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Foren > Grammophone > Trichtergeräte
Deutsche Grammophon A. G. Chatulle No. 3 von 1904
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
DGAG
Mi Aug 28 2019, 19:43 Druck Ansicht
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 278
Deutsche Grammophon A. G. Chatulle No. 3 von 1904




MODELL: Chatulle No. 3
SERIENNUMMER: D.G.A.G. 21716 Rev K
JAHR: 1904
DAMALIGER PREIS: 42 Mark; Preisreduktion auf 30 Mark ab November 1904
GEHÃUSE: Fichte, rötlich gebeizt
PLATTENTELLER: 17 cm
TRICHTER: Vernickelter Zinktrichter, ca. 40 cm lang
MOTOR: 1-Feder
SCHALLDOSE: Deutsche Grammophon A.G. Concert-Schalldose

INTERESSANTE DETAILS:

  • Nachfolger des gleichnamigen Modells von 1903 mit Eichenholzgehäuse (ähnlich dem Trademark-Modell) zum Preis von 75 Mark.

  • Mit einem Verkaufspreis von anfangs 42 Mark (später gar nur noch 30 Mark) war die Chatulle No. 3 das billigste Grammophon welches die DGAG jemals anbot. Für das Gehäuse wählte man aus Kostengründen farbig gebeizte Fichte welche Mahagoni imitieren sollte. Dieses Modell war die Folge einer Flut billiger Grammophone anderer deutscher Hersteller, die der DGAG seit 1903 zunehmend Konkurrenz machten. Im Geschäftsbericht vom 30. Juni 1904 stand, dass als Reaktion darauf die Preise des gesamten Lieferprogramms abgesenkt wurden. Gerade die Einstiegsmodelle ließen deshalb kaum noch Gewinne übrig. Bei der Chatulle No. 3 zum Kampfpreis von 30 Mark an Weihnachten 1904 hat die DGAG daher mit Sicherheit draufgezahlt.

  • Auf die Dauer war das nicht durchzuhalten, zumal die Konkurrenz mit dieser Taktik nicht zu bezwingen war. Das billigste Modell von 1905, die Chatulle No. 3a mit Eichenholzgehäuse, kostete deshalb mit 50 Mark wieder deutlich mehr.

  • Dieses Gerät stammt nicht aus meiner Sammlung. Es wurde kürzlich in Australien verkauft, übrigens angeboten als Luxusmodell von 1901 mit ausgefallenem Mahagonigehäuse. Ich fand es aufgrund seiner Vollständigkeit und guten, unverbastelten Erhaltung bemerkenswert und habe deshalb um Erlaubnis gefragt die Bilder verwenden zu dürfen - was mir auch gestattet wurde.

Hier einige weitere Abbildungen.



Das geschlossene Bohrloch etwas rechts der Bildmitte scheint mir authentisch zu sein. Hatte man einen Kurbelaufzug von der Seite projektiert, war es ein Fabrikfehler oder benötigte man die Öffnung zum Einstellen des Motors? Jemand eine Idee dazu oder ein Vergleichsexemplar?



Die Firmenaufkleber sind wunderbar erhalten. Auch die lichtempfindliche Originalbeize ist noch ungewöhnlich farbfrisch.



Ist auch der Plattentellerfilz rötlich gewesen und jetzt ausgeblichen?



Die Metallteile sind ein wenig korrodiert, aber das bekommt man wieder hinpoliert.

[ Bearbeitet Do Aug 29 2019, 15:13 ]
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alang
Do Aug 29 2019, 17:50
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 583
Sehr interessantes Geraet, vor allem die Tatsache, dass es von oben gekurbelt wird. Das habe ich sonst ausser bei den Trademark Modellen noch nie gesehen - zumindest nicht bei Victor/HMV/DGAG. Auch der oben angebrachte Geschwindigkeitsregler ist ungewoehnlich. Interessant ist auch, dass in die Motorplatte ein Ausschnitt fuer den aufrecht stehenden Drehzahlregler/Governor gemacht werden musste, weil das Gehaeuse zu niedrig war. Insgesamt ist das Geraet in einem aussergewoehnlich guten Zustand, gerade fuer ein Billigmodell dieses Alters. Ist bekannt, fuer welchen Presi das schliesslich verkauft wurde?

Vielen Dank fuers Vorstellen.
Andreas
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Vogtländer
Fr Aug 30 2019, 16:29
Dabei seit: Do Dez 24 2015, 00:14
Wohnort: Vogtland
Einträge: 116
Sehr schönes, interessantes Gerät - und ja, es wurde schon genannt, für die Preisklasse ungewöhnlich gut erhalten.
Die anstehenden Arbeiten sollten Kosmetik sein.
Könnte das verdübelte Loch u.U. ein ausgebohrter Ast sein?
Wenn schon billig, dann aber richtig!
Es wäre halt nur ungefähr an der "richtigen" Stelle...
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DGAG
So Sep 01 2019, 11:01
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 278
alang schrieb ...

Ist bekannt, fuer welchen Presi das schliesslich verkauft wurde?

Die Chatulle No. 3 wurde für umgerechnet
Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder
verkauft. Die Erscheinung dieses kleinen Grammophons fällt aus dem Rahmen und einige werden wirklich gedacht haben, dass es eine frühe, rare Luxusausführung ist. Auch in Anbetracht des ungewöhnlich guten Zustands ist dieser hohe Preis daher durchaus nachvollziehbar. Die Transportkosten aus Australien und den Zoll muss man dabei ebenfalls noch berücksichtigen.

Vogtländer schrieb ...

Könnte das verdübelte Loch u.U. ein ausgebohrter Ast sein?

Das wäre in der Tat eine Möglichkeit.

Hier ist eine Anzeige aus der Phonographischen Zeitschrift vom 2. November 1904 (5. Jahrgang, No. 44) nach Bekanntgabe der Preisreduktion:




[ Bearbeitet So Sep 01 2019, 14:52 ]
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Peter Pan
So Sep 15 2019, 09:19
Dabei seit: Fr Dez 31 2010, 11:18
Einträge: 72
Hallo DGAG,

besitzt du zufällig auch ein Bild von der Mechanik im inneren des Gehäuses?
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DGAG
So Sep 15 2019, 17:41
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 278
Leider habe ich kein Bild der innenliegenden Mechanik. Dazu hätte man das Gehäuse aufschrauben und die Deckplatte abnehmen müssen. Es dürften aber, mit Ausnahme der nun halbkugelförmigen Schwunggewichte des Drehzahlreglers, Teile verwendet worden sein, die genau so, oder so ähnlich, bereits beim gleichnamigen Vor-Vorgängermodell von 1900/02 zum Einsatz kamen, das noch kein Gehäuse hatte.



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[ Bearbeitet So Sep 15 2019, 18:04 ]
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