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Graphophon Typ "AB" ("Doppeladler"), Columbia Phonograph Company, 1901, Otto Schleiffelder
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
DGAG
So Nov 15 2020, 23:38 Druck Ansicht
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 468
Graphophon Typ "AB" ("Doppeladler"), Columbia Phonograph Company, 1901, Otto Schleiffelder




MODELL: Graphophon Typ "AB", "Doppeladler", "Doppel-Phonograph"
SERIENNUMMER: 752840
JAHR: 1901 (dieses Exemplar)
DAMALIGER PREIS: 150 Mark
GEHÃUSE: Eiche dunkel, schellackiert
TRICHTER: Aluminium, Länge ca. 36 cm, Mündungsdurchmesser ca. 18 cm als Standard
MOTOR: 2-Feder
SCHALLDOSE: "Eagle", anderer Name "Grand"

INTERESSANTE DETAILS:

  • Die Columbia Phonograph Company m.b.H., Berlin, ließ am 23. Mai 1901 das Warenzeichen "Doppeladler" eintragen. Der Name stand für das Graphophon Typ "AB", das am 15. Juli 1901 im amerikanischen Columbia-Katalog auftauchte und mit dem man sowohl Normalwalzen mit 5,5 cm, als auch Grand- oder Konzertwalzen mit 12,5 cm Durchmesser abspielen konnte. In der Preisliste der Firma Bial & Freund, Breslau, von November 1901 wurde die Benennung "Doppel-Phonograph" verwendet. Das vernickelte und polierte "AB" samt seinem verzierten Gehäuse gehört zu den schönsten Walzenspielern.

  • Nach Howard Hazelcorn, Columbia Phonograph Companion Volume I, lautet die Spanne der nachgewiesenen Seriennummern für den zwischen 1901 und 1903 vermarkteten "Doppeladler" 750510 - 759029. Beim vorgestellten Gerät handelt es sich damit um ein recht frühes Gerät innerhalb der Serie. Dies wird auch durch das Vorhandensein der "Grand" bzw. "Eagle" Schalldose belegt, welche ab 1903 durch eine leichtere Variante abgelöst wurde.

  • Die Besonderheit dieses "Doppeladler" ist die Händlerplakette von Otto Schleiffelder, einem bekannten Wiener Optiker, der seit mindestens Herbst 1899 aus Amerika importierte Graphophone verkaufte. Schleiffelder ist berühmt dafür, dass er, durchaus vergleichbar mit Gianni Bettini, Künstler-Walzen, darunter zum Beispiel von Alexander Girardi, Karl Meister und Leopold Demuth, in einem eigens eingerichteten Studio oberhalb seines Geschäfts aufnehmen ließ und verkaufte.









Der Konus für Konzertwalzen wird einfach auf den Konus für Normalwalzen geschoben und an einem Ende mit einer Schraube gesichert. Zuvor muss eine Flügelschraube gelockert und die Konuswelle nach unten bewegt werden.





Nachtrag aufgrund einer Auskunft im amerikanischen Forum: Der eingeschraubte, gezahnte Ring, der die Schalldosenmembran im Gehäuse sichert, sieht bei einigen Edison Schalldosen genauso aus. Ich hatte noch keine Gelegenheit die jeweiligen Maße zu vergleichen um festzustellen ob der Austausch des Klemmrings beider Fabrikate, z.B. im Rahmen einer Reparatur der Membran, problemlos möglich war.





Das Händlerschild von Schleiffelder macht diesen "Doppeladler" zu etwas Besonderem.




[ Bearbeitet Mi Nov 25 2020, 22:14 ]
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alang
So Nov 15 2020, 23:58
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 635
Herzlichen Glueckwunsch zu diesem wunderschoenen AB. Die Bezeichnung "Doppeladler" hatte ich bisher noch nie gehoert, macht aber als doppelt verwendbarer "Eagle" durchaus Sinn. Der Erhaltungszustand ist wirklich grandios. Bin gespannt, was Du ueber die Schalldose herausfindest. Vielen Dank fuers Vorstellen.

Andreas
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PONOPHON
Mo Nov 16 2020, 18:27
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 189
Hallo Stephan, ein wunderschönes Gerät mit interessanter Herkunft. Meinen Glückwunsch dazu!
Dazu passend kann ich Bilder meiner Otto Schleiffelder Walzen ergänzen.
Das „Hobellied“ und „Sicher ist sicher“, des von Dir erwähnten Alexander Girardi, sowie einen „Marsch“ aus der Operette die Verkaufte Braut v. Smetana, gespielt von der Ziehrer Kapelle habe ich auch als Video hochgeladen.






„Marsch - Die Verkaufte Braut“ von Smetana, gespielt von der Ziehrer Kapelle, Link - Hier klicken



„Hobellied“, vorgetragen von Herrn Alexander Girardi Link - Hier klicken



„Sicher ist sicher“, vorgetragen von Herrn Alexander Girardi Link - Hier klicken
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PONOPHON
Do Nov 19 2020, 20:27
Dabei seit: Sa Dez 12 2015, 17:45
Wohnort: Österreich
Einträge: 189
Bei der genaueren Durchsicht meiner Schleiffelder Walzen (ich habe seit Jahren kaum welche davon gehört), bin ich auch auf das „Fiakerlied“ und das „Entree-Lied aus Der Kellermeister“, beide von Alexander Girardi, gestoßen. Von Karl Meister ist eine Arie aus Bajazzo dabei und noch einige mehr von der Ziehrer Kapelle. Außerdem Flügelhorn Solos und verschiedene weitere Original-Aufnahmen.
Schleiffelder hat aber auch original Edison, Columbia und Pathè Walzen sowie Kopien davon in seinen Original Kartons verkauft. Da ist auch von allem was dabei. Bei den kopierten Walzen gibt es auch fehlerhafte Aufnahmen. Vermutlich haben sich da Wachsspäne um den Schneid-Stichel der Dupliziermaschine gewickelt, sodass die Aufnahmen am Anfang oder am Ende nicht in Ordnung waren. Vielleicht hat man Beginn und Ende als weniger wichtig erachtet und diese Walzen als B-Ware verkauft. Sowas könnte ich auch noch vorstellen, falls das jemanden interessiert.
Der bekannte Opernsänger Franz Porten hat auch in Schleiffelder’s Laboratorium gesungen.
Link - Hier klicken
(Ich habe das erste Video ersetzt, da es ein Problem beim Ton ab ca. der 2. Hälfte hatte)


[ Bearbeitet Fr Nov 20 2020, 10:40 ]
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DGAG
Mi Nov 25 2020, 22:32
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 468
Du hast eine beeindruckende Sammlung an Schleiffelder-Walzen. Eine wunderbare Ergänzung zum "Doppeladler", welcher am selben Ort und womöglich mit einer Anzahl dieser Walzen verkauft wurde. Großartig, dass wir einige davon anhören dürfen. Die Ansagen sind markant und die Tonqualität ist wirklich gut.

Es ist anzunehmen, dass Otto Schleiffelder die ersten Graphophone und Columbia-Walzen als Ergänzung seines umfangreichen sonstigen Angebots im Herbst 1899 für das Weihnachtsgeschäft importierte. Zu dieser Zeit machte er offenbar noch keine Eigenaufnahmen. Jedenfalls erwähnt er sie nicht in seinem Inserat von Dezember 1899.


Quelle: Neue Freie Presse, Wien, Nr. 12689, 18. Dezember 1899, S. 7


[ Bearbeitet Mi Nov 25 2020, 22:32 ]
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