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Foren > Grammophone > Trichtergeräte
Trattgramofon Primofon 1914
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
PONOPHON
Di Jul 28 2020, 19:42 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 173
HERSTELLER: Primofon Fabriken Stockholm
MODELL:
SERIENNUMMER:
JAHR: 1914
DAMALIGER PREIS: 60 schwedische Kronen? (Eintrag auf der Bodenplatte im Gehäuse innen)
GEHÄUSE: Sockelmaß 40 x 40 cm, Erle, Tischplatte Eiche furniert
PLATTENTELLER: 25 cm
TRICHTER: 55 cm Durchmesser Eichensperrholz
TRICHTERSTÜTZE: Stahlblech aus 2 Halbschalen geschweißt bzw. hart verlötet, kein Gusseisen
MOTOR: Vermutlich Paillard
SCHALLDOSE: Exposition, vermutlich Paillard


Vor einer Woche habe ich dieses schwedische Trichtergrammophon aus Wien abgeholt.
Es hat mich vor allem wegen dem makellosen Zustand und dem schönen Holztrichter fasziniert.

Solche Trichter sieht man ja auch dann und wann nachgefertigt, oder man ist sich nicht sicher ob sie wirklich alt sind. Für dieses Grammophon findet man in der Internet Bildersuche unter „Trattgrammofoner Primofon“ ein wunderbares Bild der baltischen Ausstellung in Malmö 1914, dass die Echtheit eindeutig bestätigt.
Leider kann ich es aus rechtlichen Gründen nicht hochladen.

Ich habe es von einer Dame, die es von ihrer Freundin hatte, die aus Altersgründen ihre Wiener Wohnung auflöste. Diese war Antiquitäten Sammlerin und hatte das Grammophon irgendwann erworben. Es stammte (leider) nicht aus der Familie. So war auch nichts weiter in Erfahrung zu bringen. Die weiter unten abgebildeten Nadeldosen waren als Zubehör dabei. Die schwarze Odeon Dose hat einen schwedisch beschrifteten Innen-Zettel. Da die Dose meiner Meinung nach (ich bin kein Experte für Nadeldosen) eher aus den späten 20er bzw. aus den 30er Jahren stammt, was ich rein wegen dem „Electric“ annehme. Mutmaße ich, dass das Grammophon längere Zeit in Schweden verbrachte und erst später nach Wien kam. Es also nicht als Neuware nach Österreich zum Verkauf importiert wurde.

Jedenfalls wurde das Grammophon immer sogfältig behandelt und hat sein Dasein wahrscheinlich niemals auf einem Dachboden oder im Keller verbringen müssen. Der Zustand ist nahezu neuwertig. Der Motor hat noch seine silberfarbene Lackierung, die ich bei einem Stahlplatinen-Motor noch nie gesehen habe. Es sind noch die originalen Dämpfungsgummis vorhanden und das Ritzel des Fliehkraftreglers, dass aus Hartpapier bzw. Harnstoff gefertigt ist, hat sowie alle anderen Zahnräder so gut wie keine Abnützungsspuren. Auch die weißen Gummifüße auf der sehr sauberen Bodenplatte sind noch alle original vorhanden.
Es lohnt sich nach dem tollen Bild der Malmö Ausstellung zu suchen…




























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DGAG
Di Jul 28 2020, 23:01
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 431
Eine echte Freude dieses wunderbare Grammophon im gepflegten Originalzustand anschauen zu können. Eine Sternstunde für jeden Sammler. Der Preis von 60 Kronen, umgerechnet 67 Reichsmark, ist realistisch für ein Trichtergrammophon der Mittelklasse.

Die Abbildung von der Ausstellung in Malmö, welche das Gerät datiert und die Zugehörigkeit des Trichters dokumentiert, ist das Sahnehäubchen. Hier ein kurzer Ausstellungsbericht mit weiteren Informationen:


Quelle: Zeitschrift für Instrumentenbau, Vol. 24, Nr. 29, Leipzig, 11. Juli 1914, S. 1170.
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PONOPHON
Mi Jul 29 2020, 15:16
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 173
Lieber Stephan, vielen Dank für Deine Recherchen!!!
Du bist darin unübertrefflich! Das Grammophon ist technisch gesehen ja nichts Besonderes, aber es ist halt der Zustand und letztendlich das Foto der Malmö Ausstellung, dass ich schon vor dem Kauf im Netz gefunden habe, was mich zum Kauf bewegte. Vielen Dank auch nochmal für die Recherche in der Zeitschrift für Instrumentenbau. Diesen Ausschnitt werde ich zusammen mit dem Foto aufbewahren. Ganz toll finde ich auch die Preis Beschriftung im Gerät. Es wird wohl trotz seiner Schlichtheit und dem untergeordneten Wert zu einem meiner liebsten Stücke werden.

Dazu möchte ich für die Neueinsteiger in diesem Hobby noch eine Botschaft hinterlassen:
Ich sammle seit 39 Jahren und erfreue mich noch immer daran, was dieses Metier zu bieten hat.
Das gezeigte Grammophon hat 500 Euro gekostet und ist es allemal wert. Ich hätte vor 30 Jahren gut das Doppelte dafür bezahlen müssen. Oft zeigen Neueinsteiger Geräte, die vor allem billig sind und fragen die Sammlergemeinschaft nach unserer Meinung... Ich habe auch klein angefangen und mein Lehrgeld bezahlt, damals gab es aber noch keinen Markt im Internet und keine vernetzte Gemeinschaft. Ich habe jeden Sch… gekauft der mir in die Finger kam, weil es nur diese Möglichkeit gab, auf Flohmärkte oder zu Händlern zu gehen oder auf dubiose Zeitungsinserate zu reagieren – Wo bin ich überall hingefahren!? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass letztendlich nur gute Qualität ein Leben lang Freude bereitet. Das Grammophon war zuerst um 700 Euro inseriert, ich habe es gesehen und es hat mich berührt. Gekauft hätte ich es nicht, aber nur deswegen, weil ich praktisch keinen Platz mehr habe (was ich im Ernstfall dann doch immer ignoriere - es hat sich dann immer noch wo ein Plätzchen gefunden). Als es im Preis reduziert wurde, habe ich zugeschlagen, aufgrund der bereits genannten Gründe. Was ich damit sagen will ist einfach, oft lohnt es sich etwas mehr auszugeben und sich ewig zu freuen, als ein billiges Gerät zu erwerben, dass man nach gewonnener Erfahrung doch wieder weiter veräußern muss.
Liebe Grüße an alle, Christian



[ Bearbeitet Mi Jul 29 2020, 15:45 ]
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