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Foren > Phonographen > Geräte, Werbung und Schriftmaterial
Ernst Eisemann Phonograph
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
PONOPHON
Mi Dez 23 2015, 18:07 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 138
HERSTELLER: Ernst Eisemann & Co. Stuttgart
MODELL: D.R.P. 93787
SERIENNUMMER: nicht vorhanden
JAHR: 1896 / 1897
DAMALIGER PREIS:
GEHÄUSE: Eiche furniert, matt
WALZENTRÄGER: Drei leicht bewegliche Bügel, die sich erst durch aufstecken der Walze ausrichten
TRICHTER: Nur Anschluss für Hörschlauch vorhanden
MOTOR: Handgefertigt, Anreißspuren auf den Messingplatinen z.T. noch sichtbar
SCHALLDOSE: Kombination aus Metall und Hartgummi, mit Glasmembrane

INTERESSANTE DETAILS: Das Schwungrad, der Walzenhalter, der sehr kleine Anschluss für Hörschlauch wie bei den frühen Graphophonen, der Deckelverschluss, ebenfalls wie bei den frühen Graphophonen, die fein vernickelten Metallteile bestehen aus Messingguss, Spuren von sparsamer Linierung sind auf dem schwarzen Teilen vorhanden - silberfarbig!
Sehr guter Erhaltungszustand, bis auf den Lederriemen, der fehlte und die roten Dämpfungsgummis die ich ausgetauscht habe, sind alle Teile original und unrestauriert.


Ich möchte hier meinen Ernst Eisemann Phonographen vorstellen.
Die Details sind oben schon beschrieben. Sehr viel konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.
Er stammt zum Glück vom Flohmarkt. Ein Händler aus Wien hat ihn mir auf einem „Provinzflohmarkt“ 5 km von meinem Wohnort entfernt verkauft. Er war recht günstig, da der Händler meinte es sei leider kein Edison… Im Internet hätte ich ihn mir vermutlich nicht leisten können!

Ich glaube die Eisemann Phonographen hatten auch eine Typenbezeichnung bzw. einen Namen, wenn den jemand wüsste…
Bitte einfach die Bilder betrachten, vielleicht hat ja jemand eine Idee dazu.
Liebe Grüße und frohe Weihnachten, Christian



Ernst Eisemann (1864 – 1941)

Aus dem Internet stammt noch folgender Text:
Ernst Eisemann & Company
The Ernst Eisemann Company was founded in Stuttgart in the 1890's as an Electrical & Technical installation undertaking. Its founder Ernst Eisemann initially started to build phonographs to his own design. In 1896 he successfully defended his main patent against Edison, and won. This cleared the way for his phonograph business. However other branches of his business were being even more successful.

Already in 1900 his company was becoming a market leader in the production of magneto's and spark-plugs for the surging automobile industry. In 1907 he founded the Eisemann Magneto Company in New York.

The First World War, and subsequent depression were hard on Eisemann and the company lost much of their international business. In the early 20's Eisemann also invented electrically powered hair clippers, later generations of the idea we still see today in hair salons. Due to the hard times, the Eisemann and Bosch companies began to co-operate in many fields. And in 1924 Eisemann was integrated into Bosch. The name eisemann continued to be used by Bosch until the 1980's. Bosch of course still exists today as a major player in the automotive and tool sector.

















Hier ist noch die Patentschrift dazu:





Hier sind noch Bilder eines in Teilen ähnlichen Gerätes aus der Phonogalerie in Paris, das natürlich noch wesentlich interessanter ist. Aber, lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!







[ Bearbeitet Fr Dez 25 2015, 08:35 ]
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veritas
Mi Dez 23 2015, 19:16
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 469
Na das ist ja mal ein wirkliches Prachtstück zu dem man gratulieren darf. Das hätte ich definitiv auch nicht stehengelassen.

