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MDP Kleinstgrammophon (Thorens Excelda-Kopie)
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LoopingLoui
Fr Jan 28 2022, 20:40 Druck Ansicht
"Moderator"

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HERSTELLER: Moskauer Grammophonfabrik Pjatnizkaja 16
MODELL: MDP Maljutka (?)
SERIENNUMMER: 55484
BAUJAHR: 1957
VERKAUFSJAHR: 1958
DAMALIGER PREIS: 100 Rubel
GEHÄUSE: Metall mit Kräusellack, 28x16x6 , Gewicht: weniger als 2 kg
PLATTENTELLER: 6cm
TRICHTER: Blech
MOTOR: Miniaturbauweise
SCHALLDOSE: Kopie HMV No.5b (Membran Typ: MM)
VERKÄUFER: Zentrales Kaufhaus Moskau Petrowka 2


Hier mein russischer Nachbau des Thorens Exelda in vorzüglicher Vollständigkeit - so wie man es sich wünscht!
Es ist eine wirklich gute und exakte Kopie - die Maße sind absolut identisch.
Der Motor ist verschraubt mit einer Grundplatte aus Metall oberhalb. Diese ist bei manchen Geräten auch in einer unpassenden, anderen Farbe gehalten - scheinbar durfte Nichts beim Hersteller verkommen.
Der Tonarm wird bereits wie bei den späten Excelda mit einer gewickelten Feder erleichtert.
Durch die (gut erhaltene) Schalldose, welche eine Kopie der HMV 5b darstellt, dürfte der Klang sogar ein Stückchen besser sein.
Es bleibt aber doch nur ein Kleinstgerät.

















Mit bei dem Gerät bei, lag die Anleitung, der Kassenzettel, der Feder-Garantieschein, sowie eine russische Nadeldose in zweckmäßiger Verpackung, wie dort wohl üblich.
Die Anleitung nennt 57 als Baujahr - verkauft wurde es dann in einem „vornehmen“ Kaufhaus in Moskau 1958. Also ein wirklich sehr spätes Gerät und obwohl die 78er Platte noch einige Jahre verkauft wurde, wurden auf diesem Gerät augenscheinlich vielleicht ein paar wenige Plattenseiten abgespielt und dann eingemottet.
An dem Ledergriff hat es wohl auch noch nie jemand getragen. Lagerspuren bleiben trotzdem nicht aus.









Ich habe die wichtigsten Angaben aus dem Schriftmaterial notdürftig mit Google übersetzt - vielleicht kann jemand mit Russischkenntnissen die Maske ergänzen (z.b Modelltyp).


LG

[ Bearbeitet Fr Jan 28 2022, 20:41 ]
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Vogtländer
Do Feb 10 2022, 19:09
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Hallo grüß dich,
nach meinen bescheidenen Russischkenntnissen übersetzt sich das wie folgt:

* Bedienungsanleitung (Passport Instruktion)
* für Plattenspieler Typ "MDP"
* ("Dingelchen") oder eventuell ("Die Kleine")
* Moskauer Plattenspielerfabrik
* Betriebsteil <<MOSGORMETALLOPROM>> (Moskowskaja-Gorodskoi-Metall-Promishlennost)
(Städtische-Moskauer-Metall-Industrie)

...vielleicht hat ja jemand bessere Kenntnisse, der mag gerne korrigieren.
Ich hab neben mehreren "EXELDA"s auch so ein Gerät, allerdings ist bei deinem das gesamte Papierzeug dabei, das macht´s interessant.
Schön, gefällt mir.

Schöne Grüße aus dem Vogtland, Mario

[ Bearbeitet Do Feb 10 2022, 23:00 ]
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LoopingLoui
Sa Feb 12 2022, 22:43
"Moderator"

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Danke dir für deine Antwort und die lieben Worte :)
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LoopingLoui
Sa Sep 03 2022, 17:16
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
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Beiträge: 258
Ein russischer Händler zeigte kürzlich diesen schönen Versandkarton, welcher mir leider fehlt! Dafür hat der Russe nicht die Papiere ;)

Interessant ist bei den Geräten, dass man immer wieder Bauteile in einer völlig anderen Farbe vorgesetzt bekommt. So ist das Gehäuse rot (die Lackierung nicht ganz sauber ausgeführt), aber der Motorblock ist blau!

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snookerbee
So Sep 04 2022, 10:25
"Urgestein"

⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Apr 15 2011, 20:12
Beiträge: 1640
Interessant ist, dass auf der Verpackung und auch in den Papieren das Wort патефон (Patefon) auftaucht. Offenbar war das von Pathéphon abgeleitet worden und in Russland bzw. der Sowjetunion ein Synonym für Grammophon.
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LoopingLoui
So Sep 04 2022, 21:50
"Moderator"

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 26 2021, 19:14
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Beiträge: 258
snookerbee schrieb ...

Interessant ist, dass auf der Verpackung und auch in den Papieren das Wort патефон (Patefon) auftaucht. Offenbar war das von Pathéphon abgeleitet worden und in Russland bzw. der Sowjetunion ein Synonym für Grammophon.


Das ist absolut richtig und wurde auch schon an anderer Stelle erwähnt. Pathé hatte auch eine gut laufende Vertretung in Russland, doch aus der Zarenzeit hat wirklich ausgesprochen wenig in Russland selbst überlebt (eher noch durch anti-kommunistische Flüchtlinge nach der Revolution gerettet und über die Welt verstreut).
Grammophone wurden sogar als teuflische deutsche Erfindungen während des Krieges in Moskau (! also nicht von ungebildetem Landvolk) gesammelt und auf einem Haufen verbrannt.

Eine kleine Geschichte zum „Patefon“: Ich erkundigte mich einst in einem Trödelladen mit polnischer Besitzerin nach Grammophonen und Schellackplatten. Sie lotste mich daraufhin dann aber zu alten CD-Playern und Plattenspielern, da in Polen „Gramofon“ so viel wie Plattenspieler bedeutet, aber Patefon unser „Grammophon ist“.
Ein paar Schellackplatten habe ich aber dann doch gefunden zwischen Bergen von Vinyl ;)

[ Bearbeitet So Sep 04 2022, 21:50 ]
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