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Foren > Grammophone > Nadeln, Nadeldosen und Zubehör
Reinigung von Nadeldosen
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Grammo-ab-60
Sa Dez 14 2019, 21:15 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
Hallo,
da sich hier bezüglich Nadeldosen schon lange nichts mehr getan hat, möchte ich das mal ändern und fange mit dem an, was mir am wichtigsten erscheint. Die Reinigung!

Ich sammle jetzt seit einem Jahr Nadeldosen und was mir dabei aufgefallen ist, die Dosen die bei mir ankamen, waren fast durchgängig mehr oder weniger stark verschmutzt. Selbst die wertvolleren Dosen waren davon nicht ausgenommen. Vielleicht meinen ja die meisten Sammler Dreck würde den antiken Eindruck verstärken. Vielleicht wissen sie aber auch einfach nicht wie sie die Dosen reinigen sollen oder messen dem Zustand nur geringe Bedeutung bei.

Wie dem auch sei, ich bin der Meinung, Dreck ist einfach nur Dreck, auch wenn er Jahrzehnte alt ist und ich selbst finde es schön wenn nach der Reinigung meine Dosen in neuem, alten Glanz erstrahlen. Aber mir ist ja auch ein guter bis sehr guter Zustand wichtig. Da habe ich aber wiederum Verständnis wenn jemandem die Seltenheit wichtiger ist. Am besten ist ja wenn Beides zutrifft, aber manchmal muss man halt auch froh sein die ein oder andere Dose überhaupt zu bekommen. Aber gegen Verschmutzung, da kann man was machen, so mein Gedanke.

Also habe ich in den letzten Monaten vorsichtig mit verschiedenen Methoden und Reinigern experimentiert und werde in Kürze hier meine optimierte Reinigungs-Methode vorstellen. Dazu hatte ich im Vorfeld regelmäßig Vorher/Nachher-Bilder erstellt. Leider gingen die Bilder bei einer Rechnerpanne verloren. Deshalb jetzt zum Einstand erst einmal nur ein Bild nach bereits erfolgter Reinigung.

Dog and Baby




[ Bearbeitet So Jan 05 2020, 14:50 ]
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DGAG
So Dez 15 2019, 13:49
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 409
Bin gespannt welche Methoden Du angewandt hast, wie die Ergebnisse waren und welche Maßnahmen sich als besonders gut herausgestellt haben. Wirklich schade, dass die Bilder vom Vorzustand verloren gegangen sind.

Ich selbst mache nichts an den Dosen, die jedoch nur ein kleines Teilgebiet meiner Sammlung bilden. Dass ich sie so lasse wie sie sind hat vor allem damit zu tun, dass nur sehr gute Erhaltung für mich in Frage kommt. Mit leichter Verschmutzung kann ich deshalb zugunsten des Originalzustands leben.
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Grammo-ab-60
So Dez 15 2019, 17:09
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
Auch meine Nadeldosen sind zum größtenteils in sehr guter Qualität. Trotzdem hat sich die Reinigung fast jedes mal bewährt. Zur Zeit reinige ich jeden Tag eine Dose (Adventskalender) und so auch heute. Die Dose war allerdings nur leicht verschmutzt und auch sonst schwer zu fotografieren. Die Bilder waren leider für einen Vorher/Nachher-Vergleich nicht zu gebrauchen.

Hier mal meine Reinigungs-Utensilien, als da wären:
1.) Tuch auf dem ich arbeite
2.) Lappen für die eigentliche Reinigung
3.) Weiches Tuch für die Politur
4.) Einweghandschuhe
5.) Waschbenzin
6.) 2 Eierbecher
7.) Edelstahlreiniger
8.) Haupt-Reiniger/Versiegler





Das Waschbenzin ist das Mittel der Wahl beim Entfernen von Aufklebern oder Banderolen-und Klebe-Resten.

Edelstahlreiniger verwende ich immer nur verdünnt. Dazu dient mir einer der Eierbecher. Der Reiniger kommt im Innern der Dose zum Einsatz, es sei denn eine Dose wäre innen lackiert. Ich habe aber auch schon Banderolen-Reste, die allen anderen Reinigungsversuchen widerstanden haben, mit Edelstahlreiniger abgelöst.