Interessant ist, daß Eisemann die Schalldose über die Modelle hinweg unverändert gelassen hat. Bei Gelegenheit mache ich mal ein paar Fotos von meinem kleinen Meteor-Modell, der exakt die gleiche Schalldose hat - eine interessante Interpretation des damaligen Columbia Floating Reproducer. Vor allem die Kombination aus Metall und Guttapercha ist recht markant.
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Webseite
Formiggini
Mi Dez 23 2015, 20:33


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Na, da kann man ja, auch passend zum Fest, nur gratulieren zu diesem schönen Stück!

Den Generalvertrieb für Ernst Eisemann in Österreich hatten die Brüder Barber, Wien IX/2, Sechsschimmelgasse 14.



Grüße
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Webseite
Starkton
Mi Dez 23 2015, 21:46
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Ein großartiges und wunderschönes Stück! Fabelhaft auch dieser Zustand. Ich habe jahrelang vergeblich versucht einen Eisemann Phonographen zu bekommen. Sie hatten einen exzellenten Ruf und waren als Geldeinwurfgeräte mit automatischer Funktion in Hotels und Bahnhöfen Süddeutschlands weit verbreitet.

Eisemann hat, wie das obige Patent zeigt, auch Phonographen für den Einsatz im Büro mit Aufnahme- und Wiedergabefunktion hergestellt. Die Firma Ernst Eisemann & Co. unterhielt übrigens eine richtige Fabrik, welche Phonographen in Serie produzierte. Keine Handarbeit, aber auch keine automatisierte Massenfertigung wie wir sie heute kennen, deshalb auch die Werkzeugspuren auf dem Motor.

Zum vorgestellten Phonographen selbst:
Die eingravierte Patentnummer 93787 zeigt, dass dieses Gerät nicht vor dem 10. September 1897, das heißt dem Ausgabedatum des Patents, hergestellt worden sein kann. Bitte oben das Baujahr in 1897-1899 ändern. Danach wurde diese Gerätelinie abgelöst, siehe weiter unten.

Der Phonograph unterscheidet sich allerdings in einem wesentlichen Punkt von der Patentzeichnung: Die Hebel zur Umschaltung von Aufnahme und Wiedergabe fehlen. Offenbar vereint die Schalldose nicht beide Funktionen. Könntest Du bitte zur Klärung die Unterseite der Schalldose zeigen.
Ganz wichtig: Die braune, fleckige Farbe des ehemals tiefschwarzen Schalldosengehäuses aus Hartgummi weist auf einen massiven Lichtschaden hin. Unbedingt von der Sonne fernhalten. Am besten den Deckel drauf, oder Abziehen und in die Schublade damit.

Der Name fehlt auf dem Gehäuse, aber es kann sein, dass es sich um einen Familien-Phonographen handelt, wie er seit Ende 1898 unter dem Namen "Meteor", siehe den Zeitungsausschnitt oben, verkauft wurde. Das Warenzeichen "Meteor" hat die Firma Eisemann am 13. Juli 1898 angemeldet. Eingetragen wurde es am 26. September 1898.

Das Gehäuse samt vernickelter Motorplatte, Bremshebel und Haken für die Deckelbefestigung nimmt deutliche Anleihen am Graphophon Typ A. Die Aufbauten sind allerdings typisch Eisemann. Der Federmotor ist, verglichen mit amerikanischen Geräten, ziemlich unterdimensioniert.

Diesem Phonographen fehlt, aber das ist praktisch immer so, die schwarze Gummihülle des Walzenkonusses. Das Gummi schrumpft, wird hart und bricht schließlich. Sieht dann nicht gerade attraktiv aus, deshalb sind die Fragmente oft weggeworfen worden. Niemand würde sicherlich eine frühe "Wachs"-Walze auf das offen liegende Skelett der Spannstäbe stecken, obwohl gerade dieses Skelett (als Unterscheidungsmerkmal für die "banalen" Edison-Konusse) heutzutage viele Sammler attraktiv finden und sehr gut bezahlen.

Mir ist Dein Gerät vor anderthalb Jahren bereits auf Fotos im Internet aufgefallen. Damals war ein Hörschlauch montiert und davor stand eine englische Lambert-Walzendose.

