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Foren > Grammophone > Trichtergeräte
Deutsche Grammophon A.G. Modell No. 15 von 1903-04
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Starkton
Mi Jan 18 2012, 18:23 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927




HERSTELLER: Deutsche Grammophon A.G.
MODELL: Monarch No. 15
SERIENNUMMER: D.G.A.G. 2319 Rev.K.
JAHR: 1903-04
DAMALIGER PREIS: 300 Mark; 225 Mark ab Mitte November 1904
GEHÃUSE: Eiche hell, Schellackpolitur
PLATTENTELLER: 30 cm
TRICHTER: Modell T.A. I, Messing poliert
MOTOR: 3-Feder
SCHALLDOSE: Gramophone & Typewriter Ltd. Exhibition 40309

INTERESSANTE DETAILS:

  • Am 15. April 1903 patentierte die DGAG den kurz zuvor in den USA von der Victor Talking Machine Co. eingeführten "Rigid Arm" als "um eine senkrechte Achse in waagrechter Ebene drehbaren Schallstutzen" und nannte ihn "Tonarm." Dieser erste Tonarm auf dem deutschen Markt war jedoch recht klobig und unpraktisch.

  • Am 30. August 1903 stellte die DGAG die ersten Grammophone mit der ebenfalls aus den USA stammenden Weiterentwicklung, dem konischen Tonarm oder "Trompetenarm", auf der Leipziger Herbstmesse vor. Dieses neue Modell besaß am vorderen Ende eine Hülse, in die ein nach oben klappbares Rohrstück, der so genannte "Schwanenhals", eingesteckt wurde. Am Schwanenhals befand sich ein am 13. September 1903 im Deutschen Reich patentierter Bajonettverschluss für die Schalldose, welcher sicherstellte, dass die Nadel der korrekt arretierten Schalldose im idealen Winkel auf der Schallplatte lag.
    Diese Konstruktion war so revolutionär und so gut, dass sie 25 Jahre lang den Industriestandard setzte. Andere Hersteller konnten gar nicht anders als den Trompetenarm nachzubauen.

  • Erste Werbeanzeigen der DGAG von Oktober 1903 in der Phonographischen Zeitschrift zeigen nur das Luxus-Modell No. 15a mit "Trompetenarm". Trotzdem zweifle ich nicht daran, dass auch das No. 15, eingeführt im August 1903 als zweites Spitzenmodell der DGAG mit 3-Feder-Motor, den neuen Tonarm von Anfang an erhielt.

  • Das No. 15 ist sowohl als großes "Familiengrammophon" als auch als Konzert-Gerät verkauft worden. Nur wenige konnten anfangs 300 Mark, später 225 Mark dafür ausgeben. Ein Klinikarzt verdiente damals 300 Mark im Monat, ein Facharbeiter 150 Mark, ein Lehrer 100 Mark und ein Hafenarbeiter 80 Mark (das war aber bereits unterhalb des Existenzminimums).

  • Das vorgestellte Grammophon befand sich viele Jahrzehnte in Berliner Familienbesitz. Ein "Wohnzimmerfund" also. Der erste Eigentümer, ein Herr Müller, war sehr wahrscheinlich als Grammophon-Aussteller unterwegs. Um das Gerät gut transportieren zu können, dachte er sich eine geniale Konstruktion aus, damit Tonarm, Trichterhalter, Trichterknie und Kurbel im Inneren des geschlossenen Motorgehäuses platzsparend unterzubringen waren, siehe Abbildungen weiter unten!










Ein Bild vom 3-Feder-Motor mit Getriebe. Oben links befindet sich das "Paddel" für die Drehzahleinstellung. Der an seiner Stirnseite mit grünem Samt belegte Holzzylinder, siehe roter Pfeil, gehört zu der Sonderausstattung, die sich ein Aussteller nach dem Kauf hat einbauen lassen, bzw. selber eingebaut hat.