Im zweiten Eierbecher ist eine milde Seifenlösung. Hiermit reinige ich sichtlich verschmutze Dosen vor. Bei besonders empfindlichen Dosen kommt nur die Seifenlösung zum Einsatz.

Zu den verwendeten Reinigungsmitteln sei gesagt, das es egal ist von welcher Firma das Waschbenzin oder der Edelstahlreiniger stammt. Die abgebildeten Marken sind nicht speziell von mir ausgesucht, sondern willkürlich aus dem Supermarkt-Regal gegriffen worden.

Anders beim zentralen Reiniger, da habe ich verschiedene Reiniger ausprobiert und dieses Mittel hat sich sehr bewährt. Es löst sehr gut auch fest anhaftenden Schmutz, versiegelt die Oberfläche ohne eine sichtbare Schicht aufzutragen (anders als Mittel auf Wachsbasis) und bringt einen dezenten Glanz zurück. Beim Reinigen von mehreren Dosen empfiehlt es sich auf jeden Fall Einweghandschuhe zu tragen. Das Mittel enthält zumindest entfettende Substanzen und das merkt man nach einer Weile auch. Ich habe mir deshalb angewöhnt jedes mal die Handschuhe zu tragen.

Inzwischen hat das Produkt ein anderes Aussehen, wird von der Firma Lena Products hergestellt und vertrieben und heist Time 2000-S. Wobei auf den Zusatz "S" zu achten ist, da man sonst lediglich den Regenabweiser erwirbt. Ich wollte hier eigentlich keine Werbung machen, aber da nicht jeder der diesen Bericht liest, umbedingt auch im Forum angemeldet ist, halte ich es doch für angebracht die Bezugsmöglichkeit zu nennen.

https://www.leka.de/index.php/de/produkte/politur

Ich betone, ich habe mit der Firma nicht das Geringste zu tun!

[ Bearbeitet So Jan 05 2020, 15:07 ]
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Grammo-ab-60
Mo Dez 16 2019, 16:46
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
Meine heutige Nadeldose war eher wenig verschmutzt, trotzdem gibt es jetzt ein Vorher-und Nachher-Bild. Ich habe versucht die Perspektive und die Belichtung möglichst gleich zu halten, was gar nicht so einfach ist. Ich hoffe es ist geglückt.

Vorher:



Nachher:



Die Klebereste auf der Rückseite ließen sich nicht mit Feuerzeugbenzin entfernen, aber mit dem Haupt-Reiniger war es kein Problem. Gegen das Licht sieht man aber noch wo er war, der Lack ist dort stumpf.

Was ich mit der Kamera nicht einfangen konnte, ist der wunderbar dezente Glanz. Ich weiß nicht wie ich es sonst beschreiben soll, denn Seidenglanz trifft es nicht.

Die Dose ist innen lackiert, weshalb ich den Haupt-Reiniger verwendet habe. Im Bild ließ sich die Wirkung, obwohl sichtbar, leider nicht darstellen.

Ich habe für die Reinigung einen ganz neuen Lappen verwendet. Zur besseren Darstellung habe ich vor dem Fotografieren den Lappen getrocknet.

Rechts, das kommt von Innen, mittig von der Rückseite (unten der Kleber) und links von der Vorderseite. Die Vorderseite wurde offensichtlich schon mal gereinigt. Der senkrechte dunkle Streifen, der kommt vom Reinigen der Kanten (von Oben zu den Seiten). Verwendet habe ich den neuen Reiniger, denn bei der oben abgebildeten, alten Version ist die Flüssigkeit rosa. Weiss ist da neutraler.




[ Bearbeitet Mo Dez 16 2019, 16:54 ]
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Grammo-ab-60
Do Dez 19 2019, 15:38
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
Egal ob man ein altes Grammophon restauriert oder Nadeldosen reinigt, man möchte doch möglichst nah an den Urzustand kommen. Bei Grammophon-Gehäusen ist das nicht immer möglich oder auch nicht gewollt, da gerade Holz sich im Alter verändert und das Teil seiner Ausstrahlung ausmacht.