[ Bearbeitet Do Dez 24 2015, 09:55 ]
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alang
Do Dez 24 2015, 04:45
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 583
Herzlichen Glueckwunsch zu diesem seltenen fruehen Phonographen. Da hast Du wirklich ein Stueck Geschichte zuhause. Und dann noch in so gutem Zustand. Da kann ich nur sagen:

Frohe Weihnachten!
Andreas
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Starkton
Do Dez 24 2015, 09:17
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Noch etwas zur Firma selbst:
Ernst Eisemann machte sich 1889 zusammen mit Eugen Jung in Stuttgart unter der Firma Eisemann & Jung, Elektrotechnische Werkstätte, selbstständig. Die Firma produzierte Schwachstromanlagen und angeblich seit 1893 auch Phonographen.

Nach dem Tod von Jung fand Eisemann in Rudolf Wölz einen neuen Partner, mit dem er am 1. September 1897 die Firma Ernst Eisemann & Co., Fabrik elektrischer Apparate gründete. Dort entstand auch der vorgestellte Phonograph. Bitte den Firmennamen oben austauschen.

Ich finde übrigens den fetten Text in der Gerätebeschreibung etwas störend, vielleicht kann man das ändern. Vielen Dank.
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Starkton
Do Dez 24 2015, 09:53
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Ein Nachfolgemodell, der "Normal-Geschäfts-Phonograph Comptoir-Meteor", eingeführt sehr wahrscheinlich Ende 1899 zum Preis von 250 Mark, inklusive Hörschlauch und vernickeltem Schalltrichter, sah wie in der folgenden Abbildung aus. Es hat noch den selben Holzkasten, aber deutlich modernisierte Aufbauten und eine veränderte Motor- und Getriebeeinheit, ähnlich dem Edison "Standard" Phonograph. Die Skelettkonstruktion des Walzenträgers wurde aus patentrechtlichen Gründen beibehalten. Die Deutsche Edison Phonographen Gesellschaft besaß bis 1900 die Patentrechte für den Walzenkonus. Die Firma Eisemann & Co. versuchte mit Erfolg das Patent zu umgehen. Interessant sind die beiden abgebildeten Walzendosen. Sie zeigen, dass der Walzenträger um die Hälfte verlängert wurde um die fünfzehn Zentimeter langen Comptoir- oder Büro-Walzen aufnehmen zu können.

Eisemann & Co. Normal-Geschäfts-Phonograph Comptoir-Meteor, c. Ende 1899




[ Bearbeitet Fr Dez 25 2015, 13:11 ]
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Arto
Do Dez 24 2015, 14:16
Dabei seit: Di Jan 07 2014, 01:33
Wohnort: z.Z. Dänemark
Einträge: 188
Aus Starkton 23 Dez. 21:46:

"Die eingravierte Patentnummer 93787 zeigt, dass dieses Gerät nicht vor dem 10. September 1897, das heißt dem Ausgabedatum des Patents, hergestellt worden sein kann."

Patenttechnisch gab es keinen Grund bis zu Erteilung des Patents mit dem Feilhalten des patentierten Gegenständes zu warten: das konnte schon am Anmeldetag 1. September 1896 geschehen. Die bloße Anmeldung gibt das Recht. Und der Anmelder wusste doch wenigstens einen Monat im voraus, welche Erteilungsnummer zu benutzen war.

Mit freundlichen Grüssen, und Weihnachtsgrüße dazu,

Arto
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Starkton
Do Dez 24 2015, 14:46
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Arto schrieb ...

Patenttechnisch gab es keinen Grund bis zu Erteilung des Patents mit dem Feilhalten des patentierten Gegenständes zu warten: das konnte schon am Anmeldetag 1. September 1896 geschehen.

Das stimmt natürlich, und wäre auf diesem Gerät "Patent angemeldet" eingraviert, wäre der Produktionszeitraum irgendwann zwischen dem Tag der Patentanmeldung und um den Zeitpunkt der Patenterteilung herum einzugrenzen. Durch die Angabe der Patentnummer ist das bei diesem Phonographen aber nicht so.

schrieb ...

Und der Anmelder wusste doch wenigstens einen Monat im voraus, welche Erteilungsnummer zu benutzen war.

