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Koffergrammophon "Die Stimme seines Herrn"
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Ph0n0
Mo Mär 27 2017, 00:40 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
Ich habe mir eine neue Baustelle zugelegt...

HERSTELLER:
MODELL:
SERIENNUMMER:
JAHR:
DAMALIGER PREIS:
GEHÄUSE:
PLATTENTELLER: 22 cm
TRICHTER: innen liegend, Blech
MOTOR: Einfeder-Motor, gemarkt "26S"
SCHALLDOSE: ohne Bezeichnung

INTERESSANTE DETAILS: Der Koffer scheint im Original unten mit Kunstleder und oben mit Stoff bespannt zu sein

Da es schon spät in der Nacht ist, nur noch ein Bild auf die Schnelle, weitere werden folgen.


Der optische Zustand ist nicht besonders, wie dieses Bild schon zeigt.
Aber die Schalldose ist schon unrestauriert besser als die verbastelte an meinem Cremona Tischgerät.

Wer mir mit weiteren Angaben zum Gerät weiterhelfen kann: nur zu!

Viele Grüße, Stephan
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Ph0n0
Mo Mär 27 2017, 22:21
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
Hallo zusammen!

Hier habe ich noch weitere Bilder:

Die Schalldose trägt keinerlei Aufschrift, weder vorne



noch hinten


Die auf Vordermann zu bringen, dürfte das geringste Problem sein.

Der Koffer selbst ist in einem stark abgenutzten Zustand. Sowohl die Stoffbespannung des Oberteils (innen und das Unterteil Kunstleder, oder was immer das ist)

Während die Innenseite des Deckels wohl noch Originalfarbe trägt, hat ein früherer Besitzer das Unterteil neu lackiert.



Das Aufbewahrungsfach für Schallplatten mit "Stimme seines Herrn"-Logo





Die Beschläge sind verrostet, der Ledergriff löst sich an der Naht auf, ist aber sonst noch einigermaßen heil.


Das Innenleben. Die Motorplatte hatte mal einen Aufkleber. Schade, dass darauf nichts mehr zu erkennen ist. Bis auf die beiden untersten Löcher zur Befestigung am Kofferunterteil gibt es keine überflüssigen Bohrungen. Insofern ist wohl noch alles Original.


Unter der Motorplatte findet sich ein recht kleiner Blechtrichter, der aber enorm lautstark ist (im Vergleich zu meinem Selbstbautrichter im Cremona Tischgerät).


Der Motor lässt sich leicht aufziehen, beim Ablaufen gibt die Feder keine Geräusche von sich. Der Motor zieht eine Plattenseite locker durch.
Ich habe mich damit begnügt, die Massen an altem Fett mit Terpentin-Ersatz zu entfernen. Die Bilder sind noch vorher aufgenommen. Danach war ich so verschmiert, dass ich die Kamera nicht mehr anpacken wollte.


Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es keinen Filzgleiter mehr zur Drehzahlregulierung gibt (senkrechte Achse rechts unten neben den Fliehkraftgewichten.

So erklärt sich, weshalb sich die Drehzahl in schwindelerregende Höhen hochschraubt, bis die Fliehkraftgewichte an der oberen Motorplatte anschlagen.


Sicher gibt es besser erhaltene Geräte, aber wenn ich mir so eins kaufen würde, hätte ich ja nichts mehr zu tun. Ich bastele halt gern.
Jetzt meine dringlichste Frage: Hat jemand ein Bild von der Drehzahlregulierung dieses Motors? Damit ich weiß, wonach ich suchen muss, bzw. was ich ggf. anfertigen muss. Bevor ich den Motor nicht auf normales Tempo heruntergebremst bekomme, fange ich mit dem Koffer erst gar nicht an. Testweise habe ich den Plattenteller mit dem Finger abgebremst, was zwar Gleichlaufschwankungsmäßig eine Vollkatastrophe ist, aber immerhin ließ sich so das Gerät auf klangliche Qualitäten (gar nicht mal übel) testen.

