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Foren > Grammophone > Tischgeräte
Lyrophon Trichtergrammophon
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
PONOPHON
Mi Feb 20 2019, 16:28 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 135
HERSTELLER: Lyrophonwerke Adolf Lieban & Co. Berlin SW. Gitschinerstr. 91
MODELL:
SERIENNUMMER:
JAHR: ab. 1906
DAMALIGER PREIS:
GEHÄUSE: Vermutlich Ulme, mahagonifarben gebeizt, mit grünen Marmor Einlagen
PLATTENTELLER: ca. 23 cm. Gusseisen
TRICHTER: Erbsengrüner Stahlblech Trichter, Originalfarbe, sehr früher Blumentrichter
MOTOR: Einfederwerk, in der Bauweise der schwenkstab Modelle
SCHALLDOSE: Lyrophon mit Federspannvorrichtung der Nadel (Schnellspannvorrichtung)

INTERESSANTE DETAILS: Sehr frühes Grammophon mit Blumentrichter. Wurde zur Leipziger Frühjahrsmesse 1906 noch mit Hexenhuttrichter vorgestellt. Vermutlich war es sehr bald auch mit Blumentrichter erhältlich, denn 1906 kamen diese Trichter auf den Markt, setzten sich sehr rasch durch, und ich gehe davon aus dass sie sehr bald Standerdausstattung waren.
Sehr schön und interessant finde ich auch die Marmor Einlagen auf drei Seiten. Den Trichter Halter mit vier Rändelschrauben und die Händler bzw. Markenschilder aus Rumänien.
Das Gerät habe ich erst zu Jahreswechsel 18/19 in Wien erworben. Einige Dinge müssen noch gemacht werden, aber es ist grundsätzlich in einem recht schönen Zustand.

















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alang
Mi Feb 20 2019, 17:43
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 579
Sehr schoenes und interessantes Geraet. Vielen Dank fuers Vorstellen. Fuer eine Einfedermotor ist eine ziemlich massive/breite Feder installiert wie es aussieht. Was hat es mit diesen ungewoehnlichen "Stuetzen an der Tonarmaufhaengung auf sich?

Viele Gruesse
Andreas
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PONOPHON
Do Feb 21 2019, 18:40
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 135
Zum ungewöhnlichen Trichterhalter kann ich nicht viel sagen, man findet wenig über Lyrophon Trichtergrammophone. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es patentrechtliche Gründe für diese Ausführung gab, oder viel simpler, bearbeitungstechnische.
Trichterstützen üblicher Art erfordern Spezialvorrichtungen um das Tonarmlager innen in der Stütze zu bearbeiten und das Loch für das Gegenlager des Tonarmes zentrisch zu bohren.
Den Oberen und unteren Gussteil dieser Halterung kann man auf einer einfachen Säulen-Bohrmaschine und einer Drehbank bearbeiten.
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alang
Do Feb 21 2019, 18:57
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 579
Danke, das koennte sein. Also sind die "Raeder" oben und unten einfach nur grosse Raendelmuttern? Sieht auf jeden Fall cool aus.

Nochmals Danke
Andreas
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PONOPHON
Do Feb 21 2019, 19:27
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 135
Entschuldigung das habe ich nicht erklärt, ja das sind Rändelschrauben und die beiden Säulen haben auf beiden Seiten ein Innengewinde. Die Schrauben und Säulen sind aus Messing. Übrigens rührt der Farbunterschied der Galvanisierung daher, das manche Teile (original) vernickelt und andere verchromt sind. Das muss ich an diesem Gerät noch nachbessern. Ich bin mir ziemlich sicher dass es aus dem Ostblock stammt. Wie beschrieben habe ich es aus Wien, die Firmenschilder erzählen aber eine andere Geschichte. Die junge Dame die es mir verkaufte konnte (oder wollte) leider nichts zur Geschichte sagen. Sie wirkte aber auf mich auch als würde sie auch aus Rumänien stammen. Ich gehe davon aus, dass es erst in jüngster Vergangenheit nach Wien kam und in Rumänien die neue Teilverchromung erhielt. Die Verchromung ist aber perfekt gemacht, man sieht absolut keine Schleifspuren von der Entfernung der alten Oberfläche und es wurde auch nichts verschliffen.
Wenn ich nicht wüsste, dass es Verchromungen 1906 noch nicht gab (erst ab ca. 1930), würde ich das für original halten, rein von der Ausführung her.
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DGAG
Do Feb 21 2019, 19:30
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 239
Gratulation zum Kauf! Faszinierendes Gerät. Es ist zudem ein seltener Glücksfall, dass man eine passende Werbeanzeige findet.

Ich nehme an das Dekorelement ist kein richtiger Marmor, sondern ein sehr gekonnt aufgemalter. Ist jedenfalls ein schöner und ungewöhnlicher Farbtupfer, der zudem hervorragend zur Trichterfarbe passt. Freut mich sehr, dass der Trichter, insbesondere die Farbfassung, gut erhalten ist.

Diese spezielle Tonarmaufhängung war durch D.R.-Gebrauchsmuster geschützt, angemeldet am 23. Februar 1905 durch die Lyrophonwerke Adolf Lieban & Co., G. m. b. H., Berlin. Durch die damalige Beschreibung kommt man der Sache ein bisschen näher: Vorrichtung zur Begrenzung der seitlichen Bewegung des Schalldosenträgers an Plattensprechapparaten, bestehend aus das Lager des Schalldosenträgers tragenden Säulen.

Ich habe noch andere Grammophone vom Händler Anglo-Americana aus Bukarest gesehen, die ebenfalls das aufgenagelte Typenschild "Melodion. Carmen - Sylva" besaßen. Im Internet findet man Hinweise, dass dieser Händler um 1912 auch Fahrräder und Schallplatten der in Ungarn produzierten Marke "Premier Record" führte.

"Carmen Sylva" war das Pseudonym der rumänischen Königin Elisabeth zu Wied. Diese Bezeichnung hat der Händler (ihr Untertan) sicher mit Bedacht für seine Grammophone gewählt. Er konnte sich bei Beschwerden insofern rausreden, dass "Carmen Sylva", etwas frei aus dem Lateinischen übersetzt, auch "Reicher Liedvorrat" heißt, was ja ganz gut zu Grammophonen passt.
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PONOPHON
Do Feb 21 2019, 19:57
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 135
Hallo Stephan, danke für die aufschlussreiche Beschreibung! Die klingt als ob man sich die doch in Wahrheit etwas wackelige Konstruktion schön redete um ein gutes Verkaufsargument zu haben.
Ich habe mir die „Marmor Platten“ aufgrund deiner Vermutung nun genauer, mit einer starken Lampe angesehen. Sie greifen sich nämlich kalt und hart an und lassen sich seitlich und nach oben und unten etwas verschieben – so als würden es eingelegte Steinplatten sein.
Es handelt sich um eine geschickt gemachte Hinterglasmalerei, die durch die beginnende Ablösung, möglicherweis noch authentischer aussieht wie zur Entstehungszeit. Zum Teil wirkt die Malerei wie Glimmer, wo sie sich in Blättchen löst. Ich habe noch ein Bild eingestellt, wo man deutlich den dahinterliegenden Untergrund (Karton?) erkennt. Das ist mir vor her nicht aufgefallen.
Danke für den Hinweis! Das macht mir mein Lyrophon noch interessanter und liebenswerter!
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PONOPHON
Do Feb 21 2019, 20:00
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 135


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alang
Do Feb 21 2019, 20:36
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 579
Das Glas sieht in der Nahaufnahme wirklich spektakulaer aus.Toller Effekt.

Andreas
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