Der Blick ins Innere des eigentlich leeren Motorgehäuses zeigt mehrere, zumeist mit Samt überzogene Holzeinbauten. Nach kurzem Probieren war klar worum es sich hier handelte.



Es passt wirklich alles perfekt hinein, nichts wackelt. Der Samt verhindert, dass die vernickelten Oberflächen verkratzen. Das Trichterknie oben links ist mit der Trichterbefestigungsschraube am Holzkonus gesichert. Der Holzzylinder auf der Deckplatte drückt an der mit dem roten Pfeil markierten Stelle auf den Tonarm, damit er beim Transport nicht nach oben hüpft und gegen die scharfkantigen Zähne des Getriebes stößt, welches sich unmittelbar darüber befindet. Das Ganze ist Millimeterarbeit und ich war schweißgebadet als ich den Deckel zum ersten Mal schloss. Aber es funktionierte einwandfrei!



So kann man sich den Transportkoffer vorstellen. Die Grammophon Gesellschaften verkauften solche gefütterten Lederkoffer in verschiedenen Größen zusammen mit Bastkörben für den Trichter.




[ Bearbeitet Mo Mär 05 2018, 18:30 ]
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Odeon89
Mi Jan 18 2012, 20:47
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 323
Was für ein herrliches Grammophon, der Zustand ist ja wirklich vortrefflich! Ich habe vor einiger Zeit mal mein Tischgrammophon "Gramola No. 17" hier vorgestellt, Baujahr wohl 1912 oder 1913. Die Grammophone der DGAG waren wohl immer die teuersten auf dem deutschen Markt; mein Grammophon kostete lt. Katalog von 1912 250,00 RM.:




http://grammophon-platten.de/e107_plugins/forum/forum_viewtopic.php?581


[ Bearbeitet Sa Mär 31 2012, 11:58 ]
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Formiggini
Mi Jan 18 2012, 21:20
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Ein sagenhafter Zustand dieses schönen Gerätes. Gratulation!

Faszinierend finde ich, das auf dem Grammophon beide Logos zu sehen sind, der ältere schreibende Engel & Nipper.
Weiß man eigentlich, wieviel von so einem Luxusgerät 1903 "Made in Germany" war?
Die Deutsche Grammophon A.G. war ja damals, etwas vereinfacht mehr oder weniger eine englische Firma.
Ich lass immer wieder, das anfangs viele Teile zu den Grammophonen aus England, Schalldosen teils sogar aus den USA importiert wurden.

Erfolgte nur die Endmontage in Deutschland, oder bin ich einem Irrtum aufgesessen?

[ Bearbeitet Mi Jan 18 2012, 21:20 ]
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Webseite
Starkton
Mi Jan 18 2012, 23:29
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
@Odeon89: Sehr schönes Gerät mit ziemlich niedriger Seriennummer. Sehr viele werden sie bei DEM Preis nicht verkauft haben. Ja, die "echten" Grammophone waren immer die teuersten. Hast Du noch den originalen Schlüssel? Kannst Du ihn im anderen Thread mal abbilden?

@Formiggini: Ich habe auch dazugelernt dass Nipper schon sehr früh auf den Geräten auftauchte. Bin sehr froh dass alle Aufkleber in gutem Zustand vorhanden sind. Sieht man nur selten, zumal sehr viele Geräte, die von Händlern und (verantwortungslosen) Sammlern stammen, aus Einzelteilen zusammengemixt sind. Was ich da schon auf ebay für teuer Geld hab' weggehen sehen ...

Aus deutscher Herstellung ist das Gehäuse, das gibt es in Eiche hell nur bei der Deutschen Grammophon A.G. Der Messingtrichter stammt ebenfalls aus Deutschland. Die anderen Metallteile kamen aus den Vereinigten Staaten, die Gramophone Co. in London hatte sich ja die Hälfte der Fabrikkapazität von Eldridge Johnson in Camden, USA reserviert. Damals, d.h. praktisch zu Monopolzeiten, war es auch kein Problem Johnsons Fabrik mit den Bestellungen aus Europa gut zu beschäftigen, insbesondere mit Aufträgen der deutschen Filiale (mit der russischen, skandinavischen und österreichisch/ungarischen als Unterfiliale !!) Die Montage erfolgte in Deutschland selbst, vielleicht um Zoll zu sparen.