Viele Grüße, Stephan
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Ph0n0
Di Apr 18 2017, 00:11
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
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Beiträge: 105
Hallo!

Nachdem ich den Fliehkraftregler mittels eines selbstgebauten Bremshebels wieder gebändigt bekam, begann ich mit der Aufarbeitung des Gerätes.
Inzwischen habe ich die Schalldose überarbeitet, was aber gar nicht nötig gewesen wäre, denn die Gummidichtungen waren noch weich. Lediglich an der Außenseite, wo sie mit der Umgebungsluft in Kontakt kamen, begannen sie auszuhärten. Aber sei's drum. Jetzt sind frische Ventilgummischläuche eingebaut und die Schalldose klingt für meine Begriffe ganz gut.
Danach habe ich das Gerät völlig zerlegt und den Koffer in Angriff genommen. Bilder dazu folgen später.
Die Bespannung des Kofferunterteils war doch dieselbe wie oben, aber durch die Lackierung besonders "haltbar". Zumindest auf dem Koffer. Ich bekam sie aber mit einer Klinge einigermaßen gut abgeschabt. Anschließend habe ich den Boden und die Ecken, die ziemlich "aus dem Leim" waren wieder verleimt.




Danach habe ich die Löcher, Risse und Beschädigungen des Unterteils mit Holzspachtel ausgespachtelt, geschliffen.



Im nächsten Schritt habe ich mit verdünntem Weißleim einen dünnen Baumwollstoff aufgebracht. Ein dunkelblauer Stoff stand mir nicht zur Verfügung. Aber von der Farbe des Stoffes wird man später eh nichts mehr sehen.



Der erhält noch einen zweifachen Anstrich in einer passend angemischten Lackfarbe, damit die Farbe wenigstens authentisch ist.

Viele Grüße, Stephan
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Ph0n0
So Apr 23 2017, 22:17
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
Hallo!

Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist mein Koffergrammophon wieder einsatzbereit. Es fehlt noch der Tragegriff, der Kofferverschluss und die Füße. Da waren im Original Ziernägel (Polsternägel). Die werde ich wohl nur auf der Seite verwenden. An der Unterseite plane ich Filzgleiter zu nehmen mit Rücksicht auf unser Mobiliar oder auch den lackierten Metalltisch auf der Terrasse.




Es ist erkennbar, dass mein Koffergrammophon wieder einen ansprechenden optischen Eindruck macht. Es mag zwar nicht originalgetreu sein, aber einigermaßen authentisch und vor allem ist es ein recht gut funktionierender Gebrauchsgegenstand.
Der Motor schafft inzwischen sogar noch die zweite Plattenseite, wenn ich die Drehzahl etwas nachreguliere. Allerdings nur mit verringerter Auflagekraft. Da teste ich derzeit noch eine (selbstaufgebogene) Feder, wie sie kürzlich bei einem Standgrammophon gezeigt wurde. Die Stange mit dem Gegengewicht ist aufgrund der Tonarmbauform beim Koffergrammophon nicht anwendbar.

Viele Grüße, Stephan

[ Bearbeitet So Apr 23 2017, 22:22 ]
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VoxHumana
So Apr 23 2017, 23:11
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 12 2016, 21:13
Wohnort: Baden
Beiträge: 145
Hallo Stephan,
herzlichen Glückwunsch! Da hast Du es ja geschafft aus einem "hässlichen Entlein" einen stolzen "Schwan" zu mache. Ein richtiges Schmuckstück hast Du jetzt!
LG Annette
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Ph0n0
Mo Apr 24 2017, 22:23
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
Hallo Annette,

vielen Dank!
Ein wenig stehe ich im Zwiespalt: Wenn ich den Tonarm erleichtere, gibt es gleich stärkere Verzerrungen bei lauten Passagen. Ob das an der Fehlenden Abkopplung zwischen Schalldose und Tonarm liegt?
Über den Lifebelt habe ich auch schon nachgedacht, aber dann passt der Tonarm nicht mehr in seine Halterung, bzw. der Deckel geht nicht mehr zu...
Was für Probleme! Vor einem halben Jahr hätte ich mir noch nicht vorstellen können, darüber nachzudenken!
Noch immer muss ich mich um den Kofferverschluss kümmern, der Griff ist bereits fertig und installiert. Jedenfalls wird mein Koffergrammophon rechtzeitig fertig werden, um beim Mai-Ausflug Premiere bei unseren Freunden zu feiern...

