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Foren > Grammophone > Reparatur
Tragbarer Wehrmachts-Plattenspieler - wer kennt ihn ?!?
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
EddieCondon
Fr Jan 06 2017, 15:10 Druck Ansicht
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Hallo in die Runde,

ich habe mir (ein wenig abseits meines eigentlichen Sammelgebietes) einen mobilen Plattenspieler aus Wehrmachtsbeständen zugelegt, der inklusive seiner massiven Transportkiste bleischwer ist und zu dem sich im Netz nirgendwo irgendeine Information finden läßt.

Das Gerät heißt "Modell 50N" (so steht´s auf einem kleinen eloxierten Alu-Schildchen) und verwendet einen Telefunken-Tonarm (zur Schalldose gibt es noch einen eigenen Thread).
Interessant ist, daß sich das kleine Holzbrettchen in der Mitte lösen läßt und sich hier (eigentlich, denn faktisch ist es nicht bestückt) nochmal die wesentliche Technik gespiegelt findet (Ersatz-Kohlebürsten; Nadeln und ein zweiter Tonarm!).

Der Motor ist in meinem schon mal ausgetauscht worden (andere Bohrungen etc.). Wenn ich das richtig recherchiert habe, müßte ein "Perpetuum Ebner", Mod. "PE 38N" hinein. Leider ist beim Umbau auch das Gestänge der automatischen Endabschaltung verloren gegangen (worauf ich allerdings auch verzichten könnte) ...

Ein Bild eines solchen Gerätes gibt es nur in einem Moskauer Museum. Mit denen stehe ich in einem sehr netten Kontakt, doch leider ist deren Gerät vor Jahren abhanden gekommen (nein, es ist nicht meiner - die hatten ein "Modell 50") und weitere Infos sind von dort leider nicht zu erwarten.

Wer kennt dieses Gerät und kann mir irgendwas (was auch immer!) dazu sagen? Auflage - Verwendungszweck - Technik ?!

Schon jetzt vielen Dank und
beste Grüße
Michael





[ Bearbeitet Fr Jan 06 2017, 17:25 ]
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EddieCondon
Sa Jan 21 2017, 10:34
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... ich hole den Thread nochmals durch eine eigene Antwort hoch - kennt tatsächlich keiner dieses Ding ?!?
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EddieCondon
So Jan 29 2017, 16:57
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... so - antworte ich mir halt selbst ....
Also: in der Zwischenzeit habe ich herausgefunden, welcher Motor hier hineingehört (war mir möglich anhand der Beschreibung der Umschaltung der Netzspannungen (von 110 bis 220 / Gleich- und Wechselspannung !). Dies konnte (auch anhand der Abmessungen der Bohrungen) nur ein PE38N von Perpetuum-Ebner sein (siehe mein dortiger Thread unter "Suche").

Einen solchen habe ich mir aus der Bucht geangelt und mir vorsichtig die Elektrik angesehen. Auseinandergeschraubt sahen die Kabel unterhalb der Anschlußleiste noch sehr ordentlich aus:


Was allerdings nicht ging, war der Schutzkondensator, der am Kopfende montiert war, um Störungen durch die Kohlebürsten herauszufiltern; hier waren alle Verbindungen bereits früher abgeschnitten worden:

Wie sich das gehört (und ich das bei meinen alten Radios auch praktiziere), habe ich das Gehäuse ausgehöhlt, mit neuen spannungsfesten Kondensatoren aufgefüllt und mit schwarzem Heißkleber verschlossen:



Eingebaut und gereinigt sieht das Ganze jetzt so aus:

Nun habe ich die Anschlußleiste wieder zusammengesetzt und damit technisch und auch optisch den Originalzustand wiederhergestellt:

Da der Motor noch frei drehte und ich an der Mechanik nichst kaputt machen wollte (das ist nämlich NICHT mein Fachgebiet), habe ich hier an den wichtigen Stellen nur etwas Waffenöl aufgetragen; dort sieht alles noch sehr gut aus:

Hier sieht man eine der beiden Kohlebürsten, die noch ausreichende Dicke haben und sicheren Kontakt zum Motor gewährleisten. Man kommt dran, indem man die beiden Bakelitknöpfe abschraubt und an der herauskommenden Feder zieht. Diese Bürsten gibt es übrigens in der genau passenden Größe heute noch online zu kaufen (Maße: 4x5x15mm):

Flugs alles verkabelt und mit einem Regeltrafo langsam hochgefahren, konnte ich feststellen, daß das Teil problemlos funktioniert. Man hört das leise Schnurren der Kohlebürsten und nach etwa 10 Minuten ist der Motor etwas mehr als handwarm. Außerdem hält er die 78 Umdrehungen:

Ich muß mir jetzt allerdings noch eine Lösung für die Achse einfallen lassen. Da der Motor ursprünglich auch für den Betrieb an Gleichstromnetzen gedacht war, befand sich auf der Achse eine Bakelitkappe zur Isolation. Diese ist allerdings zerbröselt. Ich benötige also eine (am besten Kunststoff-) Hülse zum Aufsetzen des Tellers.
Für Vorschläge bin ich hier jederzeit offen !

In den nächsten Tagen werde ich den Motor in den Plattenspieler einbauen (sobald ich (zumindest eine Behelfs-) Lösung für die Achse gefunden habe) und werde darüber berichten !

Beste Grüße
Michael

[ Bearbeitet So Jan 29 2017, 17:01 ]
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radiobastler
So Jan 29 2017, 21:58
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Wieso zur Isolierung? Führt das Motorgehäuse etwa Spannung?

Edit:
Das liegt wohl an dem Entstörkondi, der am Gehäuse angeschlossen ist. Dann klemm ihn ab.

[ Bearbeitet So Jan 29 2017, 22:05 ]
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EddieCondon
So Jan 29 2017, 22:04
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... beide Kondensatoren gehen mit einer Seite gegen Masse (also gegen Motorgehäuse); liegt nur bei einem Kondensator ein Durchschlag vor, liegt die volle Spannung am Gehäuse an - die Isolation der Achse war hier also eine Sicherheitsmaßnahme für den Ausfall eines Kondensators.

Meine Formulierung hinsichtlich der Gleichstromnetze ist da wohl nicht ganz richtig gewesen, denn tatsächlich sind beide Adern grundsätzlich isoliert vom Motorgehäuse. Ich kenne die Vorsichtsmaßnahme vollständiger Isolation aller Metallteile aber von den Gleichstrom-Radios jener Zeit und den häufig anzutreffenden GW-Geräten (also für Gleich- und Wechselstromnetze).

[ Bearbeitet So Jan 29 2017, 22:07 ]
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radiobastler
So Jan 29 2017, 22:38
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Ich würde das Motorgehäuse an den Schutzleiter anschließen. Der Gerätestecker müsste dafür geeignet sein.
Ohne Schutzleiter ist die Konstruktion nicht ungefährlich.
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EddieCondon
So Jan 29 2017, 22:47
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... ja, das hatte ich mir auch schon überlegt - könnte sonst ein SEHR heißer Foxtrott werden (je nach aufliegender Platte) ...
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