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Vorstellung Selright von der Firma Selchow and Righter
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Da_Anda
So Dez 19 2021, 17:36 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 06 2017, 19:24
Wohnort: Starnberger See
Beiträge: 140
HERSTELLER: Selchow and Righter
MODELL: Selright
SERIENNUMMER:
JAHR: vermutlich ab Juli 1915 (siehe unten)
DAMALIGER PREIS: $ 7,50
GEHÄUSE: Blech
PLATTENTELLER: 18,5 cm
TRICHTER: Blech
MOTOR: Nicht vorhanden
SCHALLDOSE: Vorhanden, Membran ist aus Blech

Servus beinand,
ich möchte Euch heute ein Grammophon namens Selright der Firma Selchow und Righter vorstellen, das ich neulich meiner Sammlung hinzufügen konnte und über das ich weder im Internet noch in meinen zahlreichen Fachbüchern etwas finden konnte. Mit dabei war eine single-sided Platte von Little Wonder Record, auf der ein Tenor namens Henry Burr (die Info habe ich aus discogs.com) ein Liedlein mit dem Titel Ben Bolt zum Vortrage bringt. Da auf der Rückseite als letztes Patentdatum der 30. November 1909 angeben ist, vermute ich, dass das Grammophon ab etwa 1910 verkauft wurde. Laut http://www.littlewonderrecords.com/little-wonder-history.html stammt die Verkaufsanzeige aus dem Jahr 1914.

Witzig in dieser Anzeige finde ich die Behauptung "The most wonderful and most perfect little machine made". Und dass sie vor Verlassen der Fabrik von einem Experten getestet wurde. Diesen Experten hätte ich gerne mal kennengelernt Ferner hat man damals wohl beabsichtig bis 1. Juli bereits 50.000 dieser Grammophone zu fertigen.

Ansonsten konnte ich noch in Erfahrung bringen, dass diese Teile wohl als Werbegeschenk für Verkäufer von Selchow und Righter gedacht waren. Selchow und Righter ist später übrigens mit Spielen wie Scrabble und Trivial Pursuit weltbekannt geworden.

Nun ein paar Fotos die dokumentieren, mit welch Wunderwerk der damaligen Technik wir es hier zu tun haben. Vielleicht weiß eine/r von Euch ja etwas mehr über dieses Produkt amerikanischer Spitzentechnologie. Jedenfalls freue ich mich auf Eure Antworten/Kommentare.



















[ Bearbeitet Mi Dez 22 2021, 18:01 ]
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gramofan
So Dez 19 2021, 19:08
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1169
Sehe ich das richtig, dass dieses Wunderwerk der Technik
- über keinen Motor verfügt, sondern während des Abspielens von Hand gekurbelt werden muss,
- für Tiefenschriftplatten gedacht ist?
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Da_Anda
So Dez 19 2021, 19:40
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 06 2017, 19:24
Wohnort: Starnberger See
Beiträge: 140
gramofan schrieb ...

Sehe ich das richtig, dass dieses Wunderwerk der Technik
- über keinen Motor verfügt, sondern während des Abspielens von Hand gekurbelt werden muss,
- für Tiefenschriftplatten gedacht ist?

Das siehst Du richtig, dass dieses Teil von Hand gekurbelt werden muss. Dann können wenigstens keine Federn verharzen
Du hast Recht, da habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Von der Kraftübertragung müsste man damit Tiefenschriftplatten abspielen. Aber man glaubt es kaum: Es kommt sogar ein Ton bei der Seiteschriftplatte raus


[ Bearbeitet So Dez 19 2021, 19:45 ]
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Telraphon
Mo Dez 20 2021, 11:11
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Apr 03 2017, 18:57
Beiträge: 333
Ein wunderbares, kleines Gerät in wirklich hochwertiger Verarbeitung.
Die Verbindung zwischen Schalldose & Trichter gefällt mir sehr gut - sie erinnert mich an den professionell mit Kautschuk und schwarzer Ölfarbe verdichteten Kühlerflansch eines meiner Oldtimer zum Zeitpunkt des Auffindens.
Auch der Motor ist eine simple - doch geniale Lösung. Durch den vollständigen Verzicht auf sperrige und störende Dinge wie einen Fliehkraftregler oder dergleichen ist eine viel lebensechtere und dynamischere Wiedergabe der aufgenommenen Stimme zu erreichen. Die ausreichend große Kurbel auf der Achse garantiert eine gute Bedienbarkeit, selbst wenn sich die Schalldose der Plattenmitte nähert...

Aber mal ganz ohne jede Ironie ist das ein wirklich interessantes Anschauungsstück.
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DGAG
Mi Dez 22 2021, 15:51

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 661
Glückwunsch zum Kauf. Alles richtig gemacht, der Zustand ist gut, nichts verbastelt und der Preis war angemessen. Ein ungewöhnliches und seltenes Modell, das ich vorher noch nie gesehen habe. Zur Datierung: Die "Little Wonder" Schallplatten sind im Oktober 1914 auf den Markt gekommen. Die Selchow & Righter Co. nennt für die Auslieferung der (ersten) 50,000 Stück der "Selright Talking Machine" in der Anzeige den 1. Juli. Das kleine Grammophon kann also frühestens am 1. Juli 1915 auf den Markt gekommen sein.

Die Patente auf der Rückseite der "Little Wonder" Schallplatten stammen von der American Graphophone Co., welche diese Platten lizenziert und gepresst hat.
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Da_Anda
Mi Dez 22 2021, 18:00
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Jan 06 2017, 19:24
Wohnort: Starnberger See
Beiträge: 140
DGAG schrieb ...

Glückwunsch zum Kauf. Alles richtig gemacht, der Zustand ist gut, nichts verbastelt und der Preis war angemessen. Ein ungewöhnliches und seltenes Modell, das ich vorher noch nie gesehen habe.

Vielen Dank, dass Du bestätigst, dass der Preis in Ordnung war. Mir war der Preis beim Kauf fast egal, weil ich so ein Grammophon auch noch nie (weder im Internet noch in meiner Bibliothek) gesehen hatte und ich es deswegen unbedingt haben wollte ;-)

DGAG schrieb ...

... Das kleine Grammophon kann also frühestens am 1. Juli 1915 auf den Markt gekommen sein...

Sehr interessant, vielen Dank für die Info.

DGAG schrieb ...

Die "Little Wonder" Schallplatten sind im Oktober 1914 auf den Markt gekommen. ...
Die Patente auf der Rückseite der "Little Wonder" Schallplatten stammen von der American Graphophone Co., welche diese Platten lizenziert und gepresst hat.

Soll ich das Little Wonder Label im Forum "Internationale Labels" einstellen und Du ergänzt alle Infos, die Du hast, oder willst Du das lieber gleich selber machen? Du kannst dafür gerne meine beiden Fotos verwenden.
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DGAG
Mi Dez 22 2021, 18:41

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 661
Bitte stelle Little Wonder in eigenen Worten vor. Ich habe kaum Infos dazu gesammelt weil das Label etwas spät für mein Sammelgebiet ist.
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