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Erste Nadeldose der The Gramophone & Typewriter Ltd. von 1902 aus geprägtem Weißblech
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Starkton
Fr Feb 05 2016, 17:54 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Erste Nadeldose der The Gramophone & Typewriter Ltd. von 1902 aus geprägtem Weißblech

Seit 1890 waren Grammophonnadeln in Papiertütchen oder zylindrischen Holzdöschen verpackt. Wie diese Verpackungseinheiten vor 1902 in Europa aussahen ist unbekannt.

Am 26. Februar 1902 informierte William Barry Owen, Präsident der The Gramophone & Typewriter Ltd., den Präsidenten der französischen Tochtergesellschaft, Alfred Clark, dass man soeben eine Nadeldose mit dem HMV Trademark versehen hätte, um ein attraktives Erscheinungsbild zu erzielen. In einem weiteren Brief vom 4. März 1902 heißt es, dass jeweils fünf dieser Nadeldosen mit je 200 Nadeln als Set verpackt in einem Karton an Händler versandt wurden. Wie dieser Karton aussah weiß man nicht, wahrscheinlich war es lediglich eine neutrale Versandverpackung.

Im Brief vom 4. März wurde zudem ein Werbeblatt für die neue Nadeldose angekündigt, von dem sich in der EMI-Sammlung ein beschädigtes Exemplar erhalten hat, siehe unten. Durch die gedruckte Abbildung und die Information, dass das Warenzeichen erhaben eingeprägt wurde, können wir die Dose identifizieren und kennen auch ihren Verkaufspreis von 1 Shilling.


Nadelhersteller der The Gramophone & Typewriter Ltd. war die Firma William Hall & Co. aus Studley, Warwickshire. Sie produzierte sehr wahrscheinlich auch die Nadeldosen, da ihr Nadelpreis die Dosen einschloss. Bevor die Deutsche Grammophon A.G. im Herbst 1902 den Alleinvertrieb der Herrmann’schen Nadel übernahm und dafür ein eigenes Döschen entwarf, Link - Hier klicken wurde sie sicherlich ebenfalls mit den geprägten Weißblechdöschen beliefert.


Die Dosen aus Weißblech, das heißt aus verzinntem Stahlblech, findet man nur sehr selten in so gutem Zustand wie dieses Exemplar. Bei fast allen ist der Zinnüberzug komplett abgerieben und/oder dunkelgrau oxidiert. Auf der Innenseite des Deckels sieht man noch den originalen Glanz, siehe unten.



Es waren sogar etwa fünfzig unbenutzte Nadeln dabei. Vielleicht hat jemand auch so ein Döschen mit Nadeln und kann mir durch Vergleich bestätigen, dass sie original aus der Zeit stammen.



Zum Glück ist auch die komplette Beschriftung des Bodens erhalten geblieben, denn diese ist fast immer völlig abgerieben oder durch den dunkelgrau oxidierten Hintergrund kaum lesbar.


Die geprägte Weißblechdose wurde bis November 1903, das heißt bis zur Ablösung durch die rot lackierte HMV Nadeldose, in England verkauft. In Frankreich und Spanien blieb sie sogar bis Februar 1908 im Katalog.

[ Bearbeitet Fr Feb 05 2016, 18:21 ]
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Hedensö
Fr Feb 05 2016, 19:02

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Sehr schön. Vielen Dank für die Präsentation und die ausführliche Beschreibung.
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alang
Fr Feb 05 2016, 20:36
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 571
Vielen Dank fuer die interessanten Details. Ich habe bisher immer davor zurueckgeschreckt mir so eine Nadeldose zu kaufen, weil die meisten anscheinend moderne Replikate sind. Mir gefallen sie vom Design her besser als die spaeteren bunt bedruckten Nadeldosen.

Andreas

[ Bearbeitet Fr Feb 05 2016, 20:37 ]
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Starkton
Fr Feb 05 2016, 21:46
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Hallo Andreas, die Victor Talking Machine Co. verkaufte ebenfalls geprägte Dosen, die auch ziemlich häufig auftauchen weil sie in größeren Stückzahlen und wohl auch über einen längeren Zeitraum Verwendung fanden. Bei denen kann es sehr gut sein, dass viele für den Sammlermarkt gefälscht wurden. Natürlich gibt es Originale, obwohl diese ebenfalls das Problem des oxidierenden Weißmetalls haben und deshalb oft sehr unansehnlich sind. Man sollte im Detail wissen wie so eine Dose auszusehen hat und muss auf authentische Alterungsspuren achten.

Ich hatte oben geschrieben, dass die geprägte Weißmetalldose bis Februar 1908 in manchen Katalogen zu finden ist. Hier ist ein Beispiel aus dem spanischen Schallplattenkatalog von November 1907. Im Text geht es offenbar um Nadelabnutzung. Bestimmt ein interessantes Thema. Vielleicht kann ja jemand Spanisch und würde es für uns übersetzen.


Es ist interessant, dass auf Abbildungen dieser Dose niemals eine bedruckte Papiereinlage zu sehen ist. Kann deshalb sein, dass es die Einlage Anfang 1902 noch nicht gab. Danach hat man einfach die alten Druckstöcke weiter benutzt.
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