Bei Nadeldosen sieht das schon anders aus. Kleine Macken und Beulchen stören da mitunter nicht, da man halt weiß, die Dose ist alt und hat einiges mitgemacht. Beim Dreck ist das natürlich anders, davon sollte das Grammophon wie auch die Nadeldose befreit werden. Aber wie das bei Lacken so ist, sie sind sehr unterschiedlich aufgebaut. Manche altern und sind sehr empfindlich, manchmal nicht einmal 100% wasserfest, andere Lacke sind auch nach Jahrzehnten robust und farbstark. Das hängt natürlich auch sehr von der Lagerung ab. Hat die Dose UV abbekommen oder hat sie die Jahrzehnte in einer Schublade überdauert.

Probiert man Reinigungsmittel aus, so empfiehlt es sich Dosen aus der Nachkriegszeit zu verwenden. Erstens sind sie nicht so wertvoll und zweitens wesentlich robuster. Die Nachkriegs-Dog & Baby eignen sich da hervorragend.

Gestern hatte ich die unten abgebildete Dose zu reinigen und hier konnte der von mir verwendete Reiniger zeigen ob er farbecht ist oder ob er evtl. einen Glanz erzeugt der so nicht vorhanden ist. Die Dose sah im Ganzen aus, als wäre sie soeben aus der Fabrik gekommen. Sie war rückwärtig vollkommen sauber, nur auf der Vorderseite haftete etwas Dreck an. So das Übliche, Finger hinterlässt Fett auf der Dose, Staub kann anhaften. Eine ideale Dose zum austesten also. Zuerst wird die Vorderseite gereinigt und das Ergebnis mit der Rückseite verglichen, dann umgekehrt. Wobei die Rückseite nur leicht eingerieben und dann poliert wird. Verändert sich hierbei durch den Reiniger der Farb- und Glanzeindruck, sollte man den Einsatz des Reinigers überdenken.

Hat man keine so ideale Dose, bei der Vorder- und Rückseite identisch sind, bleibt nur, den Versuch bei gleichen Dosen zu starten. Wie gesagt, Dog & Baby oder God & Baby bieten sich hier an, da leicht zu bekommen und preiswert.


Die Vorderseite wirkt etwas heller da sie näher am Blitzlicht ist. In natura besteht kein Unterschied.

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DGAG
Fr Dez 20 2019, 13:56
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 409
Ich gehe davon aus, dass alle Dosen einen Klarlack als Anlauf- und Schutzüberzug, z.B. einen Zaponlack, tragen. Dieser vergilbt, zerkratzt und verschmutzt mit der Zeit. Entfernt man ihn mit abrasivem Putzmittel oder Lösemittel, kommt das darunter liegende Motiv (wenn es nicht selbst lösemittelempfindlich ist!) deutlich zum Vorschein.

Die entscheidende Frage ist wie man anschließend vorgeht. Den Überzug weglassen oder neuen (welchen?) auftragen?
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Aristodemo
Fr Dez 20 2019, 16:55
Dabei seit: Sa Jan 21 2012, 01:07
Einträge: 428
"Blech und Stanzlacke sind fette, elastische Oellacke, die im Ofen bei etwa 50-60 Grad getrocknet werden.Sie werden verwendet zur Lackierung von Blechemballagen, beispielsweise für Zigarettenschachteln, Büchsen für Bohnerwachs, Schuhwichse usw. Die alten Leinölblechlacke werden durch die neuen Kunstharzlacke wie Glassomax immer mehr verdrängt." Glasurit Handbuch 1935
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Grammo-ab-60
So Dez 22 2019, 13:15
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
DGAG schrieb ...

Ich gehe davon aus, dass alle Dosen einen Klarlack als Anlauf- und Schutzüberzug, z.B. einen Zaponlack, tragen.
Dieser vergilbt, zerkratzt und verschmutzt mit der Zeit. Entfernt man ihn mit abrasivem Putzmittel oder Lösemittel, kommt das darunter liegende Motiv (wenn es nicht selbst lösemittelempfindlich ist!) deutlich zum Vorschein.

Die entscheidende Frage ist wie man anschließend vorgeht. Den Überzug weglassen oder neuen (welchen?) auftragen?



Wenn lackierte Gegenstände mit einem Schutzlack überzogen werden, sieht man das meiner Erfahrung nach spätestens bei einer Beschädigung, da Unter- und Oberlack nicht zu hundert Prozent gleichmäßig absplittern und der Oberlack, einmal beschädigt, sich meistens immer weiter vom Unterlack löst. Es mag solche Dosen geben, aber mir ist bis jetzt noch keine solche Dose untergekommen.