Was besonderes bei Geräten der deutschen Filiale ist auch der vernickelte Tragarm für den Trichter. Überall, d.h. außerhalb des Liefergebiets der deutschen Filiale, war er damals schwarz lackiert mit aufgemaltem Dekor.

Freiwillig hat Joseph Berliner sein Verkaufsmonopol im August 1899 übrigens nicht an die Gramophone Co. rausgegeben. Es brauchte schon ordentlich Druck von seinem Bruder Emile. Ausserdem behielt Hannover als ständige Einnahmequelle die Plattenpressen um für die halbe Welt Platten herzustellen.

[ Bearbeitet Sa Dez 06 2014, 09:23 ]
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gramofan
Mi Jan 18 2012, 23:29
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
Soweit mir bekannt, wurden zu dieser Zeit zumindest die Gehäuse und die Trichter in Deutschland gefertigt, da beim Transport sperrig und ohne spezielles know-how herstellbar.
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Webseite
Starkton
Do Jan 19 2012, 16:04
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Hier ist eine weitere Abbildung um den "Grammophon"-Aufkleber besser zu zeigen:




[ Bearbeitet Sa Nov 22 2014, 15:59 ]
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Odeon89
Do Jan 19 2012, 17:38
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 323
@ starkton: Ich habe einen Schlüssel zu meinem Gramola. Allerdings kann ich nicht mit absoluter Sicherheit sagen, dass es sich um den originalen Schlüssel handelt. Er passt aber auf das Schloss.
Im Thread zu meinem Grammophon habe ich ein Foto hochgeladen.

Gruß
Kai
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Starkton
Sa Mai 19 2012, 13:33
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Kleines Suchspiel. Hier ist das Fragment eines Grammophon No. 15 das von einem amerikanischen Händler als exzellent erhaltenes Exemplar angeboten, und inzwischen verkauft wurde. Es weicht in gravierenden Einzelheiten vom Originalzustand ab, auf den natürlich nicht eingegangen wird. Ich machte den Händler auf seine "Fehler" in der Beschreibung aufmerksam. Er schrieb zurück dass er Experte für europäische Grammophone sei und das alles wisse. Er wollte aber ein Verkaufsangebot und keine Enzyklopädie verfassen und potentielle Käufer mit "komplexen" Informationen nicht verwirren.

Das nur als Hinweis gerade bei Händlern sehr vorsichtig zu sein und Vorabinformationen bei Experten einzuholen. Von sich aus wird der Händler nicht verraten welche Mängel die von ihm angebotenen Geräte haben.



[ Bearbeitet Sa Nov 22 2014, 16:02 ]
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Gast
Do Nov 20 2014, 17:36
Gast
Hallo Starkton,
hier nun mein Modell No. 15- oder das, was davon momentan noch bei mir ist (die anderen Teile sind zum Polieren oder reparieren verschickt). Ich werde die Restauration detailliert photographieren, und das Endergebnis dann vorstellen.











