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Foren > Grammophone > Trichtergeräte
Polyphon PW II
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Gast
So Dez 13 2015, 20:54 Druck Ansicht
Gast
MODELL: Polyphon-Werke AG
SERIENNUMMER:
JAHR:
DAMALIGER PREIS:
GEHÃUSE:
PLATTENTELLER: 28 cm
TRICHTER: Hexenhut Messing
MOTOR: 1-Feder
SCHALLDOSE: Polyphon Concert bzw. Grand Concert



Hallo Zusammen,
hier nun ein frühes Trichtergerät der Polyphon-Ag mit Hexenhuttrichter und großem Ein-Feder-Motor. Das Gehäuse wurde leider Irgendwann mal abgezogen, "glücklicherweise" blieben die Zierelemente erhalten, und auch die Beize ist nicht gänzlich weg. Der Teller hat noch den originalen Bezug.
Der Motor läuft nach kurzer Reinigung sehr gleichmäßig und zuverlässig, aufgrund der doch sehr großen Feder auch sehr lange. Alles funktioniert super, leider fehlen aber die Kurbeldurchführung und -besonders ärgerlich- die Polyphon-Plakette, jedoch sollten beide Teile verhältnismäßig leicht zu beschaffen sein.
Der Trichter hat kleine Dellen in der Öffnung, ist aber vom Material her unheimlich gut erhalten, d.h. das Messing ist überall noch extrem dick, ein Aufarbeiten also kein Problem. Vielleicht sollte man den Trichter aber auch unpoliert lassen, wobei er mit einem erneuerten Gehäuse und gereinigten Beschlägen sicher poliert besser ausschaut. Zum Gerät habe ich die beiden gezeigten Dosen, eine "Polyphon Concert" und eine "Polyphon Grand Concert" - ob eine der Beiden original auf das Gerät gehören kann, vermag ich leider nicht zu sagen.

Selbst stehe ich nun leider vor folgenden Fragen und hoffe auf eure Hilfe:

-Sollte ich eventuell die Metallteile neu vernickeln lassen, bzw. lohnt dies bei diesem Gerät überhaupt?
- Womit war das Gehäuse behandelt, sprich: handelt es sich eventuell um eine Schellackolitur,( wenn ja, welcher Farbton?), oder um einen einfachen Sprühlack?
- welche Kurbeldurchführung war hier verbaut?
-wie sieht die benötigte Plakette aus?
und liege ich mit 1914-1918 als ungefähres Baujahr richtig?

Vielen Dank, einen schönen dritten Advent und beste Grüße,
Ludwig






















































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gramofan
So Dez 13 2015, 21:14
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 1012
Die original Oberfläche des Geräts wirst Du wahrscheinlich finden, wenn Du Dich entschließen kannst das Zierelement abzuheben. Möglicherweise hast Du auch schon Glück, wenn du die Trichterhalterung abschraubst oder die Platte bei der Geschwindigkeitsregulierung. Neu vernickeln würde ich nur das Trichterknie, die Platte der Gschwindigkeitsregulierung und eventuelle die Trichterhalterung (bei der bin ich mir aber nach den Photos nicht sicher, ob sie mal vernickelt war. Da müsstest Du mal genau hinsehen, ob noch Reste der Vernickelung zu erkennen sind).
Ansonsten neige ich bei Restauration immer zu dem Standpunkt: weniger ist mehr. Das Gehäuse muss aus meiner Sicht nicht aufgearbeitet werden. Es gibt doch nichts schlimmeres als die für den amerikanischen Markt auf ladenneu getrimmten Geräte, denen man ihre 100 Jahre Geschichte nicht mehr ansieht.
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Starkton
So Dez 13 2015, 23:21
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Auf der fehlenden Plakette wird das eingetragene Warenzeichen abgebildet sein Göttin(?) mit Lorbeerkranz in der rechten Hand unter einem Kometen: Link - Hier klicken

An Deiner Stelle würde ich mir eine Verkleidung für das Kurbelloch aus Metall nachdrehen lassen. Ein Original bekommst Du niemals. Auf dem rötlich gebeizten Gehäuse war mal ein Schellacküberzug (keine Politur natürlich, sondern eine dünne "Lackierung" um die Gehäusefarbe zu betonen). Ich schätze das Baujahr um 1915. Der Schellack krepierte wegen der schlechten Lagerung irgendwann und blätterte großflächig ab. Der Rest wurde weitgehend entfernt und zeigt sich nur noch um das Zierschild herum.

