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Foren > Phonographen > Geräte, Werbung und Schriftmaterial
Pathe Phonograph Modell Stentor für Konzertwalzen
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
-Juergen-
Sa Jan 02 2021, 17:41 Druck Ansicht
Dabei seit: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Einträge: 88
HERSTELLER: Graphophone mit Gehäuse von Pathe
MODELL: Pathe Stentor bzw. Graphophone GG
SERIENNUMMER: ST 26
JAHR: Vermutlich 1899
DAMALIGER PREIS: In Frankreich als Stentor 500 Francs, in USA als GG 300 USD (später 150 USD)
GEHÃUSE: Vermutlich Nussbaum
TRICHTER: 30 cm Kristalltrichter bzw. Witchhad am Galgen
MOTOR: 3 Feder
SCHALLDOSE: Pathe Gutta Percha klein mit Auflagegewicht
MANDREL/ Walze: Aluminium Konzertgröße

Heute möchte ich einen Meilenstein in der Geschichte der Konzertphonographen vorstellen. Der Stentor oder der GG war der Beginn der Geschichte von Konzertwalzen und dazugehörenden Abspielgeräten. Ursprünglich als Graphophone GG im Dezember 1898 in den USA mit einem Kaufpreis von 300 USD auf den Markt gebracht, wurde damit erstmalig ein Seriengerät für 5“ Konzertwalzen angeboten.

Das hier vorgestellte Gerät stammt aus der Zeit verm. 1899 als Pathe für den Französischen Markt bereits eigene Gehäuse anfertigte und auch sonst für eigenes „Branding“ sorgte.

Anfangs verkaufte Pathe Geräte von Edison und Graphophone und modifizierte Diese auch zum Teil. Im Wesentlichen betrafen die Modifikationen zunächst Gehäuse, Trichter sowie die Ausstattung mit Schalldosen. In Folge baute Pathe dann Graphophone nach und fertigte auch später unabhängige eigene Geräteserien. Bereits ab 1896 unterhielt Pathe bereits eigene Aufnahmestudios in verschieden Europäischen Städten und war damit durchaus bereits eine Branchengröße mit breitem Marktzugang.

Bei späteren Phonographen des Modells Stentor war die Abdeckung der Vortriebsspindel schwarz lackiert und mit einem gold auflackierten Emblem versehen. Gleichfalls war der Decal „Stentor“ auf späteren Geräten anders ausgeführt.

Das Gerät ist mit knapp 30 kg ausserordentlich schwer und sehr laufstark.
Wie bei einigen anderen Graphophonemodellen wie z. B. dem Graphophone C oder dem Graphophone N ist das Antriebsritzel welches den Fliehkraftregler antreibt, mehrteilig aufgebaut. Links und rechts ist ein Messingkranz und in der Mitte das Zahnrad aus einem geharztem Material (verm. Leder) auf welchem der Regler läuft. Durch diesen Aufbau laufen derlei Geräte wesentlich leiser als z. B. ähnliche Edisons bei denen Messing auf Messing bzw. Messing auf Eisen läuft.
Gleichzeitig ist es so, daß durch aufbringen von Öl am Antrieb des Fliehkraftreglers dieses wesentlich weichere Zahnrad anlöst und zerstört.

Im Zubehörsortiment konnte bei Pathe ein großer Kristalltglasrichter erworben werden, der sich klanglich durchaus etwas anders anhört.




















[ Bearbeitet So Jan 03 2021, 15:47 ]
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Telraphon
Sa Jan 02 2021, 22:43
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 242
WOW, einfach nur WOW.

Das ist vermutlich so ein Gerät, welches man sich in der Ausführung damals wie auch heute nur als sehr wohlhabender Mensch leisten kann - heute mit dem zusätzlichen Schwierigkeitsgrad der sicherlich schweren Beschaffbarkeit.
Ich bin wirklich neidisch - aber es ist ein durch und durch positiver Neid, im Sinne von "Was für ein tolles Gerät - solch ein Exemplar hätte ich auch gern einmal."

Ich kann zu diesem in allen Details wunderschönen Apparat mit wirklich einmalig schönem Trichter nur gratulieren.
Schon oft habe ich im Urlaub in Böhmen mit dem Gedanken gespielt, für eines meiner DGAG-Trichtergrammophone mal nach den Maßen eines Speartip-Trichters einen Trichter aus buntem Glas blasen oder aus dünnem Glas mittels Bleiverglasung herstellen zu lassen...abgeschreckt hat mich letztlich immer der Preis dafür, der bei meinen Vorstellungen im vierstelligen Bereich lag, und mir für ein neues Stück bisher dann doch zu hoch war.

Aber wenn man sowas wie hier von Dir gezeigt besitzt...einen Phonographentrichter und dann nicht nur aus Glas, sondern aus Kristall - viel mehr geht dann steigerungstechnisch wirklich nicht. Höchstens noch Gold mit Edelsteinen. ;)

Vielen Dank fürs Zeigen!
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Trutonikus
So Jan 03 2021, 00:25
Dabei seit: So Jul 12 2020, 08:14
Wohnort: Neumünster
Einträge: 28
Hallo,
so ein Gerät ist wahrlich Kulturgut, welches einen unglaublichen Enthusiasmus widerspiegelt in jener Zeit, die Entwicklung im allerfeinsten Sinne voranzubringen. Besteht die Möglichkeit, Bild und Tondokumente zu erstellen ?

Beste Grüße

Der Trutonikus
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DGAG
So Jan 03 2021, 13:55
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 495
Ich habe ja schon so manches gesehen, bin aber schwer und absolut positiv beeindruckt von diesem Konzert-Phonographen mit niedriger Seriennummer. Pathé nannte ihn im Jahr 1899 STENTOR Modèle B, und der Preis betrug anfangs sogar 800 Francs, damals umgerechnet 680 Mark.

Der 30 cm Glastrichter passt perfekt dazu. Ist es ein Original aus der Zeit?
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-Juergen-
So Jan 03 2021, 16:04
Dabei seit: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Einträge: 88
Hallo Kollegen,

danke für die Blumen und den Wink mit dem Zaunpfahl :-)
Ist natürlich Kristallglas gemeint.....

Ja, der Trichter ist ein Original.

Bei 800 Francs Anschaffungskosten 1899 und der Beschränkung ausschließlich auf Konzertwalzen, dürfte die Käuferschicht extrem klein gewesen sein.
Ein Lehrer verdiente um 1900 angeblich zwischen 1000 und 1500 Reichsmark im Jahr.

Bild und Tondokumente kann ich versuchen. Ich bin ein zugegeben schlechter Fotograf. Was wäre den da von Interesse?

Viele Grüße

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Telraphon
So Jan 03 2021, 17:21
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 242
danke für die Blumen und den Wink mit dem Zaunpfahl :-)
Ist natürlich Kristallglas gemeint.


Das war gar kein Wink - sondern ehrliche Bewunderung. Wenn ich von "Kristall" spreche, meine ich natürlich auch "Kristallglas" - welches (wie hier unter Beweis gestellt) noch einmal zigfach schöner als einfache, mundgeblasene Glastrichter ist.

An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Glückwunsch zu solch einem schönen Stück.


Bild und Tondokumente kann ich versuchen. Ich bin ein zugegeben schlechter Fotograf. Was wäre den da von Interesse?


Vermutlich ist damit einfach ein kurzes Video vom Gerät mit Glastrichter & in Funktion gemeint. Darüber würde ich mich auch sehr freuen.
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