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Foren > Grammophone > Nadeln, Nadeldosen und Zubehör
Warum wurden für Schellackplatten Stahlnadeln verwendet
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Starkton
Sa Dez 17 2011, 09:52 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Im Herbst 1896, kurz vor Einführung einer neuen Schallplattenmasse mit Schellack als Bindemittel ("Schellackplatte") testete Alfred C. Clark von der Berliner Gramophone Company in Philadelphia mehrere Nadelmaterialien auf ihre Verwendbarkeit: Achat, Rubin, Saphir, Stahl, gehärteter Stahl, gehärteter Stahl aus England (so genannte "stub" (?) steel needle) mit per Hand nachgerundeter Spitze.

Ergebnis Mitte Oktober 1896: Obwohl die Rubin und Saphirspitze mehrmals poliert wurde, nutzten beide das Schallplattenmaterial (damals noch Hartgummi) stark ab. Dies galt auch für die gehärtete, nicht nachpolierte Stahlnadel deren Grate die Platte zerstörten. Auch Achat nutzte die Platte ab, wenn auch nicht ganz so stark.

Eindeutiger Sieger, sowohl was Abnutzung als auch Wiedergabequalität anbelangte war die (polierte) Stahlnadel. Diese Untersuchung führte dazu dass die Stahlnadel vom Erfinder und Marktführer von Anfang an, das heißt mit Einführung der Schellackplatte, favorisiert wurde.

Schon ab 1890 wurden Stahlnadeln, wohl ganz einfache Stopfnadeln, mit den ersten Grammophonen geliefert - zum selbst nachpolieren. Wird wohl kaum einer gemacht haben!
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snookerbee
Sa Dez 17 2011, 11:51
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1726
@starkton & RF-Musiker Link - Hier klicken :

Alles klar. Vielen Dank für die Erklärung. Die Abnutzung der Platte ist natürlich ein entscheidendes Kriterium, da ja das gesamte Gewicht der Dose auf die Platte übertragen wurde.

[ Bearbeitet Mo Jun 25 2018, 19:07 ]
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Gast
Sa Dez 17 2011, 16:05
Gast
Hallo Freunde,

noch ein paar Grundsätzlichkeiten dazu.

Wie erwähnt, war es das Ziel, die Platte weitgehend zu schonen.

Rein physikalisch ist es so, daß Materialien mit entgegengesetzter Oberflächenstruktur die geringste Reibung /Verschleiß zeigen.

Wie oben sehr schön dargestellt, kam man auf die Stahlnadel.
Dieser Stahl soll so hart sein, daß die verrundete Spitze eine Plattenseite durchhält, aber trotzdem etwas verschleißt.

Zu harter Stahl hätte hier eine negative Folge, nämlich den Verschleiß der Platte.

In dem Nadelvergleich-Beitrag habe ich dazu schon Näheres geschrieben

Link - Hier klicken


Wichtig ist insbesondere die Spitzenverrundung der Stahlnadel. Sie wird durch Schliff und Politur erreicht. Jede Schlampigkeit bei der Herstellung (Grat) "fräst" unsere Platten.

Ganz dringend abraten muß ich von den "Nadel-Schleifmaschinen", wie sie manchmal noch als Antiquität angeboten werden.

Diese Geräte schleifen die abgenutzte Nadel nur einfach wieder spitz. Die Spitze wird aber nicht verrundet und schleift ganz fürchterlich die Platten.

Als originelles Zubehör sicher sehr sammelnswert, aber bitte nicht benutzen.

Gruß, Nils

[ Bearbeitet Mo Jun 25 2018, 19:07 ]
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Starkton
So Dez 18 2011, 14:41
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Wenn ich mir neue Nadeln anschaffe, überprüfe ich sie stets bei 20facher Vergrößerung auf Grate oder andere Produktionsmängel. Immer wieder finde ich eine Nadel die ich aussortiere.

Ich mache das seit ich die ersten Sekunden einer wertvollen Platte ruiniert habe, weil der Nadelgrat das Plattenmaterial förmlich abgefräst hat. Ich verwende übrigens nur Medium Tone Nadeln.
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Gast
So Dez 18 2011, 15:03
Gast
Hallo Starkton,

meine Erfahrungen si­nd in vieler Hinsicht bei "soft Tone" besser.

Warum werden die Medium Nadeln von Dir bevorzugt ?

Ich spiele allerdings damit Platten aus den 30/40ger Jahren auf einem Grammophon mit guter Schalldose und ebensolchem Trichter.

Neue Sichtweisen interessieren mich da sehr !