Scheuernde Reiniger verbieten sich meiner Meinung nach für die Oberflächenreinigung auf jeden Fall, lösemittelhaltige erst recht. Ich hatte es mal mit scheuernden Reinigern versucht, aber selbst verdünnt entstehen feinste Beschädigungen. Angriffspunkt für Fette und Säuren wie sie auf der menschlichen Haut vorkommen.
Für billigen Lackreiniger aus dem Baumarkt, die die oberste Lackschicht abtragen und anschließen eine Wachsschicht benötigen, gilt dasselbe, ich würde damit niemals meine Dosen reinigen.

Für die äußere Reinigung kommen deshalb ausschließlich moderne Mittel infrage, die mittels Tensiden oder was die moderne Chemie sonst so an reinigenden Stoffen zu bieten hat, arbeiten. Der von mir verwandte Reiniger ist für den professionellen Einsatz entwickelt worden. Auch wenn meine Frau ihn im Moment zweckentfremdet und die Weihnachtskugeln damit reinigt.

Ein weiterer Vorteil ist, das er den Lack imprägniert, so das sich anschließend z. B. Fingerabdrücke einfach wegwischen lassen. Diese Imprägnierung basiert laut Hersteller auf säurefreien Polymeren im Nanobereich (millionstel Millimeter), weshalb er als Schicht mit dem menschlichen Auge nicht wahrnehmbar ist.

Die Wirkung der Reinigung lässt sich gut anhand der Bilder der gelben Marschall-Dose erkennen. Betrachtet man die Rückseite, so stellt man fest das die feinen Risse im Lack verschwunden zu sein scheinen. Sind sie aber nicht, was ich unter der Lupenlampe erkennen kann. Es ist nur der Dreck aus den feinen Rissen entfernt worden und dadurch sind die Risse fast nicht mehr zu sehen.

Ich denke mal, das die Risse sich jetzt durch die Imprägnierung nicht mehr mit Schmutz zusetzen werden. Wobei ich sie natürlich sowieso pfleglich behandle, aber da ich wenn ich sie mir herkriege nicht erst Handschuhe anziehen möchte, ist mir eine Imprägnierung schon wichtig. Aber wenn, bitte eine die man nicht sieht.


[ Bearbeitet Fr Dez 27 2019, 20:09 ]
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berauscht
Mi Dez 25 2019, 12:10
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1576
DGAG schrieb ...

Ich gehe davon aus, dass alle Dosen einen Klarlack als Anlauf- und Schutzüberzug, z.B. einen Zaponlack, tragen.


Ist das nicht ein zu großer Aufwand für einen Wegwerfartikel?
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Telraphon
Mi Dez 25 2019, 15:00
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 189
Ist das nicht ein zu großer Aufwand für einen Wegwerfartikel?

Damals waren ja solche Arbeiten vergleichsweise "billig". Ich kann zumindest bestätigen, dass auch Zigaretten-Döschen (welche im Schnitt eine deutlich kürzere Lebensdauer als Nadeldosen hatten) zweischichtig lackiert waren.
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Grammo-ab-60
Fr Dez 27 2019, 20:07
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
Nachtrag: Feuerzeugbenzin benutze ich nur noch bei Edelstahl- oder Messing-Dosen. Wirklich alte Klebereste lassen sich aber nur schlecht damit entfernen. Bei goldfarben lackierten Dosen kann es sogar zur Abstumpfung des Lacks kommen. Dagegen hat sich der Hauptreiniger zur Banderolen-Entfernung als 1 Wahl bewährt.
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Grammo-ab-60
Fr Dez 27 2019, 22:35
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
Die Frage wie die Lacke aufgebaut sind ist mir zu akademisch. Nicht, das ich mir im Vorfeld nicht Gedanken dazu gemacht hätte, aber bevor ich ewig darüber nachdenke und doch zu keinem Ergebnis komme, pack ich es lieber an und solange das Ergebnis so ist wie in den nachfolgenden Bildern gezeigt, bin ich zufrieden.

vorher:



nachher:



Dabei lässt sich die Qualität der Dosen im Bild noch nicht einmal vernünftig darstellen. Ich habe mir zwar Mühe beim Fotografieren gegeben, aber in natura sieht das noch viel besser aus.