Nun zu meinen Fragen:
1. Waruim ist die Stellschraube der Geschwindigkeitsregulierung bei mir hinten und bei dir vorne?
2. Warum verfügt mein Gerät über eine Kanonenbremse?
3. Wie kann ich die Decals aufpolieren?
und 4. Wie oder womit würdet ihr mir eine Gehäusebehandlung empfehlen? Ich hatte an Wachs gedacht.....Klarlack auf keinen Fall.
Vielen Dank!
LG. Ludwig
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alang
Do Nov 20 2014, 20:03
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
1. Im Laufe einer Modellreihe gab es oefter kleiner oder auch groesser Aenderungen in Details, Motoren, etc.
2. Siehe 1. Ich vermute, dass Dein Geraet mit der Kanonenbremse ein etwas frueheres Baujahr ist.
3. Bei Decals gibt s im Prinzip 3 Moeglichkeiten: enfernen und mit einem originalgetreuen Replikat ersetzen, manuell ausbessern, oder lassen wie's ist. In Deinem Fall wuerde ich auf jeden Fall lassen wie's ist, denn Original kann man nicht ersetzen. Dein Geraet ist in einem so schoenen Zustand, dass es ein Jammer waere, da irgendwas zu aendern. Immerhin ist es ueber 100 Jahre alt, das darf man schon auch sehen. Es gibt zwar heute sehr gute Replikationen von Decals und es gibt auch Spezialisten, die so ein Decal mit Lupe und Mikropinsel ausbessern koennen, aber wie gesagt, es wird nie mehr original sein und es gibt immer das Riskiko, dass es hinterher schlechter aussieht. Ich bin fuer lassen wie's ist.
4. Ich wuerde vorsichtig reinigen und dann mit gutem Holzwachs einreiben.
Gruss
Andreas
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Starkton
Do Nov 20 2014, 20:27
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Beka-Record schrieb ...

Nun zu meinen Fragen:
1. Waruim ist die Stellschraube der Geschwindigkeitsregulierung bei mir hinten und bei dir vorne?
2. Warum verfügt mein Gerät über eine Kanonenbremse?
3. Wie kann ich die Decals aufpolieren?
und 4. Wie oder womit würdet ihr mir eine Gehäusebehandlung empfehlen? Ich hatte an Wachs gedacht.....Klarlack auf keinen Fall.

Zu 1.: Das ist in der Tat ungewöhnlich und nicht serienmäßig. Ich hänge das Bild eines anderen Gerätes an welches den gleichen Aufbau zeigt wie er auch bei meinem No. 15 ist. Das "Paddel", welches zur Geschwindigkeitsregelung dient, kann man sicherlich auch in eine andere Richtung zeigen lassen, bzw. umbiegen. Es gibt aber zwei Probleme die man dafür lösen muss:
a) In der gegossenen Motorplatte ist eine Aussparung, siehe den roten Pfeil der nach unten zeigt. Dort wird eine Feder eingehängt welche das "Paddel" oben hält.
b) Die aufgeschraubte Leiste, siehe den roten Pfeil der nach rechts zeigt, ist im Weg. Es würde hier aber genügen die beiden Leisten einfach auszutauschen.




Zu 2. Entweder ist die Kanonenbremse serienmäßig drauf gekommen, dann wäre Dein No. 15 erst von 1905, oder sie wurde später ausgetauscht. Andreas (@alang) hat nicht recht. Die Kanonenbremse ist jünger als die Hebelschwenkbremse (pivot break) auf meinem No. 15 von 1903.

Zu 3. Aufpolieren kannst Du die Decals nicht, aber, wie Andreas schon schrieb, Du kannst sie unter der Lupe mit spitzem Pinsel und z.B. Öllfarbe sehr zurückhaltend ergänzen. Die Vorbehalte von Andreas teile ich jedoch.

Zu 4. Das Gehäuse ist schellackpoliert. Du könntest zur Fixierung der an viele Stellen abblätternden alten Fassung eine dünne Schicht blonden Schellack auftragen. Ich persönlich würde dafür zu einem guten Möbelrestaurator gehen. Wachs kann man nach dem Schellackauftrag immer noch aufbringen. Vorher jedoch nicht, denn dann haftet der Schellack nicht mehr.

[ Bearbeitet Sa Nov 22 2014, 16:04 ]
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alang
Do Nov 20 2014, 20:51
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
Zu 1. Da waere es jetzt wirklich interessant ein paar Bilder deines Motors zu sehen.
Zu 2, Stephan hat natuerlich wie immer voellig recht und ich hab nicht genau hingeschaut.
Die runde Hebelschwenkbremse ist tatsaechlich aelter als die Kanonenbremse.

Andreas
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Starkton
Do Nov 20 2014, 21:10
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
alang schrieb ...