Das Vernickeln lohnt sich nicht. Dafür ist das Metall schon zu stark verrostet. Ausserdem kannst Du nicht nur ein Bauteil vernickeln und den Rest, z.B. den Plattenteller und die Bremse, so lassen. Das sieht absolut unecht aus. Die Patina des Schalltrichters finde ich schön gleichmäßig gewachsen und sollte so bleiben. Ein auf Hochglanz polierter Trichter würde in Verbindung mit den korrodierten Flächen auch völlig deplatziert aussehen.
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bavariola
Mo Dez 14 2015, 02:25
Dabei seit: Sa Jan 12 2013, 00:38
Einträge: 147
Werter Kollege,

hier meine Meinung zur Überarbeitung der Metallteile:

Ich hatte einmal einen sehr aehnlichen Fall (wenn ich einmal gaaanz viel Zeit habe - im naechsten Leben also - werde ich das Geraet einmal vorstellen) und bin dabei wie folgt vorgegangen:

a) Tonarm, Drehzahlrgegler und andere Bauteile, die einst glanzvernickelt waren, konnte ich mit einer klassischen Fahrrad-Politur wieder recht ansehnlich hinbekommen. Moeglicherweise gelingt das auch in diesem Falle. Abnutzung/Oberflaechenabtrag durch die fruehere Benutzung duerfen gerne erhalten bleiben, aber wo sich Glanz mit einfachen Mitteln wieder horvorbingen laesst, sollte man es tun. Es sieht gepflegter aus - und Dreck ist ja etwas anderes als Patina. b) Der Rand des Plattentellers war ziemlich rostig. Da der alte Filz vollkommen ruiniert war (das hatte mit Patina nichts mehr zu tun), musste ich ihn sowieso abziehen, was mir Gelegenheit zur Überholung des Plattentellers bot. Das ist beim hier vorgestellten Geraet freilich etwas anders. Ob wohl der Rand des Tellers auch mit Fahrrad-Politur hinzubekommen sein koennte? Mit dieser Methode liesse sich der Filzbelag umgehen; er muesste nicht entfernt werden, wenn man sauber daran vorbei arbeitet. c) Auch bei meinem Geraet war die Trichterstuetze weitgehend verrostet. Reste der alten Vernickelung waren noch erhalten - aber ich glaube, dass man nach solchen Beweisen nicht suchen muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man dergleichen Bauteile in blankem Eisen ausgeliefert hat, das ja schon in kurzer Zeit mit Luftfeuchtigkeit reagiert. Selbst ein preisguenstiges Geraet (womit ich nicht sagen moechte, dass Deines ein solches war) wird in jedem Falle mit vernickelten Bauteilen ausgeliefert worden sein. Vernickelungen gab es in verschiedenen Guetegraden. Im zeitgenoessischen Schriftmaterial reicht die begriffliche Spanne von "vernickelt" ueber "ff vernickelt" oder "fein vernickelt" bis "hochfein vernickelt". Was auch immer das heissen mag, aber selbst das einfachste Geraet wird wenigstens die unterste Stufe gehabt haben. Freilich stoert der Rost beim Vernickeln, deshalb habe ich meine Trichterstuetze behutsam sandstrahlen und dann erst vernickeln lassen. Das Resultat ist ein feiner Mattglanz.

So viel dazu.

Den Trichter wuerde ich reinigen oder vielleicht ein wenig polieren, damit er gepflegt aussieht, aber auf keinen Fall bis zum Hochglanz, denn das waere unnatuerlich (im Sinne von Patina; siehe diesbezuegliche Aussagen meines Vorredners).

Noch ein paar Worte zum Holz. Da bin ich zwar kein Fachmann, aber dennoch nicht ganz ohne Erfahrung. Ich wuerde - wie oben bereits vorgeschlagen - die Dekorteile abnehmen, um die alte Oberflaeche einschaetzen zu koennen. Schmutz und Reste der alten Lackierung muessen - bis in die Ecken! - entfernt werden, und dann kann man eine neine neue Schellack-Lackierung aufbringen. Schleifen, wenn irgend moeglich, vermeiden, denn dadurch wird das Bild der Oberflaeche in der Regel ungleichmaessig. Eine regelrechte klassische Politur wird auf dieser Maschine nicht vorhanden gewesen sein. Einen Holzlack aus Schellack kann man sich selber herstellen. Im gut (!) sortierten Farben- oder Kuenstlerbedarfs-Handel kann man sich Schellack in Schuppenform (daher ja auch der Name) in Kleinmengen abgewiegen lassen. Es gibt die Schellack-Schuppen in verschiedenen Toenungen, was mit der Aufbereitung des Rohmaterials zusammenhaengt. "Blond" ist - eine gelichmaessige und gut erhaltene Originaltoenung des alten Holzes angenommen - sicher die beste Wahl. Die Schuppen werden in Spiritus aufgeloest, was einige Zeit dauert (oder mit einem Magnetruehrer beschleunigt werden kann). Grundrezept: 250 Gramm Schellack auf 1 Liter Spiritus. Es gibt allerdings mittlerweile auch fertige Mischungen in Blechflaschen zu kaufen.

Konnte ich hiermit ein wenig helfen?

Beste Gruesse an alle!

[ Bearbeitet Mo Dez 14 2015, 02:35 ]
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Formiggini
Mo Dez 14 2015, 13:26


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1758
Falls nicht jemand ein Gerät mit dieser Plakette hat, wird es wohl schwierig... Dann bleibt fast nur dir selber etwas mit einem Photoprogramm zu "basteln", wie es ausgesehen haben könnte.