Im Übrigen ist es bei den Dosen mit ein wenig Seifenwasser nicht getan. Das erste Bild entstand nach dem feuchten abwischen.
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Grammo-ab-60
So Jan 05 2020, 15:58
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
Zum Thema Stabilität der Farben von Nadeldosen sei folgendes gesagt. Ich habe bisher ca. 350 Nadeldosen gereinigt. Dabei gab es einige wenige Dosen (max. 10) die abgefärbt haben. Meistens handelte es sich dabei um den rückwertigen Teil, also den, in den die Nadeln gefüllt sind. Und dann fast immer bei gelber Farbe. Das sieht dann folgendermaßen aus:



Das Gelb ist Farbe, das Braune nicht.

Wie man sieht hat sich neben dem Dreck auch Farbe gelöst. In so einem Fall gilt es abzuwägen. Reinige ich und wenn ja, wie weit gehe ich dabei. Ich mache es in solchen Fällen so, dass ich nur den groben Schmutzt entferne und einen möglichst minimalen Farbabrieb in Kauf nehme. Dieser Abrieb ist kaum wahrnehmbar und wird, meiner Erfahrung nach, durch die Strahlkraft des gereinigten Lackes mehr als nur kompensiert.

Kritisch reagiert machmal auch die Beschriftung auf der Deckel-Innenseite. Auch hier gilt es vorsichtig zu hantieren.

Bei zwei Dosen rate ich aber zur allergrößten Vorsicht.



Der Lack lässt sich bereits mit Seifenwasser und etwas kräftigerem Reiben anlösen und die Farben verblassen.



Hier ist die Farbe der gesamten Dose ebenfalls hochempfindlich.

Deshalb immer zuallererst überprüfen wie farbstabil die Farben sind!

[ Bearbeitet Mi Jan 29 2020, 09:26 ]
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Grammo-ab-60
Mo Jan 06 2020, 19:25
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Habe vor ein paar Tagen folgende Dose gereinigt. Das Besondere dabei war, sie scheint tatsächlich einen Schutzlack zu besitzen. Zu erkennen an den dafür typischen kleinen Beschädigungen die nur die obere Schicht betrifft und die keinerlei Einfluss auf die eigentliche Farbschicht hat. Dies gilt natürlich nicht für die größere Beschädigung oben rechts.

Die Ausgangslage war eine stark verschmutzte Herold-Dose deren Erscheinungsbild man nur als speckig bezeichnen konnte.

Vorher:



Nachher:



Für die Reinigung waren zwei Durchgänge nötig. Unten ein Bild von dem Lappen mit dem ich auch nur diese Dose gereinigt habe. Der Bildausschnitt beträgt 10 cm x 10 cm.
Der rechte Fleck stammt von der Reinigung der Rückseite, der Fleck links unten vom ersten Durchgang und der Fleck links oben vom zweiten Durchgang. Für das Bild wurde der Lappen getrocknet und das Bild aufgehellt damit die Flecken nicht übertrieben dunkel aussehen. Allerdings habe ich dann doch etwas zu sehr aufgehellt. Denkts euch halt noch etwas dunkler, dann passts.



[ Bearbeitet Mo Jan 06 2020, 20:08 ]
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Grammo-ab-60
Mo Jan 06 2020, 20:03
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Abschließend noch kurz eine Beschreibung der Reinigungsprozedur.

Als erstes räume ich die Dose aus, reinige falls vorhanden das Einlegelblatt mit einem leicht feuchten Lappen. Stark zerknitterte Blättchen kommen anschließend in ein schweres Buch zum glätten. Anschließend wird die Dose mit dem Haupt-Reiniger innen gereinigt. Für die Ecken haben sich Wattestäbchen bewährt. Hier verwende ich Edelstahl-Reiniger nur noch bei grober Verschmutzung als Vorwäsche. Ansonsten nehme ich inzwischen nur noch meinen Haupt-Reiniger.

Anschließend kommt die Rückseite an die Reihe. Hier, wie schon früher geschrieben, besonders auf Farbabrieb achten da die Rückseiten meiner Erfahrung nach manchmal empfindlich sind. Zuletzt kommt die Vorderseite dran. Hierzu klappe ich die Dose zu. Nicht ohne vorher nochmal mit dem Polierlappen innen und außen nachzupolieren.