Wenn ich Dich richtig verstehe wusste der Patentanmelder also bereits einen Monat vor Erteilung, in diesem Fall im August 1897, welche Patentnummer er erhalten würde. Der Phonograph, bzw. das Bauteil mit der Patentnummer, könnte also frühestens im August 1897 hergestellt worden sein.

Die Patentnummer auf dem Gerät, bzw. das Datum der Patenterteilung, ist natürlich nur der terminus post quem. Dieser Phonograph kann auch ein oder zwei Jahre später produziert worden sein, zumal er sich in wesentlichen Details von der Patentzeichnung unterscheidet. Trotzdem bin ich immer froh wenn so eine Nummer auftaucht.

[ Bearbeitet Do Dez 24 2015, 15:07 ]
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Arto
Do Dez 24 2015, 15:29
Dabei seit: Di Jan 07 2014, 01:33
Wohnort: z.Z. Dänemark
Einträge: 188
----- eben, er musste Druckgebühren bezahlen, und hat einen offiziellen Brief darüber bekommen. Wenn ich ganz ehrlich sein muss, habe ich nicht nachgeforscht ob in 1897 diesen Brief schon die Patentnummer zeigte ("est ist beabsichtigt ......... nach Einzahlung des Druckgebührs spätestens ....... zu Veröffentlichen"), wie es wenigstens in den letzten 50 Jahren so war. Aber Behörden ändern sich langsam.

Diese Diskussionen sind sehr wertvoll, und zusammen mit Deiner Dokumentation und die hervorragende Photos von PONOPHON, haben wir eine gute Recherche in der Hand.
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Starkton
Do Dez 24 2015, 15:37
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Arto schrieb ...

----- eben, er musste Druckgebühren bezahlen, und hat einen offiziellen Brief darüber bekommen. Wenn ich ganz ehrlich sein muss, habe ich nicht nachgeforscht ob in 1897 diesen Brief schon die Patentnummer zeigte ("est ist beabsichtigt ......... nach Einzahlung des Druckgebührs spätestens ....... zu Veröffentlichen"),

Es wäre für mich sehr wertvoll, wenn Du rausbekommen könntest, wann der Patentanmelder im 19. Jahrhundert seine Patentnummer mitgeteilt bekam. Ein Monat früher oder später kann für die Rekonstruktion der Sprechmaschinengeschichte schon entscheidend sein.
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PONOPHON
Fr Dez 25 2015, 09:08
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 138
Ich möchte mich recht herzlich für die Diskussion, die Beiträge und die Bilder bedanken!
Die Menge an Details, die dadurch hervorgebracht wurden und werden, ist für mich und ich denke für viele, sehr wertvoll.

Zur Schalldose reiche ich noch ein Bild nach, sie ist definitiv nur als Wiedergabe-Schalldose ausgeführt. Der Phonograph ist aber mit einer Abschleifvorrichtung ausgestattet, daher gehe ich davon aus, dass es auch einen eigenen Recorder dazu gab.
Interessant ist, dass der Münzphonograph der Phonogalerie auch eine (die gleiche) Abschleifvorrichtung besitzt.



Der Motor wurde aufgrund meiner Bilder als eher schwach eingestuft. Das ist er ganz und gar nicht.
Die Feder ist 28 mm breit und sehr kräftig. Hier ist noch ein Bild mit der Lambert Walze um die echte Größe besser darzustellen.




Hier sieht man noch wie das Gehäuse ausgenommen wurde um den großen Motor unterzubringen.


Dieses Bild zeigt eine Kennzeichnung auf einer Motorplatine, möglicherweise vom Schlosser, der ihn hergestellt hat? Oder vom damaligen Besitzer?

Die Bodenplatte und der Deckel sind mit der Nr. 22 versehen – Tischlereizeichen? Auf der Bodenplatte rechts ober der 22 ist auch noch eine Signatur, die sich mir nicht näher erschließt. Ich gehe auch von einem Handwerkerzeichen aus.





Und die letzten Bilder zeigen die Reste der sehr einfachen „Silber Verzierung“.





