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Polydor 5a
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LoopingLoui
Do Dez 09 2021, 14:31 Druck Ansicht
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Niedersachsen
Beiträge: 453
HERSTELLER: Deutsche Grammophon (Polydor)
MODELL: 5a/ Unbekannt
SERIENNUMMER: 7642/ 129
JAHR: ab 1949
DAMALIGER PREIS: 99 DM/ ?
GEHÄUSE: abgerundeter Sperrholzkasten mit krokoartigem Bezug
PLATTENTELLER: 25cm Samt
TRICHTER: Metall, ab der Hälfte wird das Gehäuse genutzt
MOTOR: Steidinger 18/S / Dualmotor
SCHALLDOSE: Goldring Juwel Electro (gelabelt: Polydor)
VERKÄUFER: ?




Der Polydorkoffer hat einen ähnlichen Hintergrund wie das Telefunken Lido. Genau wie der Lido wurde der Koffer in der Vorkriegszeit entwickelt und bis in den Krieg hinein gebaut. Nach dem Krieg wurde es dem damaligen Zeitgeist angepasst und wieder neu aufgelegt. Der Polydor (vor 45: „Die Stimme seines Herrn“) konnte dabei in vielen schrillen Farben erworben werden, was ihn eigentlich noch viel passender für die 50er Jahre macht. (Die Möbel bunt, die Menschen grau…)
Die Koffer waren in blau, braun, grün, grau, sowie in hell- und dunkelrot zu haben.

Die Vor- bis Kriegsvariante wurde hier bereits vorgestellt: Link - Hier klicken
(Dort bisher gefundene Farben: beige, rot, schwarz und grün)

Ich stelle hier nun zwei mir vorliegende Exemplare in verschiedenen Ausführungen vor.
Der kleine braune Koffer ist die Standardversion „5a“ und kostete 99 DM ab 1949.
Der große grüne Koffer kann sowohl elektrisch, als auch mit dem Federwerk betrieben werden - Preis und Bezeichnung sind mir hierbei unbekannt.







Die Bauweise des Trichters ist bei beiden gleich und wurde bei den meisten deutschen Koffern ab Ende der 30er so verwendet. Der Metalltrichter geht nur etwa zur Hälfte und nutzt dann das Holzgehäuse weiter, wobei der Motor abgeschirmt wird. Der Klang dadurch ist verblüffend gut.
Die Schalldosen sind graue umgelabelte Goldring Juwel Electro, wie sie auch auf den meisten Lidos zu finden sind.

Den Unterschied macht der beim großen Modell verwendete Dualmotor aus. Dieser ist nicht matt vernickelt sondern komplett schwarz, wie wohl alle Dualmotoren nach dem Krieg. Ich habe aber auch schon einen Odeon Nr.23 Koffer aus Kriegstagen mit diesem Motor gesehen.
Außerdem ist die Grundplatte furniert und nicht dem Koffer farblich entsprechend bezogen.
Im Trichterausgang ist noch eine zusätzliche Halterung für einen Pick-up, wobei hier keiner bei lag. Ich habe noch nie einen passenden Tonabnehmer dafür gesehen und so könnte es nahe liegen, dass dieser separat gekauft werden musste.








Fazit: Beide Koffer sind sehr ungewöhnlich und kultig. Besonders in grau und braun finde ich sie sehr ansprechend.
Der 5a ist ein Winzling, der sich sehr leicht überall verstauen lässt und der Klang ist dafür mehr als zufriedenstellend.
Der Dualmotor ist natürlich ein Mehrzweckgerät und zumindest bei meinem Koffer spielt er auch mit Federbetrieb die komplette Platte durch, während z.b beim älteren Electrola 106U meist die Feder zu schwach ist.

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Franky
Sa Sep 23 2023, 17:07
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Sep 19 2023, 12:32
Wohnort: Herford
Beiträge: 2
Lieber LoopingLoui und liebes Forum,
ich bin seit kurzem Besitzer eines Polydor 5a und habe folgende Frage:
Bei mir ist der Flansch des Trichterhalses (schwarz), auf den der Tonarm mit den drei Schrauben und ner U-Scheibe aus Gummi oder Filz geschraubt wird, nicht fest mit dem Hals verbunden, sonder scheinbar nur aufgesteckt - der Tonarm löst sich immer wieder. Ist das so richtig bzw. wie muss es sein? War der Flansch ursprünglich geschweisst, geklebt oder sonstwie befestigt? Bevor ich daran herumbastel (oder das Gerät zurückgebe) wüsste ich gern von Euch Alten Hasen, was richtig ist. Vielen Dank im voraus!
Franky
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LoopingLoui
Di Sep 26 2023, 07:36
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
Wohnort: Niedersachsen
Beiträge: 453
Hallo und Willkommen Franky!

Was du beschreibst ist sehr ungewöhnlich. In meiner Erinnerung (beide Geräte sind inzwischen schon verkauft) ist der Trichter aus einem Guss, sodass da eigentlich Nichts so leicht abbrechen kann. Gibt es denn Bruchstellen? Natürlich nur unter der Voraussetzung das ich dich richtig verstanden habe, hilft da wahrscheinlich nur kleben, sofern das ganze Stück noch vorhanden ist. Bei Bedarf habe ich gegebenenfalls einen passenden Ersatztrichter.



[ Bearbeitet Di Sep 26 2023, 07:37 ]
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Franky
Do Sep 28 2023, 18:08
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Sep 19 2023, 12:32
Wohnort: Herford
Beiträge: 2
Hallo LoopingLoui,
vielen Dank für Deine Antwort und die freundliche Aufnahme! Wenn ich die Sache angehe, kann ich ja mal Fotos posten. Eine erkennbare Bruchstelle mit unregelmässigem Rand gibt es nicht, auch lässt der Flanschring sich leicht auf den Trichterhals stecken, der einen schmalen Streifen ohne schwarze Lackierung aufweist, also wohl da, wo der Ring zuerst montiert und dann alles kpl. lackiert worden ist. Ich vermute daher folgendes: Der Flanschring mit den drei Schraublöchern wurde bei der Produktion auf dem Trichterhals festgeschweisst oder geklebt und hat sich durch Alterung oder Transport gelöst. Kleben müsste eigtl. gehen, wobei der schwere Kopf des Tonarms natürlich immer eine besondere Belastung der Nahtstelle darstellt. Ob ein Standardkleber wie Uhu da ausreicht, bleibt zu hoffen. Mein Stabilit Express ist schon lange mumifiziert *...
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