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Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > LABELKUNDE - Deutschsprachige Labels und Firmengeschichte > Labels I-J
International Zonophone Company, Filiale Berlin
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
Starkton
Sa Sep 30 2017, 01:08 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
International Zonophone Company, Filiale Berlin

Die International Zonophone Company wurde am 7. März 1901 in New Jersey, USA, gegründet. Nach Umstrukturierungen erfolgte eine Neugründung am 6. Mai 1901 mit der Geschäftsadresse in New York, 66. 68 Broad Street. Am Tag der Neugründung erhielt der Anteilseigner Frederick Marion Prescott die Generalvollmacht, das Geschäft auf Großbritannien, Irland, den europäischen Kontinent und Russland auszuweiten.

Als europäische Zentrale gründete die New Yorker Gesellschaft im Juni 1901 die International Zonophone Company, Filiale Berlin SW, Ritterstraße 71. Unter dieser Adresse befand sich neben der Geschäftsstelle auch die Pressfabrik, nach Hannover die zweite Schallplattenpresserei in Europa. Im September 1901 trat die International Zonophone Company mit zunächst aus den USA importierten Zonophon-Plattenspielern und in Berlin aufgenommenen und gepressten Schallplatten im 17 cm und 25 cm Format an die Öffentlichkeit.


Quelle: Phonographische Zeitschrift, 2. Jahrgang, No. 20, Berlin, 25. September 1901, S. 242

Den Vertrieb in Deutschland und Österreich-Ungarn übernahm die bereits im November 1900 gegründete Zonophon, G.m.b.H., Berlin SW, Ritterstraße 63, welche ihrerseits aus der Offenen Handelsgesellschaft Bumb & König hervorgegangen war, die seit Mitte 1900 Zonophone, produziert von der Universal Talking Machine Company, aus den USA importierte.

Hier sind zwei Beispiele für die ersten Berliner Pressungen unter dem Namen Zon-O-Phone Schallplatte, eine 17 cm Platte von Franz Porten (No. 70, Take 2) und eine 25 cm Platte von Anna Hofmann, auf dem Label falsch geschrieben (No. X-29, Take 2, wobei "X-" für das Format 25 cm steht). Die in den Platten auf 12 Uhr eingeritzte Matrizennummer war, abgesehen von der Angabe des Takes, gleichzeitig die Katalognummer.




Seit etwa November 1901 war die Anglo-Italian Commerce Company (A.I.C.C.) in Mailand die italienische Zweigstelle der Berliner Zentrale. Die A.I.C.C. nahm die unten abgebildete Platte von Leopoldo Signoretti im Jahr 1902 auf. Signoretti, geboren c. 1840 und damit einer der am frühesten geborenen Interpreten auf Schallplatte, war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Er sind nur 6 Aufnahmen überliefert, alle auf Disco Zonofono, gepresst in Berlin und extrem selten. Unklar ist die eingeritze "2/8" im Spiegel auf 9 Uhr. Vielleicht hat jemand Ähnliches auf einer anderen A.I.C.C.-Platte gesehen.


Die International Zonophone Company mit, unter anderem, ihrer Berliner Filiale bestand nur gut zwei Jahre bis zur Übernahme durch die The Gramophone & Typewriter Ltd. im Juni 1903. Diese behielt "Zonophon(e)" als Name für ein billiges Unterlabel.

PS: Zum Thema "Zonophone" gibt es an anderer Stelle im Forum eine Menge zu lesen Link - Hier klicken


[ Bearbeitet Sa Sep 30 2017, 11:47 ]
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berauscht
Sa Sep 30 2017, 10:28
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1419
1902 übernahm Hermann Maassen die Generalvertretung für die Zonophon Gesellschaft in Europa.

Link - Hier klicken
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Starkton
Sa Sep 30 2017, 11:35
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
berauscht schrieb ...

1902 übernahm Hermann Maassen die Generalvertretung für die Zonophon Gesellschaft in Europa.

Das ist nicht ganz richtig:

Der Ingenieur Hermann Maassen war seit dem Jahr 1900 in der Schallplattenbranche tätig. Er wurde im Jahr 1901 Geschäftsführer der Zonophon, G.m.b.H. in Berlin. Dies blieb er auch, wobei ihm am 2. Juli 1902 mit Siegmund Kahn ein zweiter Geschäftsführer zur Seite gestellt wurde.

Maassen unterzeichnete am 1. Juli 1902 einen Vertrag, der ihn zusätzlich zum Geschäftsführer der International Zonophone Co. Niederlassung in Österreich ernannte (Adresse: Wien I, Franz Josephs Quai 5). Am 11. Januar 1903 wurde im Wiener Handelsregister eingetragen, dass Maassen eine Firma mit dem Namen "Zonophon Herm. Maassen, Handel mit Musikinstrumenten" unter derselben Geschäftsadresse am Franz Josephs Quai besaß.
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alang
Sa Sep 30 2017, 16:10
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 566
Vielen Dank fuer die detaillierten Informationen. Die Zonophone Geschichte ist eines der interessantesten Kapitel in der frühen Geschichte des Grammophons. Ueber die International Zonophone Company hab ich bisher noch kaum was gelesen.