Zu 1. Da waere es jetzt wirklich interessant ein paar Bilder deines Motors zu sehen.
Zu 2, Stephan hat natuerlich wie immer voellig recht und ich hab nicht genau hingeschaut.
Die runde Hebelschwenkbremse ist tatsaechlich aelter als die Kanonenbremse.

Habe oben, beim ersten Beitrag dieses Threads, ein Bild meines Motors reingestellt auf dem man die federnde Aufhängung des Drehzahl-"Paddels" gut sehen kann.

Vielen Dank, Andreas, für die netten Worte, aber ich täusche mich ziemlich oft. Es ist halt ein Sammelgebiet wo es wenig verlässliche Quellen gibt.

[ Bearbeitet Fr Nov 21 2014, 08:32 ]
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Starkton
Fr Nov 21 2014, 09:11
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Mir ist bei genauer Betrachtung der Bilder aufgefallen, dass das Kurbelloch bei Deinem Gerät viel weiter außen angesetzt ist als bei meinem. Kann es sein, dass Du gar kein No. 15 mit Dreifedermotor und 30 cm Plattenteller, sondern das kleinere No. 11 mit Zweifedermotor und 25 cm Plattenteller hast? Die Gehäuse ähneln sich sehr.

Ich habe noch was für die Funktion wichtiges am Verkleidungsblech des Kurbellochs gesehen. Auf diesem Bild von meinem No. 15 kann man erkennen, dass dort, wo die Kurbel reingesteckt ist, ein abgerundeter Ring zur Verstärkung angebracht ist:



Bei häufigem Gebrauch wird dieser Ring immer mehr durchgeschabt bis er schließlich rausfällt. Das ist hier bei Deinem Gerät passiert:



Damit ist das Loch viel zu groß. Die Kurbel hat keine Führung mehr und wackelt beim Aufziehen hin und her. Das führt dazu, dass zum einen wegen der scharfen Kante die Kurbelstange verkratzt, zum anderen das Loch bald noch größer wird und die Kurbel noch mehr wackelt. Auch dieses Blech gibt es in den USA recht günstig als nachgemachtes Ersatzteil. Vielleicht kann Andreas da helfen. Originale "crank escutcheons" im guten Zustand sind wie immer sehr gesucht und teuer.

[ Bearbeitet Fr Nov 21 2014, 12:18 ]
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Gast
Fr Nov 21 2014, 15:51
Gast
Hallo Starkton,
jetzt bin ich wirklich baff.
Ich habe beim Zerlegen nicht auf den Durchmesser des Plattentellers geachtet, eben nochmal nachgeschaut, und tatsächlich, er hat 25,5cm Durchmesser. Auch ist nur ein Zweifedermotor verbaut, das hätte mir auch schon früher auffallen müssen. Allerdings war ich ja nie wirklich auf der Suche nach einem bestimmten Modell, sondern wollte irgendein hochwertigeres Trichtergerät der D.G.A.G erwerben, und als das Gerät dann in Deutschland ankam, fand ich als Vergleich nur das NO.15, ein No.11 habe ich bis jetzt noch nie gesehen..... Das ganze ist nun doch sehr schade, da ich mich sehr freute, ein Original erhaltenes und unverbasteltes Gerät zu finden ich ja nun offensichtlich ein weitaus weniger seltenes und wertloseres Gerät besitze.....
Lohnt sich denn nun überhaupt eine Restauration mit kosten Von ca. 70€ und zusätzlich noch eine Motor-Reparatur für ca. 100€?
Oder wäre ein Abbruch ratsam?
Welches Baujahr hat dann dieses Gerät?
Und was ist denn so ein Modell 11 im guten Zustand überhaupt wert?
Danke jedenfalls für die Hilfe!
LG. Ludwig
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alang
Fr Nov 21 2014, 17:54
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
Hallo Ludwig,
Du solltest das nicht missverstehen, Du hast immer noch ein sehr schoenes, fruehes, komplettes, gut erhaltenes und qualitativ hochwertiges Grammophon. Ein Investment von 170 euro rentiert sich da auf jeden Fall. Hier in den USA wo Grammophone in viel groesseren Zahlen erhalten sind wuerde ich fuer das vergleichbare Victor Monarch komplett original mindestens $1500 schaetzen. Andere hier koennen Dir sicher mehr ueber den deutschen Markt sagen. Aus meiner Sicht waere es ein Verbrechen, ein so gut erhaltenes Originalgeraet das ueber 100 Jahre ueberstanden hat aufzubrechen.
Andreas
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Starkton
Fr Nov 21 2014, 18:25
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Beka-Record schrieb ...

