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Foren > Grammophone > Tischgeräte
Mammut Tischgrammophon aus der Zeit des Ersten WK mit Hindenburg Autograph
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
PONOPHON
Di Feb 09 2016, 20:32 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 138
HERSTELLER: Carl Below Mammut-Werke Leipzig
MODELL: Tischmodell
SERIENNUMMER: ?
JAHR: Ich vermute kurz vor dem 1. Weltkrieg (1912 bis 14?)
DAMALIGER PREIS: ?
GEHÄUSE: Verschiedene Hölzer Mahagoni furniert bzw. gebeizt (Beize verblichen)
PLATTENTELLER: Durchmesser 25 cm
TRICHTER: Innenliegender Trichter Eiche lasiert
MOTOR: Gussplatinen Motor mit einer Feder- wie neu, noch nie ausgebaut oder repariert
SCHALLDOSE: Mammut Orchester Schalldose mit 19 mm Anschluss



Liebe Sammler,
letztes Wochenende kam ich in den Besitz eines seltenen Mammut Tischgrammophons aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Es hat noch die alte Mammut Orchester Schalldose, allerdings schon mit dem üblichen 19 mm Anschluss, wie er bei den meisten deutschen Grammophonen üblich war.
Die Mammut Münzgeräte, hatten ja eine Orchester Schalldose, die mittels 2 Schrauben an einen Flansch angeschraubt wurde.



Die ursprüngliche mahagonirote Färbung hat es zwar eingebüßt, das Grammophon besticht aber dennoch durch seine gute Erhaltung. Die Filzauflage des Plattentellers ist original und sieht fast aus wie neu, ebenso große Teile der Vernickelung. Ich habe noch keine so gut vernickelte Mammut Kurbel gesehen. Die Holz- Malerei des innenliegenden Trichters hat einen noch nie vorher gesehenen Glanz und der Motor dürfte auch noch nicht ausgebaut worden sein und hat keinerlei Roststellen – so hat etwa 1912 ein neuer Mammut Motor ausgesehen!
Durch Trocknung hat das Holzgehäuse ein paar Risse bekommen, und das Türchen hat sich geworfen. Aber das werde ich so belassen, weil mich die originale Erhaltung im gesamten wirklich sehr beeindruckt.
















Zu dem Grammophon, das aus Familienbesitz stammt, habe ich auch noch den Karton mit den dazugehörigen Platten bekommen. Die Platten stammen weitgehend von Odeon und Homocord und sind alle aus der Zeit des WK1 bis kurz danach.








Die Überraschung war groß als ich zwischen den Platten ein Hindenburg Zitat (Brief) mit Signatur fand.




Es ist zweifellos ein Original, der Text lautet:
du herrlich Land, das Feindes Haß
uns mit frevelhafter Tücke entriß,
in unseren Herzen ist fest eingegraben:
„deutsch ist die Ruhr, deutsch ist der
Rhein, deutsch ist die Pfalz und soll es
ewig bleiben !“
Hannover, 6. November 1923
von Hindenburg



[ Bearbeitet So Feb 14 2016, 17:09 ]
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Austroton
Di Feb 09 2016, 22:48
Dabei seit: Di Sep 23 2014, 12:43
Wohnort: Villach (Kärnten)
Einträge: 82
Auf den wunderschönen Apparat kann ich als Nicht-Experte in puncto Grammophone nicht antworten. Aber das Versandpaket und der Brief haben mir's als Historiker angetan! Die Schachtel, von Wien aus an "Herrn A. Pachl, Meran, Berglauben 90, auf eig (ene) Gefahr" adressiert - einfach herrlich.

Der Hindenburg-Autograph ist bemerkenswert. Es muß in der ersten Zeile heißen: "..., das Feindes Haß". Es hat den Anschein, als sei dies die zweite Seite eines Briefes. Gibt es zwischen den Hüllen noch eine erste Seite?
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Starkton
Mi Feb 10 2016, 11:44
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Ungewöhnliche Gehäuseform. Wenn die Schalldose (mit Zinkpest) nicht drauf wäre hätte ich den Zusammenhang mit "Mammut" nicht herstellen können.

Die Geschwindigkeitseinstellung durch die Vordertür ist kurios. Habe ich so auch noch nicht gesehen.

Das Mahagonifurnier ist in der Tat stark ausgeblichen. Die rote Lasur sticht jetzt sehr heraus. Es wäre sinnvoll, das gerissene Furnier von einem Restaurator niederlegen und festigen zu lassen. Ansonsten sollte man den Zustand so beibehalten.