Viele Grüße
Andreas
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DGAG
Mo Jan 21 2019, 17:30
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 195
Es folgen zwei der Fachwelt bisher unbekannte, in Berlin für die International Zonophone Company entstandene, Aufnahmen aus meiner Sammlung.

Zuerst die meines Wissens einzige jemals aufgetauchte Pressung der International Zonophone Company ohne Papierlabel. Eine mögliche Erklärung ist, dass sie trotz der hohen Seriennummer 1026 ein besonders frühes Pressdatum hatte. Diese Nummer ist auf 12 Uhr im Spiegel eingeritzt, dazu auf 3 Uhr die mysteriöse Markierung "Ex 20 VH".



Eventuell war diese ZON-O-PHONE RECORD Teil einer kleinen Serie zur Vorstellung des Zonophons durch die Berliner Firma Bumb & Koenig bei der Leipziger Herbstmesse ab Ende August 1901. Waren die Labels da noch nicht gedruckt? Wenn das stimmt wäre sie die erste bekannte Pressung einer in Deutschland entstandenen Schallplattenaufnahme, welche nicht von Emile Berliners Patent geschützt war.



Die nächste Platte wirft ebenfalls einige Fragen auf. Zunächst einmal ist die Labelgestaltung bemerkenswert. Es ist eine ZON-O-PHONE SCHALLPLATTE für den deutschen Markt, die sonstige Beschriftung, abgesehen von der fehlenden Benennung "No." vor der Katalognummer, entspricht jedoch der obigen Wilhelm Otto Platte. Zum Vergleich siehe die davon abweichenden ZON-O-PHONE SCHALLPLATTE-Labels ganz oben im Thread. Wie ist das zu erklären?



Auf dem Label steht Wilhelm Otto, allerdings singt laut Ansage Franz Zögen und dieser Name ist ungewöhnlicherweise unterhalb des Mittellochs in den Spiegel eingeritzt. Zum Glück hatte ich die obige Aufnahme von Otto, bei der sein Name auch angesagt wurde, zum Vergleich. Es sind definitiv unterschiedliche Sänger. Die damaligen Käufer müssen sich ziemlich verschaukelt vorgekommen sein.

Auf dem Spiegel steht, ebenfalls völlig ungewöhnlich für frühe IZC-Aufnahmen, unter dem Namen des Sängers die eingeritzte Zahlenfolge "8-21-01-02". Ich interpretiere sie als Datum, allerdings gab es im Januar 1902 in Deutschland keine Zonophone-Aufnahmen. Sehr wohl allerdings im Juli und August 1901. Franz Zögen nahm im Juli einige Solos, im August 1901 ein paar Duette mit Anna Hofmann in Berlin auf. Falls das Datum in amerikanischer Schreibweise zu lesen ist, wäre die Aufnahme also vom 21. August 1901.

Was soll dann die "-02" nach dem Datum? Vielleicht steht sie für eine Wiederholaufnahme. Es gibt die Stretta aus dem "Troubadour" mit der Seriennummer 4 nämlich auch mit dem Namen Franz Zögen auf dem Label. Aufgenommen im Juli 1901, gehörte sie zu den ersten Pressungen die im September 1901 den deutschen Markt erreichten. Das wäre bei einem angenommenen Aufnahmedatum vom 21. August 1901 für die vorliegende Platte zu knapp. Es handelt sich dabei um den Take 3, wie im Spiegel als hochgestellte Ziffer neben der eingeritzten Seriennummer 4 auf 11 Uhr vermerkt ist. Wahrscheinlich, dass die unter dem Namen Franz Zögen veröffentlichte Aufnahme vom Juli 1901 Take 1 oder 2 war.

Während die obige 17 cm Platte bisher unbekannt war, gibt es im Buch The Zonophone Record der Autoren Bayly und Kinnear vier Einträge von 25 cm Platten von Franz Zögen, Seriennummern X-1, X-2, X-4, X-5, bei denen Wilhelm Otto angeblich die Ersatzaufnahme gesungen hat. Kennt diese Platte(n) jemand? Sind die eventuell auch alle falsch gelabelt, weil man den Namen des damals(?) wie heute völlig unbekannten Tenors Franz Zögen aus dem Katalog kicken wollte?


[ Bearbeitet Mo Jan 21 2019, 20:25 ]
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Musikmeister
Mi Jan 23 2019, 21:21
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 935
Leider kann ich nichts weiter dazu beitragen.
Mich wundert nur die Titelangabe der ersten Platte.
Wenn da Lortzing gesungen wurde, warum dann die nicht ganz richtige Titelbezeichnung?
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DGAG
Fr Jan 25 2019, 10:16
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 195
Eine sehr berechtigte Bemerkung, @Musikmeister. Die Ansage, zweifellos von einem Deutschen, nennt nämlich den korrekten Titel "Vater, Mutter, Schwestern, Brüder".

Das könnte dafür sprechen, dass das Label nicht in Deutschland, sondern in den USA gestaltet wurde und auch die Pressung dort erfolgte, was vielleicht das fehlende Papierlabel erklärt. Zudem wurde diese Aufnahme, anders als eine Reihe anderer von Wilhelm Otto, von der Gramophone Co. nach Übernahme der International Zonophone nicht wiederveröffentlicht. Eventuell weil sich der Pressstempel in den USA befand?
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