Viele Grüße, Stephan
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LoopingLoui
So Dez 26 2021, 20:52
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Niedersachsen
Beiträge: 229
Habe das selbe Modell Nr.22 in diesem Beitrag beschrieben: Link - Hier klicken
Die Schalldose ist hier selbstverständlich nicht original. LG
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Ph0n0
Mi Dez 29 2021, 00:03
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
LoopingLoui schrieb ...

Habe das selbe Modell Nr.22 in diesem Beitrag beschrieben: Link - Hier klicken
Die Schalldose ist hier selbstverständlich nicht original. LG


Zitat aus deinem Beitrag bei der Vorstellung von HeinzHaube:
LoopingLoui schrieb ...
Übrigens hat der Koffer Nichts mit His Masters Voice zutun! Die deutsche Grammophon war zu dem Zeitpunkt schon seit vielen Jahren eigenständig und war Konkurrent von HMV/Electrola.


Hallo LoopingLoui,

seit der Restaurierung meines Koffers sind über 4,5 Jahre vergangen. In diesen Jahren habe ich kein weiteres Gerät erworben - es fehlte schlicht die Zeit, mich damit zu befassen. Aber ich verwende das Grammophon regelmäßig. Wartungsarbeiten waren in dieser Zeit nicht erforderlich.
Die Schalldose auf meinem Koffer ist immer noch dieselbe, die vielleicht mal nachgerüstet wurde, weil das Original verschwand oder defekt war.
Das "His-Masters-Voice"-Bildchen sollte sicherlich verkaufsfördernd sein, denn das spartanisch ausgestattete Gerät hatte ja sonst keinen Schnickschnack zu bieten.
In der Zwischenzeit habe ich die Tonarm-"Erleichterung" wegen der Verzerrungen wieder entfernt und ein Stück Fahrradschlauch als Lifebelt verwendet. Dieser Schlauch wäre einlagig zu dünn - die Schalldose würde zu sehr nachgeben. Daher ist der Schlauch insgesamt etwa 6cm lang und an beiden Enden ca. 1,5cm nach außen umgeschlagen. Das hält gut auf dem Tonarm und auch die Schalldose sitzt fest genug. Durch das Schlauchstück lässt sich die Schalldose auch so weit verschieben, dass der Tracking-Error nur von +3° (Schallplattenrand) bis -3° (Schallplattenmitte) reicht. Vorher lag er bei über 10°.
Den kurzen Blechtrichter habe ich mittels eines festen (abschließend lackierten) Pappstreifens verlängert, sodass der Ton um den Motor herumgeleitet wird.
In dieser Kombination ist der Ton recht kräftig. Die in den Raum gerichtete Wiedergabe hoher Frequenzen lässt sich noch verbessern, indem ein (lackiertes) Pappstück in Plattenhüllengröße von der Außenseite in die Metallwinkel des Plattenhalters im Deckel eingeschoben und bis zum Deckelscharnier herunter geschoben wird.

Viele Grüße, Stephan
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LoopingLoui
Mi Dez 29 2021, 16:43
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Niedersachsen
Beiträge: 229
Das Decal im Deckel ist durchaus korrekt - nur eben kein „His Masters Voice“, sondern ein „Die Stimme seines Herrn“ - Deutsche Grammophon! Im Forum gibt es da genauere Informationen, wie und weshalb die beiden Firmen nicht zusammengehörten in diesen Jahren.
Hier der Katalogauszug:
(Auto. Abschalter ist ein Übertragungsfehler)
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Ph0n0
Mi Dez 29 2021, 21:58
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
Hallo LoopingLoui,

