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EWC
Moderatoren:SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, Charleston1966, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui
Autor Eintrag
Bird
Sa Jan 14 2023, 16:05 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: So Mär 01 2015, 11:28
Wohnort: Hessen
Beiträge: 45
HERSTELLER: Excelsiorwerk G.m.b.H., Fabrik für Erzeugnisse der Feinmechanik, Köln
MODELL: Typ C
JAHR: 1902
DAMALIGER PREIS: ?
GEHÄUSE: Eiche
TRICHTER: Alutrichter
MOTOR: 1-Feder
SCHALLDOSE: Schalldose Wiedergabe und Aufnahme

Hallo,
Aus dem Nachlass einer befreundeten Familie bekam ich diesen Phonographen. Er befand sich immer schon im Familienbesitz und wurde hier in Darmstadt vom Urgrossvater gekauft. Da er sehr gut erhalten ist habe ich ihn lediglich aufbereitet. Da ich mich bisher nur mit Grammophonen beschäftigte habe nun einige Fragen: Ich habe alle Artikel zum Thema EWC in unserem Forum gelesen. Kann man ihn dem Typ C zuschreiben? Ist das Baujahr korrekt? Gibt es zeitgenössisches Schriftmaterial dazu? Die Walzen sind zum großen Teil unbespielt. Mechanisch funktioniert er einwandfrei allerdings ist der Klang sehr schlecht. Dies liegt mit Sicherheit an der Schalldose. Könnt Ihr mir einen Tipp geben wie man diese am besten repariert? Ausserdem wüsste ich gerne ob die Aufnahmeschalldose in Ordnung ist.

Über jeden Hinweis freut sich
Burghard















[ Bearbeitet Mo Jan 16 2023, 17:44 ]
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-Juergen-
So Jan 15 2023, 20:02
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 188
Hallo Burghard,

nettes Ensamble.
Ich halte das für einen C. Der wurde über mehrere Jahre gebaut. 1902 ist da nicht falsch. Zum Thema Klang hast Du verm. mehrere Baustellen. Der Trichter ist neuzeitlich und zu schwer und zu dick für das Gerät. Der Glimmer auf der Schalldose sollte möglichst nicht auf dem Rand der Schalldose aufliegen sondern sauber auf einem Papier- oder Gummiring ohne den Erhebung des Randes zu berühren in der Schalldose sitzen. Ich fixiere die Glimmerscheibe in der Regel mit Bienenwachs. Der Dom mit dem Saphir ist vermutlich auch etwas zu "rustikal". Ein Dom (ggf. von Pedro) kann da schon Abhilfe schaffen. Die Beine des Spider sind recht breit. Zur Aufnahmedose kann ich auf Basis der eingestellten Bilder nichts beitragen. Ich bekomme das leider nicht so vergrößert, daß ich das wirklich erkennen kann. Kannst Du da eine Vergrößerung einstellen?
Ich hab irgendwo glaube ich noch eine A4 Anleitung und muss mal schauen wo ich die abgelegt habe. Sofern ich die finde, kann ich Dir eine Kopie zukommen lassen.

Beste Grüße

Jürgen
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-Juergen-
So Jan 15 2023, 20:20
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 188
Nachtrag:
Was macht eigentlich die kleine Rändelschraube an der Aufnahmedose. Vielleicht kannst Du mal den Rand noch fotografieren.
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Bird
Mo Jan 16 2023, 17:31
⇒ Mitglied seit ⇐: So Mär 01 2015, 11:28
Wohnort: Hessen
Beiträge: 45
Hier die Bilder:





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Bird
Mo Jan 16 2023, 17:43
⇒ Mitglied seit ⇐: So Mär 01 2015, 11:28
Wohnort: Hessen
Beiträge: 45
Hallo Jürgen

Vielen Dank für Deine Info. Würdest Du sagen dass diese Spinne mit der "Spitze" verschlissen ist? Ich glaube auch das sie eigentlich mittig montiert sein müsste. Wie kann man sie von der Glimmerscheibe lösen? Pedro nimmt Glas ist Glimmer überhaupt ok? Wie arbeitest Du mit Bienenwachs?
Diese Rändelschraube hat keine Funktion. Ist der Stichel noch funkionstüchtig?
Du siehst ich habe noch viele Fragen und freue mich auf Antworten.

Schönen Gruss
Burghard
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-Juergen-
Di Jan 17 2023, 20:09
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 188
Hallo Burghard,

es scheint, daß die Spitze der Spinne (Glas oder Saphir) nicht mehr rund und glatt ist. Kann vorkommen wenn die Schalldose auf dem Metall des Walzenträgers schleift oder hart aufschlägt. Eine Spinne ist für den Phonographen bzw. die hier verbaute Schalldose zu hoch. Es sollte ein Dom sein. Lösen lässt sich das vorsichtig mit einer Rasierklinge oder einem scharfen Messer. Die Schalldose ist auch keine klassische EWC Schalldose, sollte aber ihren Zweck erfüllen.
Die Aufnahmedose halte ich für verbastelt. Sieht aus, als wäre Aufnahmedose um einen Teil einer Grammophonschalldose erweitert worden. Dafür sprechen die sichtbaren Muttern auf der Oberseite und die seitlich sichtbaren Löcher von denen eines mit einer Rändelschraube verschlossen ist.

Der Glimmer lässt sich auch mit etwas Vorsicht unter Zuhilfenahme eines Skalpells oder einer Messerspitze aus der Schalldose lösen. Der Durchmesser des Glimmers sollte etwas geringer sein als der dann sichtbare Absatz. Nach dem Anpassen der Glimmerscheibe kann diese dann auf einen passenden Gummi- oder Papieren aufgesetzt werden. Du kannst diesen Ring auch mit etwas Hasenleim oder ähnlichem im Sitz der Schalldose fixieren. Die Glimmerscheibe selbst setze ich meist mit etwas verflüssigtem Bienenwachs auf den bereits fixierten Ring und glätte die oben überstehenden Ränder.
Bilder kommen gelegentlich in den Thread.
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Bird
Mi Jan 18 2023, 17:51
⇒ Mitglied seit ⇐: So Mär 01 2015, 11:28
Wohnort: Hessen
Beiträge: 45
Hallo Jürgen
Mit der Aufnahmedose hast Du ganz recht. Das ist eine Grammophonschalldose und die Bohrungen hielten ursprünglich den Nadelhalter. Da hiermit geklärt ist dass beide Dosen nicht Original sind werde versuchen welche zu finden. Vielleicht hat ja hier im Forum jemand was anzubieten.
In jedem Fall hast Du mir sehr weitergeholfen und dafür bedanke ich mich herzlich.
Schönen Gruß
Burghard

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