Ist nicht anzunehmen, dass das Innere des Blechtrichters ebenfalls Mahagoni imitieren sollte - oder war der Trichter ursprünglich für eine Gehäuseversion in Eiche gedacht?
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PONOPHON
Do Feb 11 2016, 20:20
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 138
Hallo Austroton, vielen Dank für den Hinweis, ich hab’s bereits ausgebessert. Beim Entziffern der einzelnen Wörter bin ich darüber „gestolpert“. So ist die Bedeutung auch gleich ganz anders. Ansonsten müsste ja hinter Haß ein Beistrich sein.
Eine erste Seite des Briefes ist nicht da.
Aber irgendwie denke ich doch, dass von Hindenburg nur ein Zitat niedergeschrieben hat, ev. als Autogramm. Briefe beendet er oft mit Grußformeln, darauf ist hier aber gänzlich verzichtet.

Zum Grammophon möchte ich noch anmerken, dass bei den äußeren Merkmalen, neben der Schalldose gerade eben dieser Geschwindigkeitsregler und die Kurbel ganz typisch für Mammut sind.
Das waren für mich die Merkmale, die mich bei dem Internetkauf nicht zweifeln ließen, dass wirklich auch ein Mammut Motor eingebaut ist. Bei Tonarm und Bremse ist u.a. Clemens Humann in Leipzig ein möglicher Lieferant.
Beim Trichter könnte es durchaus sein, dass die gelbbraune Farbe als Kontrast gedacht war.
Oder die meisten dieser Geräte waren in Eiche und es war dem Hersteller schlicht egal, dass der Trichter nicht mit der Mahagoni Version harmonierte.
Jedenfalls freue ich mich sehr über dieses Gerät, weil es ein Ensemble darstellt und auch so klein und zierlich ist. Es wurde übrigens letzten Samstag direkt aus Meran geliefert und hat seit seinem Kauf, sein Leben in der (Berg)laubengasse 90 (heute Via Portici) bei den Großeltern des Verkäufers verbracht.
Auf meinen Wunsch hin, sucht die Familie jetzt auch noch nach alten Fotos, auf denen das Grammophon zu sehen ist. Ich hoffe mit positivem Ergebnis. Jedenfalls werde ich das Ensemble so wie es ist behalten und nicht trennen.


[ Bearbeitet Do Feb 11 2016, 20:22 ]
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Austroton
Do Feb 11 2016, 23:18
Dabei seit: Di Sep 23 2014, 12:43
Wohnort: Villach (Kärnten)
Einträge: 82
Danke, Ponophon, für die Infos zu diesem herrlichen Gerät. Via portici - so heißen sie alle, die Laubengassen in den südtiroler Städten ... . In der Tat, das Ensemble unbedingt zusammen lassen. Daß der Hindenburg-Autograph eine zweite Seite sein könnte - darauf bin ich nur gekommen, weil:

1.) das erste Wort links oben "du" mit einem kleinem "d" beginnt
2.) der gesamte Text so nach oben "geklatscht" wurde, als sei er nur die Fortsetzung einer vorangehenden Seite

Das schmälert Deinen tollen Fund aus erster Hand und die Geschichte dazu in keinster Weise. - Gratulator!
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gramofan
Fr Feb 12 2016, 15:53
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 928
Wurde mal geprüft, ob es sich bei dem Hindenburg-Schriftstück wirklich um eine Autographen handelt oder nicht doch um einen Druck? Solche Dinge wurden auch gern als Devotionalien drucktechnisch verfielfältigt.
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Webseite
joha
Fr Feb 12 2016, 19:29
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Ich bin auch etwas am Zweifeln,da Hindenburg sehr verehrt wurde,und seine Unterschrift sehr oft abgedruckt wurde, kann es kein Orginal sein da, das.. von.. in das große H des Namens übergeht.Hindenburg unterschrieb mit Feder oder Füllhalter die Absätze der Feder sind nicht sichtbar.Die Unterschriften die ich in alten Schriften habe weichen schon von dieser ab.
Der Hindenburg-Marsch ist sehr häufig,auch auf Grand Beka,und anderen Marken.

Das Grammophon ist mir etwas zu gut aufgearbeitet,die Mammutdose gehört da jedenfalls nicht drauf,das passt schon vom Tonarm nicht,da müsste eine Mica (Lipsia) drauf wenn es vor 1914 sein soll, was ich bei dem Cabinett-Gerät bezweifle. Es hat gepresste Zierleisten die in Weichholz mittels Dampfpressen verziert wurden,ein Zeichen für Massenproduktion keine Schnitzerei.das Gerät wird aus der Zeit um 19 19/20 stammen.
Das Ensemble ist als solches schon bewahrenswert.
Ich würde es als Cabinett-Gerät bezeichnen, darauf weisen auch die seitlichen Tragegriffe hin.
Ich bin sehr gespannt ob sich das Rätsel um den Mammut lösen lässt.
LG Joha

[ Bearbeitet Fr Feb 12 2016, 19:34 ]
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joha
Fr Feb 12 2016, 20:01
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Hier nun mal ein Vergleich der Unterschrift




LG Joha
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Starkton
Fr Feb 12 2016, 23:08
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Ich gehe auch davon aus, dass es sich bei dem Schreiben um die letzte Seite handelt. Ich kann übrigens keinen Falz vom Falten des Papiers erkennen, wie er bei Briefen zu erwarten wäre.

