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D.G.A.G. Hornless Nr.61
Moderators: SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, Charleston1966, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui
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zzippo
Sat Feb 12 2022, 15:51pm Print View
Joined: Tue Mar 03 2020, 10:33am
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HERSTELLER: D.G.A.G.
MODELL: Nr.61
SERIENNUMMER: 7532 R
JAHR:
DAMALIGER PREIS:
GEHÄUSE: Eiche
PLATTENTELLER: 25cm
TRICHTER: Holz
MOTOR: 1-Feder
SCHALLDOSE:

INTERESSANTE DETAILS:


Dieses schöne Gerät habe ich heute aus der Schweiz abgeholt. Der Zustand ist wirklich sehr gut,nur eine Lammele fehlt, die Kurbel ist fest, und die Frontklappen schliessen nicht mehr richtig. Bei allen bis jetzt gesehenen Geräten waren die Frontüren, nicht wie bei diesem, mit sichtbaren Schanieren.
Ich hoffe einer der Experten hier kann mir bei der Identifizierung helfen. Ich konnte bis jetzt nichts finden.
Verkauft wurde das Gerät von Hug&Co. Zürich.
Gehäusemasse: Sockel 31cm Tief, 31,5cm Breit. Kasten 26x26cm. Höhe Kasten 17,2cm
Die Schalldose mit Alu Membrane ist sicher nicht original, war da ursprünglich eine Exhibition verbaut?

Gruß Söhnke














[ Edited Sun Feb 13 2022, 16:56pm ]
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gramofan
Sat Feb 12 2022, 16:07pm
Joined: Sat Oct 01 2011, 20:32pm
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Richtig vermutet: auf das Gerät gerhört eigentlich eine Exhibition-Schalldose. Dann würde der Tonarm beim Abspielen auch waagrecht stehen.
Kann es sein, dass die Türen sich schließen lassen, wenn Du zuerst die linke und danach erst die rechte Tür schließt? Mir erscheint es möglich, dass die Türkanten nicht ganz rechtwinklig sind, sondern leicht geschrägt. So würde die rechte Tür die linke zuhalten. Kann mich irren.
An welcher Stelle ist denn das "Brandzeichen" mit "Grammophon ist eine beim..." angebracht?

[ Edited Sat Feb 12 2022, 16:08pm ]
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zzippo
Sat Feb 12 2022, 16:22pm
Joined: Tue Mar 03 2020, 10:33am
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Hallo gramofan,
ja, die Rechte Tür soll die Linke mittels der schrägen Kanten halten, rechts gibt es dann eine 'Kugel-Schliesse'. Jedoch lässt sich die Linke Tür nur noch mit viel Kraft schliessen und federt dann zurück. Ich nehme an hier hat sich das Holz leicht verzogen.
Der Brandstempel ist auf der Unterseite, wo auch die Gerätenummer eingeschlagen ist.


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gramofan
Sat Feb 12 2022, 16:32pm
Joined: Sat Oct 01 2011, 20:32pm
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Das Gerät könnte das nachfolgend abgebildete sein (Prospekt der DGG vom 1.8.1918, das Bild dort ist leider so schlecht):
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zzippo
Sat Feb 12 2022, 16:46pm
Joined: Tue Mar 03 2020, 10:33am
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Ja, das Bild ist wirklich nicht das beste, jedoch kann man deutlich erkennen, das keine Schaniere sichtbar sind. Die senkrechten Verziehrung hinter den Klappen passt zu 100%. Die Verzierung am sockel kann man im Prospekt nur erahmen, denke aber, Du hast das richtige Gerät gefunden auch wenn die Masse nicht 100% übereinstimmen. Ich suche mal ob es noch irgendwo Unterlagen zum 61K gibt.
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zzippo
Sat Feb 12 2022, 17:06pm
Joined: Tue Mar 03 2020, 10:33am
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Hier im Forum <Hier klicken> gibt es ein besseres Bild des No.61 aus dem Katalog 1913/14. Hier kann man die Verziehrungen am Sockel auch eindeutig erkennen.
Die Bremse ist jedoch links und eine andere.
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zzippo
Sun Feb 13 2022, 15:45pm
Joined: Tue Mar 03 2020, 10:33am
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Auf Sprechappare.de habe ich jetzt die passende Abbildung in einem Französischen Katalog von 1911 gefunden. Die Kanonenbremse ist hier vorne rechts, der Geschwindigkeitsregler hinten rechts. -Link Katalogseite- Kann man davon ausgehen das die DGAG das baugleiche Gerät zu dieser Zeit auch hatte? Eine weitere Frage, auch bei diesem Gerät fehlt die Plakette, jedoch ist die Vertiefung hier 36mm breit.Gab es den schreibenden Engel auch mit diesen Maßen?