wie heißt es so schön? Was nicht dran ist, kann nicht kaputt gehen!
Schade, dass man auf der Abbildung die "Glimmerschalldose" nicht wirklich erkennen kann. Aber würde ich mich wirklich auf die Suche nach der originalen Schalldose machen? Ich glaube, nein. Vielleicht beim nächsten, hochwertigeren Koffer... Obwohl: Vielleicht sollte ich mal nach einem Schrankgrammophon Ausschau halten?
Bis es soweit ist, lass' ich den Koffer Nr. 22 nudeln - der macht das noch nicht einmal schlecht. Ich muss mir wohl nächstes Mal extra leise Nadeln besorgen. Gelegentlich gibt es Klagen, dass das Grammophon zu laut spielt, trotz leiser Nadeln. Die mittellauten Nadeln getraue ich mich schon kaum noch zu verwenden...

Viele Grüße, Stephan
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Ph0n0
Mi Dez 29 2021, 22:03
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
Nachtrag: Einen neuen Koffergriff brauche ich aber noch. Als ich das Grammophon mal mitnehmen wollte, fiel es fast zu Boden, weil der mürbe Ledergriff dem Gewicht von 4,4 kg nicht mehr gewachsen war.
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LoopingLoui
Mi Dez 29 2021, 22:27
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Niedersachsen
Beiträge: 229
Die abgebildete Schalldose wäre diese hier:

Dürfte nicht furchtbar selten sein. Es gab sie mit Alu- und Glimmermembran auf vielen sehr späten Koffern aus der Kriegszeit - z.b an den Koffern die an Wehrmacht und Kriegsmarine 43/44 geliefert wurden, als Spenden aus dem Volk ausblieben.

Wenn ich deine Dose aber genauer mit meiner vergleiche, habe ich das Gefühl, dass es doch die selbe sein könnte und schlicht die Front an deiner fehlt. Wird einzeln aber kaum aufzutreiben sein. Die Dose ist ganz ordentlich und schön leicht…

Ein hochwertiges Schrankgerät ist natürlich ein großer klanglicher Gewinn. Da sollte man aber wirklich ganz genau überlegen *was* gekauft wird. Viele deutsche Schränke, wie es sie noch in großen Mengen gibt, sind klanglich eher als minderwertig zu bezeichnen. Diese werden mit Leichtigkeit von besseren bis sehr guten Koffern leicht überboten - so kurios das klingt.
Es gibt mehr Faktoren, was beim Kauf zu beachten wäre, führt aber zu weit…
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Ph0n0
Sa Jan 01 2022, 23:42
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
Hallo LoopingLoui,
die von dir abgebildete Schalldose hat doch, wenn ich das richtig erkenne, eine Alumembran. Meine ja eindeutig nicht. Daher glaube ich nicht, dass es sich um die gleiche Schalldose handelt. Oder lassen sich Glimmerscheiben einfach durch Alumembranen ersetzen? Und: müsste für die Befestigung der Frontabdeckung nicht eine Vorrichtung (Schraubenlöcher o.ä.) vorhanden sein? Bei mir ist da selbst bei genauester Betrachtung nichts erkennbar.
Viele Grüße, Stephan
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LoopingLoui
So Jan 02 2022, 02:19
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
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Beiträge: 229
Die Dose gab es wie oben erwähnt in beiden Varianten. Bei den meisten Goldringdosen ist das so - daher ist es möglich.
Die Frontkappe liegt glaube ich nur lose darin - ich weiß es aber auch nicht mehr genau. Die Rückseiten sind identisch
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Ph0n0
So Jan 02 2022, 22:41
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 26 2016, 17:41
Wohnort: Dreiländereck D/L/F
Beiträge: 105
LoopingLoui schrieb ...
...Die Frontkappe liegt glaube ich nur lose darin...

Das heißt: Zwischen Gummidichtung und Frontring? Sonst kann das Teil doch in unerwünschte Schwingungen geraten.

Gruß, Stephan
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