Bei einem Offsetdruck liegt die Schrift auf einer Ebene mit der Blattoberfläche und hat die gleiche Struktur. Getrocknete Tinte, vor allem wenn Sie so dick aufgetragen wurde, muss sich dagegen deutlich abheben. Wenn man das Blatt schräg gegen das Licht hält erkennt man das sofort. Unter dem Mikroskop würde es noch deutlicher werden.

Bist Du sicher, dass der Filz original ist? Er ist zu klein für den Teller und das Mittelloch wurde nicht sauber ausgestanzt.

Ich kann mir schon vorstellen, dass es ein Mammut ist. Ponophon hat ja außer der Schalldose noch andere Merkmale aufgezählt und der Motor scheint auch zu passen. Vielleicht findet sich in der Phonographischen Zeitschrift eine entsprechende Werbeanzeige.
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PONOPHON
Sa Feb 13 2016, 16:18
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 138
Liebe Sammlerfreunde, ich wollte nicht, dass das Hindenburg Schriftstück eine große Diskussion auslost. Das ist es doch gar nicht wert. Ich möchte nur so viel ergänzen, das Papier ist schlechte Qualität, teilweise drückt sich die Tinte bis auf die Rückseite durch. Der ganze Text ist auf der Rückseite fühlbar, die Kante der Schreibfeder ist deutlich zu erkennen. So etwas könnte ich mir bei einem Druck nicht erklären.
Es spielt aber keine Rolle. Ich habe das Schriftstück weder als wertvoll oder selten bezeichnet und will es auch nicht verkaufen. Ich bin Sammler und freue mich einfach über das Ensemble. Ich kenne die Leute die es mir verkauft haben und weiß woher es stammt.

Zum Grammophon ergänze ich noch (einmal) dass es in völligem Originalzustand ist und niemals aufgearbeitet wurde. Dass die Zierleiste gepresst ist, ist wohl jedem Sammler klar, eine geschnitzte Leiste würde auf Handarbeit hinweisen, was im Fall eines Grammophons völlig unpassend wäre.
Lieber Stefan, zu Deiner Frage zum Filz, ich hab mir das Mittelloch noch einmal angesehen, es ist rund ausgestanzt, ich wüsste nicht was falsch daran ist? Dass der Filzbelag zu klein ist, habe ich schon öfter erlebt. Wenn sich die Verklebung löst, zieht sich der Filz wieder etwas zusammen. Beim Aufkleben wird er ja gestreckt. Einige Bilder habe ich noch eingestellt.






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Starkton
Sa Feb 13 2016, 19:08
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Wegen dem Filz hatte ich nur deshalb gefragt weil ich mir selbst schon Tellerauflagen kaufte welche kein Mittelloch hatten und immer etwas zu klein geraten waren. Ich hatte das Loch dann mit einer Schere ausgeschnitten und für einen 25 cm Teller den Filz eines 30 cm Tellers gekauft um ihn passend machen zu können. Es sah auf den Fotos auch so aus, dass der Filz nur locker aufliegt. Deine letzten Fotos zeigen mir jedoch, dass dieser Filz original dazu gehört.

Filze schrumpfen übrigens auch wenn sie nass werden. Das musste ich leider mit einem Originalfilz schon feststellen den ich reinigen wollte ... :-(

Ein Hindenburg Autograph, vor allem wenn der Inhalt so aussagekräftig wie dieser ist, hat durchaus einen Marktwert. Ein Foto ist immer schwierig zu beurteilen, aber da Du Merkmale feststellen konntest, welche nur ein Original haben kann, habe ich persönlich keine Zweifel an der Echtheit.

Die lebendige Diskussion über Einzelfragen zeigt nur das Interesse an Deinen Geräten (plus Extras!) und den Umständen der Auffindung. Ich bin froh, dass die Anzahl von spannenden Grammophonen und Phonographen im Forum Dank Deiner tollen Sammlung erheblich zugenommen hat. Mehr davon! Ich sehe mir jedes einzelne mit großer Freude an.

[ Bearbeitet Sa Feb 13 2016, 19:20 ]
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WalterSchwanzer
Do Jul 14 2016, 21:06
Dabei seit: Mo Dez 08 2014, 12:34
Wohnort: Rohrendorf
Einträge: 437
2 Hindenburg Märsche aus meiner Sammlung




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PONOPHON
Sa Dez 24 2016, 09:17
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 138
Mammut Werbung aus der Phonographischen Zeitschrift 1914 (z.B. Seite 28)


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