Grüße



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Starkton
Mo Dez 14 2015, 16:31
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
bavariola schrieb ...

Freilich stoert der Rost beim Vernickeln, deshalb habe ich meine Trichterstuetze behutsam sandstrahlen und dann erst vernickeln lassen. Das Resultat ist ein feiner Mattglanz.

Was ich meinte ist, dass die Oberfläche durch starke Korrosion (wie in diesem Fall) angegriffen wird. Flugrost, wie er durch Polierwatte etc. leicht entfernt werden kann, ist unproblematisch.

Durch das Abstrahlen werden diese Gruben und Vertiefungen freigelegt. Sie entsprechen nicht der Glätte der ursprünglichen Oberfläche. Die neue Kupfer-/Nickelschicht ist jedoch hauchdünn und gleicht diese Vertiefungen nicht aus. Im Gegenteil, man sieht jedes Kratzerchen und Grübchen.

Bei einem an sich schon relativ rauen Gussteil wie der Trichterstütze ist dieser Effekt nicht so auffällig, obwohl natürlich die Feinzeichnung der profilierten Oberfläche durch die Korrosion und das Druckstrahlen gelitten hat. Ehemals glatte Blechteile wie das Trichterknie müssen jedoch nach dem Strahlen und vor dem Vernickeln geschliffen und poliert werden. Dabei muss nach dem Polieren der Glanzgrad zu demjenigen des Tonarms passen.

Natürlich ist vieles möglich. Ich habe selbst schon Teile für das Vernickeln feingestrahlt und geschliffen. Alles eine Frage des Aufwands.
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Gast
Mo Dez 14 2015, 16:56
Gast
Vielen Dank schon jetzt für eure Anregungen und Tipps, auch an Uli für die Plaketten-Vorschläge. Ich denke ich werde mir zu dem Gerät einen gründlichen Schlachtplan überlegen, denn den Charme der letzten 100 Jahre möchte ich eigentlich erhalten.

Was ich meinte ist, dass die Oberfläche durch starke Korrosion (wie in diesem Fall) angegriffen wird. Flugrost, wie er durch Polierwatte etc. leicht entfernt werden kann, ist unproblematisch.

-Dies ist jedoch erstaunlicherweise nicht der Fall. Die Stütze sieht auf den Bildern zwas stark korrodiert aus, ist in Wahrheit jedoch noch äußerst glatt und lässt sich mit feiner Metallpolitur ganz leicht glatt Polieren, ohne dass Vertiefungen oder Furchen bleiben. Vielleicht sollte ich die Stütze einfach nur aufpolieren und mit Zaponlack konservieren?
Gruß,
Ludwig
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Starkton
Mo Dez 14 2015, 17:02
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Wird Zeit kosten den Rost aus allen Vertiefungen zu holen. Viel passieren kann dabei aber nicht, also mach's. Den Lack solltest Du Dir sparen. Braucht man im Innenraum nicht.
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PONOPHON
Di Dez 15 2015, 18:41
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 173
Hallo Ludwig,
versuche doch eine elektrolytische Entrostung mit einem Batterieladegerät und Natronlauge oder Soda (siehe Youtube).
Gerade bei Gusseisen Halterungen wirkt das Wunder, man staunt nur so, wieviel Nickel sich unter der Rostschicht verbirgt. Das geht natürlich auch bei den Beschlägen und beim Knie. Bei Gusseisen ist es allerdings so, dass sich Rost in Poren des Materials bildet, wo offenbar die Nickelschicht Lücken hat. Im Lauf der Jahre breitet sich der Rost (Flugrost) über das gesamte Teil aus, darunter bleibt aber viel originale Oberfläche erhalten.
Ich kann das vorhandene Nickel auf den Fotos sogar noch erkennen, gerade im Bereich wo das Trichterknie steckt, ist unter den golden schimmernden Teilen Nickel und auch sicher unterm Rost.
Bei der elektrolytischen Entrostung löst sich die Korrosion auf und das Nickel bleibt!
Anschließend gut waschen, trocknen und mit Antikwachs bürsten. Nach dem Trocknen polieren mit einem Wolltuch.
Das ist Teile-schonend und gibt eine viel schönere Oberfläche als Rost.
Wirklich, es löst sich nur der Rost und es wird kein Material abgetragen wie beim Sandstrahlen. Probiere es doch einmal bei Schrot Grammophonteilen aus.
Liebe Grüße, Christian
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PONOPHON
Di Dez 15 2015, 19:04
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 173
Da hab ich noch ein Bild gefunden, dass ich abgespeichert hatte, da ist das Markenzeichen drauf.
Es handelt sich um Reproduktionen die mal jemand angeboten hat.


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Gast
Di Dez 15 2015, 21:59
Gast
Hallo Christian,
Tausend Dank für den Tipp zur Elektrolyse - die werde Ich demnächst mal ausgiebig an einem teildefekten Parlophon ähnlichen Modells austesten - darum Ist es nicht mehr schade.
Auch vielen Dank für das Bild, da lag Ulis Vorschlag ja echt nahe dran!
Beste Grüße,
Ludwig
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