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Foren > Grammophone > Koffergeräte und Spielzeuggrammophon
DECCA 44 mit Lifebelt
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Gast
Mi Aug 19 2015, 14:01 Druck Ansicht
Gast
HERSTELLER: DECCA London
MODELL: 44
SERIENNUMMER: 057839
JAHR: ca. 1930
DAMALIGER PREIS: £6
GEHÄUSE: Holz mit geprägter Lederbespannung
PLATTENTELLER: 20 cm
TRICHTER: Zinkblech
MOTOR: Swiss Made (Schweizer Fabrikat)
SCHALLDOSE: Telesmatic Sound Box mit Lifebelt

Diesen Koffer bekam ich vor einiger Zeit mehr oder minder im Tausch von einem anderen Mitglied, welches ihn verwahrlost von einem Plattenhändler kaufte.
Der Koffer ist zwar technisch TOP, er klingt überwältigend laut und klar, zieht locker 1 1/2 Platten durch und ist auch sehr Stabil gebaut - hat aber optisch seine besten Tage hinter sich.
Verkauft wurde dieser Koffer laut Händlerschild im heutigen Tschechien, und wurde anscheinend auf Kundenwunsch direkt mit einem Lifebelt ausgestattet, da dieser professionell verbaut und mit einem genau für diesen Tonarm passenden zusätzlichen Metallring mit Dorn ausgestattet ist (Vielleicht stammt dieses Teil auch von Decca?).
Dieser Lifebelt wiederum ist besser erhalten als man denkt, er ist zwar nicht elastisch wie ein Silikonschlauch, aber auch nicht Steinhart - die Elastizität entspricht in etwa der oberen Gummischicht neuer Autoreifen.
Ob man ihn am Gerät belassen sollte, mag jeder andere Ansichten haben.
Das Gehäuse ist im vergleich zu anderen Geräten relativ besonders Gestaltet, da der aufwendige Scharniermechanismus und die Prägungen direkt ins Auge stechen.
Der Trichter ist ein Reflektionstrichter, zuerst haben wir eine Trichterführung wie in normalen Koffern, durch das aufklappen wird diese am Ende allerdings noch mit dem Reflektor im Deckel verbunden - daher ist dieser Koffer auch etwas lauter als andere Koffergeräte.
Der Motor ist ein Einfedermotor und wurde von mir bis jetzt nur ein wenig geölt, eine komplette Reinigung steht noch aus. Erwähnenswert ist auch die automatisch ausklappende Nadelmulde, die mit "Employ Decca Needles" wirbt.
Die Telesmatic Sound Box besitzt eine keilförmige Nadelaufnahme und ist somit für Bambusnadeln geeignet.

Zum Holzwurm:
Den Wurm konnte ich erfolgreich mittels einem alten Backofen bekämpfen (1/2 Stunde auf konstant 80°C), die Löcher habe ich anschließend gereinigt, durch die Politur mit Lederpflege wurden sie auch schwarz und weniger sichtbar.
Die Schäden durch den Wurm sind glücklicherweise nur optisch groß, beziehen sich in Wahrheit aber lediglich auf die erste dünne Furnierschicht unter dem Leder und nicht auf das Kernholz, der Koffer hat keine durchgehenden Löcher und hat nichts an seiner Stabilität verloren - nach einer neuen Bespannung wäre er wieder wie neu.
Alles in allem sicher ein erhaltenswertes Gerät.

Falls ihr Informationen zum Baujahr oder zum Koffer allgemein habt, wäre ich dafür Dankbar.










































Gruß,
Ludwig

[ Bearbeitet Sa Jan 13 2018, 14:05 ]
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Formiggini
Mi Aug 19 2015, 14:40

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1758
Hallo zusammen,

wahrlich ein recht interessanter Koffer mit dieser Trichterführung, danke fürs zeigen! Hat ein bisschen was von "Wie viel Trichter bekommt man maximal in einen Koffer...". Der Lifebelt war in England zwischen c. 1926 - 1930 sehr populär und wurde auch Serienmäßig hergestellt. Die Stellung der Schalldose zur Platte hat bei den Decca Geräten eh eine sehr gute Geometrie. Auch die Trichterlänge hat nicht nur Einfluss auf die (gute) Wiedergabe, sondern auch darauf wie stark sich Platten abnutzen. In Kombination mit dem Lifebelt ergibt sich hier eine sehr schonende Abspielung der Schellackplatten.

Auf diesen etwas ungewöhnlichen Trichter ließen sich Barnett Samuel & Sons Ltd. ( = Decca) und Frank Samuel das Patent No. 290097 im April 1927 eintragen. Letztendliche Erteilung im November 1927. Davon ist auszugehen, dass das Decca 44 ab 1927/28 hergestellt wurde. Dies passt auch zu der Modezeit des Lifebelt. Die Seriennummer deutet auf eine Produktionszeit um 1928/29 hin.

Hier noch das Patent als PDF:




Grüße

PS: Im Januar 1930 wurde das Decca Modell 44 für £6 S6 verkauft. Es wurde bald durch das Decca 66 (mit dem gleichen Trichter) ersetzt.




[ Bearbeitet Mi Aug 19 2015, 15:00 ]
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Webseite
Fehlmann1960
Mi Dez 16 2020, 12:53
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 376
Der Motor ist von der Schweizer Firma Paillard SA. in St. Croix.
Modell: Y Code Yorko.

Gruss Thomas



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gramofan
Mi Dez 16 2020, 13:47
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 1058
Sehr interessant finde ich die Angabe im Motorprospekt, man könne dei Federdose herausnehmmen, ohne den Motor zu zerlegen. Da wäre ein Foto das zeigt, wie die Dose im Werk befestigt ist, sehr schön.
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Fehlmann1960
Do Jan 14 2021, 14:14
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 376
Habe selber auch ein Decca 44 erworben und revidiert. Beim Motor (selbes Modell Y von Paillard SA) habe ich beim Zerlegen auch nicht herausgefunden wie die Federdose ohne Demontage herausgenommen werden kann.

Mein Grammophon hat eine Thorens Schalldose Nr. 112 passend dran. Diese Dose gabs jedoch erst ab 1946.
Zu diesem Grammophon habe ich noch 2 Werbungen aus Sept. u. Dez. 1928 aus "Australian Woman's Mirror" gefunden. Diese Grammophone wurden nach meinen Recherchen nicht lange (ca. 1928-1930) hergestellt und mit dem Modell 66 ersetzt.






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