Das ganze ist nun doch sehr schade, da ich mich sehr freute, ein Original erhaltenes und unverbasteltes Gerät zu finden ich ja nun offensichtlich ein weitaus weniger seltenes und wertloseres Gerät besitze.....
Lohnt sich denn nun überhaupt eine Restauration mit kosten Von ca. 70€ und zusätzlich noch eine Motor-Reparatur für ca. 100€?

Du hast ein Original, eben das No. 11, ebenfalls ein gesuchtes, wertvolles Grammophon der "Mercedes-Klasse" und jeden Euro wert den Du reinsteckst. Ich habe bisher keine Teile bei Deinem Gerät gesehen die nicht dazu gehören. Es ist also unverbastelt, und das ist ein großes Plus!! Am besten Du eröffnest hier im Forum einen neuen Thread mit der richtigen Gerätenummer. Ich habe z.B. einen Katalogeintrag von August 1905 mit Deinem Gerät, den ich dann dort posten würde.

Kannst Du bitte schauen ob Du ehemalige Montagelöcher einer früheren Bremse unter dem Plattenteller findest? Die Löcher wären nicht wertmindernd. Eine eindeutige Aussage würde mir nur die Datierung des Grammophons und der Schalldose ermöglichen, was wiederum die Forschung voranbringt.
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Gast
Fr Nov 21 2014, 21:02
Gast
Hallo,
ich habe nachgesehen, und kann keinerlei tote Löcher finden, die Bremse scheint Original.
Ich bin froh zu hören, dass mein Gerät ebenfalls einen guten Seltenheitsgrad und Sammlerwert besitzt. Ich werde die Restauration auf jeden Fall vollenden, und danach einen Thread eröffnen. Die Restauration sollte eigentlich bis Weihnachten beendet sein, ich habe schon blonden Schellack nach altem französischen Rezept (also nicht den billigen) bestellt, und ich denke, dass ein wachsen des Gerätes nach einer Behandlung mit Schellack nicht mehr nötig sein wird. Der Motor sollte auch bis Weihnachten da sein, der Trichter mit viel Glück nächste Woche. Die Decals lasse ich, wie sie sind- der Originalität halber. Wenn es erwünscht ist, kann ich auch noch im laufe dieses Wochenendes einen Thread eröffnen, und schon mal neue detailliertere Fotos von dem machen, was zurzeit noch da ist.
An Starkton: Für eine genauere Einordnung des Gerätes- sofern es dir möglich ist, wäre ich ebenfalls sehr dankbar!
Noch einen schönen Abend!
LG. Ludwig
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Starkton
Sa Nov 22 2014, 15:57
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Beka-Record schrieb ...

Wenn es erwünscht ist, kann ich auch noch im laufe dieses Wochenendes einen Thread eröffnen, und schon mal neue detailliertere Fotos von dem machen, was zurzeit noch da ist.

Das wäre super. Dann diskutieren wir dort weiter. Du kannst jetzt auch die Eingabemaske mit den Gerätedaten fertig stellen, siehe diesen Thread ganz oben.

Ich habe jetzt endlich auch die Angaben zum Modell No. 15 ergänzt und weitere Bilder eingestellt. Das Innere des Motorgehäuses barg ja noch eine Besonderheit. Die hatte ich hier noch gar nicht vorgestellt.
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