[ Edited Sun Feb 13 2022, 17:14pm ]
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gramofan
Sun Feb 13 2022, 16:36pm
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Die Grammophon-Gesellschaften hingen ja ursprünglich alle zusammen und haben von daher vielfach die gleichen Geräte angeboten (wenn auch nicht immer unter gleicher Bezeichnung), z.T. waren die Geräte oder Halbabrikate auch direkt in den USA gefertigt und wurden in Europa nur mit passenden Etiketten versehen oder vervollständigt. Das geht soweit, dass sich viele Victor-Bauteile unmittelbar in europäischen Geräten verwenden lassen. Von daher sollte es mich nicht wundern, wenn das Modell 61 auch in Frankreich am Markt war. Die DGG war durch den Kriegsbeginn von den anderen Gesellschaften abgeschnitten und wurde 1917 als Feindvermögen an die Polyphon veräußert, aber selbst dann wurden noch Geräte aus Vorkriegszeiten weiterproduziert, die denen der anderen Grammophongesellschaften gleichen.

[ Edited Mon Feb 14 2022, 22:51pm ]
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zzippo
Wed Feb 23 2022, 19:41pm
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Mittlerweile habe ich eine neue Lamelle hergestellt, die Türen lassen sich auch wieder schliessen und erst einmal eine Exhibition eines anderen Gerätes montiert bis ich Ersatz habe.
Kopfzerbrechen macht mir immernoch die 36mm Aussparung, hat wirklich niemand ein Gerät mit einer Plakette diesen Durchmessers?




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gramofan
Wed Feb 23 2022, 21:50pm
Joined: Sat Oct 01 2011, 20:32pm
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Posts: 1171
Ich habe ein 62 K, das eine Plakette mit 36 mm Durchmesser hat, wie unten gezeigt. Möglicherweise waren die gleich.
Da sie noch fest sitzt, will ich sie nicht herauspulen um nachzusehen, wie sie genau aufgebaut ist. Jedenfalls ist erkennbar, dass obenauf eine durchsichtige (Celluloid?)scheibe sitzt.





[ Edited Fri Feb 25 2022, 15:10pm ]
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Telraphon
Fri Feb 25 2022, 09:53am
Joined: Mon Apr 03 2017, 18:57pm
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Die 36-mm-Plakette entspricht (optisch und vom Durchmesser) Genau dem Decal, welches auf meinen Speartip-Holztrichtern angebracht ist. Hat man eventuell aufgrund von kriegsbedingten Lieferproblemen oder dergleichen statt der Plakette mit dem Schreibenden Engel einfach dieses Decal auf ein rundes Stück Blech, Zelluloid o.Ä. gezogen & in die Gehäuse eingepasst? Vorstellen könnte ich es mir.

Ergänzung: Es entspricht vom Durchmesser auch den seitlichen DGAG-Gehäusedecals auf Trichtergeräten.

[ Edited Fri Feb 25 2022, 09:59am ]
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Telraphon
Fri Feb 25 2022, 10:17am
Joined: Mon Apr 03 2017, 18:57pm
Posts: 333
Die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen. LG



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zzippo
Sat Feb 26 2022, 09:02am
Joined: Tue Mar 03 2020, 10:33am
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Ich danke Euch für die Bilder und die hilfreiche Beschreibung. Dann werd ich mal ein Decal aus Peru bestellen und versuchen daraus eine Plakette zu machen.
Wenn jemand so etwas schon mal gemacht hat, wäre ich für jeden Tip dankbar. Celluloid könnte man selbst herstellen, bin mir nur nicht so sicher was die Farbe des Decals zu Aceton sagen würde.


[ Edited Sat Feb 26 2022, 09:38am ]
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Telraphon
Sat Feb 26 2022, 17:28pm
Joined: Mon Apr 03 2017, 18:57pm
Posts: 333
Ich würde - schon, um ein späteres Altern/Verformen von vornherein zu vermeiden - hier tatsächlich zu elfenbeinfarbenem Kunststoff moderner Art greifen.

Soll es unbedingt Zelluloid sein - auf E*ay nach "Schlagplatte Gitarre" suchen, da gibts dann ca. 50x30cm große Rohlinge, zum Teil rückseitig sogar selbstklebend (im Zweifel damit wieder ablösbar, findet man vielleicht doch einmal ein Original) auf welche man das Decal übertragen kann - einfacher, als erst selbst Zelluloid herzustellen.

Dritte Option ist Herr Pomarenke von "sprechapparate.de", der alle möglichen Plaketten auch nach Wunsch recht günstig nachfertigt & dafür nur einen Scan eines Originals (hier sollten die Bilder aus den Decal-Anzeigen aus Peru ja genügen) benötigt. Ich persönlich würde die dritte Option wählen. Siehe: Link - Hier klicken -> "Ersatzteile" -> "Reproteile Mikiphone, HMV, G&T, DGAG und andere"

LG
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zzippo
Sat Feb 26 2022, 21:51pm
Joined: Tue Mar 03 2020, 10:33am
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Posts: 115
Meine Idee war, auf einem modernen Kunstoff das Decal aufzubringen und dann mit Celluloid zu überziehen. So wie ich verstanden habe, müßte es ja auch beim original in der Art gemacht sein.

Telraphon wrote ...

Dritte Option ist Herr Pomarenke von "sprechapparate.de", der alle möglichen Plaketten auch nach Wunsch recht günstig nachfertigt & dafür nur einen Scan eines Originals (hier sollten die Bilder aus den Decal-Anzeigen aus Peru ja genügen) benötigt.


Ja, mit Herrn Pomarenke bin ich bereits in Kontakt, da ich auch noch andere Plaketten brauche.
Ich werde Ihn mal fragen.
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