[ Bearbeitet Fr Dez 25 2015, 09:09 ]
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Starkton
Fr Dez 25 2015, 12:53
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Tolle Fotos! Der Phonograph gefällt mir immer besser.

Ich wollte den Motor nicht "kleinreden". Eine Feder von 28 mm Breite ist als Antrieb vollkommen ausreichend. Ich hatte die wesentlich massivere Motor- und Antriebseinheit mit 50 mm Feder meines Graphophon Type N Link - Hier klicken vor Augen.

Es ist übrigens sehr gut möglich, dass die Firma Eisemann & Co. den Federmotor zugekauft hat, z.B. von der Uhrenfabrik Junghans in Schramberg. Im Gehäuse wäre in der Länge noch jede Menge Platz gewesen, wenn man das Getriebe passend konstruiert hätte. Da der Motor aber zu breit war mussten die Gehäusewände ausgespart werden.

Ob der Antrieb geeignet war eine Walze spiegelglatt abzuschleifen müsste man experimentell feststellen. Der Edison Standard Model A Phonograph zum Beispiel hat ein Abschleifmesser, obwohl der Motor für diesen Zweck absolut nicht ausreicht.

Die Möglichkeit der Selbstaufnahme war ein wichtiges Verkaufsargument, auch für Familienphonographen, zumal es Ende der 1890er Jahre noch kaum kommerziell bespielte Walzen in Deutschland gab und diese darüber hinaus teuer waren. Deshalb halte ich es für gut möglich, dass Deinem Eisemann eine Aufnahmeschalldose beilag.
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Grammophonteam
Do Aug 15 2019, 19:55
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2090
Wir bedanken uns recht herzlich bei Frank Minning dem ADLERMing

Für das bereitstellen folgender Informationen zu Ernst Eisemann & Co, Stuttgart

Liebe Sammler, ich habe mit grossem Interesse Eure Seite, besonders den Artikel über Ernst Eisemann studiert. Ich bin über Ernst Eisemann aus einer anderen Richtung gestossen. Ich sammle alte Automobile, die mit Zündmagneten sowie Licht- und Anlasseranlagen von Eisemann ausgestattet sind.

Da das Thema in der Literatur sehr dünn behandelt wird, habe ich alles zusammengetragen, was ich zum Thema Eisemann erwischen konnte. 1922 wurde aus Anlass des Firmenjubiläums eine Denkschrift für die Kunden herausgegeben, die aber das Thema Fonograf überhaupt nicht direkt berührt.

Offenbar hat nach dem Tod von Jung das Unternehmen mit Automotiven ab 1902 eine völlig neue Richtung eingeschlagen.









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-Juergen-
Fr Aug 23 2019, 22:04
Dabei seit: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Einträge: 37
Von Eisemann kenn eich leider kein Katalogmaterial und nur wenige Einzelgerte in Sammlungen. Dies hier ist eine Edison Home-Ähnliche Ausführung.
Interessant ist, daß das Mandrel inklusive Spindel nur lose aufliegt.





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veritas
Sa Aug 24 2019, 14:27
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 469
Eine interessante Edison-Interpretation. Beim Edison Concert liegt der Walzenträger samt Spindel ebenfalls lose auf. Wenn man den Riemen abnimmt muß man gut aufpassen.
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Webseite
DGAG
Mi Aug 28 2019, 10:40
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 278
Sehr ungewöhnlicher Phonograph mit beeindruckend klarem, sauberem Aufbau. Sehr schön ist die prima erhaltene Komplettvernickelung. Würde mich wirklich interessieren Näheres darüber zu erfahren. Die Schalldose ist für Aufnahme und Wiedergabe, oder?

Ist es überhaupt ein Eisemann? Wie bist Du auf diesen Hersteller gekommen? Ich sehe deutliche Unterschiede zum obigen Gerät von @Ponophon. Mir ist ein Herstellerstempel auf dem Motorrahmen Deines Phonographen aufgefallen. Das Kürzel "A B & C" konnte ich jedoch leider nicht auflösen. Könnte ein Uhrenhersteller sein. Habe sofort an die "Ansonia Brass Clock" Gesellschaft gedacht, aber die ist es wohl nicht.

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