Beim Abspielen wie eben erwähnt sind die leisen Nadeln schon von guter Lautstärke.
Medium wäre zu laut und schrill.

Gruß, Nils

[ Bearbeitet Mo Jun 25 2018, 19:07 ]
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Starkton
Fr Dez 23 2011, 11:48
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Ich spiele meine Platten auf einem großen Monarch No. 15 Trichtergrammophon der Deutschen Grammophon A.G. von Ende 1903. Ich bestelle meine Nadeln bei Bill Clark Link - Hier klicken und habe alle vier Sorten durchprobiert. Die Nadeln von Clark zeichnen sich meiner Meinung nach dadurch aus dass sie nicht "streng" konisch, sondern leicht zur abgerundeten Spitze verjüngend gefertigt sind. Ich setze demnächst mal eine Abbildung hier rein.

Auf den Platten die ich mit dem Grammophon abhöre (1896-1920) hat sich eindeutig Medium Tone als die beste Wahl herausgestellt, sowohl was den Klang als auch die Abnutzung der Platten betrifft.

[ Bearbeitet Mo Jun 25 2018, 19:08 ]
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Formiggini
Fr Dez 23 2011, 13:10
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Meine Platten umfassen vorallem auch den Zeitraum zwischen 1910 - 1930.
Vorallem die akustischen Aufnahmen klingen bei mir mit einer Medium Nadel besser.

Für lautere, elektrische Aufnahmen der 30er und 40er Jahre sind wohl leise Nadeln die bessere Wahl.
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gramofan
Fr Dez 23 2011, 17:57
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 916
Platten meiner Sammlung spiele ich grundsätzlich nur elektrisch ab. An die Plattenschonung von 3,5 p Auflage eines Shure M75 kommt auch die beste Stahlnadel nicht heran. Außerdem klingen die Scheiben elektrisch gespielt besser, selbst wenn es sich um akustische Platten handelt. Ansonsten scheinen mir die Nadeln im Vertrieb von Guido Severins (De Zwarteschijf, NL) sehr ordentlich verarbeitet zu sein und die Preise sind konkurrenzfähig. Fürs Abspielen mit dem Grammophon habe ich einen Stapel Platten, die irgendwo eine Macke haben und wo es dann letztlich nicht so drauf ankommt.
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Calle
So Dez 25 2011, 21:01
Dabei seit: Mo Apr 18 2011, 10:57
Wohnort: Emmerich am Rhein
Einträge: 276
Hi Gramofon,

Guido Severijns ist nicht der Inhaber von "De Zwarteschijf"; daß ist der Ko Notenboom...

Gruß !
Calle
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Fehlmann1960
Fr Sep 23 2016, 09:45
Dabei seit: Do Dez 19 2013, 15:39
Wohnort: CH- 4492 Tecknau
Einträge: 337
Hallo Mitglieder

Ueberprüft bei geöffneten, angebrochenen Nadeldosen die enthaltenen Nadeln mit einer Lupe auf gebraucht und neu!
Vorausgesetzt man benutzt solche Nadel für die Schellack’s. Sonst besser neue im Netz erwerben.
Habe am letzten Wochenende (schlechtes Wetter) mir mal die Mühe gemacht, meine Nadeldoseninhalte unter die Lupe zu nehmen. Benötigt bei mehreren Dosen etwas Geduld, die sich jedoch lohnt!
Habe mir dazu klassische LP’s aufgelegt und alle Nadeln untersucht. Fazit: Rund 1/3 der Nadeln war gebraucht. Eine ungebrauchte Nadel war dabei, mit abgeflachter Spitze, also Fehlproduktion. Gibt es also auch.
Die Nadeldosen habe ich mit den erworbenen Grammophonen erhalten. Die Vorbenutzer der Geräte wussten anscheinend nicht wohin mit den gebrauchten Nadeln und somit landeten sie wieder in der Nadeldose. Mit der Konsequenz, dass alte und neue Nadeln bunt durchmischt sind.
Wie neue und alte Nadeln aussehen müssen, ist hier im Forum mehrfach dokumentiert.
Link - Hier klicken
Ebenso die Auswirkungen auf die Platten!!

Gruss Thomas

[ Bearbeitet Mo Jun 25 2018, 19:08 ]
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gramofan
Fr Sep 23 2016, 11:10
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 916
Da hast Du ja noch eine gute Quote erreicht. Meine Erfahrung mit Nadeldosen vom Flohmarkt, die noch Nadeln enthalten, geht eher dahin, dass 90 % der Nadeln gebraucht sind. Ich kaufe die Dosen allerdings auch nicht der Nadeln wegen.
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