Die Frontseite bedarf natürlich der größten Aufmerksamkeit. Man möchte ja gerade hier nichts verderben.

Man nehme also einen sauberen Lappen, spanne ihn sich über den Finger und trage dort einen dicken Tropfen Reinigungsflüssigkeit auf. Es ist wichtig hier nicht zu sparsam zu sein, da der grobe Schmutz sich als erstes löst und mit der Flüssigkeit sonst eine schmirgelnde Masse bildet. Je nach Schmutzanteil gerne auch mal zwischendurch die Flüssigkeit abnehmen und neu auftragen. Dabei mit dem Finger auf dem Tuch immer weiter rutschen und möglichst so lange bis die Flüssigkeit keinen Dreck mehr hinterlässt. Bei Zweifeln ob der Lack ausreichend stabil ist, lieber früher aufhören und mit einem bisschen Restdreck leben!

Nun noch einmal den Reiniger dünn auftragen, ca. 15 Sekunden antrocknen lassen und dann polieren. Anschließend hauche ich noch einmal über die Dose und poliere noch mal kurz. Das bringt dann das letzte Quäntchen Glanz.

Zum Schluss noch folgendes. Bitte nehmt nicht aus Sparsamkeitsgründen einfachen Lackreiniger aus dem Baumarkt, das geht nicht gut aus. Sollte jemand meiner Methode bzw. meinen verwandten Mitteln misstrauen, so nehme er einfach mal ein wenig Shampoo, verdünne es und reinige damit. Man geht dabei praktisch kein Risiko ein und es wird allemal besser sein als völlig ohne Reinigung.

Bleibt mir nur, allen Lesern meines Berichts viel Spass mit ihren Nadeldosen zu wünschen.

[ Bearbeitet Mi Jan 29 2020, 09:30 ]
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berauscht
Mo Jan 06 2020, 22:53
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1576
Gute Reinigungsergebnisse erzielt man auch mit dem altbewährten Universalöl
Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder

Einfach aufsprühen, gleichmäßig verteilen und nach kurzer Einwirkzeit mit einem weichen Baumwolltuch abreiben.
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Grammo-ab-60
Mi Jan 29 2020, 10:22
Dabei seit: Sa Feb 09 2019, 12:07
Wohnort: Herford
Einträge: 25
Da es angesprochen wurde, hier noch Tipps wie man mit vorbehandelten Dosen umgehen kann.

Bei den von mir behandelten Dosen befanden sich auch einige wenige bereits mehr oder weniger gereinigte Dosen. Darunter auch mit ölhaltigen Mitteln oder mit Hartwachs behandelte Dosen. Beides ist unschön, da die Dosen mit einer Schicht überzogen sind deren Glanz nicht dem natürlichen Glanz von Lack entspricht. Beim ölhaltigen Überzug kommt hinzu das die Ölschicht Staub und Dreck magisch anzieht.

Es gilt also diese ölige bzw. wächserne Schicht zu entfernen. Bei der Verwendung des vom mir beschriebenen Grundreinigers ist es kein Problem, er entfernt beides. Falls der Reiniger aber nicht vorhanden ist oder man ihn nicht verwenden will, bleiben folgende Methoden:

1.) Öl ist am einfachsten zu entfernen. Es reicht ein Lappen mit ein wenig Spülmittel um den Ölüberzug zu entfernen.
2.) Hartwachs lässt sich da schon deutlich schwieriger entfernen. (auch mit dem von mir verwendeten Reiniger) Man könnte den Wachs zum Beispiel erwärmen und dann den Wachs mit einem Küchentuch aufnehmen. Einfacher ist aber den Wachs zu erwärmen und dann mit Olivenöl zu entfernen. Anschließend die Dose wie unter Punkt 1 behandeln.

Bei der Reinigung mit dem vorgestellten Grundreiniger ist folgendermaßen zu verfahren. Mit ausreichend Reiniger die Schicht ablösen, mit einem Haushaltstuch den mit Öl bzw. Wachs vermischten Reiniger abnehmen und das so oft wiederholen, bis man sicher ist alle Rückstände entfernt zu haben.
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