehäuse) vom Mutterkonzern eigenständig, oder machte die englische HMV hier Vorgaben? Das Buch "His Masters Voice Gramophone" (Oakley & Proudfoot) deckt ja wohl (leider) nur die in England hergestellten und verkauften Modelle ab.

Sind zu den Kolonialmodellen noch Unterlagen vorhanden wie Modellreihen, Preise, Stückzahlen, Kataloge usw.?

Grüße
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Webseite
Hedensö
Mi Aug 12 2015, 15:41

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Formiggini schrieb ...

Die Gehäuse- (bzw. Geräte) produktion begann in Dum Dum im Frühjahr 1929. Wie weit war den die Entwicklung der Geräte (Gehäuse) vom Mutterkonzern eigenständig, oder machte die englische HMV hier Vorgaben? Das Buch "His Masters Voice Gramophone" (Oakley & Proudfoot) deckt ja wohl (leider) nur die in England hergestellten und verkauften Modelle ab.

Sind zu den Kolonialmodellen noch Unterlagen vorhanden wie Modellreihen, Preise, Stückzahlen, Kataloge usw.?

Grüße


Soweit mir bekannt ist, wurden die Gehäuse in Calcutta gefertigt. Man erkennt dies wohl auch an den Qualitätsunterschieden zu in England gefertigten Gehäusen, was z.B. Spaltmaße anbetrifft.

Die Entwicklung muss wohl unabhängig gewesen sein, ebenso das Marketing und der Vertrieb.
Ich nehme an, man verbaute die aus England gelieferten Teile - jedoch bei vereinzelten Modellen nach persönlichem Gusto. So kamen bspw. beim frühen Modell 112 Teilekombinationen zum Einsatz, die zum zeitgleich in England produzierten Verkaufsschlager 101 und dessen permaneten Evolution unplausibel sind. Von daher liegt der Schluss nahe, dass verbaut wurde, was eben so da war.
Ansonsten müssen vereinzelte Modelle, die eben nur in Indien für den indischen Markt produziert wurden, nach den Bedürfnissen und der Nachfrage der indischen Käufer/Kolonialherren entwickelt worden sein. Ich frage mich immer wieder, warum es bspw. das 112 oder das 114 nicht auch in Europa gab. Einen Standardkoffer, wie den 102 oder den 102, jedoch mit einem starken Doppelfedermotor muss doch auch in Europa Absatz finden können.

Die Modelle 113 (so. Transportable = Modell 130 mit Trichterabdeckung und Griff) und das 118 (hier gezeigt) sind in diesem Kontext besondere Kuriositäten, da es sie in England nicht gab, auch nicht annähernd.

Bei den späten Trichtermodellen kann ich mir ja noch erklären, warum es in den 1920ern bis in die 30er, wo diese Geräte in Indien offensichtlich noch gut weggingen, in Europa so gut wie keine Nachfrage mehr gab. Bei den Koffern allerdings scheint das schwieriger zu sein, die Motivation und Strategie der Gramophone Company of India nachzuvollziehen.

Leider gibt es absolut keine schriftlichen Informationen zu den in Indien produzierten und vertriebenen Geräten. Weder Kataloge, noch Zeitungsausschnitte, gar nichts. Und das finde ich sehr schade, da es m.E. ein sehr spannendes Thema ist.

Auch in der vorhandenen Fachliteratur ist so gut wie nichts vorhanden. Bei Cooper wird das Thema nur oberflächlich angerissen. ich hatte ihn sogar mal angeschrieben, ob er nicht mal eine Überarbeitung veröffentlichen wollte. Er sagte, er wolle ggf. eine Ergänzung liefern...
Oakley & Proudfoot hätten das Thema sicherlich intensiver beschreiben können, haben es aber nicht. Sehr schade.

Mir gefallen die indischen Geräte sehr gut, weil

- sie weitestgehend in Mahagoni odser Teak angeboten wurden und mir die Holzoptik erheblich besser gefällt als langweiliges (Kunst-)Leder.
- sie schöne Details aufweisen, wie die schwarzen Zierbänder
- sie selten und deswegen nicht so langweilig sind und daher die Suche/Jagd noch mehr Nervenkitzel und Freude verursacht
- die Geräte aufgrund Ihrer Reise um die halbe Welt sicher einiges mitgemacht/erlebt haben
- die Vorstellung und die völlig andere Kultur nach Abenteuer klingt

Wenn jemand etwas an Infos oder tatsächlich irgendwelches Werbematerial besitzt udn hier posten würde, freut mich das sehr

Viele Grüße
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Starkton
Fr Aug 14 2015, 12:37
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Hedensö schrieb ...

Mir gefallen die indischen Geräte sehr gut, weil

- sie weitestgehend in Mahagoni odser Teak angeboten wurden und mir die Holzoptik erheblich besser gefällt als langweiliges (Kunst-)Leder.
- sie schöne Details aufweisen, wie die schwarzen Zierbänder
- sie selten und deswegen nicht so langweilig sind und daher die Suche/Jagd noch mehr Nervenkitzel und Freude verursacht
- die Geräte aufgrund Ihrer Reise um die halbe Welt sicher einiges mitgemacht/erlebt haben
- die Vorstellung und die völlig andere Kultur nach Abenteuer klingt

Das sehe ich genauso, insbesondere das dritte Argument. Es macht einfach mehr Spaß dem "Kolumbusfalter" hinterher zu jagen. Es gibt keine Erfolgsgarantie, man muss Jahre warten und dann flattert er plötzlich um die Ecke. Dann heißt es blitzschnell reagieren.

Punkt 4 kennzeichnet die Königsklasse von Kolonialmodellen. (Eigentlich jedes Grammophon- oder Phonographenmodells.) Das heißt die 5%, bei denen die Spuren des Gebrauchs am Gehäuse unverfälscht sichtbar sind. Mit der nötigen Phantasie kann man sich dabei vorstellen ob diese oder jene Abschabung vom Elefanten- oder Kamelrücken stammt. Bei so einem Gaststück würde wohl jeder schwach werden!
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Hedensö
Fr Jan 15 2016, 20:50

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Hallo zusammen,

ich habe zu diesem Model einen ausführlicheren Artikel mit mehr Bildmaterial erstellt Link - Hier klicken

Über weiteren Input würde ich mich freuen. Vielleicht kann jemand noch Informationen beitragen...
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